Ma’amoul: Mit Datteln gefüllte Mürbteigkekse

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Maamoul | chestnutandsage.de

Wenn Sprache nicht als Grundlage von Freiheit und Zusammenarbeit, sondern, wie Salman Rushdie sagt, als Quelle aller Zwietracht, aller Missetaten und jedweden Charakterverfalls wahrgenommen wird, was macht das dann mit jemanden, der sich selbst als Plaudertasche bezeichnet? Sie hat zwei Möglichkeiten: entweder sie verstummt und trägt damit zu Harmonie und Glückseligkeit bei. Von wem, das ist allerdings unklar. Oder sie vertraut auf sich und redet. Und redet. Vielleicht sich selbst um Kopf und Kragen. Aber lieber kopflos als vor lauter Unglück verstummt. Wem das Herz jedoch so voll ist, dass der Mund von Zeit zu Zeit überzulaufen droht, obwohl er das gar nicht sollte, der muss in Zukunft immer ein Ma’amoul in der Tasche haben. Einen zartmürben Keks, gefüllt mit Datteln, aromatisiert mit Orangenblütenwasser und Kardamom. Den man sich immer dann in den Mund stecken kann, wenn man Gefahr läuft Dinge zu sagen, die man lieber für sich behalten hätte.

Für etwa 30 Kekse braucht Ihr:

(nach Mohannads Rezept)

  • 390 g Mehl
  • 60 g Puderzucker
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1 Prise Salz 
  • 1 TL grüner Kardamom, fein gemahlen
  • 1 TL Steinweichselpulver (Mahlab)
  • 1 TL Backpulver 
  • 125 g kalte Butter, in Würfel geschnitten
  • 100 g Ghee 
  • 1 Ei 
  • 450 g Dattelpaste
  • 1 EL Orangenblütenwasser

Gebt Mehl, Puderzucker, Vanillezucker, Salz, Kardamom, Steinweichselpulver und Backpulver in eine Schüssel und vermischt alles gut miteinander. Gebt dann Butter und Ghee hinzu und vermischt alles zu einem krümeligen Teig. Nehmt dazu entweder die Küchenmaschine und verknetet alles mit der Hand. Gebt dann das Ei hinzu und verarbeitet den Teig so, dass er glatt und homogen ist. Wickelt den Teig in Frischhaltefolie und lasst ihn im Kühlschrank etwa 30 Minuten ruhen.
Vermischt in der Zwischenzeit die Dattelpaste mit dem Orangenblütenwasser. Auch das geht mit der Küchenmaschine ganz einfach.
Nehmt den Teig aus dem Kühlschrank und formt daraus etwa 30 Kugeln, die so groß sind wie Wachteleier.
Formt aus der Dattelpaste etwa 30 Kugeln, die so groß sind wie Murmeln.
Formt aus den Teilkugeln mit dem Handballen etwa 4 cm große Kreise.
Heizt den Backofen auf 180°C vor.
Gebt in jeden Teigkreis eine Dattelkugel und umhüllt die Dattelkugel mit dem Teig. (Schaut Euch das hier an, ab Minute 3:10)
Gebt die Kugeln jetzt in die Mamoul-Form und drückt sie flach, sodass die ganze Form ausgefüllt ist. Dreht die Form jetzt herum und klopft die Kekse vorsichtig heraus.
Legt die Kekse auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und backt sie für 15 Minuten. Sie sollten keine Farbe annehmen, sondern schön hell bleiben.
Nehmt die fertigen Maamoul aus dem Ofen und lasst sie auf einem Gitter auskühlen.

Das Rezept liest sich nach großem Aufwand. Ist es aber gar nicht, denn sonst hätte ich die Kekse nicht gebacken. Holt Euch am besten für das Rollen der Kugeln Unterstützung, so wandern die Kekse noch schneller in den Backofen und ihr habt genügend Zeit, alles, was Euch auf der Seele liegt, zu besprechen. Damit der Kopf auch morgen noch dran ist.

Habt eine schöne Woche!
Julia

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18 comments on “Ma’amoul: Mit Datteln gefüllte Mürbteigkekse

  1. Nole
    28. November 2016 at 20:58

    Wo bekommt man denn so eine Ma’amoul Form her oder gitb es dazu auch eine Alternative ? :) Sieht auf jeden Fall echt schön aus :) Und alles mit Datteln mag ich sowieso gerne :)

    • Julia
      28. November 2016 at 21:06

      Liebe Nole, die Form bekommst Du sicher im arabischen Lebensmittelladen, da hab ich sie für 3 Euro gefunden. Alternativ kannst Du die Teigkugeln aber einfach auch ein bisschen flacher drücken, das geht natürlich auch!

  2. Ela
    28. November 2016 at 21:50

    Die klingen ja superlecker! Mal was anderes als die ganzen Spitzbuben und Kipferl ;)
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Julia
      1. Dezember 2016 at 20:03

      Das dachte ich mir auch, Ela! Und die Kekse sind ja sogar Festttagsgebäck, also genau das richtige für die Jahreszeit :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  3. Julia
    29. November 2016 at 08:17

    Oh, wie schön sehen diese Kekese aus. Und wie lecker klingt es. Aber am schönsten finde ich den Tipp am Ende des Rezeptes. :) Mal sehen, wen ich zum Kugeln-Rollen überREDEN kann (obwohl ich daoch gar nicht so gerne backe). :)

    Liebe Grüße

    • Julia
      1. Dezember 2016 at 20:02

      Ich backe ja auch nicht so gerne, aber wir waren sogar zu Dritt und hatten dabei wirklich eine schöne Zeit :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Lara
    30. November 2016 at 09:40

    Oh wie hübsch! Und ich liebe Datteln. Klingt auch so, als ob es satt machen würde. Solche Formen sind mir noch nie begegnet. Findet man die auch im türkischen Laden? Ich geh mal gucken. Arabische Lebensmittelläden kenne ich nämlich noch gar keine… Wenn man so eine Form dann hat, kann man damit bestimmt auch andere hübsche Sachen backen…hmm. Liebe Grüße!

    • Julia
      1. Dezember 2016 at 20:01

      Liebe Lara, ich wurde extra in den arabischen Laden geschickt, aber das soll ja nichts heißen :) Ich hoffe auf jeden Fall, dass Deine Suche erfolgreich sein wird! Und da kann man bestimmt viele tolle Sachen draus machen, mir schweben schon chinesische Mondkuchen vor…

  5. Sabrina
    1. Dezember 2016 at 17:19

    Ha, die klingen toll und sehen richtig schick aus. Danke fürs Vorstellen, denn Ma’amoul und ich kannten uns bisher noch nicht. Wird Zeit, dass sich das ändert! Ich werde die Augen mal nach so einer hübschen Form offen halten.
    Liebe Grüße
    Sabrina

    • Julia
      1. Dezember 2016 at 19:58

      Unbedingt, liebe Sabrina, halte einfach Ausschau nach arabischen Lebensmittelläden, die gibt es in München ja bestimmt zuhauf!
      Liebe Grüße!
      Julia

  6. brittakama
    3. Dezember 2016 at 16:16

    Sehen die hübsch aus… und ich liebe ja diese arabischen/nordafrikanischen Kekse, in Frankreich kaufe ich mir immer welche :)

    • Julia
      4. Dezember 2016 at 21:57

      Hehe, und jetzt weißt Du ja, dass man sie auch ganz einfach selber machen kann ^^

  7. Julia
    4. Dezember 2016 at 13:20

    Ich gebe zu, ich hatte bisher immer ordentlich Respekt davor, Ma’amoul selber zu machen. Vielleicht nehme ich mir einfach auch zwei Freundinnen zum Ma’amoul -Backen dazu. Dann kommt man nämlich auch ins Reden. Miteinandersprechen ist für mich immer noch die beste Möglichkeit Brücken zu schlagen – neben dem Backen, Kochen und Essen natürlich. Wie schön, dass man das oft verbinden kann!

    • Julia
      4. Dezember 2016 at 22:02

      Das gute an Ma’amoul ist, dass mir die Kekse vollkommen unbekannt waren, bis sie mir letzte Woche auf den Tisch gestellt wurden. Die von mir als “Angeber-Kekse” deklarierten mussten natürlich nachgebacken werden, zumal mir versichert wurde, dass sie ganz einfach waren. Wir waren allerdings zu Dritt, vielleicht war es deshalb so einfach?
      Liebe Grüße!
      Julia

  8. Habiba
    6. Dezember 2016 at 21:54

    Ooooohhhhhh, die perfekten Plätzchen für mich <3 soll ich mich von diesem post angesprochen fühlen? Ich würd auf jeden Fall gern immer so ein Plätzchen dabei haben.

  9. ina whatinaloves.com
    9. Januar 2017 at 20:31

    als ramadan vorbei war habe ich das auch für meine lieben syrischen freunde gebacken und sie haben sich mega gefreut :D
    Ein stückchen erinnerung an zu hause für sie – für uns nur ein leckerer keks…

    Ich hab die datteln jedoch gehackt, nächstes mal probiere ich die dattelpaste.. gibts im arabischen/türkischen supermarkt oder?

    • Julia
      9. Januar 2017 at 21:31

      Ja, bei uns ist es genau umgekehrt, wir werden hier immer reich mit syrischen Leckereien beschenkt, die sich dann ganz schnell in unserem Alltag etablieren :) Egal, wie rum, köstlich ist die syrische Küche allemal!
      Liebe Grüße!
      Julia
      …und ja, die Paste gibts im arabischen Supermarkt!

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