Ein nicht nur kulinarischer Ausflug nach Südtirol

Naturresidenz Dahoam Pool

Manchmal spürt man erst, dass Urlaub dringend nötig war, wenn er vorbei ist. Wenn das Lachen wieder leichter fällt, wenn das Ohrensausen leiser ist, wenn man die eine oder die andere Straßenbahn, die vor den Fenstern vorbeirumpelt, mit Humor nimmt. Manchmal spürt man erst, dass Urlaub dringend nötig war, wenn man den anstehenden Herausforderungen gelassener entgegenblickt, wenn man auf unerwartet aufblitzende Glücksmomente zurückblickt, wenn der Kühlschrank voll ist mit kulinarischen Köstlichkeiten denen man einfach nicht widerstehen konnte. Und manchmal, wenn wundervolle Urlaubstage hinter einem liegen, juckt es in den Fingern, Euch davon zu erzählen. Und das möchte ich heute tun, Euch auf eine kleine Reise in das wunderschöne Südtirol mitnehmen.

Kulinarische Highlights

Denke ich an Südtirol, denke ich an Speck. An Käse. An Schüttelbrot. Und an Wein. Doch das ist beiweitem nicht alles, bietet die beneidenswerte geographische Lage – von alpin bis mediterran – doch eine atemberaubende Bandbreite regionaler Lebensmittel.  Äpfel, Pilze, Feigen, Beeren, Wildkräuter, Holunder und natürlich auch viele Milchprodukte von Kuh, Schaf und Ziege möchten erworben, zubereitet und als Strudel, Parfait oder Knödel genossen werden. Beim ausgedehnten Stromern durch die Meraner Altstadt, die mit einem wunderschönen Laubengang lockt, fällt es nicht schwer eben diese Südtiroler Spezialitäten zu finden. Links und rechts säumen nicht nur internationale Modeketten den Weg, sondern eben auch sehr ansprechend gestaltete Spezialitäten-Läden, deren Auslage die Kassen der Besitzer klingeln und meinen Geldbeutel vor Leere gähnen lässt.

PUR Suedtirol | chestnutandsage.de

Besonders schön Geldausgeben lässt es sich aber im PUR Genussmarkt, der im Kurhaus Meran zu finden ist. Von ihm hatte ich bereits bei Petra gelesen uns wusste, dass dieser feine Laden, der ausschließlich regionale Produkte verkauft (und zwar nur dann, wenn sie Saison haben), besuchen muss. Und das habe ich auch mehrmals getan, denn wenn man sich für Urlaub in einer Ferienwohnung entschieden hat, braucht man ja auch Lebensmittel, und die ließen sich eben in diesem feinen Markt mit integriertem Bistro ganz wunderbar erwerben.

Was trinken?

Ich trinke gerne Wein. Ich trinke Wein, der mir schmeckt. Den ich auch mal des Etikettes wegen kaufe. Der eine schöne Farbe hat, oder der einfach gerade im Angebot ist. Denn ich kenne mich überhaupt nicht aus mit Wein. Schon der Habitus des Weintrinkens ist mir fremd: Das Schwenken der dickbauchigen Gläser, das Schnuppern, Schlürfen, Gluckern und Schmatzen – hat das seine Berechtigung? Ist das nur Getue? Darf man das auch lassen? Ich weiß es nicht. Umso schöner ist es, dass man auf Twitter Wein-Experten wie vinoroma findet, die einen mit der folgenden Liste von Weingütern auf Entdeckungsreise schicken um mit Freude und Neugier das mir so schleierhafte Weinland Südtirol zu entdecken:

Und fährt man von Meran in Richtung Kaltern, trifft man auf all die empfohlenen Weingüter, denn hier entlang führt die Südtiroler Weinstraße, sozusagen das Pendant der Südlichen Weinstraße in der Pfalz. Doch anders als in Deutschland werden hier vor allem Rotweine angebaut, erzählt mir der freundliche Herr im Weingut Manincor. Neben den bekannten Rebsorten wie Burgunder werden natürlich die Südtiroler Rebsorten wie Lagrein und Vernatsch angebaut und auch zu leckeren Cuvées verarbeitet, von denen einige Flaschen im Kofferraum verstaut wurden.

