christmas market | unsplash.com

Der Weihnachtsmarkt ist hier in Augsburg schon seit vielen Tagen voll im Gange. Der Rathausplatz bricht aus allen Nähten, Glühweinschwaden und der Duft von Krautschupfnudeln wabern durch die Stadt. Allüberall auf den Tannenspitzen, würde ich gerne sagen, sieht man goldene Lichter blitzen. Doch in den Gassen und Straßen – da sieht man vor allem mit schweren Taschen bepackte Menschen auf der Jagd nach den passenden Geschenken für die Liebsten, denn zu Weihnachten, und das ist auch bei uns so, gehören Geschenke einfach dazu. Und wie so oft wird bei der Wahl der Geschenke meist eine hübsche, jedoch nicht die nachhaltigste getroffen. Dabei haben alle Konsumentscheidungen einen direkten Einfluss auf die Natur und die Menschheit. Deshalb möchte ich Euch heute meine Top 5 der Weihnachtsgeschenke-Hotspots vorstellen, in denen man mit gutem Gewissen Geschenke für sich selber und die Liebsten kaufen kann. Starten wir also am Rande des Domviertels bei glore. Danach wursteln wir uns einmal über den Weihnachtsmarkt um in der Stadtmitte gleich eine kleine Pause in der FÄRBEREI einzulegen. Um in das Bismarckviertel zu samobie und den Lokalhelden zu gelangen, schlendern wir dann die Maxstraße entlang, wo wir noch einen kurzen Abstecher ins Apothekergässchen machen. Denn einen Besuch bei greenglam sollten wir uns nicht entgehen lassen. Weiterlesen…

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Spaghetti mit Ricotta und Kapern | chestnutandsage.de
Beziehungen sind für Außenstehende nicht immer leicht zu verstehen. Nicht, dass sie es müssten, aber Menschen neigen ja dazu sich für Dinge zu interessieren, die sie eigentlich gar nichts angehen. Mir fällt dazu eine Geschichte ein, die ich (so meine ich zumindest) einmal von Roger Willemsen gehört habe. Er berichtete von einem alten Paar, dass in einem Restaurant schweigend seine Suppe aß. Die beiden wirkten traurig auf ihn, als ob alle Gemeinsamkeit abhanden gekommen, als ob alles zwischen ihnen gesagt sei. Als der Mann kurz den Tisch verließ, aß die Frau ihre Suppe schweigend weiter, ohne auch nur den Blick zu heben. Bei der Rückkehr des Mannes an den Tisch, streichelte dieser seiner immer noch essenden Frau mit einem leichten Lächeln sanft über den Kopf, setzte sich, und aß schweigend weiter. Die Zärtlichkeit dieses liebevollen Aktes, die absolute Zufriedenheit, mit der dieses Paar beieinander saß und ein gemeinsames Mahl mit seiner ganzen Aufmerksamkeit genoss, ließ die Szenerie auf einmal in anderem Licht erscheinen. Aus großer Traurigkeit wurde absolute Vertrautheit, die große Liebe. Was für Außenstehende also vielleicht auf den ersten Blick wie Unglück scheint, muss kein Unglück sein, kann sogar, ganz im Gegenteil, einfach nur die stille Vertrautheit  zweier Menschen sein, die ihren Alltag, ihr Leben und all das, was dazu gehört, gemeinsam meistern. Und die sich ab und an, unter dem Ausschluss aller neugieriger Augen, einen Teller Spaghetti teilen.
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Maamoul | chestnutandsage.de

Wenn Sprache nicht als Grundlage von Freiheit und Zusammenarbeit, sondern, wie Salman Rushdie sagt, als Quelle aller Zwietracht, aller Missetaten und jedweden Charakterverfalls wahrgenommen wird, was macht das dann mit jemanden, der sich selbst als Plaudertasche bezeichnet? Sie hat zwei Möglichkeiten: entweder sie verstummt und trägt damit zu Harmonie und Glückseligkeit bei. Von wem, das ist allerdings unklar. Oder sie vertraut auf sich und redet. Und redet. Vielleicht sich selbst um Kopf und Kragen. Aber lieber kopflos als vor lauter Unglück verstummt. Wem das Herz jedoch so voll ist, dass der Mund von Zeit zu Zeit überzulaufen droht, obwohl er das gar nicht sollte, der muss in Zukunft immer ein Ma’amoul in der Tasche haben. Einen zartmürben Keks, gefüllt mit Datteln, aromatisiert mit Orangenblütenwasser und Kardamom. Den man sich immer dann in den Mund stecken kann, wenn man Gefahr läuft Dinge zu sagen, die man lieber für sich behalten hätte. Weiterlesen…

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Fotograf: Matthew Henry
Fotograf: Matthew Henry

Diese Woche ist es wieder so weit – ich habe mit meinem Blog den fünften Geburtstag gefeiert. Es war also wieder Zeit für ein Blog-Zwiegespräch, Zeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. 

