24 Stunden in Amsterdam

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Keine Haustiere, keine Parties und bitte nicht rauchen, ob das ok für mich sei. Der junge Mann, der mir die Schlüssel zum Apartement überreicht sieht so aus, als wären diese Regeln für ihn überhaupt nicht ok. Die letzte rauschende Party scheint ihm noch in den Knochen zu stecken. Müde versucht er sich eine Zigarette zu drehen, der Tabak will und will nicht im Paper bleiben und auch der Filter droht seine vorgesehene Position nicht einnehmen zu wollen. Entnervt schmeißt er sein grobmotorisch errichtetes Kunstwerk in den Mülleimer. Der Frust steht ihm ins dreitagebärtige Gesicht geschrieben. Ich versichere ihm, dass ich mich natürlich an die Regeln halten werde und denke mir, dass sie ihm ja nicht gefallen müssen, denn nicht er, sondern ich beziehe das wunderschöne Apartment am Rande des Rembrandtparks im Westen Amsterdams. Die Schlüssel in der Hand verabschiede ich mich von ihm und hoffe, mich in den nächsten 24 Stunden nicht mit weiteren seltsamen Gesellen beschäftigen zu müssen. Denn ich habe nur einen Tag lang Zeit die Hauptstadt des niederländischen Königreichs zu erkunden. Und die sollen voll von Schönem sein. Mit den verwinkelten Gassen des Grachtengürtels zum Beispiel. Mit Kunst. Und raschelndem Herbstlaub.

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Wie ich den Tag beginne

Nach einer ruhigen und entspannten Nacht, beginne ich den Tag mit einem Frühstück im Bartack, einer hübschen Vierteilkneipe, die von Frühstück bis Abendessen alles bietet. Das Bartack ist direkt ums Eck, warum sollte ich in die Ferne schweifen, wenn das gute Frühstück so nah ist? Nach einer Schüssel Hangop mit Granola bin ich gestärkt, um mir ein Fahrrad bei Amsterdams Fietsenwinkel zu mieten, das nur wenige Schritte vom Café entfernt ist. Denn mit dem Fahrrad ist es noch einfacher als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln irgendwo hinzukommen – und das, obwohl der ÖPNV in Amsterdam ein wirklich kundenfreundliches Erlebnis ist.

Von Rembrandt zu Van Gogh

Fahrt zuerst eine Runde durch den Rembrandtpark, der im Spätsommer und Frühherbst so schön ist und radelt dann in den Vondelpark, den ich ganz besonders mag. Hier kann man endlos schlendern und nichts anderes tun, als Menschen beim Menschsein zu beobachten und in der Sonne zu liegen. Wem das zu langatmig ist, der radelt einfach noch ein Stückchen weiter an den Museumplein wo ihr die ganzen großen und wichtigen Museen wie das Van Gogh Museum oder das Rijksmuseum findet. Wenn Euch das zu schwere Kost ist, radelt einfach weiter zum Fotografiemuseum Foam wo regelmäßig wechselnde Ausstellungen internationaler Künstler gezeigt werden. Und wenn ihr jetzt eh schon in der Keizersgracht seit, dann schaut Euch doch noch den Grachtengürtel an. Ja, hier kann es etwas voller sein (also wirklich sehr voll), biegt man aber regelmäßig links und rechts ab, findet man immer wieder ein hübsches, ruhiges Fleckchen.

Zum Abschluss ein Eis

Allein diese Tour wird einige Stunden in Anspruch nehmen, weshalb ihr irgendwann entweder schmerzende Füße (wenn ihr kein Fahrrad gemietet habt) oder einen schmerzenden Po (wenn ihr ein Fahrrad gemietet habt) und unbändige Lust auf Streetfood haben werdet. Auf geht es also wieder in den Westen der Stadt, wo sich das Kreativzentrum De Hallen befinden, das auch einen Streetfoodmarkt beherbergt. Esst euch durch die verschiedenen Stände, die von Falafeln, vietnamesischen Köstlichkeiten, Dim Sum, Burgern und Poke alles anbieten, was das Fastfood-Herz begehrt.
Auf dem Heimweg werdet ihr noch beim Ijsmanschap vorbei kommen. In dieser kleinen Eisdiele findet ihr köstliches Eis am Stil, das ihr auf jeden Fall in Schokolade tauchen lassen solltet. Immerhin seid ihr heute den ganzen Tag unterwegs gewesen, ihr solltet Euch für Eure Anstrengungen also mit dieser süßen Köstlichkeit belohnen.

Auf dem Weg zum Apartment kommt ihr nochmal am Bartack vorbei, wo wir nochmal kurz einkehren um auf die vielen Eindrücke, auf das Erlebte und auf eine meiner Lieblingsstädte anstoßen.
Dank je wel, Amsterdam!

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5 comments on “24 Stunden in Amsterdam

  1. Ela
    23. Oktober 2017 at 08:49

    Amsterdam ist wirklich sehr schön. Ich war letztes Jahr ein paar Tage dort aber habe noch längst nicht alles gesehen, was mich interessiert. Da kann man gut und gern öfter hinfahren :)
    Wir sind übrigens von München mit dem Nachtzug angereist und das war super!
    Liebe Grüße
    Ela

    • Julia
      29. Oktober 2017 at 17:25

      Ich finde auch, dass man regelmäßig nach Amsterdam fahren kann ;) Die Stadt kann manchmal schon brechend voll sein, deshalb habe ich auch noch vieles nicht gesehen. Ich komme einfach wieder und versuche dann antizyklisch anzustehen!

  2. Sarah
    23. Oktober 2017 at 10:18

    Magst du das Apartment teilen?

    Ich suche noch eine schöne Bleibe im Westen – wir waren schon im Süden und im Osten, jetzt ist mal ein anderer Stadtteil dran.

    Und wunderschöne Bilder !!

  3. Clemens
    31. Oktober 2017 at 17:36

    Das Bartack hört sich toll an zum Frühstück, hab gleich mal gegoogelt und es abgespeichert für den nächsten Amsterdam-Trip. Insofern: Lieben Dank für den Tipp!

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