Himmlisch? Verteufelt! Brombeermarmelade mit Pfirsichen

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Brombeermarmelade | chestnutandsage.de

Unterschätzt ist sie, die Brombeere, dabei kann sie so vieles: Einem Apfelkuchen das gewisse Etwas verleihen, eine allzu blumig daherkommende Himbeere erden, nur alleine glänzen, das kann sie nicht. Dazu braucht sie einen geschmeidigen Freund der jetzt gerade, in spätsommerlichen Sonnenstrahlen gewärmt, weich, von betörend tropfender Süße ist, so wie der Pfirsich. Dessen Aroma schmiegt sich – himmlisch! – flaumig-seidig an die sauer-kräftige Brombeere, nimmt ihr die Strenge und wertet sie – meiner Meinung nach – so auf, dass das schwarz-knubbelige Beerchen mehr wird als es, als Randstreifenbegrünung und Parkplatzeinfassung eingesetzt, verspricht. Brombeeren soll man übrigens – glaubt man den Briten – nur bis zum 11. Oktober pflücken, denn an diesem Tage wurde der Teufel aus dem Himmel verbannt. Den himmlischen Fenstersturz überlebend, fiel der arme Tropf in einen Brombeerbusch. Von spitzen Stacheln zerkratzt, wütend und auf Rache sinnend, spuckte er seinen ganzen Frust in die schwarze Beerenpracht, auf dass sie von nun an sauer schmecken sollten. Beeilt Euch also! Der Oktober steht vor der Türe! Diese Marmelade ist es wert.

Brombeerhecke | chestnutandsage.de

Für etwa 1 Kilo Marmelade braucht Ihr:

  • 600 g pürierte und passierte Brombeeren*
  • 400 g Pfirsiche, klein geschnitten
  • 2:1 Gelierzucker

*Wenn Euch Kernchen in der Marmelade nicht stören, müsst ihr die Brombeeren natürlich nicht passieren.

Lasst die Brombeeren gemeinsam mit den Pfirsichen und dem Gelierzucker in einem großen Topf aufkochen und dann so lange kochen, wie es auf der Packung des Gelierzuckers steht. Bei mir sind das vier Minuten.
Spült in der Zwischenzeit die Marmeladengläser und deren Deckel und spült sie dann mit kochendem Wasser aus. Ich mache das schon immer so und bisher hat noch kein Gläschen geschimmelt. Lasst die Gläser trocknen.
Füllt die fertige Marmelade dann in die Gläser und verschließt diese ganz fest. Voilà, so steht dem Frühstücksgenuss nichts mehr im Wege.

Ihr Lieben, lasst es Euch gut gehen!
Julia

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17 comments on “Himmlisch? Verteufelt! Brombeermarmelade mit Pfirsichen

  1. Ylva
    17. September 2014 at 10:53

    Was für eine wunderbare Geschichte, liebe Julia! Die Legende mit dem Teufel kannte ich bisher gar nicht… dabei ist sie so schön! Ich liebe ja Brombeeren auch einfach so (sauer macht lustig!), aber sie werten Apfel, Himbeere und Co. wirklich auf’s himmslischste auf. Die verteufelt-gute Kombination mit Pfirsich ist mir dabei noch nie untergekommen. Das muss sich dringend ändern! Man stelle sich vor: Brombeer-Pfirsich-Marmelade mit Lemon Curd und Clotted Cream zu Scones. Muhaha! :)
    Diabolisch-kichernde Dämonengrüße <3
    Ylva

    • Julia
      19. September 2014 at 19:38

      Oh Ylva, zu Scones passt doch beinahe alles ^^ Ich glaube ja sogar, wenn man ein Mürbeteigküchlein backen würde, dieses mit Pfirsichen und Brombeeren füllen und mit Lemon Curd beträufeln würde, wäre das eine teuflisch-gute Kombination!
      Vielleicht sollten wir das mal probieren ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

    • Ylva
      20. September 2014 at 11:16

      Du bringst mich auf Ideen, liebe Julia ;-) Das klingt absolut herrlich und lässt mir den Magen knurren! Zum Glück kommt gleich der Besuch zum Brunch *hihi

      Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
      Ylva

  2. Micha
    17. September 2014 at 11:06

    Merci fürs Geschichtenerzählen zur Brombeere – so schön zu lesen, wie aller Vermutung nach zu kosten. Bei uns fehlt den wilden Kerlen leider mal wieder die Saftigkeit dieses Jahr…

