Was man nicht in Worte fassen kann: Kürbis mit Linsen

,

Kürbis und Linsen | chestnutandsage.de

Wenn Sonnenlicht durch einen Blätterhain bricht, dann gibt es dafür im japanischen ein Wort: Komorebi. Es beschreibt dieses Gefühl, dieses Funkeln, diesen Moment des Innehaltens und für mich die Sehnsucht, die beim Zugfahren geweckt wird, während ich aus dem Fenster starre und durch den Nebel herbstlich schimmernde Wälder beobachte. Es ist dieser Ausblick, der mir die Fahrten versüßt, der mich sehnsüchtig davon träumen lässt, mit dem Fahrrad die Waldwege abzufahren, die frische Luft in der Nase, einen Schal um den Hals gewickelt. Es ist dieser landlüsternde Moment in dem ich verdränge, dass ich Radfahren ohne Ziel und bei Kälte überhaupt nicht leiden kann, dass mir meine Brille nebeltropfenverschmiert die Sicht rauben wird und dass ich somit würdelos und mit laufender Nase in meinen Taschen nach Tempos suchen werde, die ich natürlich immer zu Hause vergesse. Da bleib ich lieber drinnen, im Warmen. Von mir aus auch auf der Couch – gerne mit einer Schale ofengerösteten Kürbis, heute mal etwas abwechslungsreicher mit roten Zwiebeln und Linsen. Und wenn dann die Sonne durch meine Vorhänge bricht – dann braucht es dafür kein eigenes Wort, um meine Zufriedenheit zu beschreiben.

Für 2 Portionen ofengerösteten Kürbis mit Linsen braucht Ihr:

  • 100 g Linsen, z.B. Albleisa
  • 1 Salz-Kumquat*, fein gehackt
  • 1 kleines Bund Koriander, die Blätter fein gehackt
  • 1 kleines Bund Minze, die Blätter fein gehackt
  • 1/2 kleines Bund Petersilie, die Blätter fein gehackt
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 1 kleiner Hokkaido-Kürbis, entkernt und in grobe Stücke geschnitten
  • Saft 1 Satsuma
  • 1 rote Zwiebel, in feine Spalten geschnitten
  • 1 TL Koriandersamen, fein gemörsert
  • Chiliflocken (wenn ihr es gerne pikanter möchtet)
  • Olivenöl

*Die Salz-Kumquat könnt ihr entweder durch 1/4 Salzzitrone oder durch den Abrieb einer Zitrone ersetzen.

Setzt die Linsen mit 200 ml Wasser auf und lasst sie solange kochen, bis sie bissfest sind. Das dauert bei den Albleisa etwa 20 Minuten.
Heizt den Backofen auf 200°C (Umluft) vor. Gebt die Kürbisstücke und die Zwiebelspalten in eine Ofenform und übergießt sie mit dem Saft der Satsuma und 2 EL Olivenöl. Vermengt alles miteinander. Bestreut den Kürbis und die Zwiebeln dann mit den fein gemörserten Koriandersamen, 1 TL Salz und, wenn Ihr möchtet, mit Chiliflocken. Schiebt die Form für etwa 20 Minuten in den Ofen.
Gießt die fertigen Linsen ab. Gebt die gehackten Kräuter, den Zitronensaft, 1 EL Olivenöl und die fein gehackte Salz-Kumquat zu den Linsen und vermischt alles. Schmeckt die Linsen dann mit Salz und Pfeffer ab.
Nehmt den Kürbis aus dem Ofen. Vermischt Linsen und Kürbis miteinander. Ihr könnt den Kürbis jetzt genau so, wie er ist, schön heiß genießen. Oder Ihr lasst ihn noch ein wenig auskühlen – lauwarm schmeckt er mindestens genau so gut.

Habt ein schönes Wochenende!
Julia

…und weil das Rezept an diesem schönen Freitag einmal mehr rein pflanzlich ist, darf es wieder am Tierfreitag teilnehmen.

Share

22 comments on “Was man nicht in Worte fassen kann: Kürbis mit Linsen

  1. Elena (heute gibt es...)
    6. November 2015 at 11:01

    Liebe Julia,
    nicht nur die Pfanne ist zum Verlieben, sondern auch dieses Gericht! Das sieht richtig lecker aus, wird gleich mal gespeichert und bald sicher mal nachgekocht!

    Ganz liebe Grüße
    Elena

    • Julia
      7. November 2015 at 16:52

      Liebe Elena,
      also die Pfanne ist zwar nicht für Induktionsherde geeignet, aber für den Backofen, sie ist aus Terracotta und wirklich toll…. (falls Du doch noch überzeugt werden möchtest ;))
      Hab ein schönes Wochenende!
      Julia

  2. Katharina
    6. November 2015 at 20:59

    Ja! Jetzt! Jetzt möchte ich das essen! Wenigstens aber nächste Woche!
    Ein wunderbares Wochenende & liebe Grüße
    Katharina

    • Julia
      7. November 2015 at 16:50

      Dann lass es Dir schmecken, liebe Katharina!
      Hab ein tolles Wochenende!
      Julia

  3. mareen
    6. November 2015 at 21:44

    Oh wie lecker sieht das denn aus, liebe Julia. Ich liebe Kürbis und ich liebe Linsen. Wird nächste Woche gleich auf den Speiseplan gesetzt und ausprobiert.

