Küchen-Basics: Wie man eine wirklich gute Pizza backt

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Wie Du eine richtig gute Pizza backst | chestnutandsage.de
Fotograf: Cathal Mac an Bheatha

You can’t make everybody happy. You’re not pizza. Das gute daran ist, dass man das ja auch nicht muss – eine Pizza sein. Viel wichtiger ist doch, eine richtig gute Pizza zubereiten zu können. Denn so kann man (und ich halte wirklich nichts von “People Pleasern”) zumindest diejenigen glücklich machen, die wichtig sind. Das kannst (im Idealfall Notfall) auch nur Du alleine sein, wenn sich denn niemand findet, der sich eine Pizza mit Dir teilen möchte. Was natürlich utopisch ist, denn wer, Bitteschön, mag Pizza nicht? Eben. Knusprig, mit geschmolzenem, blubbernden Käse ist Pizza für mich das Comfort Food schlechthin. Sie zu hause perfekt zuzubereiten kann jedoch eine ganz schöne Herausforderung sein. Der Teig hart, die Tomatensoße überwürzt und die Kräuter verbrannt – man kann einer kulinarischen Seele, die nach versöhnendem Essen ruft, wenig schlimmeres zumuten! Deshalb zeige ich Dir heute, wie Du eine wirklich gute Pizza backst. Alles, was Du dazu brauchst, ist Zeit und wirklich gute Zutaten. Denn die sind, gerade bei Gerichten die nach wenigen Zutaten verlangen, essentiell.

Der Teig – knusprig und flauschig

Pizzateig muss für mich die richtige Mischung aus Knusper und Flausch haben: Der Rand darf krachen, so lange sein Inneres zart und weich ist. Für ein Blech oder zwei runde Pizzen braucht ihr: 200 g Hartweizengrieß, 150 g Weizenmehl Tipo 00,  5 Gramm Trockenhefe und 5 Gramm Salz. Vermischt die trockenen Zutaten mit 200-250 ml lauwarmem Wasser und 2 EL Olivenöl. Knetet die Zutaten etwa 10-15 Minuten zu einem zähen, feuchten Teig. Lasst diesen so lange wie möglich, am besten über Nacht und im Kühlschrank, gehen. Vor der eigentlichen Zubereitung der Pizza boxe ich den Teig übrigens nur noch sanft nieder und knete ihn nicht nochmal durch.

Die Tomatensoße – fruchtig tomatig

Ich bereite Tomatensoße immer gleich in größerer Menge zu und friere sie dann portionsweise ein. So muss ich nur den Gefrierschrank öffnen, wann auch immer ich Lust auf Pizza habe. Die Soße braucht keine lange Zubereitung, sie soll frisch und fruchtig schmecken, nicht lange geschmort, denn das übertönt den Geschmack des Belags. Für 2 Portionen braucht ihr: 1 Dose Tomaten, 1/2 TL Salz, 1 Prise schwarzen Pfeffer, 1 Prise Zucker, etwas getrockneten Oregano und Thymian. Gebt alle Zutaten in einen Topf und köchelt sie etwa 20 Minuten. Wenn ihr noch etwas Parmesanrinde übrig habt, gebt sie auch mit in die Soße, das bringt viel Geschmack!

Der Käse – geschmolzen und goldbraun

Egal, welchen Käse ihr bevorzugt, es gilt: Von guter Qualität muss er sein! Ich bevorzuge Mozzarella und Parmesan, wenn ihr aber auf Ziegenkäse, Scarmozza oder Pecorino steht, dann achtet immer darauf, dass ihr ein qualitativ hochwertiges Produkt kauft.

Der Belag – klassisch oder gewagt

Ich gestehe, ich bin ein Pizza-Margherita-Fan. Für mich ist die Kombination aus Käse, Tomaten und Hefeteig einfach unschlagbar. Manchmal dürfen noch eingelegte Tomaten und frischer Büffelmozzarella auf die Pizza, aber eigentlich brauche ich nicht mehr. Bei Pizza Bianca ist das ein wenig anders, hier dürfen sich gerne Erbsen und Ricotta, Apfel und Radicchio, Pfirsiche und Scarmozza, Birne und Salbei, Zwiebeln und Walnüsse oder Feigen und Thymian tummeln. Wichtig ist, dass der Belag über den Käse kommt und nicht darunter versteckt wird. Und frische Kräuter dürfen erst auf die Pizza, wenn sie aus dem Ofen ist!

Das Formen – am besten von Hand!

Wenn ihr dem Pizzateig mit dem Nudelholz zu Leibe rückt, drückt ihr die ganze im Teig enthaltene Luft heraus. Dies führt dazu, dass ihr keine schönen Luftblasen im Rand haben werdet. Wenn die Euch eh immer stören, dann wellt den Teig mit den Nudelholz aus. Wenn ihr, wie ich, auf die luftig Blasen steht, dann zieht und zupft den Teig, ähnlich wie einen Strudelteig, mit der Hand in die gewünschte Form. Wenn ihr den Teig im Kühlschrank hattet, nehmt ihn 1 Stunde vor der eigentlichen Zubereitung aus dem Kühlschrank.

