Essen im sozialen Netzwerk: Tagliatelle mit cremiger Kürbissoße

Kurbispasta | chestnutandsage.de

Gerade so kurz vor Weihnachten wird es einem wieder bewusst, der Zusammenhang, das Gefüge, das wichtigste soziale Netzwerk, die eigene Familie. Denn spätestens bei der alljährlichen Geschenkplanung stellt sich die Frage: gelten die alten Freundschaftseinladungen noch? Kamen neue Freundschaften hinzu, wurden bestehende beendet? Mag man sich noch? Wer folgt wem – beziehungsweise – wer hat wem wann geantwortet? Wurde vielleicht sogar jemand stumm geschaltet oder gar geblockt? Denn klar ist doch: Verwandtschaft bedingt keine bedingungslose Sympathie und wird so immer wieder zu dieser Zeit des Jahre auf die Probe gestellt – aus Biestigkeit, Feindseligkeit und Neid, basierend auf weit zurückliegenden Verletzungen die über die Jahre weder ausgesprochen noch ausgesöhnt  (jedoch leidenschaftlich gepflegt) wurden – so sieht es die weihnachtliche Choreografie vor. Grund genug also sich mit einer ordentlichen Portion Nudeln mit cremiger Kürbissoße zu stärken. Weiterlesen

Von der kaiserlichen und königlichen Gleichgültigkeit

Kaiserschmarrn | chestnutandsage.de

Der von mir hochgeschätzte Karl Lagergeld sagte einmal “Die Gleichgültigkeit ist an mir hoch gewachsen wie Efeu”. Ein schönes Bild, ein gemischtes Gefühl. Denn genau so wie Efeu rankt ist auch die Überwältigung durch Gleichgültigkeit ein schleichender Prozess aus dem man erst aufwacht wenn man fassungslos auf sich selber blickt, überrascht ob der eigenen Teilnahmslosigkeit gegenüber einer Gemeinschaft, gegenüber Einzelner. Was ist passiert? Ein sich lösen von (nicht) ausgesprochene Erwartungen denen man nicht gerecht werden kann hat stattgefunden. Ein “sich selbst nur noch als Maßstab gelten lassen” ist passiert. Egal wie man es drehen und wenden mag, ein egoistischer, ja sogar egozentrischer Nachgeschmack bleibt, der aber so bitter nicht schmecken muss, wie man vielleicht annehmen könnte. Vielleicht tut es gut, sich zurück zu nehmen, sich in Gelassenheit zu üben und nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Abstand zwischen sich und jene zu bringen, die Schäden anrichten. Sich zurücklehnen, lächeln und sich seiner selbst bewusst sein, eine Portion Kaiserschmarrn in der Hand, das kann nicht verkehrt sein. Weiterlesen

Für den Vorratsschrank: Apfelsaft

Apfelsaft | chestnutandsage.de

Die “Für den Vorratsschrank”-Serie neigt sich dem Ende. Der Garten verabschiedet sich langsam in den Winterschlaf, der wilde Wein leuchtet im weichen Herbstlicht in den schönsten Rottönen und die Bäume verlieren ihre letzten Äpfel. Groß sind sie, schwer, steckt in ihnen doch die ganze Süße der vergangenen Sonnenmonate. 300 ganze Kilo, die nicht zu Kuchen, Muß oder Chutney verarbeitet wurden, liegen so verteilt im familiären Garten, dunkelviolett glänzend, möchten sie gesammelt, sortiert und zu Saft verarbeitet werden. Dabei ist das Sammeln und Sortieren die meiste Arbeit, das Saft-machen übernimmt später der Obst- und Gartenbauverein. In nur wenigen Minuten sind die Apfelmassen da verarbeitet, abgefüllt und – schneller als man gedacht hat – wieder im Kofferraum verstaut. Zuhause angekommen kann man sich dann über literweise Saft erfreuen, der einen Geschmack, ein Aroma hat, das man so nicht von Supermarktapfelsaft, sei es nun Direktsaft oder Fruchtsaft aus Konzentrat, kennt. Dass das Saftmachen in Zusammenarbeit mit den regionalen Obst- und Gartenbauvereinen ganz einfach ist, das möchte ich Euch heute zeigen. In nur 5 Schritten stellt man in nur einer knappen Stunde den wunderbarsten Apfelsaft her der jede Flasche aus dem Supermarkt verblassen lässt. Weiterlesen

