Silvester! Das Fest der überbrodenden und meist nicht erfüllten Erwartungen und Hoffnungen! Das mag jetzt etwas fatalistisch klingen, aber sind wir doch mal ehrlich! Wie ich in der Zeitung den Artikel von Dirk Peitz „Los Glück, finde mich!“ lese, nicke ich immer wieder und denke mir „Jajajajajaja! Genau!“. Schreibt der Gute da doch „Zwar ächzen alle immer unter Weihnachten, in Wahrheit aber ist Silvester viel unbarmherziger. Weihnachten ist in seiner Abfolge choreographiert, Silvester frei wählbar; und gerade die vielen Variablen machen es so unkontrollierbar.“ Wo Weihnachten das Fest der Familie sei, ist Silvester das Fest der Freunde, und die kann man sich ja bekanntlich selber aussuchen.

Herr S. und ich gehen heute zu unserem lieben M. Dort lassen wir es mal so richtig schön krachen (Schlecht! Ganz Schlecht! Ich weiß!) und essen Hummer. Den haben wir über unseren lokalen Fischhändler bekommen, der ihn uns auch schon vorgekocht hat. Eigentlich wollten wir das selber machen, aber auf die Frage, wie groß unser größter Topf sei (Antwort: 10 Liter), hat der gute Mann geantwortet, dass man mindestens einen 30 – 40 Liter Topf brauche, um die Hummer unter Tierschutzaspekten ordentlich – also schmerzfrei für das Tier – zu kochen. Und es sei ihm doch schon sehr wichtig, dass die „Tierle“ nicht leiden. Mir ist das auch wichtig, deshalb vielen lieben Dank für’s Vorkochen!

Hummer

Zum Hummer gibt es dann Baguette (M. vermutet, dass Silvester ein Fest der Baguette-Industrie sein muss), Aioli und eine Zitronen-Chili-Mayonnaise. Ich finde, Mayonnaise aufzubauen schon etwas tricky, aber mit diesem Rezept geht das super einfach.

  • 1 Eigelb
  • 1 gestrichenen TL Salz
  • 1 gestrichenen TL Senf
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 250 ml Öl, z.B. Sonnenblumenöl

Eigelb, Salz, Senf und Zitronensaft mit einem Handrührgerät schaumig rühren. Das Öl in in ganz dünnem Strahl einlaufen lassen und immer weiter rühren. Wichtig ist, dass nicht das ganze Öl auf einmal aufgeschlagen wird, sonst bekommt man eine flüssige Ei-Öl-Masse, die niemand essen will. Ich bereite die Mayo zweimal zu, damit ich genug „Trägermaterial“ für die anschließend daraus resultierenden Soßen habe.

Für das Aioli presse ich jetzt so ca. 10 Knoblauchzehen und mische sie unter die Mayonnaise. Für die Zitronen-Chili-Mayonnaise, entkerne ich eine große rote Chilischote, schneide sie klein und mische alles mit dem Saft und der Schale von einer Zitrone oder Limette.

Das Grundrezept für die Mayo habe ich aus dem Kochbuch „Kochen und Backen nach Grundrezepten“ von Luise Haarer, das in 23. Auflage 1973, in der Burgbücherei Wilhelm Schneider erschienen ist. Es ist das beste Kochbuch, wenn man genau so kochen möchte, wie die eigene Oma. Das herrlich antiquierte Frauenbild und die wunderbaren Rezepte, die garantiert auf die Hüfte schlagen, machen dieses Buch zu einer wunderbaren Lektüre. Hier ein Auszug aus dem Vorwort: „Dieses freie, durchdachte, sinnvolle Kochen gibt erst die richtige Freude an der Arbeit und ist deshalb das Ziel für jede Hausfrau, die die Kochkunst meisterlich beherrschen will.“ Und über dem Kapitel der Mayonnaisen – hier noch Ölsoßen – steht: „Kalte Ölsoßen spielen in der vegetarischen Küche und bei der Bereitung von Rohkostsalaten eine große Rolle, weil man damit die fett- und eiweißarmen Rohgemüse aufwerten kann“. Wenn wir doch mal ehrlich sind (schon wieder!), dann spielt Mayo heute eigentlich keine Rolle mehr, aber lecker ist sie trotzdem!

