Sinn-befreites Plätzchenbacken: Florentiner

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Florentiner | chestnutandsage.de

F., so behauptet er, würde ab dem 1. Dezember eine Metamorphose durchlaufen. Von Null auf Weihnacht würde er sich vom kontrolliert-rationalen Mann in einen Weihnachtself verwandeln. Getragen würden fortan und für 24 volle Tage nur noch Weihnachtspullover, gehört werde Mariah Carey in Dauerschleife und gegessen, das ist natürlich eh klar, wird nur noch, was die Weihnachtsmärkte so bieten. So viel Kitsch, so viel Kalorien dürfen ja wohl bitte einmal im Jahr sein! Und dem stimme ich zu, denn mir steht der Sinn. genau wie dem lieben F., nach Weihnacht. Auch wenn dieses Hauptfest des Kirchenjahres für mich eigentlich keinen Sinn ergibt. Denn danach fragt Micha heute eine Reihe Bloggerinnen: Ob Weihnachten für uns Sinn macht. Eine Gretchenfrage, nicht wahr? Untrennbar verknüpft mit dem Großen, dem Ganzen und dem Übernatürlichen. Um es ähnlich vage wie Dr. Faust zu halten, möchte ich bei Micha erstmal rückfragen, ob es ihr mit der Frage um die Untiefen (m)eines christlichen Glaubens oder um das unreflektierte Befolgen von Traditionen geht. Denn beides liegt mir nicht besonders. Was mich jedoch nicht davon abhält Weihnachten jedes Jahr – als kulturelles, hyggeliges Fest – aufs Neue zu zelebrieren. Als Ritual. Denn Rituale sind ja bekanntlich wichtig. So wichtig wie Plätzchenbacken. Die letzten Jahre, ich gestehe, galt bereits die Tätigkeit des Plätzchenkaufens als angemessen. Leider fehlen in den kleinen Körbchen der lieben Bäckerin jedoch immer Florentiner (deren Genuss in meinem Haus nicht auf den Winter beschränkt ist). Und deshalb backe ich heute, sozusagen als Diskussionsgrundlage, eben ein Blech der kleinen Köstlichkeiten für Micha. Auf dass ich sie, wenn es mit meiner schwammigen Spiritualität schon nicht klappen will, zumindest mit Butter, Sahne und Zucker einlullen kann.

Für 1 Blech (25 x 40 cm) Florentiner braucht Ihr:

  • 60 g Zucker
  • 1 EL Honig, am besten von Imkerinnen aus der Region
  • 40 g Butter
  • 70 ml Sahne
  • 1 Prise Salz
  • 1/4 TL Tonkabohne
  • 150 g gehobelte Mandeln
  • 3 getrocknete Aprikosen, fein gehackt
  • 60 g Schokolade, bio und fair gehandelt

Heizt den Backofen auf 160°C vor.
Gebt Zucker, Honig, Butter, Sahne, 1 Prise Salz und 1/4 TL Tonkabohne in einen Topf.
Kocht alles unter ständigem Rühren für mindestens 5 Minuten. Die Zucker-Sahne sollte einen schönen Karamellton haben.
Nehmt den Topf dann vom Herd und rührt die Mandeln und die fein gehackten Aprikosen vorsichtig unter.
Streicht die Masse dann dünn auf ein mit Backpapier ausgekleidetes Blech, dass ihr dann für 10 Minuten in den Ofen schiebt. Die Masse wird etwas zerlaufen und an den Rändern schneller dunkel werden. Achtet darauf, dass hier nichts anbrennt.
Nehmt die Florentiner aus dem Ofen, lasst sie abkühlen und schneidet sie dann in hübsche Stückchen. Ihr könnt sie auch zerbrechen, je nachdem wie rustikal ihr es mögt.
Schmelzt die Schokolade über einem Wasserbad und bestreicht die Florentiner damit.
Ich bewahre die Florentiner im Kühlschrank auf, so haben sie den besten Biss.

