Hoffentlich bin ich noch nicht zu spät…

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Brownies | chestnutandsage.de

Heimwärts. Das heißt es jedes Jahr für tausende Menschen, die Weihnachten gerne im Kreise ihrer Lieben verbringen möchten. Glitzernde Lichter begleiten sie, die Reisenden, Rücklichter auf Autobahnen, an Zugfenstern vorbei rauschende festlich leuchtende Dörfer,  Stadtrandlichter. Fest verstaut im Gepäck die Anstrengungen des sich dem Ende neigenden Jahres. Zurücklassen würde wir sie gerne und doch sind sie noch nicht vergessen, gepackt im Rucksack den wir alle mit uns tragen. Beim aus dem Fenster starren fliegen die Gedanken vorbei, mal schneller, mal langsamer. Vorfreude mischt sich mit dem klammen Gefühl, vielleicht doch zu lange weg gewesen zu sein. Diese Befürchtung, diese eine Frage, beantwortet sich unausweichlich bei dem sich einstellenden Gefühl wenn man über die eigentlich wohl bekannten Türschwellen tritt: wird das Herz, die Gedanken, das Sein leicht? Oder andersherum – stellt sich eine Beklommenheit ein die es unmöglich macht anzukommen? Blickt man vielleicht neidisch auf die Gebliebenen, die – im Alltag vereint – eine starke Einheit wurden die so geschlossen scheint, dass einen das offensichtliche Willkommensein anzweifeln lässt? Oder ist einfach alles genau so wie es sein soll – nämlich gut?

Für 1 kleines Blech Brownies braucht Ihr:

  • 250 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 3 Eier (Größe M)
  • 125 g gemahlene Haselnüsse
  • 80 g Kakaopulver
  • 2 TL Lebkuchengewürz, ich verwende dieses Mysterium Libarius
  • 50 g Mehl
  • 250 g weiche Butter

Heizt den Backofen auf 160°C Umluft vor.
Schlagt Zucker und Butter mit der Küchenmaschine für etwa 10 Minuten schaumig. Gebt dann nacheinander die Eier dazu und rührt sie für eine weiter Minute unter.
Gebt dann die gemahlenen Haselnüsse dazu und siebt das Mehl, Lebkuchengewürz und Kakao in die Schüssel. Rührt die Nuss-Mehl-Mischung unter.
Gebt den Teig auf ein kleines Backblech, das etwa 30 x 40 cm groß ist, und streicht ihn glatt. Schiebt das Blech dann für  25-30 Minuten in den Ofen. Nehmt die Brownies dann aus dem Ofen und lasst sie vollständig abkühlen. Schneidet die Brownies dann in Quadrate, die ihr dann quer in Dreiecke schneidet.

Habt einen schönen dritten Advent!
Liebe Grüße
Julia

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22 comments on “Hoffentlich bin ich noch nicht zu spät…

  1. Kiki
    14. Dezember 2014 at 11:27

    Sehr schön, deine Ausführung über die Heimkehrenden! Kam für mich zwar erst einmal vor, aber meine Schwester war 10 Jahre lang Heimkehrerin, und es war immer so wie du sagst – nämlich gut :-)

    Eine Rezeptfrage hab ich noch: die Tonkabohnen sind zwar auf dem Bild aber nicht im Rezept, d.h. du hast keine benutzt, oder?

    Bei P&S habe ich übrigens auch grade Weihnachtsgeschenke bestellt und erhalten *seufz*… man kann sich da kaum entscheiden!

    • Julia
      14. Dezember 2014 at 11:47

      Ich war auch lange eine Heimkehrende, und ebenso wie bei Deiner Schwester hatte ich das Glück, mich immer gleich wieder aufgehoben zu fühlen, das ist ein großes Geschenk! Die Gewürze wie die Tonka Bohne, Zimt, die Vanille und die Sternanis habe ich mit aufs Bild genommen, weil sie in der Gewürzmischung vorkommen. Du kannst diese natürlich ersetzen durch eine selbstgemachte Mischung aus eben diesen Gewürzen.
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Die Rabenfrau
    14. Dezember 2014 at 11:42

    Liebe Julia, das hast du schön beschrieben. Damit kämpfen wohl alle, die nicht mehr in der Heimatstadt wohnen. Die Dagebliebenen scheinen alle fester zusammen gerückt zu sein, und man gehört irgendwie nicht mehr richtig dazu.
    Grüßle
    Ursel

    • Julia
      14. Dezember 2014 at 12:09

      Danke, liebe Ursel! Manchmal frage ich mich aber, ob man sich nicht selber im Weg steht und man eigentlich immer dazugehört hat und dass daran auch nie gezweifelt wurde…
      Liebe Grüße!
      Julia

  3. Claudia ~ Food with a View
    15. Dezember 2014 at 12:40

    Stimmt, so eine Nachdenklichkeit in Sachen Ankommen und Wiederkommen gehört zu Weihnachten irgendwie auch dazu. Genau wie so ein feines Weihnachtsgebäck, mit dem man ja irgendwie auch ausdrücken will: Ich war lange nicht da, aber ich habe fest an euch gedacht… Die Brownies jedenfalls sind sicherlich köstlich. Lieben Gruß!