Julia: Lieber Blog, fünf Jahre verbringen wir nun miteinander. Wie geht es dir denn so?
Blog (resigniert): Ach Julia, was soll ich sagen, wir kamen schon mal besser miteinander aus.
Julia: Ja das stimmt wohl, Blog. Aber der Alltag, die Arbeit und dann dieser Sommer! Ich hatte einfach nicht die Energie, dich ausreichend zu hegen und zu pflegen.
Blog (aufgebracht): Alles Ausreden! Schau dir doch mal an, wie wenig Kommentare ich nur noch bekomme! Ich verkümmere!
Julia: Aber Blog, jetzt beruhige dich doch! Ich lass dich nicht untergehen, das hier wird so lange weitergemacht, bis niemand mehr was von Blogs wissen will! (Blog reisst panisch die Augen auf) Schau, was wir gemeinsam erreicht haben, sogar in gedruckter Form gibt es dich!
Blog (schnäuzt sich weinerlich): Wirklich?
Julia: Ja klar! Du und ich, wir bleiben zusammen! Trends kommen und gehen. Influencer überstehen wir auch. Selbst die Kooperationsanfragen schmettern wir immer noch ab, obwohl wir manchmal ganz schwach werden.
Blog (schnieft versöhnlich): Ja, das machen wir wirklich ganz gut…
Julia: Siehst du! Und den ganzen anderen Rest, das regelmäßige schreiben, kochen, kommentieren, das kriegen wir auch wieder hin. Versprochen. Weiterlesen…

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vegetarische Brotaufstriche | chestnutandsage.de

Ich bin ein Fan von klaren Aussagen. Inhaltsleeres Geschwurbel, das meist das gedankliche Chaos oder die geistige Windstille des Vortragenden widerspiegelt, ist mir zutiefst zuwider. Kein Wunder also, dass ich bei „1 Kilo Avocado benötigt 1000 Liter Wasser“ aufmerke. Denn ein Kilo Tomaten braucht, im Gegensatz zur grünen Fettfrucht, nur 180 Liter Wasser bis es verzehrfertig ist. Das ist eine einfache Tatsache, die einfach formuliert vermittelt um was es im heutigen Post gehen soll: This is not okay. Häufig in Regionen dieser Welt abgebaut, die arm an Trinkwasser aber reich an Land sind, ist der Energieaufwand  für die Menge an Avocados, die ich im Monat esse, einfach nicht zu rechtfertigen. Es wird also Zeit für Alternativen und die sind erstaunlich schnell gefunden. Bunt dürfen sie sein, aromatisch und – am allerbesten – natürlich aus der Region und zur Jahreszeit passend.  Äpfel, Meerrettich, Walnüsse, selbst Rote Bete türmen sich auf um gemeinsam zu Brotaufstrichen kombiniert zu werden die nicht nur verdammt lecker, sondern auch noch (sofern sie aus dem eigenen Garten kommen) fast total CO2-neutral sind und damit zwar keine Erleuchtung garantieren aber zumindest ein gutes Gewissen auf den Teller zaubern. Weiterlesen…

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Herbstäpfel | chestnutandsage.de

Es raschelt unter meinen Füßen. Bunte Blätter wirbeln bei jedem Schritt um meine Beine. Auf der linken Seite habe ich mich bei meiner lieben Freundin eingehakt, auf der rechten Seite habe ich meinen Liebsten im Arm. Die Sonne fällt warm durch das lichte Blätterdach, weich ist es, golden. Wir spazieren durch den Stadtwald, der sich kurz hinter dem Haus erstreckt und zu jeder Jahreszeit seine Schönheit präsentiert. In dicke Jacken eingehüllt, begleiten uns kleine kalte Atemwölckchen zwischen Lachen und Tratschen. Es ist gut zu wissen, dass, egal wo ich hinschaue, Menschen um mich sind, die es gut mit mir meinen. Auch wenn ich das an manch trübem Tag nicht immer erkennen mag. Tage, an denen ich mich lieber in der Küche verstecke, Schutz vor bösen Blicken suche und kleine Abwehrzauber brauche. Als universelle Verteidigung sozusagen, die gerne – ein bisschen salzig, ein bisschen süß – aus dem Backofen kommend sich, behütend wie Fatimas Hand, um mich legen darf. Weiterlesen…

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