Brotbacken für Anfänger am World Bread Day: Roggenmischbrot

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Rye bread | chestnutandsage.de

Heute, am 16. Oktober, ist nicht nur Welternährungstag, sondern auch der World Bread Day, an dem bereits zum achten Mal Blogger rund um den Globus Brot backen. Die Idee des World Bread Day, der von Zorra ins online-Leben gerufen wurde, ist, das tägliche Brot zu ehren und dankbar dafür zu sein, dass wir ausreichend zu essen haben. Grund genug also es wertzuschätzen, den Hunger nur als ein kleines körperliches Zipperlein wahrzunehmen, dass ich mal eben mit einem Keks, einem Apfel oder eben einem belegten Brot stillen kann. Dankbar zu sein, nicht der achte Mensch zu sein, der laut UN World Food Programm nicht genügend zu essen hat, um ein gesundes und aktives Leben zu führen, obwohl das erste Ziel der Millenniumsentwicklungsziele die Beseitigung der extremen Armut und des Hungers ist. Dankbar zu sein, weder unter Konflikten, noch Naturkatastrophen oder fehlender landwirtschaftlicher Infrastrukturen zu leiden, die neben Lebensmittelspekulationen Ursache für Hunger sind. Dankbar zu sein, Berichte über Kleinbauern in der Dritten Welt lesen zu können, die sich selber helfen und unabhängig von Konzernen Wissen über unkonventionelle Anbaumethoden erschließen um sich – unter den staunenden Augen der Welt – ihres Schicksals anzunehmen und dem Hunger entgegenzuwirken.

Rye Bread | chestnutandsage.de

Da ich das erste Mal am World Bread Day mitbacke, habe ich extra mein aktuelles Lieblingsbrot, ein Roggenmischbrot, für Euch zubereitet. Das Brot ist auch noch nach drei Tagen wunderbar frisch, gar nicht altbacken, sondern einfach lecker und schmeckt mit nur ein wenig Butter und Salz ganz wunderbar. Außerdem ist das Brot dank Ninives Tipp mit dem Schwaden ganz gleichmäßig und frei von Knubbeln aufgegangen!

Für den Vorteig braucht Ihr:

  • 90 g Roggenmehl
  • 160 g lauwarmes Wasser
  • 2 g Trockenhefe

Vermischt alle Zutaten zu einem flüssigen Teig, deckt ihn mit Frischhaltefolie ab und lasst ihn über Nacht im Kühlschrank gehen. Wenn ihr den Teig am nächsten Tag aus dem Kühlschrank holt, sollte er freudig vor sich hinblubbern.

Für den Hauptteig braucht Ihr:

  • 100 g Roggenmehl
  • 300 g Weizenmehl
  • 10 g frische Hefe
  • 160 g lauwarmes Wasser
  • 2 g gemahlener Fenchel (oder z.B. Kümmel oder Koriandersamen)
  • 10 g Salz

Löst die Hefe im Wasser auf. Vermischt dann alle Zutaten und den Vorteig und knetet den Teig etwa 5 Minuten, bis er homogen ist.
Lasst den Teig jetzt eine halbe Stunde gehen und knetet ihn dann nochmal durch. Rollt den Teig zu einem dicken Rechteck aus und rollt den Teig dann von der kurzen Seite her auf, so erhaltet ihr ein längliches Brot. Lasst den Teig jetzt nochmals eine halbe Stunde gehen und gebt ihn dann in ein Gärkörbchen, wo ihr ihn nochmals eine Stunde gehen lasst.
Heizt den Backofen auf 240°C Ober-/Unterhitze vor. Stellt dabei eine feuerfeste Form auf den Boden des Ofens, die mit etwa 1/2 Liter Wasser gefüllt ist. Lasst das Backblech auf dem Ihr das Brot backen möchtet im Ofen. Wenn die Temperatur erreicht ist, nehmt das heiße Blech aus dem Ofen und kippt dann vorsichtig das Brot aus dem Gärkörbchen heraus.
Lasst das Brot für 15 Minuten im Ofen backen. Öffnet die Türe und prüft, ob noch Wasser in der Form ist. Wenn nicht, nehmt sie heraus, wenn doch, lasst sie weiter im Ofen stehen.
Schaltet die Temperatur auf 220°C herunter und backt das Brot für weitere 20 Minuten fertig.

Nehmt das Brot aus dem Ofen und lasst es abkühlen bevor Ihr es genießt!

Lasst es Euch gut gehen!

