Singapore | Fotograf Ryan Cheng | unsplash

Happy Place Singapur

Mein Happy Place liegt am anderen Ende der Welt. CO2-unverträglich. Unvernünftig. Und trotzdem zieht es mich nach Singapur, immer und immer wieder. Und wo das Land zu jung ist um alte Gebäude, die Sprachen zu unterschiedlich um gemeinsame Lieder zu haben, da beruhigt es, dass die gemeinsame Küche, das gemeinsame Essen, die Funktion eines kulturübergreifenden Kitts übernommen hat. Be(un)ruhigend (un)überschaubar sind die Veränderungen, immer noch gibt es die Hawker, die in ihren kleinen Ständen Handwerkskunst beherrschen und die beste Kokosmilch, die köstlichsten Curry-Pasten und die niemals in Vergessenheit geratenen Poh Pia zubereiten. Lebt man ohne Einbürgerung in diesem fernen Land, ist man – je nach Hautfarbe und Herkunft – ImmigrantIn oder Expat. Den Unterschied macht das Geld und mit ihm die einhergehende Macht. Den Unterschied macht, wieviel Respekt diesen Menschen entgegengebracht wird. Was zu beschämenden Situationen führt, trifft man entweder die Einen, wie sie am Sonntag in den gekühlten Aufgängen der MRT-Stationen picknicken und im Kreise ihrer FreundInnen ein Gefühl von Heimat heraufbeschwören oder die Anderen, die im schicken Beach Club Drinks mit Schirmchen trinken und versuchen ein Leben, das nicht glänzt, zu vergolden. Und wie die Einen, so bleiben auch die Anderen unter sich. Wie in Crazy Rich Asians, der hier in den Kinos überhaupt nicht lief (und wenn doch, dann nur unter dem Titel “Crazy Rich”, als ob man einem deutschen Publikum keinen Film zeigen könne, der nicht eurozentrisch ist), obwohl doch sonst jede andere RomCom mit den Emma Stones dieser Welt für vier bis acht Wochen jeden noch so liebeshungrigen Kinogast beglücken darf. Singapur also. Meine Lieblingsstadt. Trotz aller Wenns, trotz aller Abers. Was vielleicht auch daran liegt, dass ich mich darin so gerne mochte. Weshalb es bestimmt nicht die letzte Reise war. An meinen happy place, nach Singapur.

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zur Vorbereitung geschaut: Crazy Rich Asians. geschlafen: im Llyod’s Inn. gebummelt: im Tekka Center und Chinatown Wet Market, im National Design Center und durch das Singapore Art Museum. gegessen: Kaya Toast im Killiney Kopitiam, Poh Piah im Chinatown Complex Food Center, nachts im Lau pa sat, die Karte rauf und runter Whole Earth (unbedingt reservieren), japanisch im Hawker Center des Takashimaya. TouristIn sein: auf Sentosa und nach Sonnenuntergang in den Gardens by the Bay zur Garden Rhapsody, danach auf ein Eis um durch Marina Bay zu schlendern.

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