Küchenradio | Anqi Lu | unsplash
Fotografin: Anqi Lu

Weil bei der letzten Ausgabe des Küchenradios die Frage aufkam, warum meine Playlists nicht über die Spotify-Suche gefunden werden können, hier noch ein Hinweis: Spotify bewertet Playlists nicht neutral, das heißt, nur Playlists, die eine gewisse Anzahl an Follower und Plays haben werden in den Suchen berücksichtigt. Wenn ihr meine Playlists mögt und ihr sie regelmäßig hören wollt, dann bleibt euch nichts anderes übrig, als sie zu abonnieren.

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Links with Love | Aaron Burden | unsplash
Fotograf Aaron Burden via unsplash.com

Wie ich ja sagte, passiert das Große, Lebensverändernde selten. Wenn es aber an die Tür klopft, dann öffnet man diese und freut sich über den Zauber, der dem Ganzen inne wohnt. Bei mir ist das seit einigen Wochen eine neue Stelle, die sich als großes Glück erwiesen hat. Deshalb ist es hier – auch wenn es Euch vielleicht nicht auffällt – etwas ruhiger geworden. Nichtsdestotrotz habe ich die Zeit gefunden das zu sammeln, was mir besonders gut gefallen hat, in diesem September, der den Sommer immer noch nicht gehen lässt.

Wenn ihr, wie ich, in Bayern wohnt, dann steht uns allen die Landtagswahl ins Haus. Bitte geht wählen – die Briefwahlunterlagen sind fix bestellt, das Kreuzchen schnell an die richtige Stelle gesetzt. Nutzt Eure Stimme und habt einen schönen Oktober,
Julia

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Geschmorte Trauben mit Walnüssen und Rum | chestnutandsage.de

Die kleinen Süßigkeiten, die sind es, die das Leben lebenswert machen: Das neue Lieblingslied im Radio, ein neuer Vertrauter bei der Arbeit, ein sonniger Nachmittag nach einem kühlen Morgen. Das ist beruhigend, denn wann passiert schon etwas Großes? Lebensveränderndes? Über die schlechten, lebensumkrempelnden Dinge wollen wir gar nicht sprechen, passieren diese doch meist von außen initiiert, werden einem oktroyiert, egal ob man nun möchte oder nicht. Überfahren steht man in diesen Situationen am Straßenrand seiner selbst und fragt sich, wann man verpasst hat, dass für einen entschieden wurde, dass man sich doch bitte zu verändern hat. Unangenehm ist das. Da bleib ich doch lieber beim Kleinen. Was sich heute, wo ich die schönsten Trauben auf dem Markt gefunden habe, auch empfiehlt: die gelben und zuckersüßen Beeren werden zusammen mit etwas Honig und Thymian im Backofen geröstet, mit Walnüssen gemischt und dann mit einem Klecks Rum-Schmand serviert. Eine kleine Leckerei eben, die den Alltag versüßt.  Weiterlesen…

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Gebratene Zucchini mit Haselnüssen und Parmesan | chestnutandsage.de

Wie man normalerweise mit etwas beginnt: man überlegt, was man möchte. Wie es am Ende sein soll. Wie es aussehen, sich anfühlen und riechen soll. Und dann überlegt man, wie man dieses Ziel erreicht, das Wolkenkukusheim nach und nach dekonstruiert, sodass sich am Ende ein – wenn auch zugegebenermaßen – abgespeckter und realistischer Plan abbildet, an dessen Umsetzung man sich mit aller Energie macht. Und so beginnt man zu säen, zu gießen, Unkraut zu zupfen und Schnecken zu bekämpfen. Man freut sich über die ersten, zarten Triebe, nimmt Verluste hin, betrachtet mit bangen Augen das Wetter, bis – und endlich ist es soweit – die Zeit der Ernte kommt. Wer glaubt, dass die Arbeit hier endet, der täuscht. Denn was da ist, muss verarbeitet werden. Die Vorratsschränke sind leer, Marmelade und Tomatensoße will wieder gekocht, Kräuter getrocknet, Saft gepresst werden. Doch wohin mit all den Zucchini? Aus irgendeinem Grund ist gerade dieses Gemüse an Wuchskraft und -freude nicht zu übertreffen. Deshalb haben die wunderbaren Lisana und Laura die Zucchiniwochen ins Leben gerufen: 15 Bloggerinnen und Instagramer teilen ihre liebsten Zucchinirezepte mit Euch, auf dass wir alle die Situation wieder unter Kontrolle bekommen und den Überfluss, in dem wir Dank unserer Anstrengungen schwelgen, genießen können. Weiterlesen…

