Hat hier jemand was von Blini gesagt? Oladji mit Räucherfisch-Bärlauch-Creme

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Oladji | chestnutandsage.de

Hallo meine Lieben, heute geht es auf eine kulinarische Reise nach Russland. Meine letzten, zugegeben etwas verschwommenen, Erinnerungen an ein Aufeinandertreffen russischer Gastfreundlichkeit und mir liegen schon ein paar Jährchen zurück, waren aber mehr als lustig. Gefeiert wurde nämlich E’s 18. Geburtstag. Wer jetzt denkt, dass meine Erinnerungen verschwommen sind, weil das ja schon mindestens 10+x Jahre zurück liegt, der täuscht sich. Mein Gedächtnis lässt mich im Stich, weil ich ordentlich betrunken war. Die liebe E. stammt ursprünglich aus einem fernen Land, das wild und fremd am Aralsee liegt und feiert ihren Geburtstag im Winter. Und so standen wir bei eisiger Kälte um einen monströsen Grill auf dem auf riesigen Schaschlik-Spießen noch riesigere Fleischstücke brutzelten. Wenn das Fleisch gar war, hielt E’s Vater einen Spieß in die Runde, jeder nahm sich ein Stückchen und zur besseren Verdauung gab es gleich ein Schlückchen Vodka hinterher. Soweit so schlecht. Denn Fleisch esse ich bekanntlich ja nicht. Aber saure Gurken. Und so griff ich immer dann, wenn meine lieben Mitfeierer ein ordentliches Stück Fleisch zu sich nahmen, beherzt in das Glas saurer Gurken. Ich muss nicht erwähnen, dass sich Gurken leichter verdauen als Fleisch, oder? Den Vodka trank ich trotzdem gerne mit. Und so kam das eine zum andere, der Alkoholpegel stieg, ich torkelte mit der Seele einer russischen Matrjoschka von Gurkenglas zu Gurkenglas und trug zur Erheiterung aller bei.

Blinis also! Wie ich in den unendlichen Weiten des Internets gelernt habe, handelt es sich bei meinen Hefepfannküchlein aber gar nicht um Blini, sondern um Oladji, richtig schöne, dicke Küchlein aus der russischen Küche. Blini sind wohl ganz hauchdünne Pfannkuchen, ähnlich der französischen Crêpes. Ganz egal wie sie heißen, lecker sind sie allemal.

Oladji | chestnutandsage.de

Für etwa 30 Küchlein braucht Ihr:

  • 2 TL Trockenhefe
  • 200 Weizenmehl
  • 2 Prisen Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 125 ml lauwarme Milch
  • 125 ml lauwarmes Wasser
  • 100 g weiche Butter
  • 2 Eigelb, leicht geschlagen
  • 2 Eiweiß zu Eischnee geschlagen
  • 50 g Crème fraîche
  • 200 g Sauerrahm
  • 5 TL Meerrettich
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 TL Zitronenabrieb
  • 250 g Räucherfisch, z.B. Lachs oder Forelle
  • 1 Handvoll Bärlauch, fein gehackt
  • Salz und Pfeffer

Vermischt das Mehl mit dem Zucker und der Trockenhefe, siebt die Mischung in eine Schüssel und drückt eine Mulde hinein. Da schüttet ihr die Milch und das Wasser rein und verknetet jetzt alles zu einem homogenen Teig. Deckt die Schüssel dann zu und lasst den Teig 30 Minuten gehen. Wenn Ihr mehr Zeit habt, dann lasst ihn gerne auch länger gehen.

Vermischt in der Zwischenzeit die Crème fraîche mit dem Sauerrahm, dem Meerrettich, dem Zitronensaft und dem Zitronenabrieb. Zerreißt den Fisch in grobe Stücke, das muss gar nicht so fein sein, und gebt ihn zusammen mit dem Bärlauch in die Creme. Schmeckt alles mit Salz und Pfeffer ab.

Gebt dann in die Hefe-Mehl-Mischung das Eigelb, die Butter und das Salz und vermengt alles miteinander. Hebt dann den Eischnee unter. Lasst den Teig nochmal ein paar Minuten ruhen, bevor ihr die Blinis backt. Erhitzt ein wenig Öl in einer Pfanne und gebt pro Blini 1 EL Teig in die Pfanne. Bratet die Küchlein etwa 2-3 Minuten von jeder Seite.

Lasst die Oladji auf einem Küchentuch abtropfen und gebt dann einen schönen Klecks von der Räucherfisch-Bärlauch-Creme auf jedes Küchlein.

Lasst es Euch schmecken!

