Links with Love | Januar | Alice Donovan Rouse
Fotografin: Alice Donovan Rouse

Was lange vergessen war, ein wenig vor sich hingedümpelt ist, oder sich einfach überlebt hatte, darf in letzter Zeit ja gerne wiederaufleben. Das gilt nicht nur für überwunden geglaubte Ressentiments, sondern auch für vernachlässigte Blog-Gewohnheiten. So habe ich die „Links with Love“-Reihe 2016 ja etwas vernachlässigt. Das soll sich dieses Jahr wieder ändern, der Mantel des Vergessens wird gelüftet und hier somit wieder das geteilt, was mir in einem Monat besonders gut gefallen hat.

Was hat Euch am (oder im) Januar begeistert?
Alles Liebe,
Julia

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Zitronen-Pancakes | chestnutandsage.de

Nichts hört man nachts besser als das Dröhnen der eigenen Gedanken. Das Quietschen, wenn man sie von einer Seite auf die andere Seite des Gehirns schiebt. Der Knall, wenn man eine Gedankenkiste aus versehen umstößt. Der Hall, der bedrohlich und nicht enden wollend durch den Körper fließt, wenn man in die tagsüber verborgenen Abgründe seiner Seele blickt. Nichts spürt man nachts besser, als den brennenden Wunsch nach dem, was man nicht mehr hat – was sich dann doch nur als einfaches Sodbrennen herausstellt, wenn man wieder aufwacht, im Morgengrauen, das noch offen lässt, welche Dämonen einen durch den Tag begleiten werden. An solchen Tagen wieder zurück in das Leben zu finden mag nur mit Hilfe von etwas fluffig-süßem gelingen. Etwas, dass die Schrecken der Nacht mit Zuckerguss überzieht und sie, wenn doch nicht vergessen, zumindest erträglich macht. Weiterlesen…

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Dal mit Spinat | chestnutandsage.de

Wer über die vergangenen Weihnachtsfeiertage das Radio oder den Fernseher anschaltete, bekam bestimmt mit, dass mein erster Weihnachtsfeiertag vor allem durch eines bestimmt wurde – einer Fliegerbombe eines Krieges, der scheinbar so weit zurück liegt, dass sich heute kaum noch jemand daran erinnert. Denn wären das Leid, die Grausam- und Unmenschlichkeit noch präsent, würden heute bestimmt viel mehr Menschen ihre Herzen und Heime für jene öffnen, die vor aktuellen Kriegen und Krisen flüchten. 1,8 Tonnen Sprengstoff, gleich um die Ecke. Was dazu führte, dass mit mir 53.999 Menschen ihr Zuhause verlassen mussten. Und auch wenn das Vertrauen in die Fähigkeiten der Sprengmeister da war, so blieb die Beklemmung darüber, dass alle Menschen aus meinem normalen Umfeld, meinem 1,5 Kilometer großen Radius, meinem kleinen Dorf, evakuiert wurden. Einer Beklemmung, die mich den ganzen Tag über begleitete und die sich erst wieder auflöste, als die Mitteilung kam, dass die Evakuierung und die Evakuierungszone wieder aufgehoben wären. Denn wieder zurückkehren zu können in ein vollkommen sicheres und friedliches Zuhause, das ist ein großes Glück, das nur noch dadurch gesteigert wird, wenn man weiß, dass es in diesem an nichts mangelt. In dem man sich einfach an den Vorräten bedienen kann und ein ebenso zufrieden stellendes wie auch köstliches Abendessen zubereiten kann. Und in dem man sich sicher sein kann, dass sich an diesem Zustand auch am nächsten und übernachsten Tag nichts ändern wird. Weiterlesen…

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Mac'n'cheese | chestnutandsage.de

