Eine sichere Angelegenheit: Dal mit Spinat

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Dal mit Spinat | chestnutandsage.de

Wer über die vergangenen Weihnachtsfeiertage das Radio oder den Fernseher anschaltete, bekam bestimmt mit, dass mein erster Weihnachtsfeiertag vor allem durch eines bestimmt wurde – einer Fliegerbombe eines Krieges, der scheinbar so weit zurück liegt, dass sich heute kaum noch jemand daran erinnert. Denn wären das Leid, die Grausam- und Unmenschlichkeit noch präsent, würden heute bestimmt viel mehr Menschen ihre Herzen und Heime für jene öffnen, die vor aktuellen Kriegen und Krisen flüchten. 1,8 Tonnen Sprengstoff, gleich um die Ecke. Was dazu führte, dass mit mir 53.999 Menschen ihr Zuhause verlassen mussten. Und auch wenn das Vertrauen in die Fähigkeiten der Sprengmeister da war, so blieb die Beklemmung darüber, dass alle Menschen aus meinem normalen Umfeld, meinem 1,5 Kilometer großen Radius, meinem kleinen Dorf, evakuiert wurden. Einer Beklemmung, die mich den ganzen Tag über begleitete und die sich erst wieder auflöste, als die Mitteilung kam, dass die Evakuierung und die Evakuierungszone wieder aufgehoben wären. Denn wieder zurückkehren zu können in ein vollkommen sicheres und friedliches Zuhause, das ist ein großes Glück, das nur noch dadurch gesteigert wird, wenn man weiß, dass es in diesem an nichts mangelt. In dem man sich einfach an den Vorräten bedienen kann und ein ebenso zufrieden stellendes wie auch köstliches Abendessen zubereiten kann. Und in dem man sich sicher sein kann, dass sich an diesem Zustand auch am nächsten und übernachsten Tag nichts ändern wird.

Für 2 Personen als Hauptspeise braucht Ihr:

(Moog aur Palak ki Dal | inspiriert von Pushpesh Pant)

  • 250 g Arhar (rote Linsen)
  • 1 daumennagelgroßes Stück frisches Kurkuma, fein gehackt
  • 1 EL Ghee
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 250 g Spinat, grob gehackt
  • 3 grüne Chili, halbiert und entkernt
  • 1 kleines Bund Koriander, grob gehackt
  • Saft 1 Zitrone
  • 1 EL Kokosöl
  • 2 getrocknete rote Chili
  • 1 TL braune Senfkörner
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 10 Curryblätter

Gebt 250 g Linsen mit 500 g Wasser und dem frischen Kurkuma in einen großen Topf und kocht die Linsen etwa 20 Minuten, bis sie weich sind.
Erhitzt in den Zwischenzeit 1 EL Ghee in einer Pfanne und bratet darin Ingwer und Knoblauch bei sanfter Hitze für 5 Minuten an. Gebt dann den Spinat in die Pfanne und lasst den Spinat zusammenfallen. Schmeckt den Spinat mit Salz und Pfeffer ab.
Erhitzt 1 EL Kokosöl in einer kleinen Pfanne und bratet darin die getrockneten Chilischoten, die Senfkörner, den Kreuzkümmel und die Curryblätter an. Achtet darauf, dass die Gewürze nicht verbrennen. Stellt das Gewürzöl dann beiseite.
Wenn die Linsen gar sind, würzt sie mit Salz und gebt dann den Spinat, die halbierten grünen Chilis und den gehackten Koriander hinzu. Lasst alles einmal aufkochen und gebt dann das Gewürzöl und den Zitronensaft hinzu.
Reduziert die Hitze des Herds und lasst das Dal nochmal 10 Minuten ziehen.
Wenn ihr viel Hunger habt, serviert das Dal entweder mit Reis oder mit knusprigen Papadums. Gebt beim Kochen des Reis eine Nelke, eine Kardamomkapsel, 1 TL Koriandersamen und eine Sternanis in das Kochwasser, so wird aus der einfachen Beilage etwas Besonderes.

Ihr Lieben, habt einen schönen Sonntag und genießt das Schneetreiben vor dem Fenster!
Julia

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15 comments on “Eine sichere Angelegenheit: Dal mit Spinat

  1. Julia
    15. Januar 2017 at 22:29

    Liebe Julia,
    wie recht du hast! Die Folgen von Kriegen sind so viele Generationen lang spürbar, und anscheinend doch so schnell wieder vergessen! Ein menschliches Paradoxon. Wir sind uns garnicht oft genug bewusst darüber, wie gut es uns geht, dass wir uns z.B. einfach so aus Freude so ein leckeres Gericht kochen können.

    • Julia
      21. Januar 2017 at 16:08

      Ja, liebe Julia, das ist wohl so, dass man viel zu schnell vergisst. Ich bin gespannt, wie sich 2017 entwickelt und wie, bzw. ob, sich der Mantel des Vergessens um einen großen Teil der Gesellschaft hüllt. Wir werden es herausfinden…

  2. Jenni
    16. Januar 2017 at 08:22

    Liebe Julia,

    ich habe diese Entwicklung auch ein wenig verfolgt gehabt und kann mir gut vorstellen (bzw. ich maße mir an, mir das vorstellen zu können – sicher ist das ja nun auch wieder nicht), dass das eine ganz merkwürdig-surreale Erfahrung gewesen sein muss.
    Generell finde ich den Gedanken daran, wie zerbrechlich eigentlich die Dinge sind, die wir für selbstverständlich nehmen, ein wenig bedrückend. Man beschäftigt sich nicht gerne damit – aber ich glaube, ab und zu ist ein Gedanke daran gar nicht verkehrt. (Das Erleben einer solchen Situation ist natürlich damit jetzt nicht gemeint!)

    Dein Dal mit Spinat klingt sehr gut – Linsen und Spinat sind eine wunderbare Kombination, damit kann man wirklich nichts falsch machen! :)

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Julia
      21. Januar 2017 at 16:10

      Liebe Jenni,
      der Tag war, genau so wie Du sagst, surreal und ich bin froh, dass diese Ungewissheit nicht Teil meines Alltags ist. Sich jedoch damit auseinander setzen, dass es in anderen Teilen der Welt ganz anders aussieht, das kann sicher nicht schaden :)
      Alles Liebe!
      Julia

  3. Julia
    17. Januar 2017 at 13:36

    Rote Linsen, Spinat und ein Rezept nach Pushpesh Pant. Du weißt, wie Du mich glücklich machst, oder? Wirklich köstlich und bei uns immer in irgendeiner Form im Haus. Danke für den Reminder, wie gut es uns geht. Seit ich unsere Vorräte mal sortiert und katalogisiert habe, fällt mir erst wieder auf, in welch reichem Land wir leben…

    • Julia
      21. Januar 2017 at 16:04

      Du hast uns ja wohl alle mit Deinem Post dazu inspiriert, mal wieder in die Vorratsschränke zu schauen und diese auch mal wieder leerzuessen. Es ist schon erstaunlich, wie sehr man Dinge hortet. Nicht, dass man nicht genügend Linsen im Haus haben sollte, aber es müssen ja nicht immer gleich mehrere Kilos sein…

      • Julia
        30. Januar 2017 at 16:14

        Wie schön, dass ich inspirieren konnte. Hier nimmt der Nudelberg gaaaaaaanz langsam ab. Und der Mehlvorrat. Und das Eingefrorene. Aber wir haben immer noch so viel von allem vorrätig. Da kommt Franzis „Gemüseregal“ mit ihrem #konsumfrei-Februar doch gerade richtig!

  4. Christine Katzmeier
    19. Januar 2017 at 23:32

    Liebe Julia,

    vielen lieben Dank, dass Du mir letzte Woche geholfen hast ein schönes sorgenfreies neues Zuhause zu schaffen.
    Das Rezept klingt sehr lecker und unkompliziert – werden wir bestimmt bald mal ausprobieren.

    Bis bald Christine

    • Julia
      21. Januar 2017 at 16:03

      Ach Christine, gerne doch <3 Wir kochen nächste Woche einfach gemeinsam, in Eurer neuen Küche kann man das ja ganz wunderbar!
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Britta
    20. Januar 2017 at 09:07

    Linsen und Spinat = <3 gibt es bei mir ganz oft und es ist einfach soo gut!!

    • Julia
      21. Januar 2017 at 16:02

      Ja, das ist einfach eine gute Kombination ;)

  6. Carla
    25. Januar 2017 at 13:28

    Heute Mittag zusammen mit einem Kollegen nachgekocht und 8 Leute sehr, sehr glücklich gemacht. Was für ein Aroma, Hammer! Trotzdem „nur“ gemahlenem Kurkuma, der Asialaden meines Vertrauens hatte leider grad keinen frischen da. Und Curryblätter auch nur getrocknet – hattest du da frische?

    Auf jeden Fall: Lieben Dank für das tolle Rezept! Das gab es ganz bestimmt nicht das letzte Mal :)

    Liebe Grüße
    Carla

  7. Naanie
    5. März 2017 at 15:57

    Hach, ich bin gerade ganz verliebt in deinen Blog hier und die Aufmachung. Ich stöbere jetzt noch ein wenig weiter, wollte das aber kurz gesagt haben. :)

    • Julia
      5. März 2017 at 16:45

      Vielen lieben Dank, Du Liebe <3 Das freut mich wirklich sehr!

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