Links with love im September

Bear by  Thomas Lefebvre

So ein September aber auch! Kaum begonnen, schon wieder vorbei. Die Zeit fliegt, ich sammle was mir diesen Monate besonders gut gefallen hat, wie immer Kulinarisches und Kurioses, gemischt mit ein bisschen Fernweh, mit Euch geteilt.

So beginnt der Herbst, Äpfel wollen jetzt zu Saft verarbeitet werden, es gibt viel zu tun! Was auch immer ihr in dieser neue Jahreszeit vor habt, lasst es Euch dabei gut gehen.
Liebe Grüße,
Julia
…das Bild kommt übrigens – wie immer bei LwL – von unsplash.

Ein bittersüßer Genuss: Pizza mit Apfel und Radicchio

Pizza mit Radicchio und Apfel | chestnutandsage.de

Manchmal ist sie einfach da, die Idee, wie ein sich plötzlich pink färbender Abendhimmel, wie Landschaften, Hügel, Bäume, die sich vor ihm wie Scherenschnitte absetzen. Wie Vögel auf ihrem Formationsflug in wärmere Gefilde, dem Ruf des Sommers folgend. Wie Mückenschwärme, die im Schein der sinkenden Sonne nicht mehr stören, sondern wie Sternenstaub glitzern. Manchmal hilft dabei das Rattern und Ruckeln eines Zuges, den Blick aus dem Fenster, die Gedanken sortierend. Dann ist sie einfach da. Die Idee zu dieser Pizza, die – nicht nur farblich – so gut zu dem eben gemalten Bild passt: In die wohlig wärmenden Aromen von sauer-süßen Äpfeln und schmelzendem Taleggio darf sich eine Bitterkeit einschleichen, nur ganz leicht, wie ein gehauchtes » Adieu! «, wie ein leises Versprechen, das gerade so gut in dieses Leben passt in dem die Würzigkeit des Herbstes in der Luft liegt und Melancholie uns ergreift. Weiterlesen

Zwei Blogs, eine Idee: Von Hexen und Pilzen

Birken | chestnutandsage.de

Ylva und mich eint nicht nur die Freude am Kochen, wir beide sind auch leidenschaftliche Bücherfreundinnen mit Hang zum Fantastischen. Ein Glücksfall, können wir uns doch so bei “Zwei Blogs, eine Idee” auf eine kulinarische, lesehungrige Reise ins ferne Zamonien begeben, dem föderalistischen Rechtsstaat, der seit der Buchtinger Unabhängigkeitserklärung von 1843 eine unabhängige Nation und eine Moers’sche Erfindung ist. In Zamonien leben die unterschiedlichsten Geschöpfe, fantastische Wesen, gut, böse, undurchsichtig, freundlich, Fhernhachen, Wolpertinger, Buntbären, Nattifftoffen und viele andere. Gemein ist all diesen Geschöpfen, dass sie sich – wenn auch sehr unterschiedlich – den lukullischen Köstlichkeiten ihrer Welt hingeben, wie zum Beispiel Kometenwein, Haselhexenkaffee, Bienenbrot oder lebendem Käse. Ja selbst die Übeltäter, wie die Gourmetica Insularis, wissen, wie man es sich auf delikate Weise gut gehen lässt: Die Opfer werden mit den appetitlichsten Gaumenfreuden auf diese wunderbare Insel gelockt und nach mehreren Monaten der Mast sodann, wohl genährt und blendend gelaunt, von selbiger mit Haut und Haar verspeist. Andere Halunken sind da nicht so gut zu ihren Opfern, manche, wie die Pilzhexen zum Beispiel, ernähren sich von Kleintierseelen, die sie mit betörendem Singsang in sich aufsaugen. Weiterlesen

