Essbare Stadt {Rezension}

Die Lust auf dem Land zu leben scheint ungebrochen, wird damit doch ein naturnahes, naturverbundenes Leben verknüpft. Doch nicht jeden zieht es dorthin wo Fuchs und Hase ihr allabendliches Stelldichein geben, viele Menschen bevorzugen das Leben in der Stadt das in keinerlei Widerspruch zu einem Leben mit der Natur stehen muss. Das, und noch viel mehr, zeigt das wunderbare Kochbuch “Essbare Stadt – Wildwuchs auf dem Teller” von Maurice Maggi, das 2014 im AT Verlag erschienen ist. Bereits im Vorwort schreibt Maurice Maggi, das Buch solle dabei helfen “die Natur zu entdecken – indem man sich ihrer bedient – und damit die Sensibiltät für die Stadtnatur” wecke. Das Wissen um den Nutzen und den Einsatz urbaner Wildpflanzen und die damit einhergehende Wertschätzung verhelfe zu einem Kennenlernen und respektvollen Umgang mit der nächsten Umgebung und der Rückbesinnung auf eine echte regionale und saisonale Küche. Mit Lebensmitteln sorgsam, aber doch spielerisch umzugehen und das beste aus dem, was unsere Umwelt bereit hält, herauszukizeln, das sei die Herausforderung der Wildpflanzen, die im Überfluss vor der eigenen Haustüre zu finden sind. Weiterlesen

World Bread Day 2014: Buttermilchbrot

Buttermilchbrot | chestnutandsage.de

Heute, am 16. Oktober, ist es wieder soweit: Blogger rund um den Globus backen – zu Ehren des World Bread Day – Brot, um den glücklichen Umstand zu feiern, dass wir genug zu essen haben, dass es uns gut geht. Gerne würde ich nochmals den gleichen Text veröffentlichen, den ich schon letztes Jahr aus gleichem Anlass schrieb, denn geändert hat sich an der Situation – nichts. Mir scheint, dass das Gleichgewicht der Welt sogar noch stärker ins Schwanken geraten ist. Krisen und Kriege, in der Ukraine, Lybien, Syrien, zwischen Israel und Palästina, der Kampf gegen Terror, der Kampf gegen Ebola, TTIP und Big Data, bei vielen Themen weiß ich gar nicht mehr, ob sie noch aktuell sind, die Bedrohungen, oder ob sie nur aus dem Fokus der Tagesthemen fielen, weil eine andere Katastrope, eine weitere Gefährdung, gerade wichtiger, neuer, unvorhergesehener war. Vielleicht habe ich mich im Dschungel der Informationen auch einfach nur verlaufen und kann mich nur nicht mehr daran erinnern, welche Nachrichten heute vor einem Jahr über die Bildschirme flimmerten, in den Zeitungen standen. Zurück bleibt eine schale Beklemmung und Orientierungslosigkeit gegen die eine Scheibe frisch gebackenen Brotes nur bedingt helfen kann, das Gefühl des “besser informiert sein oder es lieber doch nicht so genau wissen wollen” bleibt. Weiterlesen

Zurückblicken. Welch Genuss.

Der Abend liegt schon eine Weile zurück. Umso schöner ist es, die Bilder jetzt zu sehen. Denn er flog nur so an mir vorbei, der GastFreude-Abend. Sie lassen mich mit einem Lächeln zurück und dem Gefühl, es ganz gut gemeistert zu haben – mit vielem Dank an  Wunderkind Matthias, Deine Mühen, das Video. An Richard, für die Bestuhlung. Und an Bordeaux Weine für die exzellente Weinauswahl. Es war eine große Freude, eine kleine Anstrengung, sicher ist jedoch: Es wird ein nächstes Mal geben. Mit Euch. Mit Genuss.

Was man braucht: Geschmorte Zwetschgen

Geschmorte Zwetschgen | chestnutandsage.de

Wir besitzen einen Zwetschgenbaum. Früher erfreuten wir uns sogar Zweier, doch der eine war zu hoch, zu alt, zu nah an der Grundstücksgrenze, er musste einem Zaun und Himbeersträuchern weichen. So sind wir über diesen einen Baum, der uns blieb, glücklich, denn er beschenkt uns dieses Jahr mit reicher Ernte. Und darum geht es ja – sich über das, was man hat, zu freuen. Nicht immer mehr und mehr anzuhäufen, haben zu wollen, meinen zu benötigen. Und zwar dringend. Denn wenn man ehrlich ist, was braucht man schon? Jedes Jahr zwölf neue Unterhosen, zwölf Paar neue Socken, das dürfte es doch schon gewesen sein, nein? Nichts also, was kuratiert werden muss. Brauchen, das tut man Liebe, Freundschaft, Verlässlichkeit, eine Familie, ja sogar einen Job, im schönsten Falle eine Berufung. Kein Tand, kein Krimskrams, obwohl es das ist, über das sich die Menschheit definiert. Schade eigentlich. Bereitet also eine große Pfanne dieser geschmorter Zwetschgen zu, nehmt alle, die ihr habt – Eure Freunde, Eure Mitbewohner, Eure Familien – an einen Tisch, schneidet gutes Brot auf und redet die ganze Nacht durch, fragt, wie es den Anderen geht, was sie bewegt, was sie berührt. Hört zu. Denn das ist es, was wir brauchen. Weiterlesen

Links with love im September

Bear by  Thomas Lefebvre

So ein September aber auch! Kaum begonnen, schon wieder vorbei. Die Zeit fliegt, ich sammle was mir diesen Monate besonders gut gefallen hat, wie immer Kulinarisches und Kurioses, gemischt mit ein bisschen Fernweh, mit Euch geteilt.

So beginnt der Herbst, Äpfel wollen jetzt zu Saft verarbeitet werden, es gibt viel zu tun! Was auch immer ihr in dieser neue Jahreszeit vor habt, lasst es Euch dabei gut gehen.
Liebe Grüße,
Julia
…das Bild kommt übrigens – wie immer bei LwL – von unsplash.

Ein bittersüßer Genuss: Pizza mit Apfel und Radicchio

Pizza mit Radicchio und Apfel | chestnutandsage.de

Manchmal ist sie einfach da, die Idee, wie ein sich plötzlich pink färbender Abendhimmel, wie Landschaften, Hügel, Bäume, die sich vor ihm wie Scherenschnitte absetzen. Wie Vögel auf ihrem Formationsflug in wärmere Gefilde, dem Ruf des Sommers folgend. Wie Mückenschwärme, die im Schein der sinkenden Sonne nicht mehr stören, sondern wie Sternenstaub glitzern. Manchmal hilft dabei das Rattern und Ruckeln eines Zuges, den Blick aus dem Fenster, die Gedanken sortierend. Dann ist sie einfach da. Die Idee zu dieser Pizza, die – nicht nur farblich – so gut zu dem eben gemalten Bild passt: In die wohlig wärmenden Aromen von sauer-süßen Äpfeln und schmelzendem Taleggio darf sich eine Bitterkeit einschleichen, nur ganz leicht, wie ein gehauchtes » Adieu! «, wie ein leises Versprechen, das gerade so gut in dieses Leben passt in dem die Würzigkeit des Herbstes in der Luft liegt und Melancholie uns ergreift. Weiterlesen