World Bread Day 2014: Buttermilchbrot

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Buttermilchbrot | chestnutandsage.de

Heute, am 16. Oktober, ist es wieder soweit: Blogger rund um den Globus backen – zu Ehren des World Bread Day – Brot, um den glücklichen Umstand zu feiern, dass wir genug zu essen haben, dass es uns gut geht. Gerne würde ich nochmals den gleichen Text veröffentlichen, den ich schon letztes Jahr aus gleichem Anlass schrieb, denn geändert hat sich an der Situation – nichts. Mir scheint, dass das Gleichgewicht der Welt sogar noch stärker ins Schwanken geraten ist. Krisen und Kriege, in der Ukraine, Lybien, Syrien, zwischen Israel und Palästina, der Kampf gegen Terror, der Kampf gegen Ebola, TTIP und Big Data, bei vielen Themen weiß ich gar nicht mehr, ob sie noch aktuell sind, die Bedrohungen, oder ob sie nur aus dem Fokus der Tagesthemen fielen, weil eine andere Katastrope, eine weitere Gefährdung, gerade wichtiger, neuer, unvorhergesehener war. Vielleicht habe ich mich im Dschungel der Informationen auch einfach nur verlaufen und kann mich nur nicht mehr daran erinnern, welche Nachrichten heute vor einem Jahr über die Bildschirme flimmerten, in den Zeitungen standen. Zurück bleibt eine schale Beklemmung und Orientierungslosigkeit gegen die eine Scheibe frisch gebackenen Brotes nur bedingt helfen kann, das Gefühl des “besser informiert sein oder es lieber doch nicht so genau wissen wollen” bleibt.

Sorgen wir also für ein wenig Unterhaltung und backen Brot, das braucht Zeit, lenkt ab. Rechnet für die Zubereitung drei Tage ein – wir suchen ja langfristige Zerstreuung! Die Zubereitung des Sauerteiges nimmt dabei schon einen Tag in Anspruch, die Zubereitug des Vorteiges einen weiteren. Reuzieren könnt Ihr den Aufwand, wenn sich eine ausreichende Menge Weizensauerteig in Eurem Kühlschrank befindet, denn dann könnt ihr direkt mit dem Vorteig beginnen. Das Rezept orientiert sich am Molkebrot des Buchs “Gutes Brot selber backen” von Emmanuel Hadjiandreou, das 2011 im Christian Verlag erschienen ist.

Für den Sauerteig braucht Ihr:

  • 80 g Weizenmehl, Typ 550
  • 80 g Wasser
  • 8 g Anstellgut vom Weizensauerteig

Verrührt in einer Schüssel, die ihr Luftdicht verschließen könnt, Weizenmehl, Wasser und Anstellgut miteinander, sodass ein homogener Teig entsteht. Verschließt die Schüssel und lasst den Teig etwa 20 Stunden bei Raumtemperatur reifen.

Für den Vorteig braucht Ihr:

  • Sauerteig
  • 300 ml Buttermilch
  • 200 g Weizenmehl, Typ 550

Gebt zum Sauerteig 300 ml Buttermilch und vermischt beides gut miteinander. Gebt dann 200 g Weizenmehl hinzu und verrührt alles zu einem homogenen Teig. Deckt diesen ab und lasst ihn für etwa 20 Stunden im Kühlschrank ruhen.

Für das Brot braucht Ihr:

  • Vorteig
  • 220 g Weizenmehl, Typ 550
  • 10 g Salz

Gebt 220 g Weizenmehl und 10 g Salz zum Vorteig. Verarbeitet die Zutaten zu einem homogenen Teig, den ihr dann für mindestens 10 Minuten in der Küchenmaschine knetet. Der Teig ist jetzt sehr weich und klebrig.
Deckt den Teig dann in der Rührschüssel ab und lasst ihn 10 Minuten ruhen.
Faltet den Teig jetzt. Lasst ihn dann nochmals 10 Minuten ruhen. Wiederholt das Falten und das Warten noch drei weitere Male. Der Teig wird dabei jedes Mal etwas fester.
Lasst den Teig dann für eine Stunde ruhen.
Legt einen Gärkörbchen, der etwa 1 Kilo fasst, mit einem Bäckerleinen aus, dass ihr mit ein wenig Reismehl bestäubt.
Bemehlt Eure Arbeitsfläche. Nehmt die Teig aus der Rührschüssel und legt ihn auf die bemehlte Arbeitsfläche. Formt den Teig zu einer flachen Scheibe, die ihr dann in das Gärkörbchen legt. Deckt das Gärkörbchen mit den überstehenden Ecken des Bäckerleinens ab.
Lasst den Teig jetzt so lange gehen, bis er sein Volumen verdoppelt hat und reif für den Backofen ist, das kann schon mal 6 Stunden dauern.
Heizt den Backofen auf 240°C vor. Stellt dabei eine feuerfeste Form auf den Boden des Ofens, die mit etwa 1/2 Liter Wasser gefüllt ist.
Kippt den Teig aus seinem Körbchen auf ein Backblech und zieht das Bäckerleinen ab. Schiebt das Brot in den Backofen. Schaltet die Hitze auf 200°C herunter. Öffnet nach 10 Minuten den Backofen und nehmt die Wasserschüssel heraus.
Lasst das Brot für etwa 20 Minuten fertigbacken.
Nehmt das Brot aus dem Ofen und lasst es auf einem Gitter abkühlen bevor Ihr es anschneidet.

