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Datteln und Haselnüsse | chestnutandsage.de

Wolkentürme, Gefühlstürme. Wie Wasserfarbenverwaschen, nicht greifbar. Sie schleiern nicht mehr, sondern wachsen zu einem echten Problem. Der Herbst ist da und mit den Blättern fallen die Hemmungen, ungesagtes aus Höflichkeit zurückzuhalten. Denn: nur weil jemand darum bittet Rücksicht zu nehmen, müssen sich andere angeblich in ihrer Meinungsfreiheit, in die sie ihre Unverschämtheiten hüllen, einschränken. Das ist nur schwer zu ertragen. Dem ist nur schwer entgegenzutreten. Solche Gesprächspartner sind kaum einzufangen. Als wolle man eine im Zickzackflug befindliche Fliege mit Essststäbchen einfangen. Das ist irrational. Das kann nicht mal Mr. Miyagi. Das geht an die Nerven, die man schonen muss. Am besten mit Dingen, denen gesundheitsfördernde Eigenschaften zu geschrieben werden, wie Haselnüssen und Datteln. Die zusammen ein unwiderstehliches Team und erst noch gut für das Gehirn sind. Das wir brauchen, um den Denkfaulen entgegenzutreten.

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Kranzbach | Fenster | chestnutandsage.de
Ein Lebenszeichen. Es ist doch zurzeit recht still. Gekocht wird nur wenig, wenn doch, dann meist vor Wut. So hat alles seine Zeit. Lachen und Weinen. Waldbaden, in der Ruhe der Natur aufgehen, das wussten schon die alten Japaner, hilft der Seele gegen all das zu kämpfen, dem sie sich im Alltag gegenüber stehen sieht. Also tauche ich ab, atme die Waldluft ein und hoffe darauf, dass die Zeit vorüberzieht und ihre Spuren nur auf den Blättern zurücklässt, die leise in der warmen Herbstsonne rascheln. Weiterlesen…

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Der Wecker klingelt. Vielleicht drücke ich noch zwei, drei Mal die Schlummer-Taste. Dann stehe ich auf. Normalerweise. Es sei denn, es ist Wochenende, es sei denn, der Liebste ist nicht zu Hause. Denn dann tue ich Dinge, die ich sonst nicht mache: Nur kurz aufstehen und schnell mit einer Tasse Kaffee zurück ins Bett gehen. Das Buch, das auf dem Nachttisch wartet, lesen. Durch die Zeitung blättern. Im Bett frühstücken. Yoga vor dem Fernseher. Dinge, die mir gut tun, die ich mir aber nur zugestehe, wenn ich eben alleine zu Hause bin. Self care, in der super privaten Edition, sozusagen. Nicht, dass ich im Alltag nicht auf mich acht geben würde, aber diese seltenen Gelegenheiten sind mir so wichtig, dass – wenn dem Liebsten eine Reise ansteht – ich mich auf diese wenigen Stunden so freue, als würden alle Feiertage der Welt auf dieses eine Wochenende fallen. So liege ich also im Bett, lese Klassiker, höre Neues und genieße dieses Porridge, voller Vorfreude auf den Alltag, denn allein zu Hause, sollte nur Kevin sein.

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Honigglas | Honigbienen | chestnutandsage.de

Das Bienenjahr ist schon lang vorbei und wer wie ich den Honig erst spät erntet, ist zurzeit dabei, die Völker gegen die Varroamilbe zu behandeln. Diese Milbe ist ein Parasit und der bedeutendste Schädling der Honigbiene. Die Varroamilbe schädigt vor allem die Brut, saugt den Larven die Hämolymphe aus wodurch das Immunsystem geschwächt wird und die Bienen kleiner und schwächer werden. Außerdem überträgt die Milbe verschiedene Viren die dazu führen, dass die Flügel der Bienen deformiert sind. Warum es wichtig ist, gegen die Varroamilbe zu behandeln, was man gegen die Amerikanische Faulbrut tun kann und welche Verantwortung ImkerInnen gegenüber ihren eigenen Völkern, den Völkern anderer ImerkInnen und gegenüber Wildbienen haben, darüber habe ich mich mit Andreas unterhalten. Weiterlesen…

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Fenster mit Grünlilien | chestnutandsage.de

Es ist eine Stadt in Pastell, mit engen Gassen und vielen Menschen. Ich wusste nicht, was ich von ihr zu erwarten hatte, denn ich habe aufgehört mich vorzubereiten: Kein Instagram, kein Pinterest, nicht mal einen Reiseführer habe ich zu Split gelesen. Der Stadt, die für viele vor allem aus Game of Thrones bekannt ist, einer Serie, von der ich keine Staffel, keine Folge, nicht mal einen Trailer gesehen habe. Wo Vorbereitung im Arbeitsalltag das A und O ist, nimmt es im Urlaub genau die Freiheit, die man sich während man im Büro sitzt nicht zugestehen kann. Denn hier muss ich keine Fragen beantworten, muss keinen Plan haben, wohin mich die Füße als nächstes tragen. Ich darf mich einfach überraschen lassen. Welch großes Glück. Kein Gebäude, dass ich online schon tausendmal gesehen habe, muss ich auf meiner inneren Checkliste abhaken, kein Café von meiner To-Eat-Liste streichen. Einfach nur gucken und erleben. Die schönste Art zu Reisen. Weiterlesen…

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Ferienhaus-Küche | chestnutandsage.de

In einem Haus, in dem es nach Brot riecht, fühl ich mich zu Hause. Der Bäcker unterhalb der Terrasse arbeitet Tag und Nacht, der Schornstein ragt in mein Blickfeld, während ich im Halbschatten liege und dicke Scheiben einer kalten Wassermelonen esse. Es ist das einzige, das in der heißen kroatischen Sonne kühlt und für konstante Bewässerung der geistigen Windstille sorgt. Der Brotduft kann da schon etwas lästig werden, das ist wie in Mannheim, das nicht nur nach Industrie, sondern auch nach Schokolade riechen kann. Der Vergleich zu Charlie und der Schokoladenfabrik liegt nahe, ist das Kurpfälzisch manchmal doch so unverständlich wie die Oompa Loompa. Nicht herrlich süß und glücksverheißend, sondern schwer und penetrant. Der Bäcker backt also, als gäbe es kein Morgen. Denn tatsächlich ist seine Zukunft ungewiss, beschweren sich die Nachbarn über den beißenden Rauch, der ab und an durch das Dorf zieht. Er hat seine Stube in Mitten von Häusern gebaut, die – und so versichern sie uns- schon lange vor dem Bäcker da waren. Doch damals, ach, da rauchten nur die Zigaretten, auf die man sich abends bei einer Flasche Bier traf. Auf den Treppen, die heute noch vom Krieg erzählen. An den Ortsrand solle er, doch wo fängt ein Ort an und wo hört er auf, wenn die erste Reihe Häuser den Beginn und die dritte Reihe Häuser bereits das Ende definiert? Ich versuche es herauszufinden, während meines Urlaubs, in dem die einzige Aktivität ist, den Ort von Anfang bis Ende, Ortseingang bis Strand, zu erkunden. In der einen Hand die Sonnencreme, in der anderen Hand ein frisches Brot. Denn so lange der Bäcker vor meiner Haustür backt, da fühl ich mich zu Haus. Weiterlesen…

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