Küchenradio | chestnutandsage.de

Bei einer Reise in die Vergangenheit besucht man die Stationen des Lebens und hört dazu den passenden Soundtrack. Heute mit allen Bands, die ich damals toll fand und heute immer noch mag. Auch wenn die musikalischen Vorlieben sich geändert haben. Aber Hits bleiben nunmal Hits, auch wenn die Zeit des Brit- und Indie-Rocks schon eine Weile hinter uns liegt.

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Tomatensuppe mit Curry-Linsen | chestnutandsage.de

Manchmal ist es schwer, nicht aus der Haut zu fahren. Diesem riesigen Organ, das uns schützt und abgrenzt von Umwelteinflüssen, mit denen wir ganz und gar nicht einverstanden sind. Sie stellt sicher, dass unser inneres Gleichgewicht gewahrt ist, wenn das Äußere droht aus den Fugen zu geraten. Was den ein und den anderen Tag so scheint, wenn ich das Haus, und damit meine Filterblase, verlasse. In der die Menschen offen und tolerant sind und der Wunsch, in einer fairen Welt zu leben, das Denken und Handeln bestimmt. Und damit auch die Sprache, die ja nun Realität und damit auch Grenzen der eigenen Vorstellung, der eigenen Welt, definiert. Anhand derer abgeleitet werden kann, in wie weit das Leben der Anderen respektiert wird. Die so tief blicken lässt und mehr verrät als man bereit gewesen wäre Preis zu geben. Es ist etwas, über das man reden muss. Das man ansprechen muss. In großen Runden, aber auch im Kleinen, beim Kaffe, in Mittagspausen. Bei feinen Dîners, ebenso wie bei einem Teller Tomatensuppe. Denn die steigert an kalten Tagen das Wohlbefinden und damit auch die Bereitschaft miteinander zu sprechen. Auf dass sich jede_r wieder in der eigenen Haut wohl fühlen darf. Weiterlesen…

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Geschmorte Artischocken mit Kartoffeln und Salzzitronen | chestnutandsage.de

Ein Topf. Ein Essen. Wie aus alten Zeiten, in denen ich mit Menschen, die längst vergangen sind, an Tischen in Städten saß, in denen ich schon lange nicht mehr lebe. Ein Topf, mit dem man all das Nicht-Vergessen-Wollen mit großen Löffeln zu sich nimmt. Der Duft des verdampfenden Weißweins, die zarte Süße der Schalotten vermischt mit frischem Olivenöl ist tröstlich und lässt sich am besten mit dickem Fladenbrot aufsaugen. Konservierte Erinnerungen. So einfach zubereitet. Denn Aufmerksamkeit muss man dem Topf nicht schenken. Die Hitze tut ihr Wesentliches. Das Gemüse, die Salzzitronen und die Kräuter auch. Ein Vorteil, den man sich während des Alltags vor Augen führen muss und der in der vegetarischen Küche viel zu selten genutzt wird. Denn Schmortöpfe sind etwas für Müde die keine Kompromisse beim Geschmack machen wollen. Weshalb dieses Gericht genau das richtige ist für alle, deren Energie vom Wintergrau aufgesogen ist und die etwas sättigendes brauchen.
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Lippenbalsam aus Bienenwachs selber machen | chestnutandsage.de

