Blogger schenken Lesefreude

Kitchen | Banana Yoshimoto

Heute, am Welttag des Buches, findet wieder die wunderbare Aktion “Blogger schenken Lesefreude” statt. Diese Gemeinschaftsaktion soll nicht nur die Möglichkeit bieten, Lieblingsbücher vorzustellen, sondern diese auch zu verlosen. Und genau das möchte ich heute auch tun, Euch das Buch “Kitchen” von Banana Yoshimoto vorstellen und Euch schenken.

“Der liebste Platz auf dieser Welt ist mir die Küche. Ganz gleich, was sonst geschieht – in einer Küche, an einem Ort, an dem man kochen kann, da geht’s mir gut.”

Ein Satz, eine Einleitung, die mich das Buch „Kitchen“ von Banana Yoshimoto nicht mehr aus der Hand legen ließ. Ein Satz, der täuscht, geht es in diesem Buch doch nicht nur um Küchen und Kochen, sondern vielmehr um die großen Verluste im Leben, die, die alles Verändern, die ein Zurückkehren in das Bekannte nicht mehr möglich machen. Mikage Sakurai, die ihre Eltern und Großeltern verloren hat, wird bei Yūichi Kanabe und dessen Mutter aufgenommen. Sie, die versucht hat alleine weiter zu leben und Trost im monotonen Surren des Kühlschranks findet, findet durch die zurückhaltende Herzlichkeit der Familie Tanabe, der Balance aus Freiraum und Nähe, gefunden im Kochen, geschenkt im gemeinsamen Essen, wieder zurück in ein Leben, das ein Weitermachen ermöglicht. Weiterlesen

Ein herzöffnender Salat mit Pomelo

Pomelosalat | chesntutandsage.de

Die Pomelo ist eine seltsame Frucht, eine pampelmusige Grapefruit, dick und fest ist ihre Schale, marshmallow-artig das innere Weiße. Sie verbirgt ihr fein-säuerliches Inneres, es ist wahrlich schwer zu ihr durchzudringen. Eine Frucht, bei der man auf den ersten Blick gar nicht so recht weiß, wie man sie nehmen soll. Durch ihre manchmal supermarkt-furchtbare Verpackung in einem Plastiknetz, in Folie eingeschweißt, wirkt sie sogar verstörend abstoßend – diesen rot-gelben Handball soll man essen können? So hat man schnell ein falsches Bild von ihr, obwohl sie gar nichts dafür kann. Doch wenn man sie erst einmal richtig kennengelernt hat, verfällt man ihrer Süße und wird gar nicht genug von ihr bekommen können  – kurios, nicht wahr? Aber so ist das wohl, dass etwas Unbekanntes immer so scheint, wie es die eigene Vorstellung zulassen kann. Und so ist man es immer selbst, durch den das Gegenüber beschränkt und unterschätzt wird. Das Herz öffnen, Chancen geben und hinter die dicke Schale blicken, das ist es wohl, was uns allen gut tun würde. Weiterlesen

Altruistische Bärlauch-Focaccia

wild garlic focaccia | chesntutandsage.de

Es ist doch ein fragiles Ding, das Zwischenmenschliche, von “da passt kein Blatt dazwischen” bis “komm mir nicht zu nahe” ist alles anzutreffen. Was eben noch für immer war, kann im nächsten Moment in das genaue Gegenteil umschlagen. Gründe dafür gibt es zuhauf oder braucht es gar nicht, je nachdem, häufig versteht man es selber nicht mehr. Steht wie im Walde, auf einer Lichtung, von der man vor lauter Bärlauch die Bäume nicht mehr sieht. Und dort, tief im Walde, lässt sich die Symphonie unausgesprochener Zwischentöne einfach ausschalten, lässt sich das ganze Hü und Hott der menschlich Interaktion entspannt betrachten, dort, in der selbstgewählten Isolation, die ich sonst nur in der Küche finde. Denn nirgends sonst sind die Spielregeln klarer, ist das Verhalten von Mehl, Wasser und Hefe doch vorhersehbar. Hier lässt sich dann – obwohl allein – ganz altruistisch (denn das muss kein Widerspruch sein!) eine wunderbare Focaccia backen, die sich, im Zweifel in eine Friedensfahne gewickelt, ganz hervorragend zur Versöhnung eignet. Weiterlesen

Nichts müssen. Außer Eis essen.

Himbeer-Lemon-Eiscreme | chestnutandsage.de

Nichts müssen müssen. Weil es so viel schöner wäre. Weil dann der Wunsch manchmal nicht so übermächtig wäre, sich einfach aufzulösen, in Ruhe und Wohlgefallen, in eine Wolke, die über allem schwebt. Damit man dem Wunsch nachgeben könnte, mit dem Fahrrad durch den Wald zu fahren, frische Luft in der Nase, am Zoo vorbei und dann immer gerade aus, bis zur nächsten Eisdiele. Die Beine in der lauen Luft baumelnd dürfte da dann das einzige verschwurbelte ein säuerlicher Himbeer-Strudel sein der sich seinen Weg durch cremiges, süßes Sahne-Eis bahnt. Nicht Gedanken, die am Ende doch zu nichts außer schlaflosen Nächten führen. So würde ich dann alles ziehen lassen, in die Sonne blinzelnd, mit der Gewissheit zumindest ab und zu gar nichts zu müssen. Weiterlesen

Links with Love im März

Links with Love | photo taken from unsplash.com

Der März ist vorbei, der Frühling ist da, ich sammle was mir besonders gut gefällt – wie immer Kulinarisches und Kurioses –  heute mit einem Fokus auf Soulfood und Gemeinschaft.

Schon wieder stehen Feiertage vor der Tür. Genießt sie!
Liebe Grüße!
Julia
…das Bild kommt – wie immer bei LwL – von unsplash.

Kaffee?

Mittwochs ist der Tag, an dem ich Städte, Dörfer, Wälder erwachen sehe. Die letzten Sterne weichen einem sanftem Dämmerlicht, die Sonne lugt zwischen Tannen hervor, ich brause mit dem Zug in die Stadt, die mich beschäftigt. Kaffee hilft dabei, die Schönheit zu erkennen, mich aus einer grummeligen Nörglerin in eine halbeloquente Reisende zu verwandeln. Es ist eine besondere Stimmung, so früh am Morgen, so wunderbar eingefangen in “Prelude”.
Prelude – a life & thyme production
Director: Nathan Sage, Producers: Antonio Diaz & Jaime Valdovino, Writers: Nathan Sage & Gianna Hughes, Original Score: Jaime Valdovino, Jason Bennett, & Luke Graham, Narration: Sarah Valdovino