Diamonds and Pearls – Granatapfel und Graupen “Goma-ae”

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Graupen-Spargel-Gomaae | chestnutandsage.de

Diamonds and Pearls ist vielleicht nicht der passende Titel für diesen Salat, funkeln die Granatapfelkerne doch eher wie Rubine, eingebettet in zart-schimmernde Perlgraupen, und doch macht er glücklich, darum sollte es ja gehen, dass Essen, vor allem gemeinsam zu Essen, an einem großen Tisch versammelt, zufrieden macht. Und dazu gehören für mich gute Lebensmittel, die ich, selbstverständlich, auf dem Markt kaufe, der hier zu meiner großen Freude tagtäglich stattfindet. Und natürlich ist das ein Privileg, auf etwas Wert zu legen und es sich auch leisten zu können. Das gilt nicht nur für meine Nahrung, das gilt auch für mein Leben, für die Energie, die ich beziehe, für das, wie ich wohne, nennt es Lifestyle, nennt mich Gentrifizierer, denn ja, nichts anderes tue ich. Geschimpft wird über die, die in die Innenstädte ziehen, die, die Mietpreise nach oben treiben, die, die für den sozioökonomischen Strukturwandel verantwortlich sind. Geschimpft wird über die, deren Freunde dichte Vollbärte tragen, die Ledersättel für ihre Singlespeed-Räder kaufen, sich kinfolk’esk der Pflege alter Obst- und Gemüsesorten hingeben, auf der Suche nach den guten alten Dingen, die es doch noch irgendwo geben muss. Ich sehe die Problematik. Ich sehe, dass für mich 10 Euro für einen Strauß Pfingstrosen ein Schnäppchen sind, während die alte Dame in der Reihe vor mir die Blumen wieder, vom zu hohen Preis enttäuscht, in den Eimer zurück stellt. Ich sehe, dass ich großes Glück habe und wertschätze diesen Umstand. Ein schweres Thema für ein leichtes Abendessen mit Freunden, oder? Doch wer kann schon immer nur über die Sonnenseiten des Lebens nachdenken? Jede Familie, jeder Freundeskreis, jede Gemeinschaft hat ihre Probleme, meine Realität bildet da keine Ausnahme. Wertschätzen wir also das, was wir haben, allem voran die guten Lebensmittel, das gemeinsame Essen, diesen Salat, in dem rotfunkelnde Granatapfelkerne, feine Perlgraupen und junger Spinat die Hauptrolle einnehmen, von der japanischen Vorspeise “horenso goma-ae” inspiriert mit einem cremigen Sesamdressing umhüllt und mit knackigem Spargel serviert werden.

Für 4 Personen als Hauptspeise und 6 Personen als Vorspeise braucht Ihr:

  • 200 g Perlgraupen
  • 400 g Spinat
  • 100 g dünne Spargeln, in 2 cm lange Stücke geschnitten
  • 1 Granatapfel
  • 2 Stangen Staudensellerie, in feine Würfel geschnitten
  • 1 kleines Bund Dill, grob gehackt
  • 3 EL Sesam
  • 2 EL Tahin
  • 2 EL helle Sojasauce
  • 1 TL Zucker
  • 2 EL Wasser
  • 2 EL Essig

Kocht die Graupen für 15 Minuten. Gebt dann die Selleriewürfel hinzu und lasst die Graupen 5 weitere Minuten quellen. Gießt die Graupen ab und spült sie mit kaltem Wasser ab. Stellt sie beiseite und lasst sie abkühlen.
Bratet die Spargelstücke für wenige Minuten in Olivenöl an, sodass sie noch Biss haben. Schmeckt den Spargel mit Salz und Pfeffer ab und stellt auch ihn beiseite.
Lasst Salzwasser in einem großen Topf aufkochen und gebt dann den Spinat hinzu. Lasst ihn nur in Sich zusammenfallen, gießt ihn dann gleich ab und schreckt ihn unter kaltem Wasser ab. So wird er seine schöne dunkelgrüne Farbe behalten. Drückt den Spinat dann gut aus.
Vermischt Tahin, Sojasoße, Zucker, Wasser und Essig zu einem Dressing und schmeckt es mit Pfeffer ab.
Vermischt Graupen, Spinat, Spargel, Granatapfelkerne, Dill, Sesam und das Dressing und schmeckt alles nochmal mit Pfeffer ab.