    • Julia
      16. Dezember 2014 at 21:15

      Ich glaube auch, dass man dieses Ankommen mit dem passenden Gebäck um einiges angenehmer gestalten kann! EIne gewisse Form der Bestechung hat schon immer geholfen ;)
      Liebe Grüße zurück!

  4. Ylva
    16. Dezember 2014 at 10:19

    Was für schöne Worte, liebe Julia! Der Spieß lässt sich auch – wie immer wohl – umdrehen; so träume ich als „Daheimgebliebene“ insgeheim nicht selten davon einfach weg zu ziehen, etwas Abstand zu bekommen…So hat alles zwei Seiten, nicht wahr? Aber egal ob von fern oder nah: Bringt man solche Brownies mit kann doch nur alles gut werden!
    Ich wünsche Dir ein herzliches „Heimkommen“ und ganz wunderbare Feiertage!
    Liebe Grüße,
    Ylva

    • Julia
      16. Dezember 2014 at 21:12

      Du hast absolut recht! Beide Seiten beäugen sich wohl eher neidisch, denn möchte man nicht immer das, was man gerade nicht hat? Man sollte sich auf jeden Fall darüber bei einem Kaffee und ein, zwei Stückchen Brownies unterhalten ;)
      Liebe Grüße <3
      Julia

      • Ylva
        18. Dezember 2014 at 09:43

        Aber definitiv, liebe Julia!
        Vielleicht auch noch mit einer Kugel Vanilleeis auf den Brownies…? ;)
        Liebe Grüße,
        Ylva

  5. Michèle
    17. Dezember 2014 at 15:27

    Hmm, zu ein paar frischen Brownies würde ich jetzt auch nicht nein sagen

    • Julia
      17. Dezember 2014 at 19:33

      Greif zu, Michèle, es ist genug für alle da :)

      • Franziska
        19. Dezember 2014 at 10:01

        Na, dann stell ich mich gleich auch mal an der Brownie-Schlange an!

  6. susanne
    19. Dezember 2014 at 07:02

    Sehr schoene Worte!

    • Julia
      21. Dezember 2014 at 13:17

      Lieben Dank, Susanne!

  7. Nele Büsing
    19. Dezember 2014 at 19:49

    Hachja, wie wahr… als Heimkehrerin erster Stunde, bin ich auch immer wieder hin und hergerissen. Einerseits wünsche ich mir so sehr mal wieder länger als ein Wochenende Zuhause(?) zu sein, andererseits ist es ja doch irgendwie immer anstrengend…. Dann kommt das schlechte Gewissen, nicht genug Zeit für die Familie zu haben und direkt danach schon wieder Erleichterung und Wehmut zugleich, Weihnachten mal wieder ohne es zu merken hinter sich gelassen zu haben.

    Eine schöne Rest-Adventszeit, Nele :)

    • Julia
      28. Dezember 2014 at 12:30

      Liebe Nele, ich verstehe Dich zu gut, Du hast das ganz wunderbar gesagt… Ich hoffe, Du hattest schön Feiertage <3
      Liebe Grüße
      Julia

  8. Tina
    25. Dezember 2014 at 19:33

    Mir geht es da wie Yvi, ich würde mir ab und zu wünschen einfach mal für ein paar Monate oder Jahre abstand zur heimat zu haben, nicht mal kurz in weniger als 20 Minuten bei Mama auf der Türschwelle zu stehen.

    Noch schöne Feiertage wünsch ich euch

    • Julia
      28. Dezember 2014 at 12:31

      Ich glaube, dass genau dieser Abstand gut tut und den Blick schärft und ein wunderbares Freiheitsgefühl schafft, dass uns allen gut tut.
      Liebe Grüße, liebe Tina!

  9. Carla
    2. Januar 2015 at 22:01

    Wunderschöner Artikel, der meine Stimmung und Gefühle perfekt einfängt. Wo ist zu Hause, was ist Heimat. Was tun wenn geliebte Menschen älter werden. Und wo Wurzeln schlagen. Schöne Worte. Bald mach ich Brownies.

    • Julia
      3. Januar 2015 at 11:07

      Danke, Carla, für Deine Worte… Wirklich <3

  10. Lina
    3. Januar 2015 at 09:22

    Oh, mir gehts jedes Jahr genauso. Ich hoffe immer so sehr, dass alles so geblieben ist, wie es mal war (was in einer Großstadt utopisch ist) und irgendwas zieht mich wohl langfristig doch zurück in die Heimat. Aber ich hatte bisher auch immer Glück: Jedes Mal, wenn ich nach Hause fahre, fühle ich mich gut aufgehoben und willkommen. Heimat bleibt eben Heimat. Zumindest bei mir.
    Ich kann auch das Gefühl verstehen, wenn Leute, die immer Zuhause geblieben sind, auch mal raus wollen. Da können ganz komische zwischenmenschliche Dynamiken entstehen.

    • Julia
      3. Januar 2015 at 11:08

      Wie wahr, liebe Lina, „komische zwischenmenschliche Dynamiken“ ist wunderbar gesagt, denn ich habe dazu ein ganz genaues Bild im Kopf…
      Liebe Grüße <3

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