Die Temperatur – hot, hot, hot

Die Temperatur spielt beim Pizzabacken eine entscheidende Rolle. Je heißer, desto besser. Heize Deinen Ofen auf die maximale Temperatur vor. Bei mir sind das 300°C. So braucht die Pizza nur 10 Minuten und erfreut mich mit knusprigem Teig und goldgelb gebackenem Käse.

Was meinst Du? Könntest Du mit diesen Tipps eine richtig gute Pizza backen? Lass es mich wissen und verrate mir nicht nur, welche Tipps Du beim Pizzabacken immer beherzigst, sondern auch wie Du Deine Pizza am liebsten belegst! Und solltest Du am Wochenende keine Pizza backen, brauchst Du nicht traurig sein sondern Dir diese Doku anschauen* (Pizza! New York! Wir kommen!).
Viele Grüße
Julia

*Dieser Link führt zu Featvre.com, wo ich seit Dezember die “Patenschaft” für die Ernährungs-Themenseite übernommen habe.

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22 comments on “Küchen-Basics: Wie man eine wirklich gute Pizza backt

  1. Lena
    19. Januar 2018 at 12:55

    Liebe Julia, ich liebe liebe liebe Pizza, sie ist mein all time favorit in allen Geschmackrichtungen. Mit dickem Teig, dünnem Teig, viel Käse, ohne Käse, als Bianca und tatsächlich ganz ganz ab und zu auch mal fertig gekauft :)
    Ich werde deinen Teig gerne mal nachmachen. Als Soße nutze ich immer die Tomatensoße aus meinen Gartentomaten und irgendwie kann ich mir nie merken, dass der Käse unter den Belag kommt.
    Wenn ich noch einen Tipp ergänzen dürfte: Wenn der Ofen wirklich über 200/250 Grad kann, nie Backpapier benutzen, denn das ist nur ganz selten für so hohe Temperaturen ausgelegt.
    Liebe Grüße,
    Lena

    • Julia
      19. Januar 2018 at 20:23

      Liebe Lena,
      ich bin da ganz bei Dir, Pizza geht immer in allen Variationen :) Vielen lieben Dank für den Tipp mit dem Backpapier, das hab ich auch nicht immer ganz auf dem Schirm. Bisher ist aber – toitoitoi – noch nichts passiert. Ich wollte mir eh noch einen Pizzastein zulegen, dann wird das Backpapier eh irgendwann überflüssig!
      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende <3
      Julia

  2. Markus
    19. Januar 2018 at 14:08

    Liebe Julia,
    ich würde Dir vorschlagen mal mein Teigrezept auszuprobieren.
    Deine Mehlmischung ist super, aber ich würde auf Deine Teigmenge ungefähr 4 Gramm Frischhefe nehmen. Als Flüssigkeit würde ich Wasser durch Hefeweizen substituieren.
    Das Salz und das Öl würde ich erst etwa 3 Stunden vor dem Backen hinzugeben, da das Salz die Hefe tötet.
    Zudem muss Pizzateig immer leicht übersalzen sein.
    Du wirst sehen, dieser Teig hat nach einer Nacht im Kühlschrank einen wunderschönen Gärprozess hingelegt, schmeckt nicht nach Hefe, hat außen Crunch und ist innen großporig und saftig.
    Beste Grüße!

    • Julia
      19. Januar 2018 at 20:21

      Lieber Markus,
      die Idee mit dem Hefeweizen find ich vogelwild, das probier ich auf jeden Fall!
      Herzliche Grüße
      Julia

  3. Anastasia
    19. Januar 2018 at 16:14

    Yay! Danke für die guten Tipps! Meinen Teig habe ich bis jetzt immer ohne Hartweizengrieß gemacht, aber einen Versuch damit muss ich auf jeden Fall wagen ;)
    Liebe Grüße, Anastasia

    • Julia
      19. Januar 2018 at 20:15

      Liebe Anastasia,
      sehr gern! Der Hartweizengrieß war für mich wirklich ein Augenöffner, der Teig wird wirklich viel besser damit. Ich wünsch Dir viel Spaß beim Probieren!
      Liebe Grüße
      Julia

  4. Stephan
    19. Januar 2018 at 19:09

    Liebe Julia,

    vor 2 Jahren habe ich mir eine lebensmittelechte Schamotteplatte (400x300x30mm) für wirklich kleines Geld (15€ inkl. Porto) aus der Bucht zugelegt. Diese heize ich im Backofen mind. 30 Minuten vor und gebe dann die Pizza direkt drauf. Das hat die Teigqualität nochmals deutlich verbessert. Funktioniert ebenso toll bei Flammkuchen.
    Vorher unbedingt den Backofen ausmessen und einen kritischen Blick auf die Führungsschienen werfen. Die Platte wiegt ca. 7 Kilöchen ;-)