    Wünsch dir ein schönes Wochenende.
    xo.mareen

    • Julia
      7. November 2015 at 16:49

      Danke, liebe Mareen, ich freu mich, dass Dir das Rezept gefällt. Ich hoffe sehr, dass es Dir schmecken wird!
      Dir auch ein schönes Wochenende <3
      Julia

  4. Miriam
    7. November 2015 at 16:53

    Ich liebe solche Wörter aus anderen Sprachen – da liegt so viel drin, was man in einer Übersetzung nur umschreiben kann. Ein sehr schönes Gefühlswort :) Und mit Kürbis liegt man bei mir sowieso immer richtig. Liebe Grüße, Miriam

    • Julia
      7. November 2015 at 17:05

      Ich mag das auch gerne, liebe Miriam. Es ist spannend zu sehen, wie solche Wörter wandern und auch in anderen Sprachen Einzug erhalten.
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Die Rote IRis
    7. November 2015 at 19:47

    Sonnenlicht durch Blätter … das ist ein schönes Gefühl. :)
    Gebackener Kürbis auch.

    Dein Rezept muss ich unbedingt mal ausprobieren.
    Was würdest du dazu essen?
    (Bin so ein Sättigungsbeilagen-Mensch…)

    lg
    iris

    • Julia
      7. November 2015 at 23:31

      Liebe Iris,
      ich würde dazu nichts essen :) Das Gericht ist so wie es ist vollständig und sättigend. Wenn Du allerdings das Gefühl hast, dass etwas fehlt, dann könnte noch etwas Büffelmozzarella passen.
      Erzähl mir, ob Du satt wurdest!
      Liebe Grüße
      Julia

      • Die Rote IRis
        21. November 2015 at 22:13

        Huhu,
        heute habe ich dein Rezept gebacken.
        Mit Butternuß , Berglinsen und Orangensaft statt Kumquat.
        Dazu gabs Brot und Joghurt.

        Ich fand das Gericht lecker, meinem Mann war es etwas zu zitrus- und kräuterlastig.

        Ich denke das nächste mal werde ich die Zitrone weglassen und vielleicht noch etwas Knoblauch (und ein paar mehr Gewürze?) mit dazunehmen.

        lg
        iris

      • Julia
        22. November 2015 at 10:25

        Liebe Iris,
        ich freu mich riesig, dass Dir das Gericht geschmeckt hat! Lass Deiner Kreativität freien Lauf, damit Du Deinen Mann auch noch davon überzeugt kriegst ;)
        Liebe Grüße!
        Julia

  6. Barbara
    8. November 2015 at 22:11

    Ich habe dieses Jahr gar keine eigenen Hokkaidos, werde aber sicher bald welche kaufen. Die Kombination der Linsen mit Zitrusfrüchten und dann den Kürbis dazu stelle ich mir super vor. Optisch auch wieder ein Knaller, tolles Rezept!

    • Julia
      9. November 2015 at 19:28

      Ja, 2015 war nicht so das ideale Gemüsejahr, oder? Aber zum Glück ächzen die Gemüseregale ja gerade unter der Last der Kürbisse, da wird niemand Mangel leiden müssen ;)

  7. Ylva
    10. November 2015 at 10:28

    Perfekt, liebe Julia! Geht es uns nicht allen gerne so? Tagzuträumen um letztendlich – fast schon ein wenig verwirrt und überrascht von sich selbst – festzustellen, dass man so gar nicht der Typ für diese Dinge ist. Aber träumen darf, kann und soll man ja auch, nicht wahr? Egal, wohin es uns führt.
    Und was ein tolles Essen zu uns da wieder gezaubert hast. Ich bekomme gerade mächtig Hunger… ;-)
    Ganz liebe Grüße. Ich drück Dich <3
    Ylva

    • Julia
      17. November 2015 at 20:05

      Ach Du weißt doch, Ylva, träumen darf man immer, man muss sich nur wirklich sicher sein, ob diese Träume in Erfüllung gehen sollen ;) Stell Dir mal vor, ich müsste alles mit dem Fahrrad erledigen… nicht auszuhalten wäre das!
      Liebe Grüße!
      Julia

  8. Nadine
    17. November 2015 at 19:01

    Liebe Julia,
    das klingt fantastisch! Ist für die nächste Woche notiert. :)
    Danke für das schöne Rezept.

    Liebste Grüße
    Nadine

    • Julia
      17. November 2015 at 20:03

      Das klingt ja super, Nadine! Ich hoffe, dass es Dir schmeckt :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  9. S.B.
    1. Februar 2016 at 11:50

    Ein sehr schönes Rezept – und eine wunderschöne Pfanne. Gibts Du mir den Tipp, wo ich sie bekommen kann?
    Grüße,
    S.

    • Julia
      1. Februar 2016 at 18:47

      Natürlich! Die Pfanne ist aus der Serie Terra.Cotto von Sambonet für Rosenthal.
      Viele Grüße!
      Julia

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *