Menschen die ihr Essen fotografieren… Food-o-Grafie

Food-o-Grafie | chestnutandsage.de

Heute gibt es mal kein Rezept, kein Film, nichts, was mit kochen oder essen zu tun hat. Wer jetzt enttäuscht den Mauszeiger in Richtung rotes X am rechten oberen Bildschirmrand wandern lässt, dem sei zugerufen: Halte ein! Heute geht‘s um’s Fotografieren! Genauer gesagt um’s Essen-Fotografieren. Zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf hat nämlich bereits zum zweiten Mal zu einem Event aufgerufen, dass sich voll und ganz der Food-o-grafie widmet. Da bin ich doch gleich dabei, und stelle Euch gerne meine Kamera und meine Objektive vor. Bevor ich aber anfange möchte ich sagen, dass es meiner Meinung nach Prinzip egal ist, von welchem Hersteller man eine Kamera besitzt. Wenn die Kamera gut in der Hand liegt, wenn man mit dem Bedienkonzept zurechtkommt, dann ist es gleich, ob vorne drauf Nikon, Sony, Canon oder Pentax steht. Ihr könnt mit der Kamera gute Bilder machen? Prima! Man würde zu einem Schriftsteller ja auch nicht sagen „Wow, Dein Computer schreibt aber tolle Texte“. Also sagt man zu einem (Hobby-)Fotografen auch nicht „Deine Kamera macht aber tolle Bilder“. Warum der ganze Terz zu Beginn, fragt Ihr Euch? Gebranntes Kind scheut Feuer. Erinnert Ihr Euch an meinen Fotokurs? Ich mich (leider) auch.

Kommen wir also zum Wichtigen, nämlich welche Kamera und welche Objektive ich nutze: Ich besitze eine Nikon D3100. Das ist ein Einsteigermodell. Ich bin ja auch (Food-)Fotografie-Einsteigerin, das passt also gut. Warum eine Nikon und warum dieses Modell? Ich hatte bis auf den Hersteller nicht ganz so viel Einfluss auf die Kamera, denn sie war ein Geschenk meiner Liebsten (nochmal 1000Dank!). Dass ich mir diese Kamera nur für die Food-o-grafie gewünscht habe, würde ich nicht sagen, denn ich fotografiere auch sonst gerne, bis ich die Spiegelreflexkamera hatte eben mit einer Lomo LC-A und einer kompakten Olympus. Dass ich die Kamera jetzt aber auch für Food-Fotos nutzen kann ist ein überaus angenehmer Nebeneffekt. Die Nikon kam als Set zu mir, das heißt, ein Objektiv mit einer Brennweite von 18-55 mm wurde mitgeliefert. Es war bis Dezember das einzige Objektiv, das ich besessen habe und es ist auch absolut ok, der Hunger kommt jedoch meist beim Essen. Und so habe ich mir zu Weihnachten und extra für die Food-Fotografie ein Objektiv mit einer Festbrennweite von 50 mm und einer Lichtstärke von 1:1.4G geschenkt. Hä? Brennweite? Eine super Erklärung findet Ihr bei Copy Paste Love. Ich liebe das 50-mm-Objektiv. Mit ihm erzielt man diese schöne Unschärfe, mit der sich Objekte besser vom Hintergrund abheben und auch bei schwierigen Lichtverhältnissen kann man noch einwandfrei Bilder schießen. Zum Vergleich zeige ich Euch mal zwei Bilder.

Food-o-Grafie Objektiv-Beispiele | chestnutandsage.de

Vor- und Nachteile meiner Kamera:
Nikon wirbt damit, dass man mit diesem Modell auch im Automatik-Modus hervorragende Bilder machen kann und ich muss sagen, dass das tatsächlich der Fall ist. Die Nikon führt Anfänger mit Hilfe eines Guide-Modus vom Kamera-Einschalten bis hin zum aufgenommenen Foto, was ich zu Beginn als sehr hilfreich empfand, denn ich hatte ja wirklich keine Ahnung, was alle Rädchen und Knöpfchen bedeuteten und welchen Effekt sie haben (obwohl die Bedienungsanleitung hervorragend ist). Ein weiteres Plus für Einsteiger ist die Active D-Lighting-Funktion. Mit ihrer Hilfe werden auch bei schwierigen Lichtverhältnissen gut ausgeleuchtete Bilder aufgenommen. Ich hab das mal mit einer Canon verglichen und muss sagen, dass die Nikon in diesem Punkt wirklich besser abschneidet. Ein weiterer Vorteil ist, der je nach Größe der Hand des Fotografens auch ein Nachteil sein kann, dass dieses Modell klein und leicht ist. Ich habe weder kleine Patschehändchen noch sind meine Hände riesige Bratpfannen, und mir liegt die Kamera ganz hervorragend in der Hand. Ein richtiger Nachteil ist, dass die Kamera kein schwenkbares Display hat. Wenn man sein Essen fotografiert kommt man nicht unbedingt in die Verlegenheit ein schwenkbares Display zu brauchen, aber wenn man draußen unterwegs ist, kann das schon mal fehlen.