Links with love im Oktober

Links With Love | Bild von Jonas Nilsson Lee
Ein wunderbarer Oktober, der viel für uns bereit hielt, liegt hinter uns. Auch diesen Monat habe ich wieder gesammelt was mir besonders gut gefallen hat, wie immer Kulinarisches und Kurioses, mit Euch geteilt.

Das Jahr neigt sich dem Ende. Die Tage sind wieder kurz. Die wenigen Sonnenstrahlen wollen genutzt und gespeichert werden. Genießt die Zeit und lasst es Euch gut gehen!
Liebe Grüße,
Julia

…das Bild kommt übrigens – wie immer bei LwL – von unsplash.

Essbare Stadt {Rezension}

Die Lust auf dem Land zu leben scheint ungebrochen, wird damit doch ein naturnahes, naturverbundenes Leben verknüpft. Doch nicht jeden zieht es dorthin wo Fuchs und Hase ihr allabendliches Stelldichein geben, viele Menschen bevorzugen das Leben in der Stadt das in keinerlei Widerspruch zu einem Leben mit der Natur stehen muss. Das, und noch viel mehr, zeigt das wunderbare Kochbuch “Essbare Stadt – Wildwuchs auf dem Teller” von Maurice Maggi, das 2014 im AT Verlag erschienen ist. Bereits im Vorwort schreibt Maurice Maggi, das Buch solle dabei helfen “die Natur zu entdecken – indem man sich ihrer bedient – und damit die Sensibiltät für die Stadtnatur” wecke. Das Wissen um den Nutzen und den Einsatz urbaner Wildpflanzen und die damit einhergehende Wertschätzung verhelfe zu einem Kennenlernen und respektvollen Umgang mit der nächsten Umgebung und der Rückbesinnung auf eine echte regionale und saisonale Küche. Mit Lebensmitteln sorgsam, aber doch spielerisch umzugehen und das beste aus dem, was unsere Umwelt bereit hält, herauszukizeln, das sei die Herausforderung der Wildpflanzen, die im Überfluss vor der eigenen Haustüre zu finden sind. Weiterlesen

World Bread Day 2014: Buttermilchbrot

Buttermilchbrot | chestnutandsage.de

Heute, am 16. Oktober, ist es wieder soweit: Blogger rund um den Globus backen – zu Ehren des World Bread Day – Brot, um den glücklichen Umstand zu feiern, dass wir genug zu essen haben, dass es uns gut geht. Gerne würde ich nochmals den gleichen Text veröffentlichen, den ich schon letztes Jahr aus gleichem Anlass schrieb, denn geändert hat sich an der Situation – nichts. Mir scheint, dass das Gleichgewicht der Welt sogar noch stärker ins Schwanken geraten ist. Krisen und Kriege, in der Ukraine, Lybien, Syrien, zwischen Israel und Palästina, der Kampf gegen Terror, der Kampf gegen Ebola, TTIP und Big Data, bei vielen Themen weiß ich gar nicht mehr, ob sie noch aktuell sind, die Bedrohungen, oder ob sie nur aus dem Fokus der Tagesthemen fielen, weil eine andere Katastrope, eine weitere Gefährdung, gerade wichtiger, neuer, unvorhergesehener war. Vielleicht habe ich mich im Dschungel der Informationen auch einfach nur verlaufen und kann mich nur nicht mehr daran erinnern, welche Nachrichten heute vor einem Jahr über die Bildschirme flimmerten, in den Zeitungen standen. Zurück bleibt eine schale Beklemmung und Orientierungslosigkeit gegen die eine Scheibe frisch gebackenen Brotes nur bedingt helfen kann, das Gefühl des “besser informiert sein oder es lieber doch nicht so genau wissen wollen” bleibt. Weiterlesen