Veggie Voodoo No. 3: Falafel

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Falafel | chestnutandsage.de

Die Karten haben heute ein weiteres Mal entschieden, was es zu essen geben soll. Nachdem die erste Karte wieder einmal nur Carnivoren erfreut hätte, überlege ich, die Fleischkarten aus dem Tarot-Deck auszusortieren. Die zweite und die dritte Karte jedoch machten mich dagegen umso glücklicher, Falafel und Salat spielte das Schicksal mir zu – The Golden Ball und the Queen of Sides – was will man mehr? Frieden, zum Beispiel. Denn Falafel, diese perfekten, knusprigen kleinen Kichererbsenkugeln, Seelentröster und Mitternachtsimbiss, sie wurden uns von der arabischen Küche geschenkt. Einer Küche die von vielen Menschen zubereitet wird, die bedroht sind. Menschen die ihre Heimat verlassen, weil sie hoffen in Europa, in Deutschland, Sicherheit und eine Zukunft zu finden. Doch Europa zieht die Mauern hoch – und das, obwohl wir doch erst gestern den 60. Geburtstag der römischen Verträge feierten. Und das, obwohl das Fundament der Europäischen Union auf der Achtung und Wahrung der Menschenwürde, auf Freiheit, Demokratie, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit steht. Und diese Werte sollten doch nicht nur für Männer und Frauen gelten, die das unglaubliche Glück hatten, in den Grenzen dieser wunderbaren Union geboren zu sein, sondern auch für jene, die sich auf der Flucht vor Krieg und Armut auf den Weg in diesen verheißungsvollen Wirtschaftsraum begeben. Das Schicksal hat mir also Falafel geschenkt. Möge es denen, deren Zukunft ungewiss ist, wohlgesonnener sein. 

Für 10 Falafel braucht ihr:

(Inspiriert von David Haliva | Divine Food)

  • 200 g getrocknete Kichererbsen
  • 1 TL Natron
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1,5 EL Semmelbrösel
  • 2 EL Petersilie, fein gehackt
  • 2 EL Koriander, fein gehackt
  • 1/2 Zwiebel, gewürfelt
  • 1/2 TL Kreuzkümmel, fein gemörsert
  • 1/2 TL schwarzer Pfeffer, gemahlen
  • 1/2 TL edelsüßes Paprikapulver
  • Neutrales Öl zum Frittieren

Tipp: Bereitet die Masse für die Falafel mit einem Fleischwolf zu, so erzielt ihr die besten Ergebnisse. Eine Moulinette geht natürlich auch. Was bei mir bisher immer fehlgeschlagen ist, war die Zubereitung mit dem Pürierstab. Ich bereite übrigens immer die doppelte Menge zu und friere die Hälfte ein.

Weicht die Kichererbsen in einer großen Schüssel mit reichlich Wasser und Natron über Nacht ein.
Gießt das Wasser vor der Zubereitung ab und lasst die Kichererbsen abtropfen.
Vermischt alle Zutaten (bis auf das Öl) miteinander und lasst sie einmal durch den Fleischwolf laufen. Knetet die Masse einmal gut durch und stellt sie dann für 20 Minuten in den Kühlschrank.
Formt aus der Masse dann 10 kleine Kugeln. Gebt reichlich Öl in einen kleinen, schmalen und hohen Topf. Erhitzt das Öl stark, die Falafel sollen ja schön knusprig werden. Steckt den Stil eines Holzkochlöffels in das Öl um zu testen, ob es heiß genug ist: Wenn kleine Bläschen am Holzstil heraufblubbern ist die richtige Temperatur erreicht.
Frittiert die Falafel jetzt portionsweise. Nehmt die Falafel vorsichtig aus dem Topf, wenn sie goldbraun und knusprig sind und lasst sie auf einem Küchentuch abtropfen.