Wer kennt das nicht: Das sanfte Licht der geöffneten Kühlschranktüre fällt über ein vor Hunger ausgemergeltes Gesicht. Der Blick streift unruhig über Zutaten, die mehr oder weniger frisch in den einzelnen Behältern, Schubladen und Tüten auf ihren großen Auftritt warten. Die eine Frage, allesbestimmend, schwebt über der Szenerie. „Was zum Teufel soll ich heute Abend nur kochen?“ Wer sich dieser Herausforderung täglich stellt, verfügt alsbald über ein Repertoire beliebter wie einfacher Rezepte. Um ein wenig Abwechslung in den Abendessenalltag zu bringen, möchte ich Euch 2017 jeden Monat ein Mal die What the fuck should I make for Dinner-Karten legen. Ich werde dabei drei Karten ziehen, denn dies ist die einfachste Art und Weise, um Tagesvorhersagen oder Fragen aus dem Privaten zu beantworten. Die erste Karte, die ich ziehe, wird immer die Zutat oder die Zubereitungsart sein, auf die verzichtet wird. Die zweite und die dritte Karte werden das Gericht, die Hauptzutat oder die Länderküche bestimmen. Lassen wir sie heute also zum ersten Mal entscheiden, was es zu essen geben soll. Ich ziehe die erste Karte: The Constant. Bacon. Auf den wird also verzichtet. Die zweite Karte: The Fallen. Der Apfel. Für ein Abendessen eine gewagte Zutat, da ich keine Freundin süßer Hauptgänge bin. Die dritte Karte: King of Sides. Maccheroni and Cheese. Halleluja! Die Karten haben also entschieden, es gibt Maccheronie mit Käse, ein wenig aufgelockert durch Apfel und Sellerie. Ein guter Start in diese Serie. Weiterlesen…

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Tea | chestnutandsage.de

Das neue Jahr beginnt still, fast leise. Das Lachen, Gläserklirren, das Vertraute des vergangenen Abends ist verklungen. Es ist Zeit für Kontemplation, Zeit, sich zu überlegen, was das neue Jahr bringen soll, waren die letzten Wochen doch so turbulent, dass man kaum noch die eigenen Gedanken gehört hat. 2016 war nicht für jeden ein gutes Jahr, persönlich, was mir immer wieder klar wurde, wenn ich sagen konnte, dass es für mich kein schlechtes war. Und doch hoffe ich, dass es weiter geht. Nicht weiter tröpfelt. Ein wenig Veränderung, das ist es, wonach mir der Sinn steht. Aber ohne Plan – nicht mal mit einem guten (auch wenn der manchmal helfen kann). Abenteuer, das ist es, was 2017 für mich bereit halten darf. Und die beginnen ja oft da, wo Pläne enden. Heißen wir es also willkommen, das neue Jahr. Möge es für jeden von uns das bereit halten, was wir uns von ihm erhoffen.
Julia

 

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Milchreis | chestnutandsage.de

Weihnachten ist eine schöne Zeit. Insbesondre, singt Georg Kreisler, wenn es richtig schneit. Aber Weihnachten ist auch eine schöne Zeit, wenn, so wie heute, die Sonne scheint. Weil Sonnenstrahlen der Seele gut tun. Weil man neue Kraft schöpfen kann. Und weil man so gestärkt auch Familienmitgliedern gegenübertreten kann, die man, aus welchen Gründen auch immer, nur einmal pro Jahr sieht. Weil in solchen Momenten nicht nur Worte fehlen, sondern auch das gegenseitige Verständnis, empfehle ich mich meist und ziehe mich zurück. Gerne in die Küche. Warum auch nicht? Hände, die Pistazien schälen, können sich nicht zu Fäusten ballen. Gedanken, die in Unendlichkeit um den Rührlöffel kreisen, können sich nicht in Gemeinheiten verartikulieren. Und wenn man das doch alles nicht aushält, dann sollte man sich in den Keller verkriechen um dort nach dem letzten Glas Aprikosen zu suchen. Denn die werden auch das härteste Herz mit ihrer Süße versöhnen und dem Fest der Liebe den angemessenen Raum und Frieden schenken. Weiterlesen…

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