Julia

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27 comments on “Brotbacken für Anfänger am World Bread Day: Roggenmischbrot

  1. Sandra Gu
    16. Oktober 2013 at 08:44

    Ich mag Weizen-Roggen-Mischbrote auch sehr gerne :)
    Dein Brot ist wirklich schön geworden. Und der WBD ist eine großartig Sache!

    • Julia
      16. Oktober 2013 at 13:17

      Ich find die Idee des WBD auch super, leider backe ich erst seit diesem Jahr Brot, zuvor war mir das immer suspekt :) Ich freu mich, dass Dir das Brot auch gefällt!
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Ilka
    16. Oktober 2013 at 09:49

    Liebe Julia,
    ich mag Roggenmischbrot auch sehr gern, gibts bei uns auch jede Woche! Hast du es mal mit Sauerteig ausprobiert? Ist gar nicht so schwer, und du kannst die Hefe dann komplett weglassen!
    Liebe Grüße
    Ilka

    • Bi
      16. Oktober 2013 at 12:35

      Liebe Ilka,

      aber wie genau geht das. Man muß einen Teil des Teiges abnehmen, aber wieviel. Es wäre sehr nett, wenn mir diesen Prozess genauer erklären könntest. Ich möchte auch wöchentlich backen. Vielen Dank an Dich.
      Liebe Grüße

    • Julia
      16. Oktober 2013 at 13:21

      Schau doch mal hier bei Ilka vorbei, sie hat alles Schritt für Schritt erklärt :)
      http://www.dieweltderkleinendinge.de/2013/02/sauerteig-ansetzen-und-fuhren.html

    • Julia
      16. Oktober 2013 at 13:20

      Haha, nein, Sauerteig ist noch mein Angstgegner, wir sind doch hier beim Brotbacken für Anfänger! Gib mir noch ein wenig Zeit, dann trau ich mich da auch ran…. nach Deiner perfekten Anleitung auf dem Blog mach ich das auch mal ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

    • Micha
      16. Oktober 2013 at 14:43

      Meinen Rückenwind zum Sauerteig hast du auch… Funktioniert wie alles im Leben: es ist nur, bis man es mal begonnen hat ;)
      Rein optisch ist dein Brot schon mal ein Schmuckstück!

    • Julia
      16. Oktober 2013 at 20:14

      Danke Micha für die moralische Unterstützung, ich schaff mir noch ein wenig Bäckerlatein drauf, dann versteh ich vielleicht auch irgendwann mal die ganzen Rezepte, warte auf Ilkas Anfänger-Sauerteig-Einführung, und dann ganz bald trau ich mich auch ;)
      Liebe Grüße!

    • Ilka
      16. Oktober 2013 at 17:56

      Das ist wirklich nicht schwer! Vielleicht mach ich auch nochmal nen neuen Artikel, bzw ne Aktualisierung. Ich hab da ja ne Drei-Stufen-Gärung drin, die mach ich schon gar nicht mehr. Im Prinzip mach ich auch nur nen Vorteig und lass den nen Tag draußen stehen, funktioniert 1A!

    • Julia
      16. Oktober 2013 at 20:12

      Dann warte ich einfach auf Deinen nächsten Brot-Beitrag, ich freu mich schon drauf <3

  3. ninive
    16. Oktober 2013 at 19:20

    Richtig schön ist es geworden, dein “Anfängerbrot”- Roggenbrot ist also mindestens schon Mittelstufe, meine ich.
    Mit dem Schwaden: wenn noch Wasser drin ist nach der Zeit sollte man das rausnehmen, die Feuchtigkeit braucht es nur am Anfang und nachher sollte ja die Kruste fest und knusprig werden. Also, mein ich ja nur….

    • Julia
      16. Oktober 2013 at 20:11

      Mimimimi… hast ja recht! Hört auf die Ninive, die weiß, wie man Brot backt, ich bin WIRKLICH Anfängerin ;) Rate Euch das Wasser zu lange im Ofen zu lassen für extra wabbelige “Kruste”!!! Also Wasserschüsselchen irgendwann raus, ihr Lieben, sonst wird das nix mit der Kruste :) Danke Ninive, für Deine geduldigen Tipps <3
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Emma
    16. Oktober 2013 at 20:39

    Sieht super lecker aus dein Anfängerbrot! Roggenmisch ist auch mein liebstes Brot, frisch gebacken mit Butter und Salz unschlagbar :) Den Spruch von MFK Fisher kann man nur Unterschreiben ;)

    • Julia
      16. Oktober 2013 at 21:40

      Ja, oder? Ich mag das Zitat von Frau Fisher auch sehr gerne :) Und schön, dass wir beide Roggenbrot mögen, ich hab gerade gesehen, dass Du auch eines gebacken hast, das schau ich mir jetzt mal genauer an!
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Claudia ~ Food with a View
    17. Oktober 2013 at 08:34

    Toller Post, Julia, nicht nur wegen Deines wie immer sehr schön inszenierten und bestimmt auch sehr leckeren Brotes, sondern auch wegen der Hinweise darauf, wie es außerhalb unserer Welt aussieht. Das kann man – gerade auch unter Food-Bloggern – gar nicht oft genug wiederholen. Danke dafür!

