Die Kurve kriegen: Blumenkohl mit Tahini-Dressing

Ich sitze in einem Theaterstück und verstehe nichts. Gespielt wird etwas vom alten Brecht. Plot, Kostümierung, selbst Sprache bleiben mir ein Rätsel. Wie so vieles heutzutage. Er sagt: “Der Paß ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.” Warum werden Menschen, jene, die neben uns wohnen, mit uns leben, unsere NachbarInnen, KollegInnen, Freunde, nicht anerkannt? Als Fremde bezeichnet? Medial, politisch, sogar über den Tod hinaus. Es ist nicht zu verstehen. Und es ist schwierig, in einem Food-Blog die Kurve von einem rassistischen Mordanschlag zu einem Rezept zu kriegen. Vielleicht klappt es so: setzt Euch gemeinsam an einen Tisch. Kocht miteinander. Sprecht miteinander. Esst miteinander. So werden geistige Grenzen geöffnet und Verbindungen werden geschaffen. Die Rezepte dazu findet ihr hier, den nächsten Schritt müsst ihr selber gehen.

Für 2 Personen als Hauptspeise braucht Ihr:

(nach einem Rezept aus Divine Food)

  • 150 g gekochte Kichererbsen
  • 1 mittelgroßer Blumenkohl, grob zerteilt
  • 80 g Tahini
  • Saft 1/2 Zitrone
  • Olivenöl
  • geräuchertes Paprikapulver
  • 1 kleiner Bund Petersilie, grob gehackt

Heizt den Backofen auf 250°C vor.
Gebt die Blumenkohlröschen auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Backblech. Beträufelt den Blumenkohl mit Olivenöl und salzt ihn.
Röstet den Blumenkohl etwa 25 Minuten oder so lange, bis er goldbraun ist.
Vermischt in der Zwischenzeit 80 g Tahini, 120 ml Wasser, Saft der 1/2 Zitrone und Salz zu einem homogenen Dressing. Wenn etwas Säure fehlt, gebt noch mehr Zitronensaft hinzu.
Erhitzt etwas Olivenöl in einer Pfanne und bratet die Kichererbsen für ein paar Minuten. Schmeckt sie mit Salz und geräuchertem Paprikapulver ab.
Nehmt den gebackenen Blumenkohl aus dem Ofen und gebt ihn auf eine Platte. Verteilt die Kichererbsen auf dem Blumenkohl und beträufelt alles mit dem Tahini-Dressing und der gehackten Petersilie.

Seid gut zueinander. Und macht Euch für die stark, die es brauchen.
Julia

  1. Hallo Julia,
    wäre jetzt Corona nicht so medienomnipräsent, hätte der Rechtsterror von Hanau vielleicht tatsächlich mal zu einem Ruck in der Politik führen können, was die Bekämpfung von Hass und Rassismus anbelangt. Meine Hoffnung bleibt auf jeden Fall, dass der Tag kommen wird, dass wir in jedem Menschen einfach nur den Menschen sehen.
    Und nun: Achtung Steilwandüberleitung… Darf ich fragen, ob Du Kichererbsen tendenziell eher aus der Dose nimmst oder immer “frisch” kochst, d.h. 1 Nacht einlegen, dann weiterverarbeiten? Ich gestehe, ich habe noch nie selber welche gekocht, weil ich eigentlich nie am Vortag weiß, was ich am Folgetag koche ;-)
    Liebe Grüße
    Papa Schulz

    • Lieber Papa Schulz,
      ich koche Kichererbsen immer in großen Mengen und friere sie dann ein. Die aus der Dose nehm ich meist für Hummus, für andere Gerichte lieber die frisch gekochten.
      Liebe Grüße
      Julia

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