Für den Vorratsschrank: Pomodori secchi sott’olio

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Vielleicht ist es ein Abenteuer, ein letztes Aufbäumen gegen “die da oben”, meine kleines Dorf im ansonsten von den Römern besetzten Gallien, das Selbermachen. Vielleicht ist es auch ein sich wehren, ein wenig Renitenz, Widerspenstigkeit, sei uns gestattet. Oder vielleicht ist es auch nur die Mirakulix’eske Verzückung darüber, wie aus wenig, und wie von druidischer Zauberhand, etwas wird. Etwas Selbstgemachtes, hinkelsteinisch Schönes. Etwas, das man sonst einfach nur kauft ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob und vor allem wie man es selber besser machen kann. In den meisten Fällen lautet die Antwort nämlich einfach: Ja, kann man. Es besser machen. Wenn man denn nur weiß, wie es geht. Lebensmittel in Öl haltbar zu machen ist dabei nicht nur kein Geheimnis, es ist auch noch wunderbar einfach und eine der ältesten Konservierungsmethoden. Durch den Sauerstoffentzug wird die Entwicklung von Mirkoben (denen durch das vorangegangene Trocknen das Wasser entzogen und somit das Leben schwer gemacht wurde) gehemmt, das Lebensmittel ist geschützt und haltbar gemacht.

Für etwa 6 Weckgläser à 220 ml getrockneter Tomaten braucht Ihr:

(nach Grain de Sel)

  • 3 Kilo Tomaten
  • 6 Zweige Rosmarin
  • 6 Knoblauchzehen, ungeschält halbiert
  • 6 Lorbeerblätter
  • 18 schwarze Pfefferkörner
  • ca. 1 Liter Olivenöl

Schneidet die Haut der Tomaten mit einem Messer kreuzweise ein. Überbrüht die Tomaten mit kochendem Wasser. Schreckt die Tomaten dann in eiskaltem Wasser ab und häutet sie.
Halbiert die gehäuteten Tomaten und entkernt sie. Legt sie dann auf die Gitter des Dörrgeräts und lasst sie dort bei 70°C so lange trocknen, bis sie zusammengeschrumpelt eine ledrig-elastische Konsistenz angenommen haben. Bei mir hat das, je nach Größe, etwa 15 Stunden gedauert.
Schichtet die Tomaten zusammen mit jeweils zwei Knoblauchzehenhälften, einem Rosmarinzweig, einem Lorbeerblatt und 3 Pfefferkörnern in die sauberen, heiß ausgespülten Weckgläser. Füllt die Gläser mit Olivenöl auf. Prüft, dass alles gut mit Olivenöl bedeckt ist.
Verschließt die Gläser und bewahrt sie dunkel und kühl auf. So konserviert werden sich die Tomaten sehr lange halten und vielen Herbst-Gerichten ein wunderbares Aroma verleihen.

Lasst es Euch gut gehen!
Julia

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13 comments on “Für den Vorratsschrank: Pomodori secchi sott’olio

  1. Micha
    7. September 2014 at 20:16

    *… etwas Selbstgemachtes, hinkelsteinisch Schönes…* lächelnd verlasse ich dich wieder. Hach, wohlig, wenn Schrift soetwas vermag… :)

    • Julia
      8. September 2014 at 20:21

      <3

  2. Lena
    8. September 2014 at 13:18

    Es möge mir jemand auf schnellstem Weg ein Dörrgerät zukommen lassen. Würde mich auch dazu bereit erklären, eins von einer Firma zu testen :)
    Möchte dieses Gericht am liebsten noch heute nachmachen. Leckkerrr!

    • Julia
      8. September 2014 at 20:24

      Hihi, Du brauchst nicht unbedingt ein Dörrgerät, Du kannst die Tomaten auch im Backofen trocknen! Allerdings ist das ein ganz schöner Energieaufwand, denn Du solltest die Backofentür ein wenig offen stehen lassen :) Ansonten kann ich Dir ein Dörrgerät nur empfehlen, das ist echt toll!
      Liebe Grüße!
      Julia

    • Lena
      11. September 2014 at 10:11

      Liebe Julia,
      das hab ich mir schon fast gedacht. Das mit dem Backofen dürfte ich meinen Freund nicht wissen lassen, er meint eh schon 90 % unserer Stromrechnung sei auf mein Kochen zurückzuführen. (Und er isst am meisten davon :)
      Habe herausgefunden, das meine Eltern ein Dörrgerät haben, nur meint meine Mutter, das verbrauche noch mehr Strom als ein Backofenmarathon. Über kurz oder lang muss ich mich der Entscheidung stellen.
      Liebe Grüße,
      Lena

  3. Theresa
    8. September 2014 at 16:02

    liebe Julia, was das Dörrgerät betrifft, bin ich ganz Lenas Meinung – immer gerne und sofort her damit, ich möchte auch in den Genuss deiner Tomaten kommen! In den Genuss deiner Worte bin ich schon gekommen, ich ziehe ebenso lächelnd wie Micha weiter :) Liebste Grüße zu dir!

    • Julia
      8. September 2014 at 20:25

      Hach, Ihr Lieben, das wenn ich’s gewusst hätte! Dann hätte ich Euch schon viel früher getrocknete Lebensmittel vorgestellt :)
      Liebe Grüße <3
      Julia

  4. Ylva
    8. September 2014 at 16:20

    Hach, wieder wunderschön, liebe Julia! Auch mir hast Du mir dem Dörrgerät jetzt einen richtigen Floh in’s Ohr gesetzt, obwohl ich erst am Wochenende auch Tomaten getrocknet habe… allerdings im Ofen.
    Selbst gemacht ist es halt doch immer wieder ein kleines Bisschen leckerer und oft ein gutes Stückchen besser. Und wer braucht schon einen Zaubertrank, wenn er selbst eingelegte Tomaten hat? ;)
    Liebe Grüße,
    Ylva

    • Julia
      8. September 2014 at 20:29

      Also ich kann es wirklich nur empfehlen, ein Dörrgerät! Für Suppengrün, getrocknete Apfelringe, für allerlei, eine echt tolle Sache! Also wenn Du Zweifel hast, lass Dir gesagt sein: Leg sie beiseite ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Dani
    9. September 2014 at 13:08

    Wunderbar! Wir haben im letzten Jahr Kirschtomaten selbst getrocknet und in Olivenöl konserviert, waren leider viel zu schnell weg…
    Liebe Grüße!
    Dani

    • Julia
      9. September 2014 at 18:23

      Ja das befürchte ich auch, Dani, dass die Tomaten nicht lange überleben werden. Sie schmecken einfach zu gut :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  6. Claudia ~ Food with a View
    9. September 2014 at 23:22

    Mmmh, wie köstlich! Ich habe mich den Sommer über zu keiner Eismaschine durchringen können, vielleicht sollte ich nun stattdessen über einen Dörrautomaten nachdenken :-).

  7. Franziska
    10. September 2014 at 10:15

    Ja, genau! Genau das mache ich noch diese Woche, danke liebe Julia, deine Ideen sind immer klasse.
    Übrigens würde ich mich total freuen, wenn du bei meinem kleinen Gewinnspiel hier mitmachst:

    http://howbigarethesmallthings.wordpress.com/2014/09/08/das-erste-give-away-auf-dem-blog-und-ein-paar-snackideen-fur-den-arbeitstag/

    Liebe Grüße!

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