Shaking Salad {Interview}

Shaking Salad © Eienhut & Mayer/Brandstätter VerlagWenn BloggerInnen Bücher veröffentlichen bin ich manchmal skeptisch – werde ich ein Buch in der Hand halten, das zwar hübsch anzusehen ist, aber keinen kulinarischen Mehrwert bietet, oder werde ich ein Buch in der Hand halten, das genau das macht, was ein gelungenes Kochbuch ausmacht, nämlich Hunger und Lust aufs Nachkommen? Im Fall von „Shaking Salad“ ist die Antwort ganz einfach: Ich habe Hunger. Auf Salat. Denn ja, in „Shaking Salad“ dreht sich alles um das Leichte, das Einfache, das Gute in Form von abwechslungsreichen Salaten. Ein ganzes Buch mit Salat-Rezepten? Natürlich! Karin Stöttinger hat  sich 60 herrliche Rezepte für Vegetarier, Veganer und Ominvoren ausgedacht. Die Salate sind das reinste Vergnüngen und im handumdrehen zubereitet, die übersichtlichen Zutatenlisten führen nur Lebensmittel auf, die in jedem Supermarkt zu finden sind. Der Clou ist, dass die Rezepte dafür ausgelegt sind, dass die Salate mitgenommen werden – als Mittagspausenalternative zum immergleichen Kantinen- oder Mensaessen, als Verpflegung auf Wanderungen oder als Snack an einem Tag am See. Da könnte man fast vergessen, dass man das Buch einer Bloggerin in der Hand hat, wenn diese Bloggerin eben nicht Karin wäre, die ich letztes Jahr an einem verregneten Wochenende in Wien als warmherzig und klug kennenlernen durfte.

Shaking Salad © Eisenhut & Mayer/Brandstätter Verlag

{Julia} Liebe Karin, erzähl doch mal ein bisschen: Wie bist du auf die Idee zu Deinem Buch „Shaking Salad“ gekommen?

{Karin} Also wenn ich ehrlich bin, fing alles vor zirka 25 Jahren an, als ich das erste Mal Baywatch gesehen habe :). Mit dem Intro der Serie stand für mich fest, dass ich einmal Wellenreiten lerne. Den Entschluss habe ich dann mit Anfang 30 in die Tat umgesetzt und bin ins südlichste Spanien gereist, um in den hohen Wellen des Atlantiks surfen zu lernen. Im Surfcamp erwartete uns dann zu Mittag immer eine Pyramide an Salaten im Glas. Die Idee fand ich so toll, dass ich ab da meinen Salat im Glas mit ins Büro nahm. Meine Kolleginnen und Kollegen waren von der Vielfalt an Salaten so angetan, dass ich schon bald einmal pro Woche unsere Mittagsrunde bekochte. Sie ermutigten mich, mehr daraus zu machen. Die Idee zum Kochbuch war geboren!

Wie hat sich das angefühlt, als Du den Schritt gewagt hast, mit einer Fotografin und einem Grafiker über Deine Idee zu sprechen, ein Konzept zu entwickeln und es an Verlage zu schicken?

Ich war sehr nervös! Das erste Mal in meinem Leben ging es um etwas von mir persönlich. Ich wusste nicht, ob sich die Idee nur in meinem Kopf gut anhört, oder auch wen anderen begeistern kann. Aber den Schritt kann ich nur jeden empfehlen. Es hat sich für sehr viele gut angehört und das war auch die Motivation weiter zu machen. Das Konzept war ziemlich schnell im Kasten! Die Aussendung an die Verlage war dann meine größte, öffentliche Herausforderung. Mir wurde immer wieder gesagt, dass ich keinen Verlag finden werde und es am Besten im Eigenverlag machen soll. Darum konnte ich mein Glück nicht fassen, als ich einen halben Tag später schon drei fixe Zusagen hatte!

Wie kann ich mir die Arbeit an einem Kochbuch vorstellen?

Die Arbeit am Kochbuch war aufgegliedert in den Rezept-, den Foto- und den Kochteil! Zuerst mussten mir einmal 60 Rezepte einfallen. Dabei halfen mir ganz viele Gespräche mit lieben kochinteressierten Freunden und die Inspiration von meinen Reisen. Meine Lektorin behielt den Überblick über die Vielfalt und die Ausgewogenheit und hinterfragte manche Rezepte, ob sie auch wirklich zum Shaken geeignet sind. Das Kochen im Fotostudio übernahmen dann Freundinnen von mir. So konnte ich mich nur noch auf das Foodstyling und das Anrichten konzentrieren. Während eines Studiotages haben wir bis zu 10 Salate fotografiert, das hieß, dass ich 10 verschiedene Sets im Kopf haben musste.

Shaking Salad Shaking Salad © Eisenhut & Mayer/Brandstätter Verlag

Vom Blog zum Buch – ein aufregender Weg! Was sind Deine Ratschläge für BloggerInnen, die auch eine tolle Idee für ein Kochbuch haben?