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Okonomiyaki | chestnutandsage.de

“Julia, das Bier gibts beim Späti am Görli! Am Görli! Ist das nicht süß?” A. strahlt mich an. Ich lache. Ihr Begeisterung allem Neuen gegenüber macht mich sprachlos. Ja, ja, der Görli, da laufen wir jetzt aber nicht hin, außerdem gibt es ja an jeder Ecke einen Späti. A. ist begeistert. Wir setzen unseren Weg durch Kreuzberg fort. Immerhin war das ja der eigentliche Grund für unsere Reise, Kreuzberg, die Markthalle 9, der Streetfood Thursday. Streetfood-Märkte gibt es ja überall in der Republik, doch dieser hier hat eine besondere Strahlkraft, mit der ich sogar A., die Kritische, davon überzeugen konnte mit mir zu verreisen. Und sie ist weiterhin begeistert: “Das ist ja so toll! Sowas gibts bei uns halt nicht. Toll! Toll, toll, toll!” Ich lache. A., die die Einrichtung des Spätis erst gestern bei unserer Anreise kennenlernte, ist voll des Lobes über diese Berliner Besonderheit der örtlichen Nahversorgung. Wo andere Touristen über die Schönheit des Verfalls staunen, die Freizügigkeit des Berghain bejubeln oder mit dem Trabi die frühere Mauer abfahren, hat meine liebe Freundin ihr Highlight auf unserer Reise entdeckt: eine absolut lückenlose Versorgung mit Bier und Knabbereien, 24 Stunden, 7 Tage lang. Immerhin kommen wir aus Bayern, wo die Läden bereits zu taghellen Stunden ihre Türen schließen. Wir schlendern weiter, vorbei an Streetart, Geschichte und Alltag, und lassen uns – eher zufällig als bewusst – in Richtung Markthalle treiben. Das Wetter ist fantastisch, die Stimmung auch, und irgendwann stehen wir vor den großen Toren des alten Marktes. Hungrig stürzen wir uns ins Getümmel, doch wo sollen wir nur beginnen? Hier locken Bao-Burger, dort mexikanische Tacos, oder sollen wir doch lieber – und A.s Stimme überschlägt sich, denn nirgends ist es bekanntlich so schön wie im Allgäu – Kässpatzen essen? Zum Glück lieben wir beide die japanische Küche und stehen alsbald mit glänzenden Augen vor dem Stand, an dem Okonomiyaki, dicke japanische Pfannkuchen, verkauft werden. Bestrichen werden sie mit einer glänzenden, süßlichen Sauce, verziert mit japanischer Mayonnaise und bestreut, A. lässt sich mehrmals versichern, dass dies auch wirklich die originale Zubereitungsweise ist, mit Bonito-Flocken. Die erste Gabel, der erste Bissen und sofort ist klar, dass wir unsere Rollen in diesem Moment tauschen, denn jetzt bin ich es, die sich vor lauter Begeisterung nicht mehr einkriegt, deren Stimme vor Begeisterung bebt. A. lacht – und wir beiden wissen, dass dies nicht die einzige Portion sein wird, die wir heute verspeisen werden. Satt und glücklich verlassen wir Stunden später die Markthalle und stürzen uns wieder in die Berliner Nacht, die uns mit ihren funkelnden Lichtern begrüßt, und machen uns auf die Suche nach dem nächsten Späti. Weiterlesen…

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