Spazierengehen vs. Wandern

Algunder Waalweg Suedtirol | chestnutandsage.de

Wer Südtirol besucht kommt an einem nicht vorbei – den Bergen. Nun bin ich eigentlich kein ausgesprochener Berg-Fan, stellt man mir Berge oder das Meer zur wahl, würde ich mich immer für letzteres entscheiden, bin ich doch ein ausgesprochener Nicht-Wanderer. Spazieren gehen, ja. Wandern, nur wenn es sich nicht vermeiden lässt. Schwer bepackt, in funktionaler Outdoor-Kleidung, fest beschuht, dem Klackern von auf hochglanz polierten Carbon-Wanderstöcken folgend, den Kopf nicht in den Wolken, sondern in einem unförmigen Hut mit Belüftungsschlitzen steckend – dann erkenne man mich doch lieber schon von Weitem an leichtem Schuhwerk, Jeans und RayBan-Sonnenbrille als schlendender Spaziergänger, der den Blick nicht auf die Uhr, nicht auf den Weg richtet, sondern federleicht wie Hans im Glück schweben lässt. Ach die Sonne! Die Apfelblüte! Ein Rotkehlchen? Wunderbar! Und genau für solche Schlendriane wie mich hält Südtirol das Passende in Form von Waalwegen bereit. Waale sind künstlich angelegte Bewässerungskanäle, die sich kilometerweit ins Tal schlängeln, leicht bergab, um dort Obstwiesen und Weinberge zu gießen und mehr oder weniger ausgebaut eine herrliche Zeit an der frischen Luft bieten.

Wo schlafen?

Naturresidenz Dahoam

Zu einem gelungenen Urlaub gehört für mich auch eine schöne Unterkunft. Und die ist gar nicht so schwer zu finden, wenn man sich bei Urlaubsarchitektur umsieht. Glücklicherweise tut Herr S. das regelmäßig und so fanden wir die wirklich traumhaft schöne Naturresidenz Dahoam in Schenna, einem kleinen Örtchen mit hervorragender Eisdiele. Hier fühlte ich mich daheim, wollte bleiben, in dieser behaglichen Ferienwohnung, die Herr S. und ich für 7 Tage bezogen hatten. Viel Holz, Glas und Beton, ein wenig Vitra, ein wenig Ikea und eine atemberaubende Aussicht auf Meran und die Texelgruppe führten zu einem gemütlichen Ambiente, in dem ich sogar – und das passiert ausgesprochen selten – meine Koffer auspackte.

Den Anspruch, mit der Familie Dosser-Brunner diese wunderbaren Ferienwohnungen führt, gefällt mir: Sie möchten die Appartements so gestalten, so einrichten, dass sie selber darin Urlaub machen möchte. Ganz nebenbei lässt sich der Urlaub im Dahoam auch noch mit gutem Gewissen genießen, denn der schonende Umgang mit den Ressourcen der Natur stand nicht nur beim Bau des Hauses, sondern auch jetzt eben im laufenden Betrieb im Vordergrung. Ja und so verbrachten wir wunderschöne Tage beim in der Sonne lümmeln, beim lesen, beim Beine im Pool baumeln lassen und konnten uns ganz und gar erholen.

Ihr Lieben, ich hoffe, ich konnte Euch Südtirol ein wenig schmackhaft machen! Wir hatten auf jeden Fall sehr schöne Tage und sind ganz urlaubs-glücklich und sonnenverwöhnt zurück in den Alltag gekehrt. Hattet Ihr über Ostern auch Urlaub? Was habt Ihr gemacht? Oder habt Ihr noch tolle Urlaubspläne für dieses Jahr?

Lasst es Euch gut gehen!
Julia

P.S: Die wunderschönen Bilder der Naturresidenz Dahoam wurden mir freundlicher Weise von Birgit Dosser zur Verfügung gestellt. Essen zu fotografieren fällt mir nämlich eindeutig leichter, als Architektur zu fotografieren.

Share

23 comments on “Ein nicht nur kulinarischer Ausflug nach Südtirol

  1. Foodfreak
    28. April 2014 at 19:58

    Oh ja, von PUR träum ich immer noch. Deine Urlaubsunterkunft sieht ganz wunderbar aus das könnte mir auch gefallen, danke für den Tipp!

    • Julia
      30. April 2014 at 23:04

      Gerne! Und ich träume davon auch und überlege die ganze Zeit, ob die hier bei uns nicht eine Filiale eröffnen möchten… das wäre ein Exportschlager!