Ein lieber Freund hat zu Beginn meines Projektes zu mir gesagt, rede über dein Projekt nur mit Menschen, die in der gleichen Situation sind oder schon einmal waren. Nur sie wissen, wie es dir gerade geht. Alle anderen positiven und negativen Meinungen von Personen, die glauben es zu wissen, blende einfach aus. Ich habe mich an diesen Ratschlag gehalten und in kniffligen Fragen immer eine Kochbuchautorin angerufen und mir ihren Rat geholt. Das hat mir sehr geholfen.
Darüber hinaus rate ich allen, an euch und eure Idee zu glauben! Ihr könnt alles schaffen und begeistern. Im Hinterkopf solltet ihr aber immer haben, dass es eine sehr lange und intensive Zeit wird. Ich stehe mir oft selbst im Weg, weil ich manches zu perfekt machen möchte. Da ist es wichtig, ein Team dahinter zu haben, dass ein sachliches Feedback gibt und schaut, dass es weiter geht.

Dein Buch ist so fröhlich und sommerlich, würdest Du sagen, dass Salate nur etwas für die warme Jahreszeit sind, oder hast Du auch einen Tipp für einen winterlichen Salat?

Salate sind zu jeder Jahreszeit ein tolles Essen. Im Winter nehme ich Rüben, Knollen und kombiniere sie mit frischen Käse und gedörrten Früchten. Am Besten schmeckt mir der Salat warm. Im Buch findet ihr das Rezept zum winterlichen Salat auf Seite 33.
{Anmerkung Julia: Ein herrlicher Salat aus Birnen, Pastinaken, Rote Bete, Fenchel, Ziegenkäse mit einem Zitronen-Olivenöl-Dressing mit Honig }

Was sind Deine nächsten Pläne? Wirst Du weitere Kochbücher schreiben?

In meinem Kopf schwirren stetig tausend Ideen herum. Was als nächstes kommt, muss noch ein bisschen reifen. Aber fest steht, dass ihr regelmäßig von mir auf Geschmacksmomente.com lesen könnt.

Liebe Karin, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Du kannst auf Dein Erstlingswerk wirklich stolz sein!

„Shaking Salad“ von Karin Stöttinger ist am 11. Januar im Brandstätter Verlag erschienen. Das Buch kostet 19,90 € und wurde mir zur Rezension zur Verfügung gestellt. Alle Bilder in diesem Beitrag wurden vom Brandstätter Verlag zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Eisenhut & Mayer/Brandstätter Verlag.

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7 comments on “Shaking Salad {Interview}

  1. Emilie
    28. Januar 2016 at 18:34

    Das ist aber eine schöne Idee! Vor allem die Hintergrundgeschichte zu dem Buch gefällt mir sehr gut. Ich nehme mir meine Salate schon lange im Glas mit zur Uni. Häufig sind das dann zusammengewürfelte Kompositionen aus Gemüseresten, die bei uns halt weg mussten. Bei eurem schönen Gespräch habe ich aber wieder mehr Lust bekommen, kreative Dressings anzurühren und eigens für meinen Mittagssalat einkaufen zu gehen.
    Danke für die schönen Inspirationen. :)
    Alles Liebe, Emilie

    • Julia
      30. Januar 2016 at 15:54

      Unsere Mittagessen scheinen sich zu ähneln, Emilie! Meine Salate sind auch meist eher zusammengewürfelter „Rumfort“, also alles, was rumliegt und fort muss :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Karin
    31. Januar 2016 at 21:22

    1000 Dank liebe Julia für diesen tollen Artikel und die lieben Worte! Ganz liebe Grüße von hier unten und hoffentlich bis bald einmal! Karin

    • Julia
      29. Februar 2016 at 10:01

      Liebe Karin, sehr gerne doch <3 Und bis hoffentlich ganz bald!

  3. Bianca von ELBGESUND
    20. Februar 2016 at 20:01

    Oh verrätst du auch ein Rezept aus dem Buch?? Liebe Grüße, Bianca

    • Julia
      29. Februar 2016 at 10:01

      Liebe Bianca,
      hier wird sich bestimmt noch das ein oder das andere Rezept aus Shaking Salads finden, aber wenn Du so lange nicht warten möchtest findest Du einige Rezepte aus dem Buch direkt bei Karin auf dem Blog: http://www.geschmacksmomente.com
      Liebe Grüße!
      Julia

  4. Marion
    9. April 2016 at 11:51

    Liebe Julia, ich bin auf deinen Post gestoßen, weil ich grad einen Post über Karins wunderolle Shaking Salads mache und habe dein Interview auf unserem Blog verlinkt. Danke
    Liebe Grüße aus der englisch sprachigen Welt ;-) Deine Marion

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