Bonjour Triest.

Triest | Abendspaziergang | chestnutandsage.de

Es  is so hoaß, mit san schon ganz latschert, jammert die Wienerin in ihr Handy, während er, der Wiener, sein Cornetto erst mit Butter und dann mit Nutella bestreicht. Dabei sei Triest doch wie Wien, nur halt anders, am Meer, das sei so, wie man auf einmal überall bekannte Gesichter erkenne, wo man doch wisse, dass niemand Vertrautes anzutreffen ist, sie fliegen einem einfach zu und dann denkt man auf einmal, man sei in Wien obwohl man auf die Adria und nicht auf die Donau blickt. Dabei bin ich froh nicht unter dem Praterstern zu sitzen, sondern unter der Markise von Harry’s Bar, denn Wien und ich sind noch nie miteinander warm geworden. In Triest hingegen, wo mir der Schweiß den Rücken herunter strömt, da war es Liebe auf den ersten Blick, a Match, einmal nach rechts geswiped und dann für immer in Love gewesen. Vielleicht haben sich die Wienerin und der Wiener ja auch so kennengelernt, über einen Algorithmus auf der Suche nach zweien, deren Begeisterung für Streichfett und Nussnougatcreme sie für ein gemeinsames Leben qualifiziert. Denn nur das richtige Verhältnis von Fett zu Zucker kann auf Dauer glücklich machen, haben Forscher an Versuchen mit Käsekuchen und Ratten herausgefunden. Dabei ist es für Käsekuchen, und da gebe ich der Wienerin recht, zu heiß, weshalb ich mich aufmache um den Tag so lange im Bagno zu verbringen, bis die Sonne, die sich hier, über dem Piazza dell’Unità d’Italia besonders wohl zu fühlen scheint, erbarmt, sich auf eine Liason mit dem Meeresrauschen einzulassen um die Straßen und Gassen mit gnädigem Schatten zu beschenken und uns Triest als die Schöne, die sie ist, begreifen zu lassen und nicht als den Anfang alles Schrecklichen, den es gerade noch zu ertragen gilt. 

Triest | Buffet | chestnutandsage.de
Triest | SaluMare | chestnutandsage.de
Triest | Antiquitaetenladen | chestnutandsage.de
Triest | Parker | chestnutandsage.de
Triest | Piazza | chestnutandsage.de
Gegessen: Bistro Theresia, SaluMare, Geschwommen: Bagno Ausonia, Geschlafen: Grand Hotel Duchi d’Aosta, Gekauft: Parmesan und Pasta im Eataly. Mehr über Triest: gibt es hier.

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7 comments on “Bonjour Triest.

  1. Karin
    29. August 2017 at 09:35

    Mit Wien bin ich auch nie warm geworden, liebe Julia! Vielleicht sollte ich es auch mal mit Triest versuchen? Auf jeden Fall hat mir Deine Schreibe den langen, nicht enden wollenden Vormittag im Büro versüßt! :-)
    LG Karin

    • Julia
      29. August 2017 at 20:40

      Ach Karin, da bin ich aber froh, man bekommt ja fast den Eindruck, dass wirklich jeder Mensch Wien liebt! Ich kann Dir Triest deshalb wirklich nur ans Herz legen, eine wunderbare Stadt mit allerlei kulinarischen Highlights.
      Liebe Grüße!
      Julia

      • Karin
        30. August 2017 at 13:59

        Ja, mit unserer Abneigung sind wir in unserem Freundeskreis auch (fast) allein. Irgendwie gibt es da Leute, die fahren gefühlt jedes Jahr nach Wien. Also wir dann nach Triest! :-)
        LG Karin

  2. KTINKA
    29. August 2017 at 11:41

    Oh, wie schön ist Triest! Als Kind war ich mal dort – aber ich glaub es ist Zeit das bald mal zu wiederholen :)

    • Julia
      29. August 2017 at 20:41

      Oh ja, dann wird es auf jeden Fall Zeit, Triest wieder einen Besuch abzustatten, ich kann es nur empfehlen!
      Liebe Grüße,
      Julia

  3. Jenni
    31. August 2017 at 11:50

    Liebe Julia,

    du solltest ein Buch schreiben. Einen Roman. Wirklich. Falls du das noch nicht getan hast, wird es Zeit. Ich würde ihn verschlingen in sanften Herbstnachmittagen und lauen Sommerabenden, das sei versprochen!

    Danke dir für die schöne mentale Exkursion nach Triest!
    Ein Reiseziel mehr auf meiner Karte. :)

    Liebe Grüße
    Jenni

  4. Julia
    1. September 2017 at 15:30

    Wie schön! Ich bin mir jetzt noch sicherer: Triest möchte auch von mir besucht werden!

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