Yemek – Rezepte aus Istanbul {Rezension}

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Urlaub. Das bedeutet die Freiheit zu haben das zu tun, was man gerne möchte, Tage so zu strukturieren, dass sie dem eigenen Rhythmus entsprechen, vollkommen ent- oder beschleunigt, eben genau so, wie es notwendig ist. Frequent Traveller lassen die Koffer in der Ecke stehen, froh, sie einmal nicht packen zu müssen und jene, die den Großteil ihrer Arbeitszeit an ein und demselben Schreibtisch verbringen treibt es in die Ferne, den Tapetenwechsel ebenso herbeisehnend wie dringend benötigend. Ich verbringe meine freien Tage daher gerne reisend, denn neben der gesuchten Abwechslung weitet Reisen das Herz, macht neugierig, lässt die Welt in neuem Glanz erstrahlen und macht Urlaubstage damit kostbar wie Perlen. Umso besser, wenn es da Bücher gibt, die einen von der Couch aus mit auf Reisen nehmen, fremde Städte, Länder, Kultur lesend kennenlernen lassen. Genau so ein Buch ist “Yemek”, in dem uns Isabel Lezmi, Lisa Rienermann und Veronika Helvacioglu auf eine Reise nach Istanbul einladen um die wunderbare Metropole am Bosporus durch ihre Augen kulinarisch kennenzulernen.

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Der Inhalt und die Rezepte
Unterteilt ist “Yemek” genau so, wie man sich einen wunderbaren Ferientag wünscht: Das Kapitel “Morgen” bietet allerlei Frühstücksideen, mit denen man sich für eine Entdeckungstour in Istanbul stärken kann. Bei manti und Melone lässt sich dann im Kapitel “Mittag” eine Verschnaufpause einlegen. Ein Weizensalat mit Granatapfel lockt, die türkischen Tortellini oder auch die kalte Joghurtsuppe, die für heiße Sommertage bestimmt genau das richtige ist, machen mich schon beim Durchblättern hungrig. Wer jetzt schon bis zum Abendessen gesättigt ist, rechnet aber nicht mit der Freude der Türken am Süßen und somit auch nicht mit der türkischen “tea time”, der sich das Kapitel “Nachmittag” widmet. Gözleme, Börek-Schnecken, süße Apfelröllchen sowie eine ausführliche Vorstellung türkischer Süßigkeiten finden sich hier. Weißer Nougat, Baklava, Lokum, Helva, ich lieb das alles ja sehr und könnte so bei einem Tässchen Mokka die Stunden in der Sonne vertändeln um mich spät am “Abend” den Köstlichkeiten, die eben jenes Kapitel bereit hält, zu widmen. Das Abendessen, so erfahre ich im Buch, ist in der Türkei, im Familien- oder Freundeskreis genossen, die wichtigste Mahlzeit des Tages und wird immer mit meze, den köstlichen Vorspeisen, eingeleitet. Bohnenpüree, Zucchinijoghurt mit Haselnüssen, Tomaten-Kräuter-Salat, Auberginencreme, die Gemüsevielfalt ist einfach herrlich und wird auch eine buntgemischte Tischgesellschaft  zufrieden machen. Wer jetzt noch nicht erschöpft ist, der kann sich in das aufregende Nachtleben der pulsierenden Metropole stürzen. Und wie sollte es anders sein – auch dieser Tageszeit widmet sich das Buch im Kapitel “Nacht” mit den Klassikern, die auch die Zuhausegebliebenen nur zu gut kennen und schätzen: (vegetarische) Lahmacun, Pide-Variationen und Dürüm.

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Die Gestaltung
Dieses Buch strotzt vor Kreativität, vor Urlaubslust, vor Freude an Formen, Farben, Lebensmitteln. Schon das wunderbare Cover von “Yemek” lässt mich das Buch immer wieder zur Hand nehmen. Die Fotos sind herrlich arrangiert, und stechen aus den zurzeit eher populären Vintage-Arrangements der Foodstylisten heraus. Besonders gut gefallen mir die wunderbar gestalteten Seiten, mit denen jedes Kapitel beginnt. Ich gestehe – Objektivität fällt mir schwer. Ich finde die Gestaltung des Buches einfach toll, was daran liegt, dass ich – was hier auf dem Blog ja schon mehrmals gesagt wurde – eine Schwäche für schön illustrierte Bücher habe. Auch das Format ist gut, nicht zu groß, einmal aufgeschlagen fällt es nicht wieder zu.

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Fazit
“Yemek” ist ein wunderbares Buch, eine Hommage an die einfache türkische Landesküche, an Istanbul und an ihre Menschen. Ein Buch, das Lust macht – sofern die freien Tage noch nicht für das ganze Jahr verplant sind – den nächsten Urlaub in Istanbul zu planen. Doch auch die Daheimgebliebenen müssen nicht traurig sein, können sie sich mit diesem Buch doch einfach an die Hagia Sophia, den Topkapı-Palast oder in den großen Basar kochen. Und auch wenn “Yemek” kein rein vegetarisches Kochbuch ist, kommen Vegetarier trotzdem auf ihre Kosten, denn die wenigen Rezepte mit Fleisch und Fisch lassen sich an einer Hand abzählen. “Yemek” ist für mich damit genau das, was es versprich: Ein Buch wie ein wunderbarer Ferientag am Bosporus.

Vielen, vielen lieben Dank, liebe Isabel für das wunderbare Buch! Du hast mir damit eine riesen Freude gemacht. Und vielen Dank an den Edel-Verlag, der mir die Bilder für diesen Blogpost zur Verfügung gestellt hat. Das Copy Right aller Bilder in diesem Blogpost liegt bei Lisa Rienermann. Yemek Rezepte aus Istanbul, ISBN 978-3-8419-0311-2, von Isabel Lezmi, Lisa Rienermann und Veronika Helvacioglu ist 2015 im Edel-Verlag erschienen und kostet 17,95 €.

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5 comments on “Yemek – Rezepte aus Istanbul {Rezension}

  1. Carla
    15. März 2015 at 12:52

    Ich glaube, ich verstehe, wieso du ins Schwärmen gekommen bist – das Buch sieht wirklich absolut toll aus, so liebevoll illustriert! Das ist mal was anderes, als eine Seite Photo und auf der anderen schlicht das Rezept :) Hach, ich kann mir doch nicht schon wieder ein neues Kochbuch zulegen…
    Liebe Grüße und schönen Sonntag,
    Carla

  2. Fee ist mein Name
    15. März 2015 at 13:34

    Rein optisch überzeugt das Buch auf jeden Fall. Und wenn es dann auch noch inhaltlich so toll ist… muss man es eigentlich haben :)!

  3. Our Food Stories
    15. März 2015 at 14:55

    Das klingt ja wirklich sehr verlockend!! Allein das Cover finden wir schon klasse!! Da müssen wir unbedingt mal einen Blick rein werfen <3
    Alles Liebe und genieß Deine freien Tage,
    Laura & Nora

  4. Ylva
    16. März 2015 at 06:34

    Was für herrliche Farben – ich liebe es, wenn ein Buch vor lauter Lebensfreude strotzt! Und wenn dann noch die Grafik passt und es sogar auch noch ein Kochbuch ist… was will man mehr? :)
    Vielen Dank für den Tipp, liebe Julia!
    Herzliche Grüße,
    Ylva

  5. anni
    16. März 2015 at 09:42

    oh, die türkische küche hat so viel tolles zu bieten… und dieses buch macht nicht nur lust auf essen ;) danke für den tipp, ich glaub ich weiß schon wem ich es schenken werde!
    liebe grüße

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