  2. Sabrina
    28. April 2014 at 21:40

    Ach, schööön, liebe Julia! Das steigert de Vorfreude auf den Sommer und den nächsten Südtiroltrip ungemein. Die Unterkunft klingt toll, werden wir uns merken! Und jaaa, der PUR Genussmarkt war auch unser Verderben. In unserer Speisekammer befinden sich immer noch ein paar leckere Erinnerungen (öhm, vielleicht haben wir es auch etwas zu gut gemeint …) und in der Küche wohnt seitdem ein schönes Nussholzbrett, das wir nicht mehr missen möchten. Danke fürs Mitnehmen nach Südtirol und liebe Grüße
    Sabrina

    • Julia
      30. April 2014 at 23:06

      Ja, das Nussholzbrett haben wir jetzt auch! Und nachdem ich rausgefunden hab, dass die auch nen online-Shop haben werde ich da vielleicht noch ein wenig öfters vorbeischauen, wir können ja mal ne Sammelbestellung aufgeben ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

  3. ninive
    29. April 2014 at 08:35

    Sehr schöner Bericht, durch deine ganzen Links lese ich mich auch noch durch…. und kriege abscheuliches Fernweh.

    • Julia
      30. April 2014 at 23:03

      Ohweh, ich wollte kein abscheuliches Fernweh hervorrufen, entschuldige, nur ein wenig Appetit auf Urlaub machen…

  4. Karin
    29. April 2014 at 08:52

    Hallo liebe Julia,
    urlaubsreif wäre ich auch! Das nächste Mal fahren wir einfach zusammen nach Südtirol! Du fotografierst das Essen und ich die Archtitektur. Das kann ich nämlich besser :-)
    Hoffentlich bis bald mal wieder & ganz liebe Grüße,
    Karin

    • Julia
      30. April 2014 at 23:02

      Auja Karin, so machen wir’s! Ich geb dann Bescheid, ok? Wir sehen uns dann bei Blog’n’Burger in MUC, ok?
      Liebe Grüße!
      Julia

  5. Lena
    29. April 2014 at 09:07

    Liebe Julia,
    schon lange habe ich Sehnsucht nach Südtirol, jetzt wieder einmal mehr. Doch auch nach Südtirol werde ich meine roten Cordhosen und vielleicht auch das knuspernde Müsli mitnehmen, der restliche Platz im Kofferraum ist für Wanderschuhe und Stöcke reserviert. Nichts mag ich lieber als einen Berg mit festem Schuhwerk zu erklimmen, mich an Felsen festzuhalten, mein Seil im Rucksack mit mir rumzuschleppen und mit getrocknetem Schweiß in den Haaren wieder abzusteigen.
    Deine Fotos sind – wie immer – für mich ein Genuss. Vielleicht schaffe ich es ja diesen Sommer noch nach Südtirol.
    Liebe Grüße
    Lena

    • Julia
      30. April 2014 at 23:01

      Gnarf, das werd ich jetzt nimmer los mit den Cordhosen und dem Müsli, gell? Hilft ja nix ;) Ich drück Dir aber die Daumen, dass es diesen Sommer noch was mit dem Urlaub wird – ich bin ja die perfekte „auf die Bergsteiger Wartende“ weil ich den ganzen Tag in einem Café an der Talstation sitzen kann und die Heimkehrenden dann gebührend lobhudele für die vollbrachten alpinen Leistungen ;) Also, wenn Du einen Lobhudler brauchst, ich fahr gerne nochmal nach Meran!
      Liebe Grüße!
      Julia

  6. *thea
    29. April 2014 at 09:52

    Liebe Julia,
    ich war vor vier Wochenauch in Südtirol und habe auch in Schnenna das Eis in der kleinen Eisdiele und die Waalwege genossen ;-)) Ach hätte ich doch schon vorher von eurer tollen Unterkunft gelesen, die hätte uns noch gefehlt. Ansonsten war ich auch ganz toll erholt nach ein paar Tagen Schlemmen, Blüten und Palmen und Bergen. falls es dich interessiert, hier mein Bericht lg *thea

    • Julia
      30. April 2014 at 22:59

      Na klar interessiert mich das! Und ich bin ganz überrascht, wie beliebt das Meraner Land als Reiseziel ist! Hätt ich das gewusst, hätten wir ein Bloggertreffen mit Julia von Nadel&Gabel organisieren können – das holen wir einfach beim nächsten Urlaub nach ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

      • *thea
        5. Mai 2014 at 13:58

        Ich finds auch total überraschend und vor allem mega lustig, dass ich jetzt im Nachhinein von Gleichgesinnten lese. Als wir dort waren, dachte ich mir ganz oft: „Das ist so schön hier aber irgendwie nur ein paar Rentner (die uns auch noch Top ausgerüstet beim Wandern überholen) und wir “ ;-) Lag aber bestimmt auch an der Zwischensaison!

