Dem Frust mit Schneckennudeln auf der Spur

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Schneckennudeln | chesntutandsage.de

In meinem Viertel wohnt ein Gespenst. Ein Phantom. In unregelmäßigen Abständen treibt es Nachts sein Unwesen, macht vor nichts und niemandem halt, verteilt – seine Zettel. Der Zettelmann wird er daher auch genannt. Mit dickem Stift und ruhiger Hand schreibt er seine Wuttiraden nieder, verteilt seinen Hass an Windschutzscheiben, zieht eine Spur des Frusts durch unsere Straßen. Geschimpft wird über vieles: Die Politik im Kleinen und im Großen, Stadträte, Referenten, Oberbürgermeister, ja selbst die Kanzlerin wird nicht verschont. Gesund kann das nicht sein. Auf den Magen würde mir so ein Katzenjammer schlagen! Von der Seele muss man sich doch sowas reden! Ich überlege, ob ich ihm ein paar Schneckennudeln vor die Türe stelle. Vielleicht stimmt ihn das ja milder.

Für 12 Schneckennudeln braucht Ihr:

  • 250 Dinkelmehl, Typ 630
  • 250 g Weizenmehl, Typ 550
  • 300 ml Milch
  • 1/2 Würfel frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
  • 50 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 75 g weiche Butter
  • 60 g ungeröstete Pistazien
  • 50 g weiße Schokolade, grob gehackt
  • 1/2 TL Limettenabrieb
  • 2 EL flüssiger Honig

Erhitzt die Milch vorsichtig. Es gilt: Ist die Temperatur angenehm für die eigene Hand, ist sie auch angenehm für die Hefe. Löst die Hefe in der Milch auf.
Vermischt beide Mehlsorten, den Zucker und das Salz miteinander. Gebt die weiche Butter und die Milch-Hefe-Mischung hinzu und verknetet alles zu einem homogenen, weichen Teig. Gebt den Teig in eine Schüssel, deckt ihn ab und lasst ihn dann etwa eine Stunde an einem warmen Ort gehen.
Röstet in der Zwischenzeit die Pistazien in einer kleinen Pfanne ohne Öl an. Hackt sie dann grob und vermischt sie mit der Schokolade und dem Limettenabrieb.
Teilt den fertig gegangenen Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche in zwei Teile und knetet sie nochmal leicht durch. Rollt diese zwei Teile dann zu gleichgroßen Rechtecken von etwa 20×30 cm aus. Verteilt erst die Pistazien-Schokoladen-Mischung auf beiden Rechtecken gleichmäßig und dann den Honig.
Rollt die Rechtecke jetzt von der kurzen Seite her auf. Schneidet die Rollen dann mit einem sehr scharfen Messer in gleich dicke Teile, so etwa 6 Scheiben werdet ihr aus einer Rolle bekommen. Legt diese Scheiben entweder auf ein Backblech oder in eine Backform und lasst sie dort nochmal so lange gehen, bis der Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorgeheizt ist.
Schiebt die Schneckennudeln in den Ofen und lasst sie dort etwa 20 Minuten backen.

Wie heißen die Geister Eures Viertels?
Liebe Grüße
Julia

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20 comments on “Dem Frust mit Schneckennudeln auf der Spur

  1. Sabrina
    25. Januar 2015 at 11:19

    Merkwürdig, für was manche Menschen ihre Zeit aufwenden. Dabei könnte man sie so viel sinnvoller und positiver verbringen. Mit dem Backen von Schneckennudeln z.B., die sehen nämlich herrlich aus! Hab einen wuttiradenfreien Sonntag!
    LG
    Sabrina

    • Julia
      25. Januar 2015 at 12:56

      Merkwürdig trifft es wohl ganz gut und ja, ich bin auch überrascht, mit welcher Energie Menschen ihren “Hobbies” nachgehen…
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Jens
    25. Januar 2015 at 12:03

    Ich verteile weder Zettel noch bin ich überdurchschnittlich frustiert, aber so ein paar Schneckennudeln kannst du mir bitte trotzdem vor die Tür stellen. Die sehen nämlich fabelhaft aus!

    Beste Grüße und schönen Sonntag
    Jens

    • Julia
      25. Januar 2015 at 12:57

      Das freut mich zu hören, Jens!
      Natürlich teile ich mein Gebackenes auch mit Menschen, die im Einklang mit sich und ihrer Umwelt stehen ;)
      Viele Grüße und einen ebenso schönen Sonntag!
      Julia

  3. Christina
    25. Januar 2015 at 22:05

    Vielleicht sollte derjenige anfangen zu bloggen, dann hätte er dafür keine Zeit mehr?! Und das Hobby wäre auch gleich viel “cooler” ;-)
    Wenn ihm die Schneckennudeln jedenfalls nicht helfen ist Hopfen und Malz verloren… :-)
    Liebe Grüße
    Christina

