Balis Bienen | chestnutandsage.de

Ich traf im Wald auf ein Schwein. Es war darüber genau so erstaunt wie ich. Es war ein kleines, kräftiges Schwein mit kurzen Beinen, in einem wunderschönen rosa, wie eben nur Schweine es tragen können. Nach dem empörten Quieken, das mich erinnerte hier noch nicht am richtigen Ort zu sein, setzte ich meinen Weg fort. Mit Schweinen hatte ich nicht gerechnet, es waren nicht die Tiere, auf die ich heute treffen wollte. Denn die Straße war gesäumt von kleinen schwarzen Röhren, die von den Bäumen herab hingen. Verschlossen waren diese Röhren mit halben Kokosnüssen und um sie herum schwirrte das Ziel meines Ausflugs: Honigbienen. Auf Bali findet man eine (immer geringer werdende) Zahl von Wildbienen und zwei Arten von Honigbienen, die ich mir gerne ansehen wollte. Zum einen die Apis Cerana, die östliche Honigbiene, die als ursprünglicher Wirt der Varroa-Milbe gilt. Und zum anderen die kleine schwarze Honigbiene Apis Trigona, eine stachellose Biene, die kaum größer ist als eine Fruchtfliege. Die runden Röhren, ihr könnt es euch vermutlich schon denken, sind die auf Bali bei Hobby-ImkerInnen üblichen Beutenformen. In diesen Beuten gibt es keine Rähmchen, natürlich auch keine Mittelwände. Hier dürfen die Tiere ihre Waben bauen, wie sie es möchten. Denn, und das hat mich am meisten überrascht, nicht nur die östliche Honigbiene wird hier zur Honigproduktion gehalten, sondern auch die Apis Trigona. Weiterlesen…

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Was ich bisher auf Reisen gelernt habe, ist so simpel, dass ich kaum wage es zu formulieren. Menschen auf der ganzen Welt haben einen Alltag, den es zu meistern gilt. Und wir alle, die wir auf diesem Planeten leben, haben Menschen, die wir lieben und um die wir uns sorgen. Einem dieser Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und einen Einblick in den Alltag zu erhaschen, zu verstehen, welche Herausforderungen gemeistert werden müssen, das ist ein Privileg bei dem man nicht vergessen darf, dass es – trotz aller Gemeinsamkeiten – unglaubliche Unterschiede gibt hinsichtlich ökonomischer Verhältnisse und den daraus resultierenden Machtverhältnissen auf der Welt. Denn wir, die wir als Touristen (ja das sind wir) in ferne Länder reisen, sind wohlhabende Gäste, die zu oft auf Kosten von Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen sich selbst finden wollen. Weiterlesen…

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Küchenradio | chestnutandsage.de

Bei einer Reise in die Vergangenheit besucht man die Stationen des Lebens und hört dazu den passenden Soundtrack. Heute mit allen Bands, die ich damals toll fand und heute immer noch mag. Auch wenn die musikalischen Vorlieben sich geändert haben. Aber Hits bleiben nunmal Hits, auch wenn die Zeit des Brit- und Indie-Rocks schon eine Weile hinter uns liegt.

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Tomatensuppe mit Curry-Linsen | chestnutandsage.de

Manchmal ist es schwer, nicht aus der Haut zu fahren. Diesem riesigen Organ, das uns schützt und abgrenzt von Umwelteinflüssen, mit denen wir ganz und gar nicht einverstanden sind. Sie stellt sicher, dass unser inneres Gleichgewicht gewahrt ist, wenn das Äußere droht aus den Fugen zu geraten. Was den ein und den anderen Tag so scheint, wenn ich das Haus, und damit meine Filterblase, verlasse. In der die Menschen offen und tolerant sind und der Wunsch, in einer fairen Welt zu leben, das Denken und Handeln bestimmt. Und damit auch die Sprache, die ja nun Realität und damit auch Grenzen der eigenen Vorstellung, der eigenen Welt, definiert. Anhand derer abgeleitet werden kann, in wie weit das Leben der Anderen respektiert wird. Die so tief blicken lässt und mehr verrät als man bereit gewesen wäre Preis zu geben. Es ist etwas, über das man reden muss. Das man ansprechen muss. In großen Runden, aber auch im Kleinen, beim Kaffe, in Mittagspausen. Bei feinen Dîners, ebenso wie bei einem Teller Tomatensuppe. Denn die steigert an kalten Tagen das Wohlbefinden und damit auch die Bereitschaft miteinander zu sprechen. Auf dass sich jede_r wieder in der eigenen Haut wohl fühlen darf. Weiterlesen…

