Vom Übergang: Kartoffel-Tajine

Kartoffel-Tajine | chestnutandsage.de

Wenn das Brummen der Stadt leiser, das Trappeln in der Wohnung über mir lauter wird, Nachbarn von der Arbeit des Tages nach Hause kehren und sich auf einen Plausch auf dem Balkon treffen, in dicke Pullover gemümmelt, den kühlen Weißwein gegen vollmundig-schweren Rotwein getauscht und im Schein der Kerzen die Schattenspiele der sich im Sonnenuntergang spiegelnden Wolken beobachten, dann ist er da, der Spätsommer, und mit ihm die Lust auf gehaltvollere Speisen und Getränke. Wo es in der mittäglichen Sinneslust noch ein leichter Salat aus Tomaten mit ein bisschen Majoran sein darf, wünsche ich mir abends schon etwas tröstlicheres, das den Übergang von unbeschwertester Sommerzeit zu herbstlaubraschelnder Jahreszeit erleichtert. Etwas gewürzkräftiges, aromengewaltiges Buntes. Etwas, das trotzdem schnell zubereitet ist, wer will schon zu viel Zeit in der Küche verbringen, kann man die Abende doch noch im Freien genießen, windgeschützt, mit Füßen in warmen Socken steckend. Das sollten wir auskosten, diese besondere Jahreszeit des Drausssendrinnenseins. Weiterlesen

Für den Vorratsschrank: Pomodori secchi sott’olio

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Vielleicht ist es ein Abenteuer, ein letztes Aufbäumen gegen “die da oben”, meine kleines Dorf im ansonsten von den Römern besetzten Gallien, das Selbermachen. Vielleicht ist es auch ein sich wehren, ein wenig Renitenz, Widerspenstigkeit, sei uns gestattet. Oder vielleicht ist es auch nur die Mirakulix’eske Verzückung darüber, wie aus wenig, und wie von druidischer Zauberhand, etwas wird. Etwas Selbstgemachtes, hinkelsteinisch Schönes. Etwas, das man sonst einfach nur kauft ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob und vor allem wie man es selber besser machen kann. In den meisten Fällen lautet die Antwort nämlich einfach: Ja, kann man. Es besser machen. Wenn man denn nur weiß, wie es geht. Lebensmittel in Öl haltbar zu machen ist dabei nicht nur kein Geheimnis, es ist auch noch wunderbar einfach und eine der ältesten Konservierungsmethoden. Durch den Sauerstoffentzug wird die Entwicklung von Mirkoben (denen durch das vorangegangene Trocknen das Wasser entzogen und somit das Leben schwer gemacht wurde) gehemmt, das Lebensmittel ist geschützt und haltbar gemacht. Weiterlesen

Für den Vorratsschrank: Tomatensauce

Tomaten | chestnutandsage.de

Wenn man nicht weiß, wie gutes Essen schmecken kann, woher soll man dann wissen, dass man es vor sich hat? Wenn man nicht weiß, wie gute, reife, ja sonnenverwöhnte Tomaten schmecken können, wie soll man dann den Unterschied zum Tomatenhybrid aus dem Gewächshaus erkennen können? Diese These – dass jeder gutes Essen erkennen müsse, wenn es denn nur vor einem stehe – beschäftigt mich. Ich glaube nämlich nicht, dass dem so ist. Der Wert von gutem Essen muss, meiner Meinung nach, nämlich erst erlernt werden um ihn schätzen zu können. Wer den Eigengeschmack von Lebensmitteln – unverfälscht und frei von Zusatzstoffen und Aromen – nicht (vielleicht sogar schon von Kindesbeinen an) erlernt, wer kein Interesse an Lebensmitteln, Ernährung und Kochen hat, wird es nicht verstehen, warum man gerne über Märkte bummelt, Zutaten entdeckt, Zeit in der Küche verbringt, wo man seine Mahlzeiten doch so viel einfacher zubereiten kann. Tüte auf, ab in die Mikrowelle – warum kompliziert, wenn es auch einfach geht? Weil es sich lohnt, meine ich zumindest, gut zu sich zu sein, sich nur das beste zu gönnen, das bin ich mir Wert, dass müsste sich doch eigentlich jeder Wert sein, oder? Und damit ich mich auch in der kalten Jahreszeit mit bestem Essen verwöhnen kann, wenn ich überhaupt mal gar keine Lust auf große Küche habe und Kohl & Co. nicht mehr sehen kann, bereite ich heute das beste aus der Tomate zu, eine wundebare Sauce, die gleich en masse hergestellt wird, es lohnt sich!

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Links with love im August

Links with Love | Bild von Lucas Löf lucaslof.se

Links with Love – ist schon wieder ein Monat vorbei? Unglaublich! Alles was mir im August besonders gut gefallen hat, wie immer Kulinarisches und Kurioses, gesammelt, mit Euch geteilt.

Ihr Lieben! Auch wenn der August sich (zumindest hier in Süddeutschland) nicht von seiner besten Seite gezeigt hat war er doch nicht so übel, wie man meinen könnte. Der September wird aber mit Sicherheit spektakulär, was bleibt ihm auch anderes übrig?
Lasst es Euch gut gehen!
Julia

Ein Fest im Grünen {Rezension}

Ein Fest im Grünen | Erin Gleeson | Knesebeck Verlag

Ein neues Kochbuch ziert seit neustem mein Bücherregal, ein Kochbuch einer Bloggerin, die sind ja 2014 ziemlich in. Nicht nur deutsche Blogger, sondern auch internationale Blogger veröffentlichen Bücher en masse, da fällt es schon schwer den Überblick zu behalten. Manchmal blitzt aus diesem Meer aus Kochbüchern aber eines heraus, farbenfreudig, bunt, lachend, einladend. So wie “Ein Fest im Grünen”, dem Buch von Erin Gleeson, deren Blog the forest feast ich 2013 über das Sonntagssessen des ZEITmagazin-Blogs kennenlernte. Nach kurzem schmökern wurde der wunderbare Blog in meinen Feedreader aufgenommen und erfreut mich seitdem regelmäßig mit schönen Bildern, guten Rezepten und seit kurzem auch mit der Nachricht eines eigenen Kochbuchs – welch Freude! Und da es sich ja nun nicht mehr leugnen lässt, dass Kochbücher, Illustrationen und ich wunderbar zusammenpassen, möchte ich heute für Euch ein Blick in dieses Buch werfen und es Euch vorstellen. Weiterlesen

Für den Vorratsschrank: Gewürzgurken

Saure Gurken | chestnutandsage.de

Vom Einfachen das Gute, vielleicht sogar das beste, konserviert in Gläsern, der Sommer. Heute: Gewürzgurken, für den Vorratsschrank, der so langsam aber sicher das, was er tragen kann, trägt. Denn jetzt, Ende August, ertrinken wir beinahe im Überangebot von Mutter Natur, sie geizt nicht mit ihren Reizen sondern lässt uns schwelgen im kulinarischen Reichtum der Aromen, sodass – wenn schon die Temperaturen nicht an Sommer erinnern – er zumindest auf unseren Tellern stattfinden darf. Und was gibt es schöneres, als diese herrlichen Aromen einzufangen, wie Frederick, der auf seiner alten Steinmauer Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, für kalte Abende, an denen wir an reich gedeckten Tischen sitzen und uns zurücksehnen nach den leichten und unbeschwerten Tagen in der Jahresmitte? So passen die Gewürzgurken zum Beispiel auf eine Brotzeitplatte, vielleicht mit ein paar Soleiern? Es muss nicht immer Kaviar sein. Mit Zwiebeln, Lorbeer, Wacholder, ein wenig Dill, wie schon gesagt: Einfach und gut. Weiterlesen