Schaue ich nach draußen, legt sich mein Blick über die tiefgefrorene Bäume und Autos. Kein schöner Anblick für Sommerseelen, wie ich und meine Bienen es sind. Während ich es mir drinnen gemütlich mache, sitzen meine Bienen in der Wintertraube und wärmen sich gegenseitig. Denn das ist es, was Honigbienen im Winter machen: eng zusammen rücken und durch Kontraktion der Muskulatur Wärme erzeugen. Dadurch wird die Königin, die im Zentrum der Wintertraube sitzt, geschützt, und die Honigreserven, die die fleißigen Bienen während des Sommers gesammelt haben, so flüssig gehalten, dass die hungrigen Tiere ihren Energieverbrauch wieder ausgleichen können. Natürlich wird dabei durchgewechselt, wer lange außen auf der Wintertrauben saß, darf irgendwann ins wärmende Innere, wer sich hier aufwärmen durfte, muss auch mal wieder nach draußen. So überstehen sie die kalten Monate, bis es endlich wieder so warm wird, dass die Winterbienen von den Sommerbienen abgelöst werden und das Volk wieder zu wachsen beginnt. Wachs ist dabei ein gutes Thema, denn Honig konnte ich dieses Jahr nicht ernten, warum, das erzähl ich Euch ein anderes mal. Bienenwachs, das hab ich allerdings im Überfluss. Reines, natürliches Wachs, möchte ich anmerken, denn die letzten zwei Jahre habe ich ohne Mittelwände geimkert, die Bienen durften ihre Waben genau so bauen, wie sie wollten. Deshalb ist dieses Wachs 100 % Bio und ohne Paraffin gestreckt und eignet sich ideal für die Herstellung von Kosmetikprodukten, wie zum Beispiel Lippenbalsam. Außerdem wird Bienenwachs nachgesagt, dass es eine sehr verträgliche Fettkomponente ist, die, auf die Haut aufgetragen, einen leichten Schutzfilm bildet, der gerade jetzt im Winter bei eisigen Temperaturen wichtig ist. Wie ihr den Lippenbalsam selber herstellt, zeige ich Euch heute. Weiterlesen…

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Zitrussalat mit Radicchio und Granatapfel | chestnutandsage.de

Wer sich wie ich gerade im Winterschlafmodus befindet, lebt im himmlischen und dauerschleiflichen Dreiklang aus aufwachen, ermüden, einschlafen. Bewegung konsumiert man ausschließlich aus dem berieselnden Hintergrundrauschen des öffentlich-rechtlichen Wintersports. Dabei soll der Schnee doch immer weniger werden, Schneeflöckchen und Weißröckchen scheinen vor lauter Diskussion, wie nun mit dem Klimawandel umgegangen werden soll, vergessen haben, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Weshalb das Auge auch eher an Pfützen als an Schneemännern hängen bleibt und Biathlon in einem Stadion stattfindet in dem normalerweise mit Bällen anstatt Kugeln geschossen wird. Wer bei all den Touren de Ski und Abfahrtsläufen noch ein Auge offen hat, der wird alsbald vom beruhigenden Wutschen und Wedeln der Vierschanzentournee sanft in den wohligen Zwischen-den-Jahren-Schlaf geschaukelt, in dem man von besseren Tagen als denen der Altjahrswoche träumt. Und was da alles passiert! Orangen treffen auf Radicchio und Granatapfelkerne, wie aus der Zeit gefallenen Onkeln und Tanten, die wissen, dass man sich die Sonne, wenn sie denn schon nicht strahlt, auf den Teller zaubern muss. Ein bunter Reigen obszöner Farbenpracht. Der in der Realität, außerhalb der Traumwelt, und als Salat genau so funktioniert, wie er soll. Im trüben Wintergrau leuchtend. Energetisierend, belebend und die Müdigkeit vertreibend. Weiterlesen…

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Wunderkerzen | Ian Schneider | unsplash.com
Fotograf: Ian Schneider

“Dass bald das neue Jahr beginnt, spür ich nicht im Geringsten. Ich merke nur: die Zeit verrinnt. Genau so wie zu Pfingsten.” Ein kluger Mann, der Ringelnatz. Bis Pfingsten haben wir aber noch ein wenig vor uns. Drei Könige erwarten uns, Fasching will gefeiert werden, einer muss gen Himmel fahren. Die Monate, sie werden wieder aufgereiht wie Perlen einer Kette, die hoffentlich wieder so schön glänzen wie die des vergangenen Jahres. An diesem ruhigen Neujahrstag lehne ich mich aber nochmal entspannt zurück, sammle und teile mit Euch, was mir besonders gut gefallen hat.

Habt ein aufregendes und gesunde neues Jahr!
Julia

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