Ihr möchtet wissen, wie Andere es mit der Weihnacht halten oder – und auch das ist ok – ihr sucht einfach nach weiteren Plätzchenrezepten? Dann besucht doch bitte Christina von Feines Gemüse, Fee von Fee ist mein Name, Juliane von Schöner Tag noch!Maret von Buddenhohm & Söhne, Miss Boulette, Stephanie von stepaniniChristina von New Kitch on the Blog und natürlich Micha mit ihrem Salzkorn, denn sie war es, die uns alle zusammen gebracht hat.

Habt einen schönen zweiten Advent!
Julia

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13 comments on “Sinn-befreites Plätzchenbacken: Florentiner

  1. Christina
    10. Dezember 2017 at 11:29

    Liebe Julia,
    Gretchenfrage, so einen ähnlichen Gedanken hatte ich auch…
    Ich habe mich trotzdem an einer Antwort versucht, es ist wirklich gar nicht leicht.

    Die Florentiner sehen köstlich aus, erst recht, wenn man sie so in die Schokolade taucht.

    Liebe Grüße
    Christina

    • Julia
      10. Dezember 2017 at 13:45

      Da gebe ich Dir recht, liebe Christina, die Antwort war wirklich nicht leicht!
      Wir haben das aber alle gut gemeistert ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Fee ist mein Name
    10. Dezember 2017 at 13:27

    Bei mir ist es mehr eine schwammige Ritualität als Spiritualität, aber so oder so: Plätzchen gehen immer. Und deine sehen sehr gut aus <3.

    • Julia
      10. Dezember 2017 at 13:49

      Das stimmt wohl, liebe Fee, Plätzchen gehen immer :)

  3. Juliane
    10. Dezember 2017 at 14:13

    Ich bin wirklich froh, dass ich nicht die einzige in diesem tollem Plätzchenreigen bin, die nicht an Gott glaubt und mit der Kirche nichts am Hut hat, Weihnachten aber trotzdem liebt <3
    Dein Florentiner-Foto liebe ich auch, Deine Bildsprache ist immer so klar, reduziert und elegant.

    • Julia
      10. Dezember 2017 at 21:19

      Ach Juliane, Danke für Deine Worte <3
      Ich wünsch Dir auf jeden Fall eine wunderbare (Vor-)Weihnachtszeit!
      Alles Liebe,
      Julia

  4. Micha
    10. Dezember 2017 at 15:12

    Florentiner – herje, ganz große Schwäche! Also diese Plätzchen muss man lieben!
    Sehr lustig, dass du mir, Julia, mit dem Herrn Faust kommst – wir lesen uns definitiv schön länger :-)

    Ich fand die Frage meines Habibs auch nicht leicht zu beantworten, zickte gar zwischendurch, dass ER doch etwas dazu schreiben solle, schließlich stamme ja auch die Frage von ihm. Man kommt so schnell ins ganz Grundsätzliche – und meine Spiritualität ist mir eigentlich ein sehr intimes Thema…

    Herzlichen Dank, Julia, für deine Offenheit und fürs Mitspielen!

    • Julia
      10. Dezember 2017 at 21:32

      Liebe Micha,
      es war mir eine Freude! Und Du hast recht, es ist ein sehr intimes Thema und ich, die ja hier versucht sich nicht in die Karten blicken zu lassen, habe mich beim Beantworten Deiner Frage ein wenig gewunden. Zum Glück gibt es Faust und die vielen klugen Menschen, die sich mit seiner Antwort schon auseinander gesetzt haben. Hängengeblieben ist mir daher dieser Satz: „Er (also Faust) kann nicht mehr glauben und ist noch kein kämpferischer Atheist.“ Vielleicht finde ich mich ja darin ganz gut wider. Wer weiß das schon :)
      Alles Liebe!
      Julia

  5. Markus
    10. Dezember 2017 at 21:45

    Liebe Julia,

    ich liebe Florentiner aber so gut wie aus der Konditorei habe ich sie noch nie hinbekommen. Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem Müsli-Riegel und einen Florentiner? Beides ist sehr ähnlich von der Konsistenz her und auch der Inhalt variiert nur ganz vage. Ich habe in der Konditorei meines Vertrauens nachgefragt und die Antwort rechtfertigt auch den hohen Preis für diese Köstlichkeit: Macadamia-Nüsse, Pinienkerne, Walnüsse sowie Kürbiskerne machen den Unterschied.

