Das Leben der Anderen betrachtet bei einer Schüssel zitronengrünem Reissalat

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Rice with Peas Coriander Dill and Lemon | chestnutandsage.de

Das Leben hat sich nach draußen verlagert. Auch wenn Türen und Fenster der Häuser und Wohnungen geschlossen und mit Fenster- und Rollläden verrammelt sind um die stärkste Hitze draußen zu halten, die Menschen, die sich sonst in den Wohnungen verstecken, sie sitzen in ihren Gärten und auf ihren Balkonen, sind auf den Straßen und in den Biergärten, sie lachen und streiten und leben im Freien und der kleine Nachbarsjunge, der jetzt endlich alleine aufs Klo gehen kann brüllt stolz durch die Idylle “Ich bin jetzt feeertig!”. Ob man möchte oder nicht, man nimmt am Leben seiner Mitmenschen teil und erlebt, was es zu erleben gibt. Und zu diesem leichten beschwingten Sommerleben gehört auch eine leichte Küche, die nicht beschwert, so wie dieser Reissalat, der eigentlich aus dem (von Ylva, die seit Wochen nur noch japanische Gerichte vorstellt) geweckten Bedürfnis heraus entstanden ist, nur noch asiatische Aromen schmecken zu wollen. Gut, ganz so asiatisch ist es jetzt nicht geworden, aber orientalisch-asiatisch inspiriert ist der Salat allemal, vereint er doch meine liebsten Kochzutaten: Zitrone, Chili, Koriander und dessen Samen und frische Kräuter in Hülle und Fülle.

Heute kommt auch endlich mal eine Zutat zum Einsatz, die ich schon vor ein paar Wochen vorbereitet habe und die davor schon seit Monaten auf meiner Nachmach-Liste stand: Die Salzzitronen. Vor ein paar Wochen hat’s mich dann auch tatsächlich gepackt und ich habe sie endlich zubereitet. Ja, es stimmt, das ist wirklich kein Hexenwerk, braucht man doch nur Zitronen, Salz und heißes Wasser, aber Ihr wisst ja wie das ist. Manchmal dauert es eben seine Zeit, bis man sich an was ran traut.

Für 4 Salzzitronen braucht Ihr:

  • 4 Zitronen, kreuzweise eingeschnitten
  • 700 g grobes Meersalz
  • 1 großes, sauberes Weckglas

Gebt die Zitronen und das Salz in das Weckglas und füllt dieses mit kochendem Wasser bis unter den Rand. Verschließt es gut und lasst die Zitronen dann sechs bis acht Wochen stehen, oder so lange, bis sich das ganze Salz aufgelöst hat.

Für 2 Personen als Hauptspeise oder für 4 Personen als Beilage braucht Ihr:

  • 250 g Basmati-Wildreis
  • 3/4 Salzzitrone
  • 100 g Erbsen
  • 3 Schalotten, in feine Ringe geschnitten
  • 30 g Koriander, fein gehackt
  • 25 g Dill, fein gehackt
  • 2 Stängel Minze, fein gehackt
  • 1 EL Koriandersamen, fein gemörsert
  • 1/2 Chilischote, fein gehackt
  • 1 Handvoll Cashewkerne
  • 1 TL Harissa
  • neutrales Öl, z.B. Sonnenblumenöl

Bereitet den Reis nach Packungsangaben zu. Bratet in der Zwischenzeit die Schalotten in ein wenig Öl schön an, sie dürfen gerne etwas braun werden und Röstaromen annehmen. Kocht die Erbsen nur wenige Minuten, sodass sie gar sind und ihre schöne grüne Farbe behaltet. Gießt die fertigen Erbsen ab und schreckt sie gleich mit Eiswasser ab.

Spült die Salzzitronen mit klarem Wasser ab. Trennt das Fruchtfleisch heraus, hackt es fein und stellt es in einer Schüssel beiseite. Schneidet die Schale der Zitrone hauchdünn vom bitteren weißen und hackt sie dann fein.

