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Filoteig-Kuchen | Spanakopita mit Spinat,Lauch und Feta | chestnutandsage.de

Die Prima Donna liegt auf der Couch, schläft ihren Rausch aus. Der rosafarbene Morgenmantel ist ihr etwas über die Schulter gerutscht, vermutlich trug sie ihn den ganzen Tag, trägt man ihn nur lang genug, wird der nächste Morgen schon wieder kommen und man somit wieder angemessen gekleidet. Der Fernseher läuft, ein trauriger Stummfilm flimmert in ein trauriges Leben. Die leeren Flaschen, die einst billige Tropfen enthielten die auf verglühende Lebenszeit tropften, liegen auf dem Boden verstreut. Sie sind so leer wie mein Geist, der es nur noch schafft, Minuten zu zählen. Die seit dem Beginn des ersten Aktes vergangen sein könnten. Vermutlich sind es noch keine fünf, die würde ich gerne gerade sein lassen, und doch sitze ich in dieser Oper und blicke auf das düstere Bühnenbild. Die Prima Donna ist mittlerweile erwacht, fast möchte man ihr ein Pfefferminz reichen, man kennt ja den bitteren Geschmack, der sich nach einer durchzechten Nacht im Mund breit macht. Doch das Orchester sitzt im Graben, der sich selten so tief auftut wie heute zwischen mir und der Hochkultur, und verhindert damit den edlen Akt der Eigennützigkeit. „Komm, mir gehn zum Griechen!“ raunt es hinter mir. Nicht zu mir. Aber der Gedanke manifestiert sich. Ach, zum Griechen, wo sich der Duft frischer Kräuter und aromatischen Knoblauchs wie die berühmte Gastfreundschaft um einen schmiegt. Wo köstliche Mezedes zu Ouzo gereicht werden. Ach, zum Griechen, wären wir nur schon dort! Doch die Prima Donna singt und besingt ihr trauriges Dasein, von dem ihr nur noch vom Gong eine kurze Auszeit gegönnt und mir damit die Möglichkeit zur Flucht ermöglicht wird. Die Garderobenfrau lacht, die Nacht umarmt mich und ich eile zum Griechen. Wohin auch sonst. Weiterlesen…

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Black-Pepper-Tofu mit Gurkensalat | chestnutandsage.de

Was man im Winter ja vergisst: Wie gut der Morgenkaffee auf dem Balkon schmeckt. Wie leicht die Füße ohne Socken sind. Wie glatt Haare ohne Heizungsluft werden. Wie Sonnencreme riecht. Wie man ohne den Wecker aufwacht. Wie man den Feierabend ohne Netflix verbringt. Wie Vogelgezwitscher klingt. Wie Hummelbrummeln beruhigt. Wie angenehm der Fahrtwind beim Radfahren sein kann. Wie der Frühling riecht. Wie gerne ich Frappé trinke. Wie ordinär das Gelb der Forsythie ist. Wie wohltuend Sonnenstrahlen sind. Wie viel es auf den belebten Straßen zu bestaunen gibt. Wie gerne ich in Gartencentern bin. Wie grün die Welt werden kann. Wie leicht Rocksäume um Knie wehen. Wie gut Essen schmeckt, das nicht aus dem Backofen kommt. Wie dieser Black-Pepper-Tofu, der – knusprig und scharf – von einem leichten Gurkensalat begleitet wird. Damit man den Winter auf keinen Fall vermisst. Weiterlesen…

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Tulpe | chestnutandsage.de

Im März hat (trotz der Eiseskälte) mein Bienenjahr begonnen. Die Beute wurde gestrichen, die Rähmchen vorbereitet und die Bienen an ihren neuen Standort gestellt. Hier tun sie, was sie tun sollen: die Brut aufziehen, fliegen und schon die ersten Pollen sammeln. Und im Prinzip ist das ja nichts anderes, als ich tue. Aufspüren, sammeln, teilen. Das, was mir am besten diesen Monat gefallen hat. Von mir aus könnte es dann jetzt Frühling sein.