Ihr Lieben, I gave you diamonds and pearls, als Salat, “goma-ae”, was im Japanischen alle “mit Sesam angemachten” Speisen bezeichnet und hoffe, dass ihr happy boys and girls seid und mit diesem Ohrwurm gut durch den Tag kommt.

Lasst es Euch gut gehen!
Julia

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21 comments on “Diamonds and Pearls – Granatapfel und Graupen “Goma-ae”

  1. Sybille
    18. Mai 2014 at 13:58

    Es geht mir gut….und ich bin dankbar!

    Weise geschrieben, liebe Julia ….und köstlich gespeist. :)

    • Micha
      18. Mai 2014 at 17:15

      Coucou Sybille – schön, dich gibts auch noch in Blogistan :)

      Und ich schließe mich dir an, und damit Julia – gut gedacht und ebenso zum guten Essen verführt!

    • Julia
      18. Mai 2014 at 21:11

      Liebe Sybille, wie schön von Dir zu lesen! Und wie schön, dass es Dir gut geht, ich freu mich wirklich riesig über Deine Nachricht <3

    • Julia
      18. Mai 2014 at 21:15

      Und Dir auch vielen lieben Dank für die Nachricht, Micha! Manchmal muss man Dinge eben anfangen zu denken, wenn es mal seinen Lauf nimmt, muss es raus :)

  2. Eva @ 1 Big Bite
    18. Mai 2014 at 15:18

    Ich wuenschte es gaebe mehr wie dich, die sensibler mit ihrer Umwelt und ihren Mitmenschen umgehen und sich Gedanken machen ueber die Welt in der wir leben.

    xo Eva

    • Julia
      18. Mai 2014 at 21:18

      Oh Eva, vielen lieben Dank für Deine Worte! Ich glaube, dass es viele Menschen gibt, die sich über ihr Umfeld Gedanken machen, nur findet nicht jeder Gedanke seinen Weg in die schöne Blogger-Welt…
      Viele liebe Grüße!
      Julia

  3. Nora&Laura
    18. Mai 2014 at 21:37

    mhmm was für eine leckere kombi!! granatapfel könnten wir grad auch einfach überall dazu geben :) sooo lecker!
    liebe grüße
    laura&nora

    • Julia
      20. Mai 2014 at 20:55

      Ich auch, ihr Lieben! Die Süße und die Säure des Granatapfels sind einfach herrlich und gerade genau das Richtige :)
      Liebe Grüße!

  4. Ylva
    20. Mai 2014 at 08:25

    Wieder ein ganz wunderbarer Text meine Liebe. Wertschätzen ist auch mir sehr wichtig, ud das fängt schon bei den kleinen Dingen im Leben oder auch Alltag an. Das Rezept ist zudem auch wider ganz fein und genau nach meinem Geschmack! ;-) Granatapfel in Kombination mit Spargel muss ich dringend probieren!
    Liebe Grüße,
    Ylva

    • Julia
      20. Mai 2014 at 20:57

      Liebe Ylva, ich freu mich sehr, dass Dir das Rezept gefällt, ich hatte gerade wegen der entfernten Erinnerung an horenso goma-ae gehofft, dass es was für Dich ist <3
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Juliane
    20. Mai 2014 at 20:32

    Liebe Julia, das hast Du sehr treffend in Worte gefasst. Danke dafür!

    Ich weiß auch sehr zu schätzen, wie gut es mir geht und welch Luxus es ist, dass ich mir jeden Tag Gedanken darüber machen kann, was ich heute gerne essen möchte, und dann die besten Zutaten dafür auf dem Wochenmarkt, im Bio-Laden oder im Supermarkt kaufen kann, ohne mir groß Gedanken ums Geld zu machen. Ebenso mit Wohnen, Kleidung, Reisen.