    • Julia
      19. September 2014 at 19:36

      Sehr gerne, Micha! Wir haben dieses Jahr ein atemberaubend gutes und Gefrierschränke füllendes Obstjahr, wirklich jeder Strauch, jeder Baum trägt, als ob es kein Morgen gäbe…

  3. Ela
    17. September 2014 at 11:19

    Ohhh wie lecker! Schönes Rezept.. Brombeermarmelade mag ich auch sehr gerne, die Beerchen bekommt man aber hier in der Stadt selten (oder zu horrenden Preisen). Sonst würde ich dein Rezept gern ausprobieren :)
    LG
    Ela

    • Lena
      18. September 2014 at 09:56

      Huhu Ela (und Julia) schau doch mal bei mundraub.org, da gibt es um fast jedes Stadtgebiet und manchmal sogar in Parks wilde Brombeerhecken. :) So sammle ich auch meine und hatte dieses Jahr tatsächlich fast 1 Kilo zusammen.
      Liebe Grüße, Lena

    • Julia
      19. September 2014 at 19:35

      Wenn Lena es nicht schon empfohlen hätte, würde ich es jetzt tun: Mundraub.org ist eine super Quelle :) Ich habe das Glück, dass ich nur in den familiären Garten gehen muss und dort auf einen brombeerumrankten Kompost treffe, der dieses Jahr nicht mit seinen Beeren geizt!
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Karin
    17. September 2014 at 12:36

    Hm…lecker! Und nachdem ich mich jetzt schon ans Chutney kochen herangewagt habe, könnte ich jetzt eigentlich auch mal ne Marmelade ausprobieren. Man wächst ja schließlich an den Herausforderungen. :-)

    LG, die Karin

    • Julia
      19. September 2014 at 19:34

      Dann wachse über Dich hinaus, liebe Karin ^^ Marmelade kocht sich so schnell so einfach (und viel weniger aufwändig als Chutney), das geht im Handumdrehen!
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Janneke
    17. September 2014 at 18:08

    Brombeeren und Pfirsiche? Das klingt nach einer tollen Kombination! Ich bin zwar nicht sooo der Marmeladetyp, aber die Kombi schmeckt sicher auch als Kuchen super!

    Liebe Grüße,
    Janneke

    • Julia
      19. September 2014 at 19:33

      Ich koche ehrlich gesagt auch immer mehr Marmelade, als ich über das Jahr essen kann, es macht einfach zu viel Spaß :) Und ich kann Dir versichern: In Kuchenform geht diese Kombination auch ganz hervorragend!
      Liebe Grüße!
      Julia

  6. Vivi
    17. September 2014 at 20:42

    Cool! Ich liiiebe es ja, wenn solche lustigen Geschichten natürliche Phänomäne erklären :)
    Mit dem Einkochen hatte ich mal einen kurzen Flirt, der schnell wieder vergessen wurde. Mir scheint es allerdings, als hätte mich diese Marmelade gerade angezwinkert… ;)
    Ganz liebe Grüße!
    Vivi

    • Julia
      19. September 2014 at 19:32

      Da zwinkere ich Dich sogar mehrmals an, liebe Vivi, das einkochen geht so einfach, dass es gar nicht der Rede wert ist!
      Viele Liebe Grüße!
      Julia

  7. Claudia ~ Food with a View
    17. September 2014 at 20:58

    Dass Brombeeren solche ein Teufelszeug sind, wusste ich gar nicht, herrliche Geschichte ;-) . Mir schmecken sie zwar auch solo sehr gut (wenn sie vollreif sind, was in diesem Jahr leider nicht vielerorts der Fall war, weil es zu wenig Sonne gab), aber in Deiner Kombination mit Pfirsich stelle ich sie mir auch köstlich vor.

    • Julia
      19. September 2014 at 19:31

      Ja Du hast recht, unsere Brombeeren sind dieses Jahr überhaupt nicht sonnenverwöhnt, leider, ich würde gerade behaupten wollen, dass es da wohl nicht mit rechten Dingen zuging ;)

  8. Sabrina
    27. September 2014 at 12:58

    Unterschätzt? Niemals! In unserem Haus zumindest nicht, denn hier kommt die Brombeere wirklich oft zum Einsatz. In Kombination mit Pfirsich habe ich sie allerdings noch nie probiert. Klingt logisch, klingt passend, klingt teuflisch gut! :)
    LG
    Sabrina

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