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Wintersalat mit Fourme d’Ambert und Quitte

Das größte Geschenk ist, in ein Land zu reisen, dessen Sprache man nicht spricht. Es entspannt, keine Gesprächsfetzen im Vorbeigehen aufzufangen, keine Nachrichten zu lesen, die in Cafés ausliegenden Zeitungen stehen, keine Botschaften ins Unterbewusstsein geschustert zu bekommen, die von Plakatwänden wie steter Tropfen den Stein en passant höhlen. Das ist für mich die schönste Form des in-Ruhe-gelassen-Werdens. Der Fokus rückt sich zurecht, konzentriert sich auf die kleinen Dinge – Vogelgezwitscher, Düfte, streunende Katzen – was zu Hause im Alltäglichen untergeht, bekommt die Wichtigkeit, die es verdient. Es ist die schönste Form von Sprachlosigkeit über die sich erst dann ein Schatten legt, wenn man vor einer Speisekarte sitzt, die man nicht versteht: Was wird man wohl bekommen? Was hat man eigentlich gerade bestellt? Die servierte Speise kann so zu euphorischem Freudenjubel führen oder, auch das mag passieren, eher verhaltenes Entsetzen ins Gesicht zaubern: Blauschimmelkäse und Kerbel auf einem Teller? Nun gut, was was soll man tun – man probiert. Und so kann es passieren, dass sich ein kleiner Speisekarten-Fauxpas als großes Glück herausstellt und man über den Salat, der gleichzeitig cremig und knackig, bitter und herb, sauer und süß ist, jubiliert, anstatt Suppen-Kaspar-hungrig vor seinem Teller zu sitzen. Welch großes Geschenk.

Pro Portion braucht Ihr:

(nach einer Idee aus der Tatar-ia | das Dressing reicht für 2-3 Portionen)

  • 1 kleine Hand voll Radicchio, fein gehackt
  • 1 kleine Hand voll Winterendivie, fein gehackt
  • 2 EL feine Apfelwürfel
  • 2 EL feine Quittenbrotwürfel (aus Dulce de Membrillo*)
  • 2 EL feine Fourme d’Ambert-Würfel
  • einige Blättchen Kerbel
  • 2 EL geröstete Brotwürfel (ich nehme ein Sauerteigbrot)
  • 4 EL Saure Sahne
  • 1 EL Apfelessig
  • 2 EL Öl
  • 1/2 TL Senf
  • Salz und Pfeffer

*Ihr könnt Dulce de Membrillo einfach selber herstellen: Schält eine Quitte, entfernt das Kerngehäuse und schneidet sie klein. Gebt auf 500 g Quitte 30 ml Wasser und lasst die Quitte für 30 Minuten weich kochen. Püriert die Quitte dann, die Konsistenz sollte so wie Apfelmus sein. Wiegt das Quittenpüree ab und gebt die gleiche Menge Zucker hinzu. Lasst das Quittenpüree jetzt nochmal für 40 Minuten kochen, rührt dabei ständig vorsichtig um, das Quittenpüree ploppt eher vor sich hin, als das es blubbert. Gebt das fertige Püree dann in eine mit Backpapier ausgekleidete Schale und lasst es vollständig abkühlen und gelieren.

Richtet Radicchio, Winterendivie, Apfelwürfel, Quittenbrotwürfel und Fourme d’Ambert hübsch auf einem Teller an.
Vermischt Saure Sahne, Essig, Öl, Senf, Salz und Pfeffer zu einem homogenen Dressing.
Beträufelt den Salat mit dem Dressing und verteilt die knusprigen Brotwürfel und die Kerbelblättchen darauf.

Ihr lieben, kommt gut ins Wochenende!
Julia

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