    Liebe Grüße
    Stephan

    • Julia
      19. Januar 2018 at 20:14

      Lieber Stephan,
      ohja, diese Anschaffung steht mir auch noch bevor! Und danke für den Tipp, dass die Führungsschienen eventuell nicht für die Last geeignet sind, das werde ich auf jeden Fall bedenken!
      Herzliche Grüße
      Julia

  5. Marion (Unterfreundenblog)
    21. Januar 2018 at 13:05

    Liebe Julia,

    heute ist World Hug Day (echt jetzt!) und für die tollen Tipps verdienst Du einen Extra-Hug!

    Pizza ist in der Tat Comfort-Food par excellence und selbstgemacht wahres Dolce Vita aus dem Ofen :-) Ich gebe zu, den Belag bisher immer unter Käse versteckt zu haben und dem Teig bin ich mit Nudelholz auf den Pelz gerückt. Beim nächsten Mal kommt Dein Teigrezept zum Einsatz und ich werde die Tipps beherzigen. Ich bin gespannt und freu’ mich drauf!

    Liebste Grüße,
    Marion

    • Julia
      21. Januar 2018 at 17:38

      Liebe Marion,
      na das gefällt mir, immer her mit den extra-hugs <3 Ich wünsch Dir viel Spaß beim nach-backen und bin gespannt, wie Deine nächste Pizza wird. Lass es mich auf jeden Fall wissen!
      Liebe Grüße
      Julia

  6. Flavio
    21. Januar 2018 at 13:47

    Liebe Julia,

    aufgrund des Klimawandels gibt es bei uns nur noch die Zwei–Jahreszeitenpizza.
    Es gibt Spezialmehl für Pizzen jedoch kann man dieses auch mit der Zugabe von etwas Spätzlemehl annähern, Grössenordnung etwa 10 Gramm auf 200 Gramm Mehl, d.h. 190 Gramm normales Mehl und 10 Gramm Spätzlemehl. Kurz vor dem Backen Salzen ist sehr wichtig wie bereits erwähnt und noch ein Tipp zu den Tomaten: den Zucker durch einen Teelöffel rote Marmelade ersetzen.

    Viel Spass beim ausprobieren und einen schönen Sonntag
    Grüsse Flavio

    • Julia
      21. Januar 2018 at 17:34

      Lieber Flavio,
      die due stagioni wird glaub ich relativ bald der Renner in allen Pizzerien… obwohl ich diese Pizza nie bestelle, weil ich sie nicht richtig aussprechen kann! Das ist wie beim Stracciatella-Eis, das ich wirklich liebe, aber wegen der mangelhaften Aussprache niemals bestelle, ein Drama!
      Sowohl den Tipp mit dem Mehl, als auch mit der Marmelade werde ich bei der nächsten Pizza beherzigen, vielen Dank dafür!
      Viele Grüße
      Julia

  7. brittakama
    21. Januar 2018 at 14:08

    Yum, Pizza :) ich mache leider viel zu selten selbst!
    Beim Teig finde ich ganz wichtig, dass er seeehr lange im Kühlschrank gehen kann, am besten mindestens 24, besser 48 h. Schmeckt so viel besser :)
    Und ein Pizzastein ist wirklich eine sehr lohnenswerte Anschaffung, auch für Fladenbrote etc.
    Hier ist heute auch Italian Comfort Food angesagt, nachher gibt es Lasagne ;-)

    • Julia
      21. Januar 2018 at 17:31

      Liebe Britta,
      ich geb Dir auf jeden Fall recht, je länger der Teig im Kühlschrank ist, desto besser wird er! Und der Pizzastein steht schon auf der Wunschliste :)
      Hab einen schönen Abend und genieße die Lasagne <3
      Julia

  8. Papa Schulz
    23. Januar 2018 at 07:58

    Liebe Julia,
    wir haben uns auch vor mehreren Jahren einen ganz einfachen Pizzastein gegönnt. Wenn dieser 30-40 Min. aufheizen darf (wir schaffen um die 250 Grad), wird die Pizza perfekt. Wichtig ist, dass die Pizza schnell von oben UND UNTEN backt. Seit dieser Anschaffung gehen wir seltener auswärts Pizza essen ;-)
    Es grüßt,
    Papa Schulz

    • Julia
      28. Januar 2018 at 19:24

      Der Pizzastein, das hab ich nun gelernt, muss also sehr schnell rangeschafft werden ;) Lass Dir die nächste Pizza gut schmecken <3
      Julia

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