Happy Bees: Ableger

Der Weltbienentag liegt wie jedes Jahr in der Schwarmzeit – einer Zeit, die die Gemüter der ImkerInnen erhitzt und die sowieso schon inhomogene Gruppe spaltet. Denn wo die einen unbeschwert schwärmen lassen greifen die anderen mehr oder weniger stark in das natürliche Verhalten der Honigbiene ein. Ich selber gehöre zu denen, die sich noch keine abschließende Meinung gebildet haben, jedoch eher in Richtung Eingreifen tendiert. Warum eigentlich? Meine Bienen stehen im innenstädtischen Raum. Wenn sich jetzt so ein Schwarm in Bewegung setzt und sich im angrezenden Wohngebiet niederlässt, ist das für alle BewohnerInnen ein großer Stress und kann dazu führen, dass die Akzeptanz von städtischer Imkerei abnimmt. Außerdem führt das Schwärmen zum Verlust des halben Volkes. Und damit verliere ich nicht einfach nur Bienenmasse, sondern auch Geld, denn ein Bienenvolk kostet einiges, und eine Menge Honigertrag. Den Honig benötige ich aber nicht nur für mich zum Essen, sondern auch als Winterfutter für die Bienen, denn der Plan ist, sie nicht mehr mit Zuckerlösung zu füttern, sondern mit ihren eigenen Vorräten.

Und deshalb bilde ich dieses Jahr zum ersten Mal Ableger. Denn es läuft. Es läuft sogar sehr gut. Meine zwei Wirtschaftsvölker kamen so stark aus dem Winter, dass die Honigräume jetzt schon voll sind und ich befürchte, in Honig zu ertrinken. Da sie so stark sind, habe ich entschieden, jeweils einen Ableger zu machen. Dazu entnehme ich dem Volk eine Futterwabe, ein, zwei Brutwaben und setze eine neue Königin zu.

Die entnommenen Rähmchen kommen in eine neue Beute, in dem schon zwei leere Rähmchen mit Mittelwand hängen. Dann fege ich noch ein paar Arbeiterinnen aus dem Honigraum in die Beute. Würde ich jetzt keine neue Königin zusetzen, könnte sich das aus frischer Brut einfach eine neue Königin heranziehen. Die junge Königin braucht dann 16 Tage, bis sie schlüpft, ein paar Tage, bis sie den Begattungsflug antritt und dann hoffentlich unbeschadet wieder zurück ins Volk fliegt. Da mir dieser Plan dieses Jahr zu unsicher ist, habe ich mir 2 Königinnen gekauft, die ich den Ablegern zusetze. Auch das ist einfach, die Königinnen werden in kleinen Käfigen geliefert, die man einfach zwischen zwei Waben hängt. Innerhalb weniger Tage wird die Königin aus dem Käfig freigefressen – der Zugang zu ihr ist nämlich mit Futter versperrt. Würde man die Königin einfach so ins Volk setzen, bestünde die Gefahr, dass sie abgestochen wird. Durch den Käfig wird dieses Risiko reduziert.

Die fertigen Ableger werden jetzt an einen Standort gebracht, der außerhalb des Flugradius der Bienen liegt. Er sollte mindestens 3 Kilometer vom alten Standort entfernt sein, ansonsten fliegen die Bienen nämlich zurück und das möchte ich ja nun auch nicht. Die Ableger bleiben für 40 Tage an ihrem neuen Standort. Nach dieser Zeit sind alle Arbeiterinnen, die ich aus den Wirtschaftsvölkern entnommen habe, gestorben und wurden durch eine neue Generation Bienen ersetzt. Die neuen Völker kommen dann zurück an den alten Standort und dürfen von nun an ein glückliches Honigbienenleben führen.

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