    Und apropos Wertschätzung, genau für diese Texte & Gedanken schätze ich Deinen Blog so sehr!

    Liebe Grüße,
    Juliane

    • Julia
      20. Mai 2014 at 21:00

      Awww, Juliane, vielen lieben Dank für Deine Nachricht, ich freu mich wirklich riesig darüber <3 Und ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht so genau, wass ich da jetzt drauf antworten soll... Deshalb fass ich mich einfach kurz und sage: Danke <3
      Liebe Grüße!
      Julia

    • Juliane
      20. Mai 2014 at 21:12

      :-)) Passt!

  6. Kiki
    21. Mai 2014 at 17:52

    so ein schöner Text und wohl ein ganz wunderbares Rezept dazu :) vielen Dank dafür! Und auf den täglichen Markt bin ich dann doch ein wenig neidisch, aber mit grünen Kisten kann man sich dann auch irgendwie arrangieren. und da die gute Gentrifizierung ein sich ständig wiederholender Prozess ist (achja, da habe ich in einem Geschichtsseminar doch mal gut aufgepasst ;) ), ist man eben einfach Teil der Historie, aber es ist wunderbar, wenn man sich dessen bewusst ist und es reflektieren kann :) und nun Träume ich von deinem Salat… Liebste Grüße, Kiki

    • Julia
      29. Mai 2014 at 13:21

      Das finde ich interessant, Kiki, das Gentrifizierung ein sich wiederholender Teil der Historie ist. Das konnte ich gestern schon schön in ein Gespräch einfließen lassen – vielen Dank also für deine Nachricht ;) Unser Markt ist tatsächlich eine Schatzkiste, ich weiß gar nicht mehr, wie ich knapp 4 Jahre ohne ihn leben konnte…
      Liebe Grüße!
      Julia

  7. Claudia ~ Food with a View
    22. Mai 2014 at 23:45

    Klug geschrieben, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer, dass ich Deine Kombination von Granatapfel und Graupen aufregend finde, und das, obwohl ich Graupen eigentlich nicht so sehr mag. Ich sollte mal überprüfen, ob das immer noch so ist, Geschmack ändert sich ja manchmal mit der Zeit. Lieben Gruß!

    • Julia
      29. Mai 2014 at 13:19

      Danke, Claudia <3 Ich bin eigentlich auch nicht so der Graupen-Fan, vor allem weil ich die schleimige Konsistenz, die Graupen nach dem Kochen annehmen, nicht mag Aber abgespült und angemacht haben sie einen gewissen Reiz und sind eine schöne Alternative zu Reis und Couscous.
      Liebe Grüße!
      Julia

  8. Jens
    23. Mai 2014 at 11:24

    Graupen sind zwar nichts für uns, aber dennoch finde ich, dass es sich sehr interessant anhört.
    Deine Geschichten drumherum finde ich immer sehr kurzweilig zu lesen. Macht immer wieder Spaß :-)

    Gruß,
    Jens

    • Julia
      29. Mai 2014 at 13:15

      Danke, lieber Jens, ich freu mich, dass Du die Kombination zumindest spannend findest, obwohl Du Graupen nicht soooo toll findest :) Und vielen Dank für das Kompliment zu den Geschichten, ich freue mich da riesig drüber!
      Liebe Grüße,
      Julia

  9. Franziska
    4. Juni 2014 at 15:10

    Mhhhh die Granatapfelkerne schimmern wie kleine Edelsteine! Das sieht sehr, sehr lecker aus, liebe Julia.

    Liebe Grüße
    Franziska

    http://www.howbigarethesmallthings.wordpress.com

    • Julia
      4. Juni 2014 at 20:31

      Danke, liebe Franziska, das war auch wirklich sehr, sehr lecker ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

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