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Spargelpasta mit Erbsen | chestnutandsage.de

Beim Blick aus dem Fenster offenbart sich ein eigenartiger Einblick in meine Seelenlandschaft: Termine fliegen da vorbei, gefolgt von blühenden Fantasien, während man in weiter Ferne dem Wunsch nach einem neuen Paar Schuhe beim Wachsen zusehen kann. In den Bäumen am Rand dieser Kulisse, deren Blätter voll grüner Hoffnung rauschen, sitzen, sicher versteckt vor dem eigenen Mut, Vögel, die dumme Ideen ausbrüten. Währenddessen (und beinahe unbemerkt) ziehen am Horizont dunkle Wolken schlechten Gewissens auf, bis oben hin aufgeladen mit Blitzen aus Belegen, die ich noch für die Steuererklärung heraussuchen wollte. Das drohende Gewitter scheint aber den Gärtner, der auf einmal am Bildrand auftaucht und die Wurzeln jedweder Unsäglichkeit freizulegen versucht, nicht von seiner Arbeit abzuhalten. Mit emsigem Bemühen wühlt er sich durch ein Werk aus Scham, Bedauern und Wut während über allem (und trotz allem) die Sonne scheint und mit ihren warmen Strahlen daran erinnert, den Spagat zwischen absoluter und relativer Welt zumindest zu versuchen. Die Szenerie gleicht, man kann es nicht anders sagen, einem Mitgutsch’em Wimmelbuch. Nur die FKKler am Strand sind nirgendwo zu sehen. Diesen verschwurbelten Gehirngespinsten, muss man versuchen, etwas entgegen zu setzen. Gleiches wird ja bekanntlich mit gleichem bekämpft. Feuer mit Feuer. Schwurbel mit Schwurbel. Und deshalb soll heute die Waffe meiner Wahl eine Pasta mit feinen Spargelstreifen und Erbsen sein. Schön verschwurbelt. Auf dass sich im Chaos auf wundersame Weise Ordnung einfinden mag. Weiterlesen…

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Fotograf: Mike Nguyen

Seit einigen Tagen summt und brummt es in meinem Kopf – meine Gedanken kreisen vor lauter Aufregung um ein einziges Thema: Bienen. Die Beute steht, ich verschlinge alles, was mir an Büchern und Artikeln über die gelb-schwarz-gestreiften Wesen in die Hände fällt und doch bin ich noch im Stand-by-Modus. Bis es auch in unserem Garten summt und brummt dauert es nämlich noch ein wenig, die Schwarmzeit der Bienen beginnt erst in diesem Monat. Damit es den kleinen Insekten so gut wie möglich geht, ist es – nicht nur jetzt – wichtig, dass ihnen ein ausreichend großes Futterangebot (oder auch Trachtquellen wie es bei den ImkerInnen heißt) zur Verfügung gestellt wird. Wie man das macht? Durch eine reichhaltige Balkonbepflanzung – die nicht nur im Frühling besonders hübsch blüht, sondern auch im Sommer und Herbst für eine reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen sorgt. Welche Pflanzen da am besten geeignet sind und was es zu beachten gibt? Darüber habe ich mich mit Eva und Philipp unterhalten, die auf Ye Olde Kitchen über alles bloggen, was in ihrem YOK-Garten, einem veritablen Stadtdschungel, passiert. Weiterlesen…

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Magnolie | chestnutandsage.de

April, Du hast dieses Jahr wirklich gemacht, was Du willst. Mehr Regen als Sonnenschein und viel zu viel Schnee zwischendrein. Da lege ich gern mal einen Tag ein, an dem ich der kulinarisch-kuriosen Sammelleidenschaft fröne. Deshalb, wie jeden Monat, alles, was mir besonders gut gefallen hat.

