Eingelegte Kräuterseitlinge mit Bohnen-Hummus | chestnutandsage.de

Eingelegte Pilze mit Bohnen-Hummus

Manchmal ist sie da, die zündende Idee. Dabei habe ich oftmals einen Sicherheitskopf: Vorne voll mit Stroh, dahinter ein Eimer Wasser, damit ich bei eben jenen brangefährlichen Gedanken den Kopf einfach nur schütteln muss, damit er nicht Feuer fängt. Ein gemeines Gleichnis, aber gemein kann ich gut. Der schmale Grat zwischen Belustigung und Beleidigung ist mein Weg, den ich oftmals einschlage, um dem Trott und der Langeweile zu entkommen. Provokation des provozieren Willens. Die Contenance schwankend, die Masken fallend. Man werde mich nicht besonders mögen, prophezeite mir einst ein Glückskeks, den ich mir teilte mit E. die aber zur Familie gehört und mich deshalb mögen muss, man kann sich nicht aussuchen, in was man hineingeboren wird. Dabei würde man das ja manchmal gerne, die Familie wechseln, ein Gedankenspiel, was wäre wenn? Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich. Wusste schon Anna Karenina. Dabei hätte man keine Probleme, wäre man gar nicht geboren worden, was vermutlich wieder andere Probleme mit sich gebracht hätte. Zumindest würde man leichter an eine Wohnung kommen, denn wo es nur noch Zweieinhalbzimmerwohnungen mit Staffelmietverträgen gibt, wie soll man sich da mit der gerade gegründeten Familie noch frei entfalten können? Immerhin die Küche ist in solchen Wohnungen noch offen, im Gegensatz zur Gesellschaft, die ihre Türen lieber verschließt um nicht nur ihre Köpfe in Sicherheit zu wiegen, sondern damit auch die eigene kritischen Fähigkeit auszuschließen. Dabei leben in freien Gesellschaften freie Geister, und meiner neigt heute zum Spielen. Mit Pilzen, Gewürzen und Hummus. Denn nicht nur das Spiel, sondern auch das Kochen, das Essen, braucht der Mensch zur Menschwerdung. Süß und sauer, wie das Leben, mit Sicherheit.

Für die eingelegten Pilze braucht Ihr:

(nach einem Rezept von Y. Ottolenghi)

  • 250 g Pilze, z. B. Kräuterseitlinge, in 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten
  • 1/2 rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 160 ml Apfelessig
  • 180 ml Wasser
  • 2 EL Zucker
  • 1 EL Misopaste
  • 6 Pimentkörner
  • 6 Pfefferkörner
  • 3 getrocknete Lorbeerblätter

Gebt den Apfelessig, Wasser, Zucker, Miso, Piment, Pfefferkörner und Lorbeer in einen Topf und kocht alles einmal auf, sodass sich der Zucker und die Misopaste auflösen.
Schichtet die Pilzscheiben und die Zwiebelringe in eine Schüssel und übergießt sie mit dem Essigsud.
Lasst die Pilze über Nacht im Sud ziehen.

Für das Bohnen-Hummus braucht Ihr:

  • 1 Glas weiße Bohnen, 400 g
  • 1 EL Tahin
  • Saft 1 Zitrone
  • 1 TL Salz

Gebt alle Zutaten in einen Mixer und püriert die Bohnen so lange, bis eine feine Creme entsteht.

Serviert die Pilze zusammen mit dem Hummus und Fladenbrot, das ihr ein wenig geröstet habt.

Habt einen schönen Sonntag!
Julia

  1. Das sieht richtig fein aus und Hummus liebe ich ja sowieso. Aus weißen Bohnen mach ich ihn auch gern ab und zu. Da er aber damit viel milder wird, braucht es definitiv eine deftige Zugabe :) Die Pilze klingen super dazu!
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Das stimmt, Ela! Die Pilze haben eine schöne Säure und mit krossem Brot bekommt alles noch einen guten Biss.
      Liebe Grüße
      Julia

  2. das sieht einfach himmlisch lecker aus :D tolles foto, tolles rezept!

  3. Heute ein großes Glas eingelegt – die Vorfreude steigt ;)

    • Liebe Lotte, ich hoffe, die Pilze haben Dir geschmeckt?

  4. Liebe Julia, nie wäre ich auf die Idee gekommen, Kräuterseitlinge quasi “roh” zu verwenden… Gestern Abend angesetzt, gab es sie heute bei uns zum Mittag. Mit dem Hummus und knusprigen Ofenkartoffeln und Salat. Großes Kompliment. Die Pilze (Hummus sowieso) schmecken wirklich sehr gut! Auf Otto ist Verlass und auch dich, dass du aus der Vielzahl seiner Rezepte ein ganz besonderes hervorhebst. Danke! Verrätst du mir noch was du mit dem Rest des Suds gemacht hast?
    Danke und viele Grüße von Hannah

    • Liebe Hannah, so ging es mir auch! Als ich das Rezept das erst Mal las, war ich auch irritiert, dass die Pilze roh sind. Die Konsistenz wird aber super, ich mag sie so sehr gerne. Es bleibt ganz schön viel vom Sud übrig, nicht wahr? Im Originalrezept sogar noch mehr, hier werden nur 80 g Pilze verwendet. Ich nehm den Rest für Salat-Dressings, mit ein bisschen geröstetem Sesamöl wird das ganz gut.
      Liebe Grüße!
      Julia

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