Taleggio-Polenta mit Cipolline | chestnutandsage.de

Armeleuteessen: Polenta mit geschmorten Zwiebeln

„Möchten Sie noch einen Kaffee? Tee vielleicht? Oder einen Prosecco? Den können wir gerne noch zum Frühstück zählen!“ Erfreutes Nicken, glänzende Augen, einem geschenkten Gaul schaut man, auch hier im schicken Wellness-Hotel, nicht ins Maul. Im Gegenteil, von Nichts kommt ja bekanntlich Nichts, Geld hat man zu haben, und so lernt man von den Reichen das Sparen. Man prostet sich zu, immerhin hat man die vergangenen sechs Tage miteinander verbracht, jaja, eingecheckt habe man vergangenen Samstag, Abreise sei heute. Die beste Idee sei das gewesen. Viel zu voll war es heute am Frühstücksbüffett. Die ganzen Neuen, die sich nur ein Wochenende hier leisten könnten und nicht wüssten was es zu Essen gäbe, also die stehen ja nur im Wege herum, an ein entspanntes Frühstück sei so ja nicht zu denken. Sagt man, während man, wenn man schon den Tellerrand nicht erblicken kann, über seinen Glasrand hinweg nach Übereinstimmung heischt. Arm, nein, das wolle man nicht mehr sein. Man müsse sich doch nur die armen Tröpfe ansehen, die hier die Zimmer putzen! So tolle Jobs, so tolle Chancen für die Osteuropäerinnen, da müsste doch eigentlich jeder froh sein hier zu arbeiten! Vom Tellerwäscher zum Millionär, oder, haha, vom Zimmermädchen zu Melania Trump. Man lächelt, man nickt, man kennt sich und seine Vorurteile. Ich verlasse meine Sonnenliege um mir eine neue Tasse Gute-Laune-Tee zu holen. Denn die kann einem hier schon mal vergehen. „Reich sind die geistig Armen, ihnen gehört das Himmelreich“, denke ich, auch als ich schon lange wieder zu Hause bin. Und bereite deshalb extra für sie, die Reichen und die Armen, ein Essen zu, das – auch wenn die Zutaten günstig sind – ein reichhaltiger und phänomenaler Zufriedenmacher ist. 

Für 2 Portionen braucht Ihr:

  • 8 kleine Cipolline oder Schalotten, geschält
  • 1 EL Öl
  • 1 Prise Zucker
  • 2 EL Balsamicoessig
  • 140 Polenta
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 2 EL Taleggio (weglassen, wenn ihr es rein pflanzlich mögt)
  • einige Blättchen Salbei

Heizt den Backofen auf 170°C vor. Bratet die Cipolline oder die Schalotten für etwa 10 Minuten bis sie Farbe angenommen haben, salzt sie und schieb sie dann für 10 Minuten in den Ofen.
Bereitet in der Zwischenzeit die Polenta vor:
Kocht die Gemüsebrühe auf und rührt die Polenta mit einem Schneebesen unter. Rührt kräftig, sonst gibt es Klümpchen. Rührt so lange, bis die Polenta eingedickt, aber immer noch flüssig ist. Gebt denn den Taleggio in den Topf und rührt so lange, bis der Käse geschmolzen ist.
Gebt kurz vor Ende der Garzeit der Zwiebeln die Salbeiblättchen in die Pfanne. Nehmt die Zwiebeln dann aus dem Ofen, bestäubt sie mit einer Prise Zucker und löscht sie mit 2 EL Balsamicoessig ab.
Verteilt die Polenta und die Zwiebeln, den Salbei und den Balsamico auf zwei Tellern und gebt eine ordentliche Prise schwarzen Pfeffer darauf.

Habt ein schönes Wochenende!
Julia

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  1. oje, liebe Julia, wo warst du denn da gelandet? Wie wohl tut dann so eine wunderbar käsige Polenta, die sich sehr gut anhört und danach ruft nachgekocht zu werden, auch ohne vorherige Verirrung ins Wellnesshotel… Im Ofen bäckt jetzt gerade dein Orangenkuchen ;-) – Rückmeldung folgt…
    Schönen Sonntag dir!

    • Liebe Hannah, wenn man eine Reise tut, kann man halt was erzählen, nicht wahr? Und ich hätte vielleicht einfach weghören sollen, aber manchmal ist menschliches Verhalten so faszinierend, dass man nicht anders kann ;) Lass Dir sowohl die Polenta, als hoffentlich auch den Orangenkuchen schmecken!
      Herzliche Grüße <3
      Julia

    • so, liebe Julia, heute endlich nachgekocht – und ich kann nur sagen: „Zum Reinsetzen“ – werde ich sicher öfters wieder so machen. Mit den süß-säuerlichen Schalotten einfach total gut. Wir hatten noch Broccolini und einen Salat dazu und sind wohligst gesättigt… Liebe Grüße von der Hannah
      P.S.: Sag, die Schalotten – verwendest du sie im Ganzen? Ich hatte sie nämlich – „Macht der Gewohnheit“ – schon geschnitten und las dann erst, dass da nix von Schneiden steht… Geschmacklich hat es dem Ganzen jedoch auch keinen Abbruch getan…

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