Ihr Lieben, das ist nun zugegebenermaßen kein unaufwändiges Brot mehr. Wenn Ihr auf der Suche nach Einsteigerrezepten seid, werdet Ihr hier ein Roggenmischbrot, ein Weizenbrot oder auch ein Roggensauerteigbrot finden, die mit wenigen Handschlägen zubereitet sind. Probiert es aus – es lohnt sich!

Liebe Grüße,
Julia

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11 comments on “World Bread Day 2014: Buttermilchbrot

  1. Dani
    16. Oktober 2014 at 10:23

    1x bitte feste reinbeißen, das wär´s jetzt, liebe Julia! Und ich gebe dir völlig Recht: ich schaue zur Zeit kaum noch Nachrichten, es ist unglaublich, wie viele Brandherde es zur Zeit auf der Welt gibt. Ich weiß, dass Nicht-Schauen zwar auch keine Lösung ist, aber wenn ich mich jeden Tag von früh bis spät damit selbst bombardiere, kann ich tatsächlich nicht mehr ruhig schlafen. Das Wichtigste bekommt man ja sowieso dank Internet + Newsletter mit, das muss in dem Fall einfach reichen…
    Liebe Grüße!

    • Julia
      23. Oktober 2014 at 17:50

      Ja, manchmal muss es reichen Nachrichten nur selektiv aufzunehmen. Manchmal muss es ein wenig mehr sein. Und manchmal darf man sich auch nur aufs Panorama beschränken ;)
      Liebe Grüße zurück <3
      Julia

  2. Ela
    16. Oktober 2014 at 16:47

    Wow, so ein reinweißes Brot sieht man ja selten :) Toll sieht das aus!
    LG
    Ela

    • Julia
      23. Oktober 2014 at 17:45

      Danke, liebe Ela, es ist wirklich ein feines Brot :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  3. Micha
    16. Oktober 2014 at 17:50

    Ach, so gut verstehe ich dich, Julia. Manchmal möchte ich mir am liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen. Und dann meine ich zum Habib lass’ mich mit der Welt in Ruhe, ich brauche meinen Frieden. Ein bißchen hilft dabei ein Butterbrot… da beiße ich quasi mit dir in eine Stulle… ;)
    Und ich liebe Buttermilch im Brot – die importiere ich dafür sogar extra aus D …

    • Julia
      23. Oktober 2014 at 17:49

      Ohja, ich nicke beim Lesen Deiner Nachricht, ich möchte von Zeit zu Zeit auch meine Ruhe von der Welt – und eine schöne Scheibe Butterbrot :) Gibt es in F keine Buttermilch? Ist das ein für Deutschland typisches Produkt? Mögen die Buttermilchflüsse zu Dir nie versiegen!

  4. Ylva
    16. Oktober 2014 at 21:55

    Ich schließe mich Dani an, liebe Julia: Einmal ganz fest reinbeißen, das wär’s! Auch ich mache derzeit einen Bogen um die Nachrichten, bekommt man auch so schon so viel mit… Wirklich grauslich was derzeit alles los ist auf der Welt.

    Aber nun zu Deinem wunderbaren Brot: Das Molkebrot aus dem Buch lacht mich auch unglaublich kokett an und nach Deinem tollen Bericht muss ich mich jetzt wohl auch mal heranwagen. Meist landet die Buttermilch nur immer direkt in meinem Bauch; an das Verbacken ist da schwer zu denken. Allerdings hat unser Bio-Laden tatsächlich auch Molke im Sortiment… vielleicht klappt es ja damit. ;-)
    Ganz liebe Grüße und einen schönen Abend mit einer leckeren Stulle Butterbrot!
    Deine Ylva

    • Julia
      3. November 2014 at 19:30

      Eigentlich bin ich ja gar kein Buttermilch-Fan, aber in diesem Brot bin ich ganz verliebt in diese Zutat! Nach Molke habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht gesucht, sollte sie mir mal in die Hände fallen, nehme ich sie auf jeden Fall mit :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Claudia ~ Food with a View
    17. Oktober 2014 at 16:28

    Das Brot sieht fantastisch aus liebe Julia, und Anlass & Notwendigkeit, das tägliche Brot zu wertzuschätzen, gibt es derzeit wirklich mehr als genug. Es kann einem tatsächlich schwindelig werden beim Aufzählen der Orte, wo die Menschen derzeit um Brot und mehr fürchten müssen.
    Lieben Gruß!

    • Julia
      23. Oktober 2014 at 17:52

      Wohl wahr, Claudia! Und egal, ob man zur Zerstreuung Brot oder Minitörtche backt, hauptsache man bekommt mal den Kopf frei :)
      Liebe Grüße!

  6. zorra
    5. November 2014 at 11:11

    Schlussendlich ist eine Scheibe Brot doch noch das Wichtigste, man sieh was passiert wenn es kein Brot mehr fürs Volk gibt…. :-( Hoffen wir, dass uns das erspart bleibt.
    Zur Zerstreuung die ist dir gut gelungen. :-) Danke für deine Gedanken und das Mitbacken am World Bread Day 2014!

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