Was passt zu Falafel? Natürlich Hummus. Entweder klassisch oder ein bisschen abgewandelt. Und natürlich Couscous! Warum nicht mit Aubergine? Oder lieber mit Roter BetePitabrote dürfen auf keinen Fall fehlen, das schöne am Falafelessen ist ja das stippen und dippen.

Habt einen guten Start in die neue Woche!
Peace!
Julia

Photo Credit: Links von Brooke Lark über unsplash.com | rechts von mir

Um ein wenig Abwechslung in den grauen Abendessenalltag zu bringen, möchte ich Euch 2017 jeden Monat ein Mal die „What the fuck should I make for Dinner“-Karten legen. Ich werde dabei drei Karten ziehen, denn dies ist die einfachste Art und Weise, um Tagesvorhersagen oder Fragen aus dem Privaten zu beantworten. Die erste Karte, die ich ziehe, wird immer die Zutat oder die Zubereitungsart sein, auf die verzichtet wird. Die zweite und die dritte Karte werden das Gericht, die Hauptzutat oder die Länderküche bestimmen. 

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10 comments on “Veggie Voodoo No. 3: Falafel

  1. brittakama
    27. März 2017 at 08:10

    Ich liebe Falafel <3 Allerdings hat mich mein letzter Versuch, selbst welche zuzubereiten sehr gefrustet, ich war nämlich so blöd, die Kichererbsen vorher zu kochen… Das Ende vom Lied war, dass sich die Bällchen in der Friteuse aufgelöst und pulverisiert hatten :D
    Sollte es wohl einfach noch mal probieren, denn sie sind wirklich zu lecker!

    • Julia
      27. März 2017 at 20:08

      Liebe Britta, so ging es mir all die Jahre auch. Ich dachte immer, das gekochte Kichererbsen doch viel geschickter seien. Dann bin ich irgendwann auf so eine Fertigmischung umgestiegen, die vor allem aus Kichererbsenmehl bestand. Das war auch nicht wirklich zufriedenstellend. Mit diesem Rezept aber gelingen sie auf jeden Fall!

  2. Laura
    28. März 2017 at 06:11

    Hallo!

    Hmm… Falafel! Lecker!

    Weiter so!

    LG,

    Laura

  3. Dani
    28. März 2017 at 07:49

    Eine schöne Erinnerung, meine Liebe! Ich muss gestehen, ich habe mich bisher auch noch nicht an die rohen Kichererbsen gewagt, dabei mache ich die Socca ja auch aus „rohem“ Kichererbsenmehl… ich sehe schon, es wird bald mal Zeit!

    Liebe Grüße <3
    Dani

    • Julia
      3. April 2017 at 18:43

      Na gerne, liebe Dani! Falafel gehen ja immer! Ich muss gestehen, dass ich mir erst viele Tipps von unserem Gemüsehändler geholt habe, der den Falafelteig nämlich tiefgefroren verkauft, was wirklich super geschickt ist. Er hat mich aber ermutigt, das mal selber zu probieren, et voilà, es ist so einfach, wie er gesagt hat :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Sabrina
    28. März 2017 at 18:13

    Schöne Worte, liebe Julia! Und mögen die, die der Freiheit im Weg stehen, eine ordentlich dicke Falafel gegen den Kopf kriegen! Obwohl nein, das wäre viel zu schade um die gute Falafel. Wie immer schön orakelt!
    Liebe Grüße
    Sabrina

    • Julia
      3. April 2017 at 18:46

      Danke, liebe Sabrina! Ich werfe dann auch mal wie wild mit Falafel um mich, auf dass es die Richtigen treffen möge ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Karin
    3. April 2017 at 14:21

    Sososo…Falafel werden politisch! :-)
    Ich liebe die Dinger einfach – pur, mit Dipp, im Fladenbrot!!!

    LG Karin

    • Julia
      3. April 2017 at 18:45

      Falafel sind ebenso politisch wie Hummus, denk doch nur an die „Hummus Kriege“. So weit will ich es hier aber bitte nicht kommen lassen, Friede, Freude, Falafel, man kennt das ja ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

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