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Krautsalat | chestnutandsage.de

Zwischen schwarz und weiß gibt es eine reiche Bandbreite an grau. Oder an bunt. Das mag wohl jeder für sich selbst entscheiden. Und dieses Spektrum an Eindrücken, das kann einem schon mal die Sinne rauben. Das für sich Passende, den Kompromiss, ja vielleicht sogar die Ultima Ratio zu finden, das ist die Herausforderung im (un-)sichtbaren Dickicht aus Vor- und Nachteilen, das sich behend um Nichtwissen und Scheinwissen rankt. Das reine, das pure Wissen, das ist in diesem Stadium, das vor allem auf Gefühlen beruht, bedauerlicherweise nicht zu erblicken. Die eigene Wirklichkeit beruht also auf – ja auf was eigentlich? Auf der diffusen Gewissheit, mit Sicherheit ver/unsicher/t zu sein. Um dieses gedankliche Durcheinander in ein kulinarisches umzuwandeln, bereite ich heute deshalb einen bunten Salat zu. Schön wild, schön durcheinander. Und esse das Chaos damit einfach auf.  Weiterlesen…

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Burrata Tomaten Pfirsich | chestnutandsage.de

Schattet man mit der Hand die hellen Strahlen der übermächtigen Sonne ab, erkennt man im Gegenlicht Erstaunliches: Tausende Fliegen, Insekten, die wie Goldstaub verschwenderisch durch die Luft gewirbelt wurden, schwirren und wirren durch das frühabendliche Sommerfirmament. Es ist ein beglückender Anblick, der vielen verwehrt bleibt. Man würde sie viel besser sehen, die Stillen, die tun, was es zu tun gibt, gäbe es da nicht immer diese eine Sonne, die all die leisen Zwischentöne überstrahlt und sich mit ihrer Überlegenheit durch jedes noch so kleine Dunkle drängt, einnimmt und verblendet. Die wohltuende Wärme mit gehässigen Spitzen vergiftet. Da hilft auch der beste Sonnenschutz nicht. Es empfiehlt sich deshalb, immer eine Sonnenbrille auf der Seele zu tragen, damit das, was unbeachtet geschieht, nicht unbemerkt bleibt. Genießen wir also den Glanz der untergehenden Sonnen, am besten bei einem kleinen Abendessen, das mit feinen und zarten Sommeraromen von Tomate und Pfirsich beglückt und so mit minimalem Aufwand große Verzückung bereitet.

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Chinese Dumplings | chestnutandsage.de

Am Anfang eines jeden Sommers, wenn das Meer noch weiter weg ist als sonst, finde ich beim Betrachten des frischen, strahlenden Grüns vor meinem Fenster den gleichen Trost und die gleiche Entspannung wie ich sonst nur beim Anblick der weiten, offenen Meere finde. Stundenlang könnte ich da sitzen und die sich im stürmischen Juniwind wie ein Ozean aus Blättern vor meinen Fenstern getriebenen Baumkronen beobachten. Wie Wellen rauschen die kleinen Blätter heran, mit einem Windstoß schwillt das Getöse, wird groß und wild, um gleich wieder abzuebben und wie ein grüner Vorhang ruhige Beschaulichkeit vorzutäuschen. In dieses gräserne Meer einzutauchen ist, wie sich durch monotones Wiegen in den Zustand zwischen Wachheit und Schlaf zu versetzen, entrückt und auf sehr angenehme Weise dem Wesentlichen abhanden gekommen. Den Weg zurück an die Oberfläche zu finden ist meist ein leichtes: Das glatte, substanzlose Einerlei, in dem man sich den narzisstischen Goldmund nachziehen kann, entbehrt nicht immer jeglichem Tiefgang, sondern lässt, durch ein gewisses Maß an Offenheit, zurück nach Oben gelangen. Wo man sich beim gleichförmigen Herstellen dieser wunderbaren Dumplings gleich in die nächste Trance stürzen kann um danach durch die Aromen von feinem Spitzkohl, Ingwer und Erdnüssen – wenn schon keine Erleuchtung – zumindest lukullische Entspannung zu finden. Weiterlesen…

