Fast vergessen: Pfannkuchen

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Pfannkuchen mit Erdbeeren | chestnutandsage.de

Wie viel Versionen eines Selbst passen in ein Leben? Wie viele Masken trägt man und wem zeigt man diese zu welcher Zeit? Studentin, Angestellte, Zurückgekommene, zu jeder Zeit die passende Facette tragend. Man hofft schillernd, doch meist reduziert auf die Erwartungen, die mit dem Label einhergehen, das man gerade trägt. Wer war man früher, wer ist man heute? Was isst man heute? Was wurde aus meinen Lieblingsessen, die ich verloren habe zusammen mit den Menschen, die sie zubereitet haben? Ich bereite sie wieder zu. Weil ich in Zeiten, in denen ich neue Masken male, sie anprobiere, hie und da ein wenig Farbe hinzufüge, an manchen Stellen den Lack abkratze, etwas Vertrautes brauche, das mich daran erinnert, wie ich früher war – auch wenn die Vergangenheit noch nicht so lange vergangen ist. Deshalb gibt es heute Pfannkuchen, dick, süß, versöhnlich – wie von meiner Oma – die nicht nur gut zum Frühstück passen, sondern auch zum Picknick im Garten, geteilt mit den Nachbarn.

Für 4 Pfannkuchen braucht Ihr:

  • 1 Ei
  • 150 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • ca. 200 ml Milch
  • Marmelade und Obst

Verrührt die Zutaten zu einem flüssigen Teig, den ihr 30 Minuten quellen lasst.
Erhitzt 1/2 TL Butter in einer beschichtete Pfanne auf mittlerer Stufe. Gebt dann jeweils 1 Schöpfkelle des Teigs in die Pfanne, schwenkt die Pfanne, damit sich der Teig gleichmäßig verteilt und backt den Pfannkuchen 2 Minuten von jeder Seite.
Bestreicht jeden Pfannkuchen dick mit Marmelade und garniert die Portionen mit frischem Obst.

Die Causa Hingst, wie sie jetzt genannt wird, lässt mich nicht los. Die Summe an Masken, die Fräulein ReadOn trug, waren zu viele. Dass wir auf unseren Blogs alle phantasieren, dazu dichten, ausschmücken, das dürfte hoffentlich allen LeserInnen bewusst sein. Und trotzdem müssen die Rahmenbedingungen, das also, wer wir vorgeben zu sein, stimmen. Und das tun sie hier: Ich bin Mitte Ende 30, lebe in Augsburg und arbeite in einem Beruf, der mir Freude macht, den die meisten aber als dröge empfinden. Mein Alltag ist so unspektakulär, wie er nur sein kann. Ihn teile ich mit Herrn S. den es wirklich gibt und dem es gut geht. Meine Großmutter gab es auch, selbst wenn sie eine erzählenswerte Geschichte gehabt hätte, täte sie hier nichts zur Sache. In meinen Texten verarbeite ich Situationen die mich erfreuen, belasten oder bedrücken. Verschwurbelt, natürlich, Ross und Reiter werde ich hier nicht benennen. Was Privat ist oder auch nicht, das behalte ich für mich.

Habt einen schönen Nachmittag!
Julia

Photo Credit: rechtes Erdbeer-Foto von Monika Grabkowska via unsplash.

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