Von der kaiserlichen und königlichen Gleichgültigkeit

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Kaiserschmarrn | chestnutandsage.de

Der von mir hochgeschätzte Karl Lagergeld sagte einmal “Die Gleichgültigkeit ist an mir hoch gewachsen wie Efeu”. Ein schönes Bild, ein gemischtes Gefühl. Denn genau so wie Efeu rankt ist auch die Überwältigung durch Gleichgültigkeit ein schleichender Prozess aus dem man erst aufwacht wenn man fassungslos auf sich selber blickt, überrascht ob der eigenen Teilnahmslosigkeit gegenüber einer Gemeinschaft, gegenüber Einzelner. Was ist passiert? Ein sich lösen von (nicht) ausgesprochene Erwartungen denen man nicht gerecht werden kann hat stattgefunden. Ein “sich selbst nur noch als Maßstab gelten lassen” ist passiert. Egal wie man es drehen und wenden mag, ein egoistischer, ja sogar egozentrischer Nachgeschmack bleibt, der aber so bitter nicht schmecken muss, wie man vielleicht annehmen könnte. Vielleicht tut es gut, sich zurück zu nehmen, sich in Gelassenheit zu üben und nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Abstand zwischen sich und jene zu bringen, die Schäden anrichten. Sich zurücklehnen, lächeln und sich seiner selbst bewusst sein, eine Portion Kaiserschmarrn in der Hand, das kann nicht verkehrt sein.

Für zwei Portionen braucht Ihr:

  • 60 g Mehl
  • 125 ml Milch
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 2 Eier, getrennt
  • 6 EL Zucker
  • 1 Msp Vanille
  • 1/2 wenig Zitronenabrieb (von einer unbehandelten Zitrone)
  • 1 Prise Salz
  • 2 Äpfel, geschält, entkernt und in feine Scheiben geschnitten
  • 1/2 TL Zimt
  • 4 EL Rum
  • 2 walnussgroße Stück Butter

Kocht die Milch mit dem Rosmarin zusammen auf. So wird sie schön aromatisiert sein und für ein volles Aroma sorgen. Lasst sie dann abkühlen und entfernt den Rosmarinzweig.
Rührt das Mehl mit der Milch glatt. Gebt die Eigelbe, die Vanille und den Zitronenabrieb dazu und rührt alles zu einem glatten Teig. Lasst den Teig etwa eine halbe Stunde stehen.
Schlagt die Eiweiße mit einer Prise Salz cremig. Lasst den Zucker einrieseln und schlagt alles zu einem festen Eischnee weiter.
Hebt den Eischnee vorsichtig unter den Teig.
Erhitzt 1 Stück Butter in einer großen Pfanne. Sobald die Butter schön sanft blubbert, schüttet Ihr den Teig in die Pfanne.
Erhitzt 1 Stück Butter in einer zweiten Pfanne. Sobal die Butter schön sanft blubbert, gebt Ihr die Apfelschnitze in die Pfanne.
Lasst den Teig für 2 Minuten stocken und zerrupft ihn dann mit dem Pfannenwender oder zwei Gabeln. Schwenkt den Kaiserschmarrn nochmal gut und nehmt ihn aus der Pfanne, wenn er schön gebräunt ist.
Zeitgleich dürften die Äpfel fertig sein, die ihr vor dem Servieren noch mit dem Rum ablöscht und mit ein wenig Zimt bestaubt.
Vermischt den Kaiserschmarrn mit den Apfelschnitzen, bestaubt alles mit ein wenig Puderzucker und lasst es euch gut gehen.

Liebe Grüße,
Julia

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11 comments on “Von der kaiserlichen und königlichen Gleichgültigkeit

  1. Franziska
    13. November 2014 at 12:10

    Da hast du Recht – Kaiserschmarrn kann wirklich nicht verkehrt sein! Mir gefällt besonders gut, dass noch ganze Apfelschnitze mit drin sind. Ich freu mich schon aufs Nachkochen und Genießen :-)

    Liebe Grüße
    Franziska

    • Julia
      13. November 2014 at 21:03

      Oh das freut mich! Lass es Dir auf jeden Fall schmecken :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Carla
    13. November 2014 at 13:02

    Kaiserschmarrn geht immer, mit Äpfeln sicher umso besser :) Und ich muss es loswerden: Ich bin verliebt in diese Pfanne und den Hintergrund, ich finde das sieht einfach nur genial aus!
    Liebe Grüße,
    Carla

    • Julia
      13. November 2014 at 21:05

      Liebe Carla, hach <3 Danke für Deine Nachricht! Ich freu mich wirklich, wirklich sehr! Der Hintergrund ist übrigens mein Couch-Tisch, da hatte ich auf dem Flohmarkt Glück :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  3. Irene
    14. November 2014 at 18:34

    Mmmhh ich liebe Kaiserschmarrn! Aber mit einem Rosmarinzweig, das habe ich noch nie gehört. Ich glaube, bei mir gibt es nächste Woche Kaiserschmarrn mit Rosmarin! Hoffentlich wird der auch so appetitlich wie deiner in dem tollen Foto!

    Liebe Grüße
    Irene

    • Julia
      15. November 2014 at 18:52

      Rosmarin bringt immer einen ganz schönen, runden Geschmack in Milch oder Sahne, so wie auch Lorbeer, probier das mal in einer Panna Cotta, liebe Irene, das ist ein Versuch wert :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Nele Büsing
    15. November 2014 at 08:53

    Schöne Gedanken :-) Ich glaube ich werde es mir heute mit einer Tasse starkem Kaffe und einem spannenden Buch auf dem Sofa bequem machen. ;)
    LG Nele

    • Julia
      15. November 2014 at 18:52

      Liebe Nele, das klingt nach einem ganz hervorragenden Plan! Lass es Dir dabei gut gehen <3

  5. Claudia ~ Food wih a View
    16. November 2014 at 10:15

    Den Widerspruch zwischen Gleichgültigkeit und gelassenem Bei-sich-sein kennen wir wahrscheinlich alle, wie immer von Dir sehr schön in Worte gefasst und kulinarisch kongenial begleitet, liebe Julia. Wobei mich dieser köstliche Kaiserschmarrn so gar nicht gleichgültig lässt. Auch haben wollen ;-). Lieben Gruß!

    • Julia
      17. November 2014 at 17:57

      Ach vielen Dank, Claudia! Der Schmarrn ist auch im Handumdrehen zubereitet, Genuss und Aufwand müssen ebenso wenig im Gegensatz zueinander stehen :)
      Liebe Grüße!

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