    • Julia
      26. Januar 2015 at 20:52

      Ohja, ein Wut-Blogger, das hat uns ja gerade noch gefehlt ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Lena
    26. Januar 2015 at 11:01

    Liebe Julia,
    oh, ich liebe Schneckennudeln! Die macht meine Mutter immer, wenn sie keine Lust hat, Kuchen zu backen :) Bei uns mit ganz vielen verschiedenen Nüssen. Gerade merke ich, dass ich selbst noch nie welche gebacken habe. Wird also Zeit.
    Ein Gespenst gibt es bei uns nicht, dafür leider in letzter Zeit sehr viele Einbrüche, was mir noch mehr auf den Magen schlägt!
    Liebe Grüße, Lena

    • Julia
      26. Januar 2015 at 20:54

      Auch für mich, die ich ja nun keine große Bäckerin bin, sind die Schneckennudeln (so heißen sie zumindest in meinem Dialekt) eine liebe Alternative zu Kuchen, denn mit Hefeteig kann ich gut! Ich drücke die Daumen, dass die Einbruchserie bald vorbei ist!
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Kiki
    26. Januar 2015 at 11:07

    Sehr lecker sehen die aus – und mit Limettenabrieb und Pistazie hört sich auch sehr gut an. Das muss ich auch mal einbauen :-)

    • Julia
      26. Januar 2015 at 20:54

      Auf jeden Fall, es ist eine gute Kombination…

  6. Eva @ 1 Big Bite
    27. Januar 2015 at 00:03

    Ha ha also wem muss ich jetzt einen Zettel ans Auto pinnen um auch ein paar Schneckennudeln abzubekommen? :)
    xo Eva

    • Julia
      28. Januar 2015 at 18:01

      Nein, Du würdest auch so welche bekommen ;)

  7. Karin
    27. Januar 2015 at 18:23

    Mir darfst Du auch solche Schneckendinger vor die Tür stellen! Und für’s Büro nehme ich ne Extraportion. :-)
    LG, die Karin

    • Julia
      28. Januar 2015 at 18:02

      Jaja, jetzt seh ich was ich angerichtet habe, ich stell Euch allein eine Portion für die Türe!

  8. Ylva
    29. Januar 2015 at 10:05

    Uhuhuuu! So einen Zettel-Verteiler haben wir hier auch ab und an… vielleicht kennen die beiden sich ja?! Vielleicht ist das sogar der gleiche, der mir zwei mal in einer Woche (!) den Autospiegel abgefahren hat? Und vielleicht sollte ich für das nächste Mal auch solch feine Schneckennudeln bereit halten. Wer weiß; vielleicht ist das ja der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? :)
    Ganz liebe Grüße,
    Ylva

    • Julia
      29. Januar 2015 at 19:05

      Ok, in Deinem Fall würde ich anders vorgehen: Lass die Schneckennudeln so lange im Ofen, bis sie steinhart sind. Dann legst Du Dich auf die Lauer und schmeißt dem Autospiegelabfahrer mit ordentlich Wumms eine Schneckennudel gegen den Kopf! Dieser Plan steht zwar einer wunderbaren Freundschaft im Weg, aber man muss ja nicht mit jedem befreundet sein :)
      Liebe Grüße!
      Julia

    • Ylva
      30. Januar 2015 at 13:06

      Hihihi! Also wenn mir das nicht sicher irre weh tun würde, diese leckeren Schnecken viel zu lange im Ofen zu Stein zu backen… dann wäre dies ein perfekter Plan! ;)

  9. Dani
    29. Januar 2015 at 12:53

    Liebe Julia,

    also wenn diese köstlichen Schnecken einem nicht die Wut aus dem Bauch treiben, dann ist es für alles zu spät!
    Ich hätte jetzt ganz gerne eine davon. Oder nein, besser zwei, eine für jetzt zum Nachtisch und eine für später zum Nachmittagstee :)

    Liebe Grüße!
    Dani

    • Julia
      29. Januar 2015 at 19:07

      Liebe Dani, vielen Dank! Dabei wunder ich mich immer, warum man seine Wut so nach außen tragen muss. Beziehungsweise, warum man sich über so vieles so intensiv ärgern kann… man muss ja nicht alles hinnehmen, aber irgendwann ist doch mal gut, oder? Ich sende Dir zwei virtuelle Schneckennudeln <3
      Julia

  10. Frank
    18. Oktober 2015 at 15:44

    Liebe Julia,

    vielen Dank für diese wunderschöne Inspiration und das tolle Rezept.

    Die Schneckennudeln werden für unseren heutigen Sonntagnachmittagskaffee eine willkommene Begleitung sein! :-)

    Liebe Grüße
    Frank

    PS: Doch wohin mit dem Ei könnte sich eigentlich der eine Leser oder die andere Leserin schon fragen. ;-)

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