    • Julia
      17. Oktober 2013 at 20:37

      Danke, Claudia, und ich hab diesen Beitrag auch sehr gerne geschrieben. Nicht an jedem Tag kann ich über die schönen Seiten des Lebens berichten, und der Welternährungstag und Zorras Event riefen ja förmlich danach, dass ich mir ein wenig Gedanken über den Hunger in der Welt mache. Außerdem habe ich irgendwo gelesen, dass vielen Menschen die Milleniumsentwicklungsziele unbekannt sind, und da hab ich die Gelegenheit gleich mal genutzt, sie zu verlinken :)

  6. feinschmeckerle
    18. Oktober 2013 at 10:44

    Das sieht toll aus! Werde ich auf alle Fälle nachbacken – auch als Nicht-Mehr-Anfänger :-)

    • Julia
      19. Oktober 2013 at 17:33

      Hehehe, auf Dich trifft wohl eher “Vollprofi” zu :)

  7. zorra
    18. Oktober 2013 at 11:41

    Ein wunderschönes erstes World Bread Day 2013-Brot. Vielen Dank fürs Mitbacken!

    • Julia
      19. Oktober 2013 at 17:32

      Liebe Zorra, eigentlich müsste das andersrum laufen: DANKE für die Organisation dieses tollen Events, und DANKE, dass Du mich zum Brotbacken gebracht hast!

  8. Sabine
    6. November 2013 at 17:15

    Ähem. Mit leichter Verspätung von nur wenigen Wochen entdecke ich Deinen Beitrag zum Welternährungstag/WBD. Und unterschreibe alles, was Du dazu sagst! Ich muss sagen, mir ist dieser Tag und der Gedanke an alles, was dahintersteht, noch nie so nah gegangen wie dieses Jahr, in dem ich mein Blog angefangen habe. Obwohl Essen und Trinken eigentlich schon viel länger mein Thema ist. Ich finde wirklich, dass da ein schlichtes Brot wieder einen völlig neuen Stellenwert bekommt. Und Deins sieht toll aus!

    • Julia
      7. November 2013 at 20:32

      Liebe Sabine, wir beide hatten dieses Jahr ganz ähnliche Gedanken, oder? Du hast Dich doch auch gefragt, ob man sich des Themas Hunger annehmen soll, wenn man sich mit Ernährung auseinandersetzt. Ich finde, dass unsere Blogs dafür da sind, auf die nicht immer nur schöne heile Welt hinzuweisen und da gehört der Hunger einfach dazu. Deinen Vorschlag, gemeinsam kleine Schritte zu gehen, um irgendwann im Großen etwas zu ändern, finde ich übrigens ganz toll, vor allem, weil Du uns Leser ja selber zum Nachdenken angeregt hast, und was kann man sich von einem Blogpost mehr wünschen :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  9. Stefanie
    9. November 2013 at 19:48

    Das Brot ist dir sehr gut gelungen! Und ich finde, ninive hat recht, so ein Brot mit Vorteig und Roggen ist schon nicht mehr “Anfänger”!

    • Julia
      10. November 2013 at 15:06

      Vielen Dank, liebe Stefanie, und wie schön, dass Du mich hier besucht hast! Jetzt kenne ich Deinen Blog, der ja wirklich eine Entdeckung ist und mir viele neue Brot- und Brötchenrezepte “schenkt”!!! So kann ich meine Fähigkeiten endlich ausbauen :)
      Liebe Grüße
      Julia

  10. Schnee
    12. November 2013 at 18:45

    Vielen Dank für das tolle Rezept! Am leckersten fand ich das Brot sogar erst nach zwei/drei Tagen, obwohl ich sonst eher so eine bin, die ein Brot frisch aus dem Ofen aufessen könnte ;-)

    • Julia
      12. November 2013 at 20:43

      Oh toll, Du hast es nachgebacken? Ich freu mich riesig, dass es Dir auch geschmeckt hat!!!
      Viele liebe Grüße!
      Julia

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