Ein Fest im Grünen {Rezension}

Ein Fest im Grünen | Erin Gleeson | Knesebeck Verlag

Ein neues Kochbuch ziert seit neustem mein Bücherregal, ein Kochbuch einer Bloggerin, die sind ja 2014 ziemlich in. Nicht nur deutsche Blogger, sondern auch internationale Blogger veröffentlichen Bücher en masse, da fällt es schon schwer den Überblick zu behalten. Manchmal blitzt aus diesem Meer aus Kochbüchern aber eines heraus, farbenfreudig, bunt, lachend, einladend. So wie „Ein Fest im Grünen“, dem Buch von Erin Gleeson, deren Blog the forest feast ich 2013 über das Sonntagssessen des ZEITmagazin-Blogs kennenlernte. Nach kurzem schmökern wurde der wunderbare Blog in meinen Feedreader aufgenommen und erfreut mich seitdem regelmäßig mit schönen Bildern, guten Rezepten und seit kurzem auch mit der Nachricht eines eigenen Kochbuchs – welch Freude! Und da es sich ja nun nicht mehr leugnen lässt, dass Kochbücher, Illustrationen und ich wunderbar zusammenpassen, möchte ich heute für Euch ein Blick in dieses Buch werfen und es Euch vorstellen.

Der Inhalt
„Ein Fest im Grünen“ ist ein rein vegetarisches Kochbuch. Den Rezeptkapiteln ist eine Einführung vorangestellt, in der Erin ihren Anspruch an das Buch erklärt. Ihr Ziel ist Rezepte vorzustellen, die einfach zubereitet und doch gesund, lecker und farbenfroh sind und dabei die natürlichen Aromen der Zutaten hervorheben: „Einfach genug für den Alltag, elegant für die Abendeinladung – so sollen meine Rezepte sein.“ Nur wenige Zutaten, mit wenigen Handgriffen zubereitet, so dargestellt, dass sie von jedem zubereitet werden können, dieser Ansatz gefällt mir sehr gut. Weniger überzeugend ist für mich, auf Halbfertigprodukte oder auch außerhalb der Saison auf Produkte wie Tomaten zurückzugreifen. Selbstverständlich geht davon nicht die Welt unter, wie Erin so schön schreibt, und doch denke ich, dass die Proukte einer jenen Jahreszeit geschätzt und gefeiert werden sollten, denn wenn es zum Beispiel Kirschen das ganze Jahr über gäbe – wären sie dann im Sommer noch etwas besonderes? Das Buch gliedert sich im Anschluß in die Kapitel „Vorspeisen“, „Cocktails“, „Salate“, „Gemüsegerichte“ und „Süßes“. Jedes Kapitel wird mit einem schön übersichtlichen Inhaltsverzeichnis eingeleitet, in dem die jeweiligen Rezepte mit einem kleinen Text, einer Anekdote, einem Vergleich vorgestellt werden.

Ein Fest im Gruenen Rosmarinspiesse

Die Gestaltung
Was an „Ein Fest im Grünen“ zuerst auffällt, ist das wunderschön illustrierte Cover. Bunt und fröhlich lädt es zum Aufblättern, Stöbern und Schmökern ein. Und diese Freude an der Farbe, am Opulenten und Reichlichen ist es, was jede Seite begleitet und dieses Buch zur wahren Freude macht. Erin Gleeson ist Fotografin und passionierte Aquarell-Malerin, die nicht nur in Kalifornien, sondern auch in Bolgona ausgebildet wurde. Ihr Fokus liegt auf dem Optischen, der visuellen Aufbereitung und so sind auch die Rezepte visuell gegliedert, was man auf ihrem Blog ja auch bewundern kann. Allerdings liegt hier auch – für mich zumindest – eine Schwäche, denn ich bin ein nicht ganz so visueller Typ, Listen – vor allem Einkaufslisten – erfasse ich gerne auf einen Blick. Hier sind die Einkaufslisten die Zutaten, die auf einer Seite fotografisch abgebildet werden. Eine Einkaufslisten-App könnte für dieses Buch eine schöne Hilfestellung sein, ich würde sie auf jeden Fall nutzen.

