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Gegen gebrochene Herzen: Pancakes

Eine Stadt verlassen, das ist wie Liebeskummer haben.“ Ich habe das hinter mir gelassen: Das Nicht-Wahrhaben-Wollen, den Kummer, die Sehnsucht, die Tränen – sie sind getrocknet. Denn ich habe meine Stadt verlassen, und bin wieder zu ihr zurück gekehrt. Warum ich ihr den Rücken kehrte? Ich wusste sie nicht zu schätzen, wusste nicht, dass sie es ist, in der ich Leben wollte, dass sie es ist, die mir ein Zuhause gibt. Und dass sie mich wieder aufnimmt, obwohl die Zeit an uns beiden nicht spurlos vorbeigegangen ist, zeigt, dass alte Liebe nicht rostet: Ich sammelte Berufserfahrung. Sie bekam eine neue Straßenbahnlinie. Ich wuchs an meinen Aufgaben. Sie eröffnete neue Bars und Restaurants. Wir beide lernten neue Menschen kennen, die mich zu der machen, die ich bin, die die Stadt zu dem machen, was ich als Heimat bezeichne. Und auch wenn wir uns nicht jeden Tag gut leiden können, so bin ich doch jede Woche froh, wenn ich wieder nach Hause komme, wenn ich aus meinem Wohnzimmer den beleuchteten Ulrich sehe, wenn ich weiß, dass meine Liebsten nur wenige Minuten entfernt sind. Und weil diese kleine Stadt eben nicht für jeden gemacht ist, winke ich heute zu Carla herüber, die nicht nur virtuell meine Nachbarin ist, sondern auch so, tatsächlich, im wahren Leben. Denn Carla geht es so, wie es mir vor noch nicht all zu langer Zeit ging: Sie hat Liebeskummer. Wegen ihrer Stadt. In die sie jetzt wieder zurück kehrt. Machs gut liebe Carla! Auf dass Dich Deine Stadt wieder begrüßt, willkommen heißt, in die Arme schließt und Dir Deinen Fortgang verziehen hat.

Für Pancakes für Einen – denn alleine leidet man immer noch am besten – braucht Ihr:

(Adaptiert von Erin Alderson | der Teig ist ohne Zucker, da ich als Topping Ahornsirup verwende)

  • 50 g Mehl
  • 20 g gemahlene Walnüsse
  • 1/4 TL Natron
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei, Größe S
  • 70 ml Milch
  • 1/2 TL Orangenabrieb

Vermischt zuerst die trockenen Zutaten miteinander, vermischt dann Milch und das Ei miteinander und gebt den Orangenabrieb dazu. Gebt die Milch-Mischung in die trockene Mischung und vermischt geschwind alles zu einem homogenen Teig.
Erhitze Butter bei mittlerer Hitze in einer Pfanne. Wenn die Pfanne heiß ist, und die Butter leise brutzelt, gebt 3 Teigklekse in die Pfanne. Bratet sie für 2 Minuten von jeder Seite, achtet darauf, dass sie nicht anbrennen. Nehmt die Pancakes aus der Pfanne und verarbeitet den restlichen Teig wie eben beschrieben.
Stapelt die Pancakes auf einen Teller, garniert sie mit Orangenschnitzen und Walnüssen und begießt alles überschwänglich mit Ahornsirup.
Alternativ passen dazu natürlich auch diese wunderbaren Aprikosen, Haselnüsse und Honig und wer es eher schokoladig mag kann die kleinen Küchlein auch mit Schokolade füllen.

Solltet auch Ihr etwas vermisst – Eure Stadt, Eure Liebsten – macht Euch eine Portion Pancakes, schaut Euch Eure Lieblingsserie an, vergrabt Euch und schmiedet dann Pläne um so schnell wie möglich wieder fröhlich zu werden.
Liebe Grüße!
Julia

  1. Liebe Julia!
    Mal wieder ein wunderschöner Text von dir -und so wahr: ich habe ein Jahr in Madrid leben dürfen und habe heute immer noch Heimweh nach dieser tollen, wunderschönen Stadt! Pancakes mit Grünkohl gab es erst gestern in meiner jetzigen Heimat, das hat sich auch gut und richtig angefühlt.
    Lg, Miriam

