Was man braucht: Geschmorte Zwetschgen

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Geschmorte Zwetschgen | chestnutandsage.de

Wir besitzen einen Zwetschgenbaum. Früher erfreuten wir uns sogar Zweier, doch der eine war zu hoch, zu alt, zu nah an der Grundstücksgrenze, er musste einem Zaun und Himbeersträuchern weichen. So sind wir über diesen einen Baum, der uns blieb, glücklich, denn er beschenkt uns dieses Jahr mit reicher Ernte. Und darum geht es ja – sich über das, was man hat, zu freuen. Nicht immer mehr und mehr anzuhäufen, haben zu wollen, meinen zu benötigen. Und zwar dringend. Denn wenn man ehrlich ist, was braucht man schon? Jedes Jahr zwölf neue Unterhosen, zwölf Paar neue Socken, das dürfte es doch schon gewesen sein, nein? Nichts also, was kuratiert werden muss. Brauchen, das tut man Liebe, Freundschaft, Verlässlichkeit, eine Familie, ja sogar einen Job, im schönsten Falle eine Berufung. Kein Tand, kein Krimskrams, obwohl es das ist, über das sich die Menschheit definiert. Schade eigentlich. Bereitet also eine große Pfanne dieser geschmorter Zwetschgen zu, nehmt alle, die ihr habt – Eure Freunde, Eure Mitbewohner, Eure Familien – an einen Tisch, schneidet gutes Brot auf und redet die ganze Nacht durch, fragt, wie es den Anderen geht, was sie bewegt, was sie berührt. Hört zu. Denn das ist es, was wir brauchen.

Für 1 große Pfanne braucht Ihr (frei nach Jamie):

  • 1 kg Zwetschgen, halbiert und entkernt
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Balsamicoessig
  • 10 Salbeiblätter
  • 5 Zweige Thymian
  • 1 EL Honig
  • Salz und Pfeffer
  • 2 Crottin de Chavignol, in Scheiben geschnitten

Heizt den Backofen auf 220°C vor.
Vermischt die Zwetschgen mit dem Olivenöl, dem Balsamicoessig, dem Thymian und den Salbeiblättchen und gebt sie in eine große ofenfeste Pfanne. Beträufelt alles mit dem Honig, Salz und Pfeffer.
Schiebt die Pfanne für 10 Minuten in den Ofen, bis die Zwetschgen verführerisch blubbern.
Verteilt  kurz vor Ende der Garzeit die Käsescheiben auf den Zwetschgen, der Käse soll nur ein bisschen warm werden. Wenn Ihr ihn zu lange mit backt wird er braun und trocken.
Stellt die Pfanne auf den Tisch, tunkt fein-knuspriges Ciabatta in die Zwetschgen und stippt den leckeren Saft auf. Klaut Euch noch ein Stückchen Käse dazu, ach das ist so herrlich!

Ihr Lieben, habt einen schönen Sonntag und genießt die freie Zeit!
Liebe Grüße
Julia

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11 comments on “Was man braucht: Geschmorte Zwetschgen

  1. Anne
    5. Oktober 2014 at 12:57

    Ohhhh, das sieht so lecker aus. Ich habe letztens die süße Variante mit Vanille, Agavendicksaft und Cashewmuß gemacht.

    Hab einen feinen Sonntag!
    Anne

    • Julia
      6. Oktober 2014 at 19:55

      Oh das klingt nach einer sehr feinen Alternative! Herrlich, das muss ich mir merken :)
      Viele liebe Grüße!
      Julia

  2. ina
    5. Oktober 2014 at 13:05

    sieht ja grandios aus :D sehr leckere kombination!

    • Julia
      6. Oktober 2014 at 19:56

      Danke, liebe Ina! Es war auch sehr fein :)

  3. Juliane
    5. Oktober 2014 at 16:45

    Sehr schönes Rezept!

    Und ja, er ist schmal, der Grat zwischen bewusstem Konsum (sorgfältig abwägen, was man braucht und sich dann das Bestmögliche kaufen, an dem man voraussichtlich lange Freude haben wird), und hipstermäßigem Kuratieren von Alltagsdingen und Krimskrams…

    Liebe Grüße!

    • Julia
      6. Oktober 2014 at 19:58

      Danke, Juliane, ich freue mich, dass Dir das Rezept gefällt! Vielleicht sollte man einfach immer genau diesen schmalen Grat gut im Auge behalten, Maß halten, und vielleicht genau das machen, sorgfältig abwägen :)
      Liebe Grüße zurück!

  4. Claudia ~ Food with a View
    5. Oktober 2014 at 21:58

    Kluge Worte, schickes Pfännchen und so leckere Schmor-Zwetschgen, zumal mit Käse, dass mir schon wieder das Wasser im Mund zusammenläuft.

    Der Artikel, auf den Du verlinkst, ist sehr lesenswert – man muss sich da auch als Food-Blogger immer mal wieder Gedanken machen, wo der Grat zwischen der Freude am Besonderen und total überdrehter Hipness in Alltagsdingen liegt. Wobei schlicht inzwischen sogar oft das neue bling-bling ist, ich steige da manchmal echt nicht mehr durch… Ganz lieben Gruß, und wie immer vielen Dank für Deine schönen Denkanstöße.

    • Julia
      7. Oktober 2014 at 21:09

      Sich Einzigartigkeit zu erkaufen ist ein eigener Ansatz, nicht wahr? Etwas zu besitzen, das andere nicht haben oder zumindest nur mit erheblichem Aufwand erwerben können, ich kann diesen Wunsch gut nachvollziehen versuche jedoch, mich davon frei zu machen. Gerade bei Alltäglichem gelingt mir das auch sehr gut, denn ein Nussknacker ist ein Nussknacker ist ein Nussknacker.
      Liebe Grüße!

  5. Ylva
    14. Oktober 2014 at 14:47

    Dem kann ich nichts hinzufügen, liebe Julia! Genau das ist das, was wir brauchen – und zwar in Mengen! Der Konsum und das Kuratieren sind so ein Grund, warum ich nie ein Fan von Magazinen war und auch immer weniger Design-/Mode-/Lifestyle-Blogs lese. Wie Juliane es so treffend sagt: Der Grat ist schmal…
    Letztendlich macht unser Selbst das aus, wie und mit wem wir unser Leben leben und nicht (zumindest nicht unbedingt) womit. Menschen zu treffen, gemeinsam quatschen, lachen, Unfug machen und essen bis in die Puppen… das sind die Momente im Leben, die uns am glücklichsten machen. Dazu Deine Zwetschgenpfanne und der Tag ist perfekt!
    Ganz liebe Grüße,
    Ylva

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