In diesem Sinne: Kommt gut in das neue Jahr!

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Wer in Augsburg mal eine richtig gute Bar besuchen möchte, der sollte in die Golden Glimmer Bar gehen.

GoldenGlimmerBar

Kein Firlefanz, kein Schnickschnack. Just a simple bar. Aber was für eine! Man möchte schreien vor Glück „Ja! Genau! Das hat gefehlt in der Stadt der Zirbelnüsse und Max-Straßenfeste!“ Ich freue mich über dieses neue Schmuckstück, auf das andere Städte jetzt nur neidisch blicken können und sich fragen müssen, ob ihnen solch eine Bar nicht auch fehlt. Fakt ist: Die Getränke sind gut (sehr gut), das Publikum auch, das Gefühl stimmt, wenn man eintritt… Daumen hoch für die jetzt stattfindende Bar-Kultur in Augsburg.

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Carciofi alla Romana | chestnutandsage.de

Von Familie S. letztem Italien-Ausflug, der nur wenige Tage zurück liegt, haben wir ganz wundervolle Artischocken bekommen. Und zwar diese feinen, nicht so großen grün-violetten, bei denen man auch den Stiel mitessen kann. Sehr fein also.

Als Vorspeise für 4 Personen braucht Ihr:

  • 1 Zwiebel, in kleine Würfel geschnitten
  • 3 Knoblauchzehen, fein geschnitten
  • 350 ml Weißwein
  • Salz, Pfeffer
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 1 Bund Petersilie, kleingehackt
  • 3 Artischocken, halbiert und mit Zitronensaft eingerieben, damit sie nicht braun werden

Die Artischocken müssen ein wenig vorbereitet werden: Die äußeren, harten Blätter müssen entfernt werden, die sind zu hart um sie genussvoll mitzuessen. Das obere Drittel kann auch abgeschnitten werden. Das Stroh dagegen, kann drinnen gelassen werden, das ist anders als bei den französischen Artischocken. Vom Stiel lasse ich ca. 10 cm stehen, der wird später weich und lecker.

Die Artischockenhälften in reichliche Salzwasser kochen. In der Zwischenzeit in einem Topf Öl erhitzen und die Zwiebel und den Knoblauch andünsten. Die Artischockenhälften nach 10 Minuten abgießen und zu den Zwiebeln und derm Knoblauch geben. Die Artischocken erst auf der schuppigen Seite anbraten, dann auf der Schnittfläche. Die Brühe und die Petersilie zugeben und alles ca. 40 Minuten schmoren lassen. Die Artischocken in eine Schüssel geben, mit der Zwiebel-Knofi-Petersilien-Mischung und der restlichen Brühe bedecken und nochmal ein wenig Zitronensaft dazugeben. Wenn noch Petersilie übrig ist, kann die hier nochmal über die Artischocken gegeben werden.

Dazu gibt es Baguette, das mit dem Oliven-Tomaten-Relish bestrichen wird.
Lecker.

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Panna Cotta | chestnutandsage.de

Ein gutes Essen sollte mit einem guten Dessert abgeschlossen werden. Ich bereite heute einen Klassiker der italienischen Küche zu: Panna Cotta. Gekochte Sahne. Ein Traum. Das Rezept nehme ich aus Tim Mälzers „Kochbuch“, dass im Mosaik Goldmann Verlag, 2007, erschienen ist. Besonders gut gefällt mir an diesem Rezept, dass es nicht ganz so schwer ist, weil Milch und steif geschlagene Sahne zum Einsatz kommen, und das Dessert dann fluffiger und leichter wird.

Panna Cotta | chestnutandsage.de

Für 4 große oder 6 kleine Portionen braucht Ihr:

  • 250 ml Sahne
  • 150 ml Milch
  • Schale von 1 Orange
  • 1 Vanilleschote, halbiert und ausgekratzt
  • 2 EL Zucker
  • 100 ml Sahne, steif geschlagen
  • 2 1/2 Blätter Gelatine
  • 200 g (gefrorene) Himbeeren
  • Saft 1/2 Zitrone