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14 comments on “Hat hier jemand was von Blini gesagt? Oladji mit Räucherfisch-Bärlauch-Creme

  1. ninive
    1. Mai 2013 at 16:17

    Die kommen mir grade recht, bin ich doch auf der Suche nach Frühstücks-Alternativen zum Brot- das ich doch sehr liebe, da muß es dann schon was Attraktives sein. Und diese Hefepfannküchlein lachen mich sehr an, die werden bald getestet!
    Grüßle
    Ninive

    • Julia
      1. Mai 2013 at 20:51

      Oh, das freut mich aber! Ich bin ja auch Brot-Fan, eigentlich mag ich das morgens sogar lieber als Brötchen… aber da ich hier einfach keinen guten Bäcker in der Umgebung habe, bleibt’s dann doch meist bei Brötchen… oder eben bei Oladji :)
      Liebe Grüße!
      Julia

    • ninive
      5. Mai 2013 at 15:45

      Brot und Brötchen backe ich überwiegend selber- und heute 14 doppelt große Oladja für die Frühstücke der nächsten Tage, die kommen dann morgens schnell in den Toaster. Muss nur schauen wie ich sie am Besten aufbewahre- schmecken tun sie gut!

  2. Eva
    1. Mai 2013 at 17:00

    Saure Gurken und Vodka, ganz böse Kombination… ;-) den Riesenschädel hinterher hast du elegant mit dem Rezept umschifft… Danke für’s teilen!

    • Julia
      1. Mai 2013 at 20:47

      Hehehe, genau so war das! Ich halte seit dem von sauren Gurken Abstand ;)
      Liebe Grüße!
      julia

  3. mangoseele
    1. Mai 2013 at 19:32

    Sehr appetitlich deine Oladji! Sind Blini nicht aus Buchweizen (ich gebe zu ich habe von russischer Küche reichlich wenig Ahnung…)?

    • Julia
      1. Mai 2013 at 20:48

      Ach natürlich! Das hatte ich noch ganz vergessen zu schreiben. Buchweizenmehl hab ich nämlich überhaupt nirgendwo gefunden, deshalb hab ich einfaches Weizenmehl verwendet!
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Frollein Pfau
    1. Mai 2013 at 20:14

    Oh Gott, sehen die lecker aus! …und klar, dass ich gerade keinen Lachs & Co. zu Hause habe…shit!

    Aaaaah! Ich will Blinis! Sofort…bitte!

    Liebe Grüße,
    Vanessa

    • Julia
      1. Mai 2013 at 20:50

      Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich ein paar eingefroren, das geht nämlich total gut :) Aber mit dem Lachs hätten wir dann Probleme… den hab ich auch nicht mehr im Kühlschrank… aber ab Morgen haben die Läden ja wieder offen :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Claudia ~ Food with a View
    1. Mai 2013 at 23:08

    Köstliche Saure-Gurken-Wodka-Geschichte ;-). Und köstlich sehen auch Deine Oladji aus und wunderschön fotografiert! Ich hatte im letzten Herbst auch mal in Sachen Oladji und Blini recherchiert und dieselbe Feststellung gemacht wie Du. Ich liebe ja beide (und hatte mich dann für Blini mit vegetarischem Algenkaviar entschieden).

    • Julia
      2. Mai 2013 at 19:47

      Claudia, was Du immer für tolle Lebensmittel verwendest! Von Algenkaviar habe ich ja noch nie was gehört, da muss ich gleich mal recherchieren!
      Liebe Grüße
      Julia

    • Claudia ~ Food with a View
      3. Mai 2013 at 09:18

      Du, auf die meisten Sachen komme ich durch Euch alle in der schönen weiten Blogosphäre und kaufe das dann einfach nach ;-). Auf den Algenkaviar bin ich aber ausnahmsweise mal selbst gekommen. Gibt es in sehr gut sortierten Supermärkten beim “normalen” Kaviar. Ich kenne bislang nur eine Firma, deshalb nenne ich die hier mal (ich hoffe, das ist Dir recht), und zwar ist das Stürck.

  6. Dani
    2. Mai 2013 at 11:09

    Hmm, die sehen ja super aus! Blinis hab ich auch schon ewig auf der Nachmach-Liste und ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass das dünne Crepes sind, dachte auch immer, das wären diese süßen kleinen Küchlein. Und super Vodka Geschichte, da kann ich gut nachvollziehen, dass man so ein paar Kleinigkeiten von diesem Abend durchaus vergessen haben kann ;))
    Liebe Grüße!

    • Julia
      2. Mai 2013 at 19:48

      Du, ich war der festen Überzeugung, dass die dicken kleinen Küchlein Blinis seien. Wäre das die 1-Millionen-Frage bei Wer wird Millionär gewesen, ich hätte sie falsch beantwortet!
      Liebe Grüße!
      Julia

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