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Beekeeper | Annie Spratt | unsplash.com
Fotografin: Annie Spratt

Der Mai war dieses Jahr ein Besonderer: Es war besonders viel los. Ich habe besonders viel erlebt. Und ich habe nicht besonders viel gebloggt. Das haben Andere übernommen, ich musste wieder einmal nur noch sammeln, was mir wieder besonders gut gefiel:

Kommt gut in den Juni, in dem der Rosenmond über uns wacht und uns mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht beschenkt.
Julia

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Bananen-Schoko-Bowl | chestnutandsage.de

Ich mag keine Bananen. Zu weich, zu süß und – in der Bahn gegessen – eine Geruchsbelästigung, wie sie sonst nur Döner Kebab und Leberkäswecken zustande bringen können. Dabei lehne ich es normalerweise ab Lebensmittel kategorisch auszuschließen, bin ich doch der Meinung, dass man eigentlich alles mag, wenn man es nur richtig zubereitet gegessen hat. Aber was schert mich mein Geschwätz, wenn es eben um Bananen geht. Das Schicksal will es nun aber, dass ich mich mit der gelben Paradiesfeige beschäftige: „The Express“ und „The Split“ haben mir die Karten, heute zur fünften Veggie-Voodoo-Ausgabe, beschert. Espresso und Bananensplit. Na wenn sich daraus nichts machen lässt! Außerdem erinnert mich diese Kombination entfernt an den Double-Chocolate Hazelnut Espresso Shake, und da ich Wortungetüme liebe, variiere ich dieses Rezept und mache daraus meine Bananaramafrühstücksbowl. Mit viel Kakao, Coldbrew, Nussbutter und – daran geht heute eben kein Weg vorbei – Bananen. Weiterlesen…

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Spargelpasta mit Erbsen | chestnutandsage.de

Beim Blick aus dem Fenster offenbart sich ein eigenartiger Einblick in meine Seelenlandschaft: Termine fliegen da vorbei, gefolgt von blühenden Fantasien, während man in weiter Ferne dem Wunsch nach einem neuen Paar Schuhe beim Wachsen zusehen kann. In den Bäumen am Rand dieser Kulisse, deren Blätter voll grüner Hoffnung rauschen, sitzen, sicher versteckt vor dem eigenen Mut, Vögel, die dumme Ideen ausbrüten. Währenddessen (und beinahe unbemerkt) ziehen am Horizont dunkle Wolken schlechten Gewissens auf, bis oben hin aufgeladen mit Blitzen aus Belegen, die ich noch für die Steuererklärung heraussuchen wollte. Das drohende Gewitter scheint aber den Gärtner, der auf einmal am Bildrand auftaucht und die Wurzeln jedweder Unsäglichkeit freizulegen versucht, nicht von seiner Arbeit abzuhalten. Mit emsigem Bemühen wühlt er sich durch ein Werk aus Scham, Bedauern und Wut während über allem (und trotz allem) die Sonne scheint und mit ihren warmen Strahlen daran erinnert, den Spagat zwischen absoluter und relativer Welt zumindest zu versuchen. Die Szenerie gleicht, man kann es nicht anders sagen, einem Mitgutsch’em Wimmelbuch. Nur die FKKler am Strand sind nirgendwo zu sehen. Diesen verschwurbelten Gehirngespinsten, muss man versuchen, etwas entgegen zu setzen. Gleiches wird ja bekanntlich mit gleichem bekämpft. Feuer mit Feuer. Schwurbel mit Schwurbel. Und deshalb soll heute die Waffe meiner Wahl eine Pasta mit feinen Spargelstreifen und Erbsen sein. Schön verschwurbelt. Auf dass sich im Chaos auf wundersame Weise Ordnung einfinden mag. Weiterlesen…

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