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Sahne, Milch, Orangenschale, Vanille, Vanilleschote und Zucker in einen Topf geben und aufkochen lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die Sahne-Milch-Mischung durch ein Sieb gießen, damit sie frei von der Orangenschale und der Vanilleschote ist. Die Gelatine ausdrücken und in die heiße Flüssigkeit geben. Ein wenig rühren, bis sich die Gelatine aufgelöst hat. Alles abkühlen lassen und bevor die Panna Cotta fest wird, die steif geschlagene Sahne unterheben. Das führt dazu, dass dieses doch recht reichhaltige Dessert, fluffiger und leichter schmeckt. Die Panna Cotta in kleine Gläschen oder Schüsseln füllen und fest werden lassen. Die Himbeeren pürieren und mit ein paar Spritzern Zitronensaft und Zucker abschmecken. Das Himbeermuß auf die feste Panna Cotta geben, Löffel dazu, hinsetzen und… Lecker!

Lasst es Euch gut gehen!
Liebe Grüße
Julia

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Olivenrelish | chestnutandsage.de

Der Geschmack dieser Würzpaste hängt stark von den Oliven ab, hier könnt ihr also ruhig mal zu guten schrumpeligen, leckeren schwarzen Oliven greifen! Die Zubereitung dauert maximal 20 Minuten und lohnt sich auf jeden Fall. Das Relish passt nicht nur hervorragend zu Käse, sondern auch mal als Pizzabelag.

  • 2 EL Öl von sonnengetrockneten Tomaten
  • 1 rote Zwiebel, gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, kleingeschnitten
  • 5 sonnengetrocknete Tomaten, abgetropft und kleingeschnitten
  • 250 g schwarze Oliven, grob gehackt
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz und Pfeffer
  • 15 Basilikumblätter, grob gehackt
  • Saft einer halben Zitrone
  • 3-4 EL Olivenöl

Das Öl der sonnengetrockneten Tomaten in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch darin wenige Minuten dünsten. Die sonnengetrockneten Tomaten, die Oliven und das Lorbeerblatt dazugeben und ca. 5 Minuten mitschmurgeln. Wenn sich das Aroma entfaltet hat, die ganze Sache vom Herd nehmen, salzen und pfeffern und das Lorbeerblatt entfernen. Die Basilikumblätter mit der Masse pürieren, das Olivenöl untermischen und mit dem Zitronensaft abschmecken. Das fertige Relish in ein Glas mit Schraubverschluss geben und mit Olivenöl auffüllen. So dürfte sich das Relish bis zu zwei Wochen im Kühlschrank halten.

Olivenrelish | chestnutandsage.de

Das Rezept ist aus dem Kochbuch „Pizza – Calzone & Foccacia! von Maxine Clark, das als genehmigte Lizenzausgabe bei der edel entertainment GmbH erschienen ist.

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Casa Della Pasta | chestnutandsage.de

Sollte es Euch einmal an einem Donnerstag oder Freitag in die Stadt der Quadrate im Rhein-Neckar-Delta verschlagen, ausgehungert und auf der Suche nach einem guten italienischen Restaurant, dann empfehle ich Euch das Casa della Pasta in R7, 29, 68161 Mannheim. Besser geht’s nicht: das kleine Restaurant mit Feinkostladen (übrigens mit hervorragenden selbstgemachten Antipasti und Pasta) hat nur wenige Sitzgelegenheiten. Wenn’s eng wird, muss man schon mal enger zusammen rutschen. Die zwei Gerichte, die zur Auswahl stehen – eines für Vegetarier / Frutti-di-Marier und eines für „Normalesser“ – sind immer hervorragend und der Service ist super freundlich. Der Wein (keine Ahnung, wie die Weinauswahl ist, ich bestelle immer ein Glas Rotwein, der dann gut ist) ist wie gesagt gut, der Espresso hat eine ordentliche Crema, was will man mehr…  Leider hat das Casa della Pasta wie schon angedeutet nur Donnerstag- und Freitagabends von 18 bis 21 Uhr geöffnet. Mittagstisch gibt’s zwar auch, aber das habe ich noch nie geschafft. Eine Website hat der Familienbetrieb auch nicht, dafür aber eine Facebook-Seite, auf der auch steht, was es zu essen gibt. Wenn Ihr also mal in die Gegend kommt, einfach mal reinschaun. Es lohnt sich!

Viele Grüße

Julia

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