Gemüse selbst ernten: Es wächst

Alles wächst. Alles gedeiht. Bis auf die Karotten, die wollten dieses Jahr nicht keimen. Die Erfahrenen unter den GärtnerInnen erkannten das sofort und säten neu aus. Die Unerfahrenen wussten nicht einmal, ob es sich bei dem, was da wächst, um Gemüse oder Unkraut handelt.

Gegossen wird nur selten, geregnet hat es in den letzten Wochen ja. Die Wurzeln werden stark und holen sich ihr Wasser. Das Unkraut auch. Aber das wird gleich gejätet. Mit der Hand, mit der Harke, im Knien, im Stehen, es ist mühsam. Aber macht den Kopf frei, und das war das Ziel dieses Gemüseprojekts. Beschäftigt sein.

Die erste Ernte war ganz gut. Die ersten Radieschen, vom Erdfloh angeknabbert, eine Köstlichkeit. Der erste Kohlrabi – was tut man nur mit dem? Kimchi gibt es, kalte Suppe auch. Salat werde ich daraus auch noch machen. Aber dann? Ich bin ratlos.

Die Gurken waren ein Reinfall, sie waren zu früh im Freiland. Obwohl das auf dem Saatgut draufstand. Freiland. Sie wurden durch starke Pflänzchen ersetzt, die jetzt tun, was sie sollen. Wachsen. Die Tomaten werden ausgegeizt. Sie wachsen auch. Was ich mit dem halben Feld Kartoffeln machen werde, weiß ich auch noch nicht. Bis zur Ernte kann ich mir darüber noch den Kopf zerbrechen. Das mache ich ja gern.

Auf die Blumen freue ich mich. Die Blühwiese, die Nützlingswiese. Die Kornblumen. Sie stehen da, kurz vor der Blüte. Obwohl sie auf dem Kompost schon ihre schönen Kleider zeigen. Aber nächste Woche. Vielleicht übernächste. Da wird es blühen. Auf dem Acker, auf dem ansonsten alles wächst.

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