    Tradition ist Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche, in diesem Sinne ist Weihnachten immer etwas besonderes. Als ich ein Kind war ging man noch zur Nachtmesse an Heiligabend, das war anstrengend denn ein Auto hatte man nicht und bei soviel Schnee wäre es auch zu gefährlich gewesen. Ich persönlich finde Weihnachten etwas Heuchlerisch, die allermeisten Geschenke stammen aus Ländern, die Wir im Prinzip ausbeuten, insbesondere Gadgets. Der Höhepunkt ist dann die Spendengala vor Weihnachten. Interessanterweise landen auch die vielen Weihnachtlichen Köstlichkeiten aus dem Supermarkt ganz bestimmt nicht dort wohin wir glauben zu spenden sondern im besten Fall bei der Tafel. Wer sich mit Martin Luther und seinen Thesen auseinandergesetzt hat stellt fest dass die Kirche vor der Säkularisierung von sich aus ungern auf den Ablasshandel verzichtet hat.
    Warum ergibt Weihnachten für dich keinen Sinn würde mich interessieren?

    Einen schönen zweiten Advent und viele Grüße
    Markus

    • Julia
      10. Dezember 2017 at 22:32

      Lieber Markus,
      solch luxuriösen Florentiner hatte ich ja bisher noch nicht, das klingt wunderbar! Die Konditorin meines Vertrauens hält sich eher an die einfacherer Variante, so schafft man sich zu Hause zumindest einen relativ sicheren Backerfolg :)
      Warum Weihnachten für mich keinen Sinn macht? Nun, ich würde mich zum ersten an einem Teil Deiner Argumentation bedienen – Weihnachten gleicht einer konsumgesteuerten Materialschlacht. Darauf kann ich gerne verzichten. Was ich allerdings gerne mag ist, mit meiner Familie zusammen zu sein, einen schönen Abend zu verbringen und gut zu essen. Das kann ich allerdings auch im Sommer, dazu brauche ich keinen Feiertag und keinen religiösen Überbau, ein Freitagabend reicht mir. Da der 24.12. dieses Jahr nunmal der nächste Termin für ein Familientreffen ist, freue ich mich also (trotzdem) auf Weihnachten, auch wenn das jetzt eventuell etwas widersprüchlich sein mag.
      Herzliche Grüße
      Julia

      • Markus
        11. Dezember 2017 at 19:45

        Liebe Julia,
        ich muss dich leider beruhigen da es die Konditorei am Münsterplatz in Ulm nicht mehr gibt, an den Florentinern scheint es jedenfalls nicht gelegen zu haben :-) wäre aber ein Versuch wert das man zu versuchen.
        Interessanterweise meinte damals eine der Verkäuferinnen dass die Kundschaft weder bereit ist für Qualität zu bezahlen noch schmeckt sie den Unterschied zu Tiefkühlware. Ich backe gelegentlich für mich eine Himbeertorte wenn Familie kommt, weniger süß dafür umso fruchtiger.

        Du hast vollkommen Recht, da bin ich ganz bei dir. Das wertvollste was man den Liebsten schenken kann ist Zeit. Bist du also nicht unbedingt jemand der sehr viel Wert legt auf materielles? Was bedeutet für dich gut essen bzw. gutes Essen? Mir haben es Salatbuffets sehr angetan als Vorspeise, bin absolut kein Fastfood-Fan.
        Viele Grüße
        Markus

  6. Christina
    11. Dezember 2017 at 21:39

    „Ein Ritual ist in der Zeit das, was im Raum eine Wohnung ist“, sagte Antoine de Saint-Exupéry. Wenn der rituelle Charakter von Weihnachten auch noch derartig gut mit Butter, Sahne und Zucker unterstrichen wird, ist das – wenn man auch keinen Sinn in Weihnachten an sich sieht – doch mindestens ein Fest für die Sinne.
    Liebe Grüße und hab es gemütlich
    Christina

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