Wenn der Reis fertig ist, mischt die Schalotten und die Zitronenschale unter. Wenn der Reis abgekühlt ist, gebt alle Kräuter, die Erbsen, die Chili, die Cashews und die Koriandersamen dazu. Vermischt jetzt das Zitronenfruchtfleisch mit der Harissapaste und 2 EL Öl zu einem dicken Dressing, dass Ihr gleich über den Reis gebt und gut vermengt.

Genießt das schöne Wochenende!

Eure Julia

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12 comments on “Das Leben der Anderen betrachtet bei einer Schüssel zitronengrünem Reissalat

  1. Kitty Wu
    3. August 2013 at 11:09

    Klingt toll und sommerlich frisch! Und das Salzzitronenprojekt schieben wir auch schon ewig vor uns her, obwohl’s tatsächlich so einfach klingt. Dafür habe ich mich endlich an Granola gewagt und mich geärgert, dass ich das nicht schon viiiel früher mal probiert habe – sooo gut (und sooo einfach)! ;-)
    Ein sonniges WE und liebe Grüße!
    Sabrina

    • Julia
      3. August 2013 at 20:09

      Hey, super, dass Du Dich an’s Granola gewagt hast! Endlich einen Punkt, den man von der Liste streichen kann! Die Salzzitronen gehen ehrlich noch einfacher, da muss man ja nur aufpassen, dass man sich nicht in die Finger schneidet und den Wasserkocher richtig bedienen ;)
      Dir auch ein wunderbares Wochenende!
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. annakatrina
    3. August 2013 at 18:42

    Salzzitronen, die habe ich jetzt nicht zur Hand. Versuchen werde ich es auf jeden Fall.
    Bis dahin: Gibt es einen halbswgs gängigen Ersatz, um den Salat zu machen (der klingt nämlich wirklich gut)?

    Vielen Dank, annakatrina

    • Julia
      3. August 2013 at 20:07

      Liebe Annakatrina,
      also erstmal freut es mich riesig, dass Dir das Rezept gefällt! Ich würde als Ersatz für die Salzzitrone einfach eine ganz normale Zitrone verwenden und zwar den Abrieb und den Saft der ganzen Zitrone. Allerdings musst Du den Salat dann auch stärker Salzen, denn die Salzzitrone trägt’s ja schon im Namen, dass sie sehr salzig ist :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  3. Teresa
    3. August 2013 at 21:52

    Hui das klingt schmackhaft. Und Salzzitronen wollte ich auch schon ganz lange mal ausprobieren (genauer gesagt, seit mir mein Freund zum 25. Geburtstag damals ein arabisches Kochbuch geschenkt hat) – vielleicht wage ich mich jetzt endlich mal dran, jetzt hab ich doch Deinen Reissalat als Grund! xx T

    • Julia
      4. August 2013 at 20:29

      Hach, danke Teresa, ich freu mich über Deine Nachricht :) Trau Dich auf jeden Fall an die Zitronen, nur die lange Wartezeit ist abschreckend, der die Zubereitung überhaupt nicht!
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Anni
    5. August 2013 at 14:17

    Hmmm, klingt das lecker!
    Von Salzzitronen hab ich noch nie gehört – klingt verrückt, muss ich testen :) Bis dahin dann eben mit Abrieb, Saft und Extra-Salz…
    Danke für das tolle Rezept.
    Liebe Grüße
    Anni

    • Julia
      5. August 2013 at 19:43

      Sehr gerne, liebe Anni! Die Zitronen schmecken pur auch ehrlich gesagt etwas verrückt, wie eine Melange aus versalzenem Spülmittel :) Das mag jetzt nicht so verlockend klingen, ich finde sie aber unersetzlich!
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Claudia ~ Food with a View
    5. August 2013 at 21:15

    Köstliche Sommer-Nachbarschafts-Geschichte :-). Und was für ein herrlich erfrischendes und hübsches Sommer-Gericht schon wieder! Salzzitronen liebe ich auch sehr.

    • Julia
      5. August 2013 at 21:37

      So ist das in unserem dichtbesiedelten Rhein-Neckar-Delta ;) Ich habe auch schon die nächsten Rezepte für Salzzitronen herausgesucht, es wird jetzt also demnächst noch das ein und das andere geben!
      Liebe Grüße!
      Julia

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