Rhabarber-Popsicles

Rhabarber-Popsicles | chestnutandsage.de

Der Rhabarber in unserem Garten ist ein schüchternes Gewächs. Ganz hinten, verdeckt von einem imposanten Stachelbeerbusch, zwei ausladenen Johannisbeersträuchern und zurzeit stolz den Kopf in den Himmel reckenden Tulpen, sitzt er am Zaun, den Katzen den Weg in ihre nächtlichen Abenteuer versperrend. Dabei ist es gerade dort ein schöner Ort: Das Licht bricht sanft durch den Blätterhain der Beerensträucher, es ist angenehm heiß und die Schnecken lassen sich hier auch nicht blicken – sie fallen lieber über die fein säuberlich eingezäunten Beete her, in denen sich Salate, Gurken und Selleriepflänzchen ihrer Haut erwehren. Man könnte also sagen: Der Rhabarber ist ein schlaues Pflänzchen. Zieht sich zurück, hat seine Ruhe, lässt anderen den Vortritt. Ein sich nicht nach vorne Drängler. Doch wenn seine Zeit gekommen ist, dann strahlt er, am liebsten an der Seite seiner Freunde, den Milchprodukten. Denn hier kann er seine Oxalsäure mit dem Calcium der Milch verbinden, was ihn viel bekömmlicher macht und die Zähne nicht mit diesem uangenehm pelzigen Gefühl zurücklässt. Weiterlesen

Sommerrollenglückssalat

 

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Beim in den Himmel starren bleibt die Zeit stehen. Cumuluswolken formen sich zu Ungetümen, der Wind treibt sie behäbig über das strahlend blauen Firmament, eine Leinwand die so leuchtend ist, wie die lachenden Augen eines Kindes beim Anblick einer großen Kugel Eis. Wellen brechen ein rhythmisches Lied, das mich, eingekuschelt in die Hitze, die sich wie eine warme Decke um mich schmiegt, langsam in den Schlaf wiegt. Gedankenfetzen schweben wie Schmetterlinge heran, nicht greifbar, und ziehen auch schon wieder weiter, alles was nicht bleiben will geht dahin und das ist im Moment, da ich im Urlaub bin, nicht nur genau richtig, sondern auch mehr als gewünscht. Natürlich sollt auch ihr etwas von diesem Urlaubsglück abbekommen. Leicht und lecker. Sommerlich fein. Natürlich asiatisch, denn schließlich befinde ich mich da ja auch gerade. Weiterlesen

Urlaubspause

Urlaubspause

Ihr Lieben, hier wird es die kommenden Wochen ein wenig ruhiger – ich verabschiede mich nämlich in den Urlaub. Das habe ich mir verdient, immerhin standen die letzten Monate im Zeichen von Arbeit, Vorbereitungen und dem GastFreude-Abend, der letzten Sonntag stattfand. Möglicherweise hatte ich mir ein wenig zu viel vorgenommen, möglicherweise bin ich ein wenig zu müde, möglicherweise ist es jetzt genau das richtige, Abstand zu suchen und sich wieder selber zu finden. Und so freue ich mich auf drei freie Wochen, die ich in der Ferne verbringen werde. Ganz still wird es hier allerdings nicht werden, ein bisschen hab ich was für Euch vorbereitet.
Lasst es Euch gut gehen. Und bis ganz bald!
Liebe Grüße
Julia

Idealer Standard: Ingwer-Spargel mit Omlette

Ingwer-Spargel mit Omlette | chestnutandsage.de

Ich lebe ein Leben, das in etwa dem entspricht, was man so allgemein von einer Mittedreißigjährigen erwartet. Aufstehen, arbeiten, vorsorgen, die Steuererklärung leicht verspätet  einreichen – so ist das bei mir. “Ideal Standard” könnte man sagen. Nicht unterwältigend. Nicht extraordinär. Sondern irgendwo dazwischen. Denn sind wir doch mal ehrlich – das aufregende Leben, das findet nicht am Schreibtisch statt. Den Abenteurern,  denen sitz man in der nächsten unendlich dauernden Besprechung nicht gegenüber. Jene, die die Nase in den Wind halten um die nächste Herausforderung zu wittern, trifft man selten am Bürokühlschrank aus dem nur die gammelige Milch heraus müffelt. Und all denen, deren zweiter Vorname “Gefahr” lautet, denen begegnet man nicht in der Tram auf dem Weg ins Fitnessstudio, wo man seinem geschundenen Körper, der acht Stunden pro Tag nur ab und zu mal mit der Maus klickt, ein wenig Bewegung gönnt. Viel aufregender ist es da doch zurzeit auf dem Markt, hier quellen die Stände schon beinahe über vor Abwechslung und kulinarischer Lebensfreude. Artischocken, bunter Mangold, frische Kräuter, es ist eine Freude. Und eben Spargel. In Masse. Und den gibt es heute angebraten, mit Ingwer, Frühlingszwiebeln und Chili verfeinert. Ganz schön ideal. Und ganz und gar nicht Standard. Weiterlesen

Links with love im April

Links with Love | Milada Vigerove | unsplash.com

Die ersten warmen Sonnenstrahlentage und Asphaltwarmennächte sind herrlich, da kann auch ein kalter Regentag die Laune nicht trüben, da legt man gern mal einen Tag ein, an dem man der kulinarisch-kuriosen Sammelleidenschaft frönt.

In murmeltiertagartiger Manier wiederhole ich, was ich auch schon letzten Monat sagte: Schon wieder steht ein Feiertag vor der Tür! Genießt ihn!
Liebe Grüße
Julia
…das Bild kommt – wie immer bei LwL – von unsplash.

Blogger schenken Lesefreude

Kitchen | Banana Yoshimoto

Heute, am Welttag des Buches, findet wieder die wunderbare Aktion “Blogger schenken Lesefreude” statt. Diese Gemeinschaftsaktion soll nicht nur die Möglichkeit bieten, Lieblingsbücher vorzustellen, sondern diese auch zu verlosen. Und genau das möchte ich heute auch tun, Euch das Buch “Kitchen” von Banana Yoshimoto vorstellen und Euch schenken.

“Der liebste Platz auf dieser Welt ist mir die Küche. Ganz gleich, was sonst geschieht – in einer Küche, an einem Ort, an dem man kochen kann, da geht’s mir gut.”

Ein Satz, eine Einleitung, die mich das Buch „Kitchen“ von Banana Yoshimoto nicht mehr aus der Hand legen ließ. Ein Satz, der täuscht, geht es in diesem Buch doch nicht nur um Küchen und Kochen, sondern vielmehr um die großen Verluste im Leben, die, die alles Verändern, die ein Zurückkehren in das Bekannte nicht mehr möglich machen. Mikage Sakurai, die ihre Eltern und Großeltern verloren hat, wird bei Yūichi Kanabe und dessen Mutter aufgenommen. Sie, die versucht hat alleine weiter zu leben und Trost im monotonen Surren des Kühlschranks findet, findet durch die zurückhaltende Herzlichkeit der Familie Tanabe, der Balance aus Freiraum und Nähe, gefunden im Kochen, geschenkt im gemeinsamen Essen, wieder zurück in ein Leben, das ein Weitermachen ermöglicht. Weiterlesen