Was ich empfehlen würde…
Wenn man sich dazu entscheidet eine Spiegelreflex-Kamera zu kaufen, dann ist man ja bereit, Geld in die Hand zu nehmen… manchmal sogar ordentlich viel Geld. Wenn man sich dann nur im Automatik-Modus aufhält, ist das schade, denn man nutzt die ganze Leistungsfähigkeit seiner Kamera nicht. Ich rate Einsteigern deshalb, einen Fotokurs zu besuchen, einem bereits erfahrenen Fotografen aus dem Freundeskreis Löcher in den Bauch zu fragen oder sich ganz viele Video-Tutorials anzusehen. Food-Fotografie-Einsteigern (wie ich auch einer bin) kann ich übrigens das eBook Food-Fotografie von Delighted wärmstens empfehlen! Ich hab das auch und es ist nicht nur ausgesprochen lehrreich, sondern auch sehr schön gestaltet. Ich finde ja, dass Fotografieren ein bisschen wie beim Kochen ist: Entweder man nimmt ein Fertiggericht und bekommt dann etwas, was man entweder mag oder nicht, oder man kauft sich frische Lebensmittel und kann sich dann sein Essen genauso zubereiten, wie man es gerne möchte. Und so ist das beim Fotografieren eben auch: Mir gefällt der Standard-Farbraum nicht? Ich möchte für bestimmte Aufnahmen mehr oder weniger Weichzeichner? Bitte, kann man alles einstellen. Und zwar genauso, wie man möchte und wie einem danach die Bilder gefallen.

Das war jetzt ganz schön viel, oder? Find ich auch! Wenn Ihr aber noch mehr in das Thema Food-o-Grafie eintauchen mögt, klickt Euch doch auch bei den anderen durch, die bei diesem Event teilgenommen haben, da wurden schon viele tolle und informative Beiträge eingereicht!

Liebe Grüße

Julia

15 Gedanken zu “Menschen die ihr Essen fotografieren… Food-o-Grafie

  1. Danke…danke….danke….
    Ich suche schon länger nach einer Kamera weil ich bisher ausschließlich mit meinem Handy fotografiere.
    Die ganze Technik verwirrt mich eher.
    Der Vergleich mit dem Schriftsteller öffnet mir gerade die Augen….
    Jetzt nochmals danke für die Links!

    • Da freu ich mich, Sybille, dass ich Dir ein wenig weiterhelfen konnte! Ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass ich mir selber keine Kamera kaufen musste, mir geht’s nämlich genau so wie Dir! Die ganzen Fachbegriffe und Details verwirren mich meist mehr, als das sie mir weiter helfen. Herr S. kann sich zum Glück stunden- und tagelang mit solchen Dingen beschäftigen und hat mir dann einfach ein sehr passendes Kameraexemplar ausgesucht :)
      Liebe Grüße!
      Julia

  2. Schöner Beitrag! Mich würde nur noch interessieren wie du das Problem des fehlenden Tageslichtes löst. Ich koche meistens abends und das sieht man den Fotos leider an…Ich liebäugele zwar auch noch mit einem lichtstärkeren Objektiv, aber das wird auch nicht Zaubern können…

    • Zorra wird das Event noch um das Thema “Zubehör” erweitern, ich verrate Dir aber jetzt einfach, dass ich eine Tageslichtlampe, einen Diffusor und ganz, ganz viel Styroporplatten als Reflektoren habe. Du hast absolut Recht, ein Lichtstarkes Objektiv hilft mir im Herbst/Winter nämlich auch nicht weiter. Und da ich mit dem Blitz nicht so wirklich schöne Ergebnisse erzielt habe, habe ich eben eine Tageslichtlampe gekauft :)
      Liebe Grüße
      Julia

  3. Ich glaube ich hab hier irgendwo schon einmal was zum Thema Fotografie kommentiert und war damals sehr erstaunt das ich nicht die Einzige mit einer Nikon bin.. danke für den tollen Bericht und die netten Ausführungen… für ein weiteres Objektiv fehlt mir derzeit das nötige Kleingeld, bis dahin wird weiter mit dem Kit Objektiv geübt (in der Hoffnung das meine Bilder irgendwann besser werden ^^)

    Liebe Grüße Trina, vom nuesselkram Blog ♥

    • Genau, Du hattest von Deiner Kamera bei dem Beitrag über meine Fotokurs berichtet :) Ich habe mir das neue Objektiv von meinem Weihnachtsgeld gekauft, denn das ist schon eine mittelkleingroße Investition. Ich finde die mitgelieferten Objektive auch schon sehr gut und habe gesehen, dass es gerade sogar diese Kamera mit zwei Objektiven angeboten werden. Auch nicht schlecht, find ich! Ich wünsch Dir auf jeden Fall viel Spaß beim Üben!
      Liebe Grüße,
      Julia

  4. Das Tulpenbild mit der 50er Brennweite ist super. Vor allem auch die Farben! Macht Lust auf mehr und vor allem auf Frühling. Ich muss unbedingt wieder mehr fotografieren :)

  5. Liebe Julia,
    toller Artikel! Von Zorras Event habe ich auch gelesen und überlege, da mit meinen beiden Blogs auch mitzumachen, wenn ich das zeitlich schaffe. Deinen Beitrag finde ich sehr schön, gerade auch was das Deine Einstellung zum Thema Marke anbetrifft. Eine kleine Anmerkung dazu ist vielleicht noch, dass manch eine/r noch alte analoge Spiegelrefelex-Kameras zu Hause hat mit oft sehr guten Objektiven. Viele Hersteller von DSLR-Kameras bieten wiederum sog. Mounts an, mit denen solche Objektive verwendet werden können, aber nicht zu jeder Marke. Da macht es dann Sinn zu schauen, welche (alten) Objektive man hat und zu welcher DSLR-Kamera-Marke man dazu passend solche Mounts erwerben kann.
    Lieben Gruß, Claudia

    • Danke, liebe Claudia! Der Hinweis auf die “alten” Objektive der analogen Kamera ist sehr gut! Da ich keine besitze, bin ich auf diesen Gedanken überhaupt nicht gekommen.
      Liebe Grüße,
      Julia

  6. Pingback: Schmausepost vom 8. Februar 2013 - Newsletter | Schmausepost

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