Himmlisch? Verteufelt! Brombeermarmelade mit Pfirsichen

Brombeermarmelade | chestnutandsage.de

Unterschätzt ist sie, die Brombeere, dabei kann sie so vieles: Einem Apfelkuchen das gewisse Etwas verleihen, eine allzu blumig daherkommende Himbeere erden, nur alleine glänzen, das kann sie nicht. Dazu braucht sie einen geschmeidigen Freund der jetzt gerade, in spätsommerlichen Sonnenstrahlen gewärmt, weich, von betörend tropfender Süße ist, so wie der Pfirsich. Dessen Aroma schmiegt sich – himmlisch! – flaumig-seidig an die sauer-kräftige Brombeere, nimmt ihr die Strenge und wertet sie – meiner Meinung nach – so auf, dass das schwarz-knubbelige Beerchen mehr wird als es, als Randstreifenbegrünung und Parkplatzeinfassung eingesetzt, verspricht. Brombeeren soll man übrigens – glaubt man den Briten – nur bis zum 11. Oktober pflücken, denn an diesem Tage wurde der Teufel aus dem Himmel verbannt. Den himmlischen Fenstersturz überlebend, fiel der arme Tropf in einen Brombeerbusch. Von spitzen Stacheln zerkratzt, wütend und auf Rache sinnend, spuckte er seinen ganzen Frust in die schwarze Beerenpracht, auf dass sie von nun an sauer schmecken sollten. Beeilt Euch also! Der Oktober steht vor der Türe! Diese Marmelade ist es wert.

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Vom Übergang: Kartoffel-Tajine

Kartoffel-Tajine | chestnutandsage.de

Wenn das Brummen der Stadt leiser, das Trappeln in der Wohnung über mir lauter wird, Nachbarn von der Arbeit des Tages nach Hause kehren und sich auf einen Plausch auf dem Balkon treffen, in dicke Pullover gemümmelt, den kühlen Weißwein gegen vollmundig-schweren Rotwein getauscht und im Schein der Kerzen die Schattenspiele der sich im Sonnenuntergang spiegelnden Wolken beobachten, dann ist er da, der Spätsommer, und mit ihm die Lust auf gehaltvollere Speisen und Getränke. Wo es in der mittäglichen Sinneslust noch ein leichter Salat aus Tomaten mit ein bisschen Majoran sein darf, wünsche ich mir abends schon etwas tröstlicheres, das den Übergang von unbeschwertester Sommerzeit zu herbstlaubraschelnder Jahreszeit erleichtert. Etwas gewürzkräftiges, aromengewaltiges Buntes. Etwas, das trotzdem schnell zubereitet ist, wer will schon zu viel Zeit in der Küche verbringen, kann man die Abende doch noch im Freien genießen, windgeschützt, mit Füßen in warmen Socken steckend. Das sollten wir auskosten, diese besondere Jahreszeit des Drausssendrinnenseins. Weiterlesen

Für den Vorratsschrank: Pomodori secchi sott’olio

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Vielleicht ist es ein Abenteuer, ein letztes Aufbäumen gegen “die da oben”, meine kleines Dorf im ansonsten von den Römern besetzten Gallien, das Selbermachen. Vielleicht ist es auch ein sich wehren, ein wenig Renitenz, Widerspenstigkeit, sei uns gestattet. Oder vielleicht ist es auch nur die Mirakulix’eske Verzückung darüber, wie aus wenig, und wie von druidischer Zauberhand, etwas wird. Etwas Selbstgemachtes, hinkelsteinisch Schönes. Etwas, das man sonst einfach nur kauft ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob und vor allem wie man es selber besser machen kann. In den meisten Fällen lautet die Antwort nämlich einfach: Ja, kann man. Es besser machen. Wenn man denn nur weiß, wie es geht. Lebensmittel in Öl haltbar zu machen ist dabei nicht nur kein Geheimnis, es ist auch noch wunderbar einfach und eine der ältesten Konservierungsmethoden. Durch den Sauerstoffentzug wird die Entwicklung von Mirkoben (denen durch das vorangegangene Trocknen das Wasser entzogen und somit das Leben schwer gemacht wurde) gehemmt, das Lebensmittel ist geschützt und haltbar gemacht. Weiterlesen