Die Rezepte
Die Rezepte in „Ein Fest im Grünen“ sind natürlich alle vegetarisch und schon im ersten Kapitel sprechen mich so viele Gerichte an, dass ich mich gar nicht entscheiden kann, welhes ich zuerst zubereiten möchte. Die wunderbaren Snacks, leichte Gerichte und Fingerfood treffen genau meinen Geschmack. Da finden sich wunderbare Crostini mit Kapern-Burrata, Honig-Chili-Feigen mit Feta oder Artischockenherzen in Bierteig. All diese Köstlichkeiten passen natürlich perfekt zu den Drinks, die im folgenden Kapitel präsentiert werden, denn immerhin befinden wir uns ja auf einem Fest im Grünen, da gehört ein guter Cocktail einfach dazu. Und um dieses Fest (auch für den Gastgeber) entspannt zu gestalten, folgt dann das Kapitel über Salate – die sich natürlich hervorragend vorbereiten lassen und so den Aufwand am Abend des Festes überschaubar halten. Und wie bei den Vorspeisen habe ich auch hier das gleiche Problem: Welchen Salat soll ich nur zuerst vorbereiten? Den Rettichsalat mit Minze und Frühlingszwiebeln? Den Orangen-Kraut-Salat? Oder doch lieber den Butternut Caprese? Jede Seite lässt mir Dank der wunderbaren Fotografien und Illustrationen das Wasser im Mund zusammenlaufen und ich könnte über die folgenden Kapitel genau so weiter schwärmen, denn ja, dieses Buch trifft meinen Geschmack, macht mir das Nachkochen einfach, denn mein Gewürzregal und mein Vorratsschrank hält alles bereit, was ich für die Zubereitung der Gerichte benötige.

Ein Fest im Gruenen Zitronen-Basilikum-Mojito

Fazit
„Ein Fest im Grünen“ ist ein wirklich schönes Buch, ein Augenschmaus, dass für Vegetarier, bestimmt auch Ominvoren und vor allem Koch-Einsteiger wunderbare und einfache Rezepte bereit hält. Die Rezepte sind alltagstauglich, frisch, unkompliziert und so aufbereitet, dass sie – nicht nur beim Durchblättern – Freude machen. Besonders gut gefällt mir, dass auf Ersatzprodukte wie Tofu, Seitan und Co. verzichtet wird, denn auch in meinem Alltag spielen diese Lebensmittel kaum eine Rolle, wogegen Salate fast täglich auf meinem Tisch stehen. Der fulminante Einsatz von Kräutern – vor allem an Koriander wird nicht gespart – trifft genau meinen Geschmack und macht dieses Buch so nicht nur zu einem schönen Coffee Table Book, sondern zu einer kleinen, farbenfroh schimmernden Perle in meinem Bücherregal.

“Ein Fest im Grünen” von Erin Gleeson ist 2014 erschienen und kostet 29,95 und wurde mir als Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt. Und auch die Bilder, die allesamt aus “Ein Fest im Grünen” stammen, wurden mir mit der freundlichen Genehmigung des Knesebeck Verlags zur Verfügung gestellt.

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2 comments on “Ein Fest im Grünen {Rezension}

  1. Dani
    29. August 2014 at 12:08

    Hach, ein Fest im Grünen! So ein tolles Buch… habe ich neulich von meinem Schwiegervater geschenkt bekommen (er war in der Buchhandlung, hat das Buch gesehen und gedacht, dass es mir gefallen könnte – Volltreffer!) und auch kaum aus der Hand legen können. Kreative Rezeptideen und wunderschöne Fotos, was will man mehr?

    • Julia
      29. August 2014 at 20:48

      Das ist aber ein tolles Geschenk, was hast Du für ein Glück mit Deinem Schwiegervater :) Ich finde, dem Buch ist es wunderbar gelungen, den Blog nicht zu verbiegen, der Charm bleibt erhalten. Und wenn einem die Rezepte zu simpel sind, hält einen ja keiner davon ab, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Ich blätter auf jeden Fall gerne drinnen, es ist doch einfach ein zu schönes Buch :)

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