  7. Julia
    29. April 2014 at 17:31

    Na, da hätten wir uns ja tatsächlich über den Weg laufen können – auf dem Waalweg oder auch in den Altstadtsträßchen von Meran!
    (http://nadelundgabel.wordpress.com/2014/04/22/south-tyrol-i-alpine-hideaway-in-the-passeier-valley/)
    Auch ich bin immer noch total begeistert, v.a. von den Kontrasten: den habsburgischen und den italienischen EInflüssen, dem Mix aus alpin und mediterran, … .hach … und auch ich hatte den Urlaub dringend notwendig!

    • Julia
      30. April 2014 at 22:52

      Das hätten wir tun sollen, Julia! Deine Bilder und Deine Eindrücke sind wunderbar, wie schön, dass wir beide einen erholsamen Urlaub hatten, ich glaube, den hatten wir uns wohl beide verdient?

  8. Claudia ~ Food with a View
    30. April 2014 at 10:47

    Ah, nun weiß ich auch, wo die Nähe von Verona ist ;-). Sehr schöner Reisebericht, der Lust auf’s Kofferpacken macht, und kulinarisch ist die Gegend ja ohnehin ein Knaller. Und auch wenn ich mich gern und freiwillig als Bergfex oute, kann ich Deine Liebe zum Schlendern im Tal ebenso gut nachvollziehen ;-).

    • Julia
      30. April 2014 at 22:49

      Hihi, genau – und von Südtirol aus haben wir eben ein paar Ausflüge nach Verona und Venedig unternommen, all zu viel Bergluft bekommt mir dann doch nicht so ganz auf Dauer, da muss ich dann doch ans Meer, wenn es in so greifbarer Nähe ist ;)

  9. tine
    30. April 2014 at 15:33

    oh oh wie schön
    südtirol mag ich so gern
    danke dafür

    • Julia
      30. April 2014 at 22:47

      Gerne! Ich weiß jetzt auch, dass ich es sehr gerne mag. Trotz und wegen der Berge.

  10. Ylva
    3. Mai 2014 at 09:53

    Hach, meine liebe Julia, das klingt nach einem rundum perfekten, erholsamen und traumhaften Urlaub! Die Bilder wecken gerade mächtig Fernweh in mir …  auch eine Gegend, in der der Liebste und ich unbedingt mal Urlaub machen müssen und sicher auch irgendwann werden! Lieben Dank für diesen schönen Einblick!
    Ylva

    • Julia
      8. Mai 2014 at 17:08

      Das war er auch, liebe Ylva, auch wenn die Erholung nicht ganz so lange anhielt zehre ich doch jetzt noch von den ersten sommerlichen Tagen, die ich in Südtirol erleben durfte. Gerade wenn man mal nicht so weit fahren möchte, ist Südtirol ideal, finde ich, ist es doch vergleichsweise schnell zu erreichen und doch schon sprachlich so anders dass man sich viel weiter weg wähnt, als man eigentlich ist :)

  11. Anni
    7. Mai 2014 at 10:03

    wow, das klingt ganz wunderbar und deine bilder machen auch mir (ebenfalls berg-muffel) vorfreude auf meinen bereits gebuchten urlaub im ötztal. unsere unterkunft wird einfacher ausfallen – aber einfach mal raus ist der plan und den werden wir erfüllen :)
    ich hoffe die erholung hält noch ne weile an!
    herzliche grüße
    anni

    • Julia
      8. Mai 2014 at 17:10

      Ich dachte schon, ich wäre der letzte Nicht-Wanderer, scheinen doch alle zurzeit den Bergen nach und nach zu verfallen :) Im Ötztal habe ich gesehen, dass es anstelle von Walwegen Wasserläufe gibt, die sehen richtig schön aus. Ach Dein Urlaub wird bestimmt herrlich, ich wünsch Dir auf jeden Fall wundervolle Tage!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *