Holunderblütensirup

Über die Zubereitung des Holunderblütensirups kann man sich genauso herrlich streiten, wie über den Salzgehalt in Nudelwasser. Entweder soll der Sirup ohne voriges oder mit vorigem Kochen angesetzt werden, die Holunderblüten sollen nur ausgeschüttelt aber niemals gewaschen oder nur in einer Schüssel voller Wasser gewaschen werden, er soll entweder 24 Stunden oder 3 Tage ziehen, und muss danach natürlich nicht mehr oder unbedingt aufgekocht werden. Einig sind sich alle: Abgefüllt werden soll er in sterile Fläschchen, damit er zwischen 6 Wochen und 5 Jahren aufbewahrt werden kann. Na gut! Zu meinen Holunderblüten bin ich auf etwas abenteuerliche Art gekommen…. nicht wie die Jungfrau zum Kinde, aber abenteuerlich trifft’s ganz gut. Ich würde nämlich sagen, dass der Holunder der da um’s Eck wächst der Stadt gehört, er gehört also der Allgemeinheit, ein Kommunen-Holunder… deshalb habe ich das Haus in einer Nacht- und Nebelaktion verlassen: dunkle Jacke an, Sonnenbrille auf, los geht’s! Die Dolden wurden sozusagen im Geheimen geschnitten, eine konspirative Sammelaktion also… und bis jetzt hat sich noch niemand beschwert, dass da ein Teil der Blüten fehlt.

Ich habe den Sirup so zubereitet:

  • 1 L Wasser
  • 700 g Zucker
  • 25 Holunderblütendolden, geschüttelt und gewaschen
  • 2 Zitronen in Scheiben geschnitten
  • Saft von 3 Zitronen

Wasser, Zucker und den Saft von 3 Zitronen auf- und ein wenig einkochen lassen. In der Zwischenzeit den Holunder säubern und grob verlesen, ansonsten kann es sein, dass da das ein oder das andere Insekt mit in den Sirup kommt. Den Holunder und die Zitronenscheiben in einem großen Gefäß schichten und mit dem jetzt entstandenen Zucker-Zitronen-Wasser übergießen. Das Gefäß verschließen und (jetzt Achtung!) 3 Tage an einem warmen, sonnigen Ort stehen lassen. Den durchgezogenen Sirup durch ein mit einem Mulltuch ausgelegten Sieb gießen und nochmal aufkochen lassen. Jetzt alles in sterile Flaschen füllen und genießen!

Der Sirup hält sich über ein Jahr.MerkenMerkenMerkenMerken

  1. Cool, ohne stundenlanges Kochen. Danke für’s Rezept.
    Der macht ja so leckere “Limonade”, wenn man ihn einfach mit stark sprudeligem Mineralwasser vermischt. Hmmm…

    • Ja, das finde ich auch! Und dann noch einen ordentlichen Spritzer Zitronensaft ins Glas, dann ist das die beinah perfekte Sommerlimo ;)

  2. hahaha, habe ich mir gerade vorgestellt, wie du da rumschleichst, um die blüten zu räubern ;). ich habe den sirup bisher immer nur gekauft – und dann ging er rein in den sekt oder in ein ginger ale. aber wenn man ihn so unkompliziert selbst machen kann, ist das natürlich viel besser als ihn zu kaufen. danke.

  3. Juchhuuu, bald gibts wieder Holunderblüten!! Hamburg ist wettertechnisch noch nicht so weit.

  4. Hihi – wir sind schon zwei oder? Ich habe heute auch ganz heimlich still und leise (und mit Kamera als Fotografin getarnt) Holunderblüten im Park “gefunden”. ;)

    Und als ich dann auf der Suche nach einem Rezept auch noch bei Dir fündig geworden bin, war der Abend perfekt! :)

    Ich stell mich dann gleich mal in die Küche und lege los. Bin ja schon richtig gespannt!

    Ganz liebe Grüße!
    Ylva

    • Oooh, bei Dir blüht der Holunder schon? “Unserer” am Eck wurde leider total zurückgeschnitten und der wird wohl noch eine Weile brauchen, bis er soweit ist. Naja, zum Glück hab ich noch ein kleines Fläschchen Sirup, der hat sich jetzt wirklich ein ganzes Jahr gehalten, da freu ich mich sehr :)
      Liebe Grüße!
      Julia

    • Ähem… ja. Ich muss ja zugeben: ich hab den falschen gepflückt gehabt und hab es zum Glück gerade noch rechtzeitig bemerkt. ;) Echt peinlich *hihi… man lernt wirklich nie aus.

      Der “echte” Holunder blüht bei uns auch noch nicht, aber bald ist es soweit – die Blütenknospen sind kurz vor dem Aufgehen. Und dann… DANN wird Sirup gemacht. Nach Deinem Rezept. Freu mich schon! ;)

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