Habt einen schönen April!
Julia

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Frühstücksbuffet | chestnutandsage.de
Fotografen: Brooke Lark und Nathan Dumlao via unsplash.com

Ostern steht vor der Tür und damit nicht nur das erste Hochfest der christlichen Liturgie nach Weihnachten, sondern auch der nächste Grund, seine liebsten Menschen an einem Tisch zu versammeln und sie zu verwöhnen. Nun gilt es die unausgesprochenen Regeln einzuhalten und – im Gegensatz zum Fest im Dezember – nicht etwa ein großes Abendessen aufzufahren, sondern (und ich habe diese Regeln nicht gemacht) mindestens ein ausgedehntes Frühstück, wenn nicht sogar einen Oster-Brunch auszurichten. Doch – oh weh! – du hast nur noch alte Marmeladenreste und eine Tüte Haferflocken im Haus? So ein karges Frühstück macht ja nicht mal mich glücklich! Wie Du eine opulente Frühstückstafel zusammenstellst, die durch ihre pure Überfrachtung von Geschmäckern und Aromen glänzt und selbst „Spätstücker“ zufrieden stellt, das zeige ich Dir heute.  Weiterlesen…

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Risotto mit Wirsing und Quitte | chestnutandsage.de

Den Kohl macht nichts fett. Das weiß man ja. Und wenn der Kohl keine Angst vor Fett hat, wer sollte es dann haben? Und doch ist der Geschmacksträger schlechthin für viele Menschen der absolute Endgegner. Wie Donkey Kong für Mario. Wie Dr. Eggman für Sonic. Wie die Panzerknacker für Dagobert Duck. Als ob ein Gramm zuviel auf des Menschheits Geisel – der Personenwaage – zum Fürchten wäre. Furcht haben sollte man nämlich nur vor dem Klimawandel, Dummheit und Akte X. Dabei ist Furcht, und auch deren große Schwester die Angst, ein schlechter Berater. So ähnlich wie Roland Berger und seine Armee junger, auf Effizienz getrimmter BetriebswirtschaftlerInnen, die man des Morgens an den Bahnhöfen dieser Republik trifft. Gezwängt in die immergleichen und fantasielosen Uniformen, die Haare gescheitelt, die Emotionen unter Kontrolle, sind die Beine in Feinstrumpfhosen verheddert und die Schwalbenschwänze unter Schreibtischen gefangen. Anstatt hoch in der Luft den Träumen hinterherzutragen. Zur Sonne, zur Freiheit. Was im Übergang der Jahreszeiten von Winter auf Frühling das ist, auf das ein jeder hofft. Doch das ist nicht das einzige, auf was wir hoffen. Frisches Gemüse, junger Spargel und Radieschen, das ist der Deus ex Machina, der uns aus dem Tief des Wintermuffs ziehen soll. Und doch ist es der Kohl, der uns im März immer noch begleitet. Aber muffig ist hier nichts – frisch und knackig kommt er ins cremige Risotto, das durch Quitten aufgehübscht wird und seinen letzten Schliff durch ein ordentliches Stück Butter bekommt. Denn Fett fürchte ich genau so wenig wie den Teufel.  Weiterlesen…

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Linsen mit Cedro und Lauch | chestnutandsage.de

Am Ende eines jeden Regenbogens steht ein großer Kessel voller Gold. Behütet von den schillerndsten Gestalten, Kobolden, Feen, Elfen, versucht ein jeder Glücksritter diesen Topf zu finden. Dabei ist schon die erste Entscheidung wichtig – rechts herum oder links herum? Wo ist der Anfang und wo ist das Ende? Manchmal findet man ja weder das eine, noch das andere, bei so vielen Farben kann einen schon mal schwindelig werden. Dabei kann Schwindel ab und zu ein ganz berauschender Zustand sein, eine wilde Fahrt auf dem Karussell, die Beine fliegen hoch, die Arme und Haare auch – man kreischt wie von Sinnen, aus Lust an der Geschwindigkeit, aus Freude am Fahren. Obwohl man die angesichts der Blechlawinen, die sich durch die Innenstädte schieben, auch mal verlieren kann. Glück hat also, wer vor lauter Schwindel die Realität vergisst oder sie so zurecht biegt, dass sie der eigenen Wahrnehmung entspricht. Und da Linsen in vielen Nationen dieser Welt Glück bringen, steht für mich ab heute am Ende eines jeden Regenbogens steht ein großer Topf voller Linsen aus dem die Cedro-Stücke wie Goldnuggets glänzen. Gespickt mit ein paar süßen Kerbelwurzeln und einem ordentlichen Schluck Sherry ein wirklicher Schatz, den man sich viel öfter gönnen sollte. Weiterlesen…

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