    • Liebe Miriam,
      in Madrid war ich noch gar nie – eine Schande, höre ich doch immer so viel gutes von der Stadt. Und so wie es Dir geht, geht es mir ein bisschen mit Singapur, meiner zweiten Herzensstadt.
      Lass Dir noch viele Male Pancakes schmecken, egal ob süß oder herzhaft!
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Liebe Julia, ich lese deinen Blog erst seit Kurzem und bin begeistert von deinen Texten und Rezepten! Besonders ging mir das Herz bei diesem Text auf, als ich entdeckt habe, dass deine Stadt, von der du schreibst, auch meine Stadt ist. Zum Glück hat unsere Stadt auch mich wieder mit offenen Armen empfangen, nachdem ich zwischenzeitlich wo anders gelebt habe. Obwohl ich also zum Glück keinen Liebeskummer mehr wegen meiner Stadt habe, werde ich bald mal die leckeren Pancakes ausprobieren. Liebe Grüße aus dem Domviertel! Verena

    • Liebe Verena,
      ich freu mich riesig über Deine Nachricht! Was für ein Zufall, dass wir in der gleichen Stadt leben und es uns ganz ähnlich ergangen ist. Und ich winke in meine alte Nachbarschaft, im Domviertel habe ich auch einmal gewohnt.
      Ganz viele liebe Grüße vom Roten Tor!
      Julia

  3. Manchmal hab ich so ein Gefühl auch, wenn ich durch meine Heimatstadt fahre und in jeder Ecke Erinnerungen hängen. Ich habe aber festgestellt, bei mir ist es kein Heimweh, sondern eher eine Art „Zeitweh“, nach Zeiten die es nicht mehr gibt, nach Menschen, die ebenfalls gar nicht mehr da leben. Ansonsten hat meine Heimatstadt nicht allzu viel Schönes zu bieten, außer dem Wald drumherum ;-)
    Wenn ich dann wieder nach Hause fahre, durch Weinberge, Gemüsefelder, sanfte Hügel und romantische Dörfchen, bin ich dann doch wieder unendlich froh, dass ich heute da bin, wo ich bin :-)
    Wünsch dir einen schönen Sonntag Julia!

    • Liebe Britta,
      Weinberge, sanfte Hügel und romantische Dörfchen – das klingt doch sehr nach der pittoresken Pfalz :) Ich würde auch nicht mehr dahin wollen, wo ich ganz ursprünglich her komme, dort zieht mich wahrlich überhaupt gar nichts mehr hin. Aber meine Stadt, in der ich jetzt lebe, ist meine Wahlheimat und meine Herzensstadt, vermutlich geht es uns also ganz ähnlich…
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. oh wie sehr ich Pancakes liebe! kännte mich morgens, mittags und abends davon ernähren
    http://www.thefashionfraction.com

  5. Was ein feines Rezept, liebe Julia! Wir machen unsere Pancakes bisher immer ganz simpel mit Mehl, Eiern und Milch, etwas Salz dazu und fertig… aber die Variante mit Nüssen, Orangenabrieb und etwas Backpulver hört sich so lecker an… das wird probiert! :)
    Liebe Grüße,
    Ylva

    • Gegen das Simple ist überhaupt nichts einzuwenden, liebe Ylva! Ich bevorzuge allerdings die Variante mit Backtriebmitteln, weil ich hier den Eiergeschmack nicht so vordergründig haben möchte. Aber es dürfte ja eine gute Idee sein, die Rezepte einmal durchzumischen und dann zu schauen, was dabei raus kommt ^^
      Liebe Grüße!
      Julia

  6. Das Wochenendfrühstück – was gibt es Schöneres..? Die Pancakes haben in mir jedenfalls einen kleinen, sonntäglichen Begeisterungssturm ausgelöst. Für die größtmögliche Flaumigkeit habe ich die Eier getrennt, das Eiweiß aufgeschlagen und einen kleinen Teil der Milch durch einen Schuss Sprudel ersetzt. Die Küche duftet noch nach Orangenabrieb und ich bleibe noch ein Weilchen hier sitzen, bis ich mich wieder anderen Realitäten zuwende…
    Liebe Julia, hab‘ einen ganz, ganz schönen Sonntag.

    • Liebe Maren,
      das ist ja super! Du hast recht, das Eiweiß sollte man eigentlich aufschlagen – wenn ich morgens doch nicht so faul wäre ;)
      Liebe Grüße
      Julia

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