Kiss me: Pasta mit Tomatenricotta und Kapern

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Spaghetti mit Ricotta und Kapern | chestnutandsage.de
Beziehungen sind für Außenstehende nicht immer leicht zu verstehen. Nicht, dass sie es müssten, aber Menschen neigen ja dazu sich für Dinge zu interessieren, die sie eigentlich gar nichts angehen. Mir fällt dazu eine Geschichte ein, die ich (so meine ich zumindest) einmal von Roger Willemsen gehört habe. Er berichtete von einem alten Paar, dass in einem Restaurant schweigend seine Suppe aß. Die beiden wirkten traurig auf ihn, als ob alle Gemeinsamkeit abhanden gekommen, als ob alles zwischen ihnen gesagt sei. Als der Mann kurz den Tisch verließ, aß die Frau ihre Suppe schweigend weiter, ohne auch nur den Blick zu heben. Bei der Rückkehr des Mannes an den Tisch, streichelte dieser seiner immer noch essenden Frau mit einem leichten Lächeln sanft über den Kopf, setzte sich, und aß schweigend weiter. Die Zärtlichkeit dieses liebevollen Aktes, die absolute Zufriedenheit, mit der dieses Paar beieinander saß und ein gemeinsames Mahl mit seiner ganzen Aufmerksamkeit genoss, ließ die Szenerie auf einmal in anderem Licht erscheinen. Aus großer Traurigkeit wurde absolute Vertrautheit, die große Liebe. Was für Außenstehende also vielleicht auf den ersten Blick wie Unglück scheint, muss kein Unglück sein, kann sogar, ganz im Gegenteil, einfach nur die stille Vertrautheit  zweier Menschen sein, die ihren Alltag, ihr Leben und all das, was dazu gehört, gemeinsam meistern. Und die sich ab und an, unter dem Ausschluss aller neugieriger Augen, einen Teller Spaghetti teilen.

Für 2 Personen braucht Ihr:

  • 250 g Pasta
  • 1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Dose Tomaten (400 g)
  • 1 EL Sojasoße
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Nelke
  • 1 Prise Zucker
  • 100 g Ricotta
  • 3 EL Kapern
  • Salz

Erhitzt Öl in einer großen Pfanne und dünstet darin die Zwiebel für etwa 5 Minuten. Gebt dann Knoblauch und Tomatenmark hinzu und verrührt alles miteinander. Lasst diese Mischung nochmal sanft für eine Minute blubbern und gebt dann Dosentomaten, Sojasoße, Lorbeer, Nelke und eine Prise Zucker, sowie einen halben EL Salz hinzu und lasst die Soße 20 Minuten sanft köcheln.
Wenn sich die 20 Minuten dem Ende neigen, kocht die Pasta nach Packungsangaben.
Püriert die Soße kurz und gebt den Ricotta in die Tomatensoße. Wenn ihr die Konsistenz cremiger möchtet, gebt noch ein wenig Ricotta zur Soße.
Wenn die gewünschte Konsistenz erreicht ist, gebt noch die Kapern zur Soße und schmeckt alles mit Salz und Pfeffer ab.
Vermischt die Pasta mit der Soße, verteilt sie auf zwei Teller und genießt euren persönlichen Susi-und-Strolch-Moment miteinander.

Habt es schön!
Julia

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15 comments on “Kiss me: Pasta mit Tomatenricotta und Kapern

  1. Carla
    11. Dezember 2016 at 13:05

    Hach, so eine schöne Geschichte :) Danke!
    Liebe Grüße
    Carla

    • Julia
      20. Dezember 2016 at 17:31

      Na klaro <3

  2. Ulrike
    11. Dezember 2016 at 13:31

    Ja, genau das ist es, nach 33 Jahren, dieses stille Vertrauen in und zu einander. Schön, wenn man dazu einen Teller Spaghetti teilen kann. Ist aber nicht unbedingt nötig

    • Julia
      20. Dezember 2016 at 17:31

      33 Jahre, wow! Bis dahin ist es hier noch ein Weilchen, Spaghetti mögen dabei helfen.

  3. Miriam
    11. Dezember 2016 at 13:52

    So schön, wenn Vorurteile -wie eine mögliche Entfremdung, die man meint zu beobachten- sich so simpel in Luft auflösen. Da braucht es keine große öffentliche Liebeserklärung, so eine kleine Geste sagt viel mehr!
    Lg, Miriam

    • Julia
      20. Dezember 2016 at 17:30

      Das stimmt wohl…und ist es nicht immer wieder erstaunlich, was man so meint in Verhalten von anderen rein interpretieren zu müssen?
      Liebe Grüße!

  4. Kirschbiene
    11. Dezember 2016 at 14:08

    Huhu,
    diese Geschichte ist wirklich schön und ganz herzerwärmend :-).
    Liebe Grüße
    Bianca

    • Julia
      20. Dezember 2016 at 17:29

      Ja, nicht wahr? Leider finde ich sie online nicht mehr, von Roger Willemsen erzählt war sie noch viel schöner…

  5. Micha
    11. Dezember 2016 at 15:50

    Ich freue mich immer sehr, wenn ich Menschen beobachten darf, die sich offensichtlich gerne haben. Und über einen Teller Spaghetti freue ich mich auch… immer…

    • Julia
      20. Dezember 2016 at 17:28

      Ich mag diese kleinen intimen Momente auch sehr gern, und meine Spaghetti würd ich mit Dir auch teilen ;)

  6. Julia
    11. Dezember 2016 at 17:56

    Wunderschön diese Momente, in denen das Schweigen reicht, weil alles, was gesagt werden könnte, nicht gesagt werden muss.

    • Julia
      20. Dezember 2016 at 17:27

      Genau so ist es <3

  7. Habiba
    14. Dezember 2016 at 17:55

    Weißt Du, dass heute der “Roast Chestnut Day” ist? Ich finde, dass das Grund ist einen Toast auf dich zu singen: Happy Chestnut Day to you, Happy Chestnut Day to you, Happy Chestnut, Happy Chestnut, Happy Chestnut Daaaaaaaaaayyyyyyy toooooo youuuuuuuuu <3

  8. Pirmin
    30. Dezember 2016 at 15:42

    Deine schöne Geschichte passt gut zu einer Passage aus einem Magazin das ich grad lese: Admit when you make a mistake. Listen more, talk less. Stop blaming other People. Get organized. Be kind to other People. Be kind to unkind People. Take time to be alone. Cultivate good manners. Know when to keep your mouth shut. Go an entire day without criticizing anyone. Learn from present Don`t sweat the small stuff. It`s small stuff. Aus dem Brief eines unbekannten Quäkers (Wie werde ich ein besserer Mensch).

    • Julia
      31. Dezember 2016 at 12:28

      Lieber Pirmin, das sind so schöne Worte, ich danke Dir sehr für diese Nachricht!

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