Cover up: Auberginen mit Couscous

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Auberginen-Couscous | chestnutandsage.de

Es ist nicht immer möglich, man selber zu sein. Manchmal verstellt man sich. Manchmal nicht. Wann das Verstellte zum Teil der eigenen Persönlichkeit wird, diesen Übergang mag man irgendwann nicht mehr auszumachen. Kaum ist die eine Maske abgesetzt, schon ist die andere wieder aufgezogen. Hier die Kollegin, dort die Bloggerin, die Bekannte, Freundin, Cousine, Schwester, Partnerin. Jedes Mal anders und doch immer die gleiche, immer eine Frau, immer ein Mensch. Aber was ist das schon. Ein Mensch? Organe, Blut, Haut, Haare. Träume und Hoffnungen, Ängste und Abgründe. Ein buntes Potpourri an Gefühlen und Taten, auf jede Situation, auf jede Maske abgestimmt. Und genau so ist das ja auch irgendwie bei der Aubergine, die sich bei vielen Menschen nur von ihrer geschmacklosen Seite zeigt. Dabei kann sie, wenn sie möchte, so ein herrliches Gemüse sein. Weich und zart, die Aromatik anderer aufnehmend und dadurch zur besten Version ihrer selbst werdend. Und das – egal ob Gemüse oder Mensch – sollte man ja immer sein.

Für 2 Personen als Hauptspeise braucht Ihr:

(Ganz frei nach Yotam Ottolenghi)

  • 2 große Auberginen
  • Abrieb 1/2 Zitrone
  • 2 TL Koriandersamen, fein gemörsert
  • 2 TL Kreuzkümmel, fein gemörsert
  • 1 kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 2 EL Olivenöl
  • 60 g Hartweizengrieß (Couscous)
  • 1 EL Berberitzen
  • 1/2 Bund gemischter Kräuter (Petersilie, Minze und Koriander), fein gehackt
  • 1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten
  • 1 kleine rote Chili, fein gehackt
  • (Soja-)Joghurt
  • Zatar

Heizt den Backofen auf 220°C vor. Halbiert die Auberginen und schneidet sie tief kreuzweise ein.
Erhitzt 1 EL Öl in einer großen Pfanne und bratet die Auberginenhälften darin bei großer Hitze (und wenn nötig portionsweise) an. Wenn die Schnittseite angeröstet ist, dreht die Aubergine „auf dem Rücken“ und bratet sie für 5 weitere Minuten, sodass die ganzen Auberginen schön weich sind.
Vermischt in der Zwischenzeit 1 EL Olivenöl, Knoblauch, Koriandersamen, Zitronenabrieb und 1/2 TL Salz miteinander.
Bestreicht die Schnittseiten der Auberginen mit der Öl-Mischung und schiebt die Pfanne dann in den Ofen wo ihr sie für 5 weitere Minuten backt.
Vermischt den Hartweizengrieß mit den Berberitzen und 1/2 TL Salz. Übergießt den Grieß mit 1 EL Olivenöl und heißem Wasser – nehmt nur so viel, dass er gerade so mit Flüssigkeit bedeckt ist. Deckt die Schüssel mit einem Brett ab und lasst den Hartweizengrieß für 10 Minuten quellen. Lockert den Hartweizengrieß dann mit der Gabel auf und hebt die gehackten Kräuter, die Chili und die Frühlingszwiebel unter. Schmeckt den Couscous mit Salz und Pfeffer ab.
Nehmt die fertigen Auberginen aus dem Ofen und garniert sie mit dem Couscous und einem großen Klecks Joghurt. Streut über jede Portion noch ein wenig Zatar.

Habt ein schönes Wochenende und genießt die Sonnenstrahlen!
Julia

Photo Credit: links von mir, rechts von Brooke Cagle via unsplash.com

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4 comments on “Cover up: Auberginen mit Couscous

  1. brittakama
    18. März 2017 at 07:45

    Mit Auberginen komme ich selbst nicht so zurecht… es gibt einen Ort, wo ich sie gerne esse, wo man ihnen den von dir beschriebenen Zauber perfekt entlockt: in Sizilien. Man kommt dort um die Aubergine nicht herum und sie wird dort auf so viele köstliche Arten zubereitetet <3
    Mir selbst mag das leider nicht so richtig gelingen ;-)
    Schönes Wochenende wünsch ich dir!

    • Julia
      19. März 2017 at 12:41

      Die Aubergine scheint doch einfach eine echte Diva zu sein! Ich hoffe, dass Du bald wieder nach Sizilien reisen kannst, um sie dort zu genießen ;)
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Jenni
    18. März 2017 at 20:11

    Liebe Julia,

    ich bewundere es wirklich, wie du innerhalb dieser wenigen Zeilen so viel Input verarbeiten und so einen großartigen Twist hineinlegen konntest. Wahnsinn!
    Von der Einzigartigkeit, die sich in jedem Menschen versteckt, auf die Besonderheit der Aubergine zu kommen – das ist ein Kunststück, dass ich niemals geschafft und an das ich erst recht nicht gedacht hätte.
    Ich ziehe meinen Hut.

    Liebe Grüße und ein feines Restwochenende!
    Jenni

    P.S.: Hier gab es heute auch Aubergine. In einer Gemüserolle. War sehr gut. :)

    • Julia
      19. März 2017 at 12:39

      Danke, liebe Jenni! Dabei denke ich immer, dass ich schon steile Haken schlagen muss um immer wieder die Kurve zum eigentlichen Thema zu bekommen. Ich freu mich auf jeden Fall sehr, dass Dir meine Texte gefallen <3
      Alles Liebe !
      Julia

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