Habt einen schöne Mai, ihr Lieben!
Julia

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Onigirazu | chestnutandsage.de

Die Perfektion im Kleinen zu finden, das ist es, was ich kann. Stupides erledigen, so optimiert, dass die anderen staunen, das ist meine wahre Stärke. Wenn schon unnötige Arbeit, dann verrichte ich sie bitte so, dass es Effizienz und Effektivität von ihren Hockern haut und diese mir, vor lauter Begeisterung, ihren Respekt mit Standing Ovations zollen. Um das Große sollen sich bitte die anderen kümmern. Meins, so will es das Schicksal, ist das Kleine. Und mit dem Schicksal, das lerne ich 2017, kenne ich mich so langsam aus. Deshalb, und nur deshalb, lasse ich einmal mehr eine höhere Macht entscheiden, was es zu essen geben soll und befrage, heute schon zum vierten Mal, die Karten. Gut gemischt sind sie, ich ziehe also die Erste: Ace of Sweets. Schokolade. Das kann man ja nicht ernst nehmen. Die zweite Karte: The Many Named. Ein Sandwich. Das gabs ja erst letzte Woche. Die dritte Karte: The Roll. Sushi also. Alles in allem: Nicht die besten Karten. Ich entscheide mich, das Sandwich als grobe Orientierung zu nehmen, konzentriere mich auf „The Roll“ und denke jetzt – obwohl es sonst nicht meine Art ist – groß. Also, an eine große Sushi-Rolle, an Onigirazu, das ja auch als „The many named“ durchgehen kann: Sushi-Sandwich, Stulle ohne Brot, Riesen-Sushi. You name it. Und so meint es das Schicksal doch wieder gut zu mir, denke ich, während ich meine Onigirazu falte und dabei den leisen, jedoch rauschenden, Beifall von Effizienz und Effektivität genieße. Weiterlesen…

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Po'Boy | chestnutandsage.de

Die Männer in schwarz, die morgens an den Bahnhöfen dieser Welt stehen, gezwängt in die immergleiche und fantasielose Uniform, tragen ihre Rollkoffer bei sich, in denen sie ihre kontrollierten Emotionen transportieren, ohne die sie nicht leben können. Am Ziel ihrer Reisen angekommen, stecken sie die Schwalbenschwänze unter auf Hochglanz polierte Tischplatten, halten sie dort gefangen anstatt sie hoch in die Lüfte schwingen zu lassen, wo sie atemlos ihren Träumen hinterher jagen könnten. Zur Sonne. Zur Freiheit. Schön, dass ihr dabei seid. „Poor Boys!“, möchte man ihnen zurufen. „Keiner wird sich an Euch erinnern!“ Denn das Nichts, es wird auch sie vernichten, wird ihre Lebensarbeitszeit, die sie in den Zeitsparkassen dieser Welt angesammelt haben, gegen das Erlebte aufrechnen lassen und sie am Ende ihres Daseins, im wahrsten Sinne des Wortes, alt aussehen lassen. Bereiten wir heute also für all die poor boys (und natürlich auch alle grrrls) ein Sandwich zu, dass zu Ehren all der Armen Tröpfe geschaffen wurde: Das Po’Boy, einem klassischen US-amerkianischen Sandwich, das normalerweise mit frittiertem Fleisch oder Meeresfrüchten, heute jedoch mit frittierten Mozzarella-Kugeln zubereitet wird. Weiterlesen…

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Spinatsalat | chestnutandsage.de

Hier in der Provinz, wo man sich noch schick macht wenn man abends ausgeht, gibt es gerade jetzt, wo wir mit den ersten lauen Frühlingsnächten beschenkt werden, einiges zu sehen. Die Halbstarken, zum Beispiel, deren Hormonhaushalt durch den Duft der knospenden Jugend durcheinander gewirbelt wird und die sich mit verwuschelten Gedanken und gegelten Haaren wie Pfauen um die Schönheiten der Nacht bemühen. Ihre wahre Pracht, ihren Stolz und jede Menge Herz und Bein zeigend, schwirren jene als solche Bezeichneten um die sich nach Leibeskräften Bemühenden. Wie Motten um eine Glühbirne. Gleichermaßen unbeeindruckt wie angetan. Gestärkt muss man für dieses kräftezehrende Schauspiel sein. Nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Protagonisten wie Zuschauer gleichermaßen. Auf dass man sich seiner selbst bewusst ist. Auf dass man die Balance nicht verliert. Denn bereuen, und das weiß man ja, möchte man auch am Ende einer langen Nacht – nichts. Weiterlesen…

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