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Geschmorte Artischocken mit Kartoffeln und Salzzitronen | chestnutandsage.de

Ein Topf. Ein Essen. Wie aus alten Zeiten, in denen ich mit Menschen, die längst vergangen sind, an Tischen in Städten saß, in denen ich schon lange nicht mehr lebe. Ein Topf, mit dem man all das Nicht-Vergessen-Wollen mit großen Löffeln zu sich nimmt. Der Duft des verdampfenden Weißweins, die zarte Süße der Schalotten vermischt mit frischem Olivenöl ist tröstlich und lässt sich am besten mit dickem Fladenbrot aufsaugen. Konservierte Erinnerungen. So einfach zubereitet. Denn Aufmerksamkeit muss man dem Topf nicht schenken. Die Hitze tut ihr Wesentliches. Das Gemüse, die Salzzitronen und die Kräuter auch. Ein Vorteil, den man sich während des Alltags vor Augen führen muss und der in der vegetarischen Küche viel zu selten genutzt wird. Denn Schmortöpfe sind etwas für Müde die keine Kompromisse beim Geschmack machen wollen. Weshalb dieses Gericht genau das richtige ist für alle, deren Energie vom Wintergrau aufgesogen ist und die etwas sättigendes brauchen.
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Lippenbalsam aus Bienenwachs selber machen | chestnutandsage.de

Schaue ich nach draußen, legt sich mein Blick über die tiefgefrorene Bäume und Autos. Kein schöner Anblick für Sommerseelen, wie ich und meine Bienen es sind. Während ich es mir drinnen gemütlich mache, sitzen meine Bienen in der Wintertraube und wärmen sich gegenseitig. Denn das ist es, was Honigbienen im Winter machen: eng zusammen rücken und durch Kontraktion der Muskulatur Wärme erzeugen. Dadurch wird die Königin, die im Zentrum der Wintertraube sitzt, geschützt, und die Honigreserven, die die fleißigen Bienen während des Sommers gesammelt haben, so flüssig gehalten, dass die hungrigen Tiere ihren Energieverbrauch wieder ausgleichen können. Natürlich wird dabei durchgewechselt, wer lange außen auf der Wintertrauben saß, darf irgendwann ins wärmende Innere, wer sich hier aufwärmen durfte, muss auch mal wieder nach draußen. So überstehen sie die kalten Monate, bis es endlich wieder so warm wird, dass die Winterbienen von den Sommerbienen abgelöst werden und das Volk wieder zu wachsen beginnt. Wachs ist dabei ein gutes Thema, denn Honig konnte ich dieses Jahr nicht ernten, warum, das erzähl ich Euch ein anderes mal. Bienenwachs, das hab ich allerdings im Überfluss. Reines, natürliches Wachs, möchte ich anmerken, denn die letzten zwei Jahre habe ich ohne Mittelwände geimkert, die Bienen durften ihre Waben genau so bauen, wie sie wollten. Deshalb ist dieses Wachs 100 % Bio und ohne Paraffin gestreckt und eignet sich ideal für die Herstellung von Kosmetikprodukten, wie zum Beispiel Lippenbalsam. Außerdem wird Bienenwachs nachgesagt, dass es eine sehr verträgliche Fettkomponente ist, die, auf die Haut aufgetragen, einen leichten Schutzfilm bildet, der gerade jetzt im Winter bei eisigen Temperaturen wichtig ist. Wie ihr den Lippenbalsam selber herstellt, zeige ich Euch heute. Weiterlesen…

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