© Julie de Mey
© Julie de Mey

Schon ihr Name klingt nach nicht enden wollenden Frühlingstagen: Julie de Mey. Unbeschwert, das schöne Leben lebend, dabei nicht immer alles auf die leichte Schulter nehmend, das ist für mich der Blog Mat & Mi, den Julie seit 2010 betreibt. Seit wann ich ihn lese – ich weiß es nicht mehr. Dass ich ihn aber seit vielen Jahre lese, das ist für mich ein Zeichen für einen Lieblingsblog, einen, den ich Euch heute bei Links with Love vorstellen möchte. Julie mag, so schreibt sie selber, Kulinarisches, Fotografiertes und Getüfteltes, Jahreszeitenzettel, Suchen und Sammeln. Kein Firlefanz, keine Tricksereien, keine unnachahmbare Perfektion – das findet man in ihren Bildern ihren besonnenen Texten. Das Süße scheint sie besonders zu lieben, ist sie doch eine der Gründerinnen der >Initiative Sonntagssüß<, in der das Süße aufgegabelt und das Saure, zumindest für einen kleinen sonntäglichen Augenblick, außen vorgelassen werden sollte. Über das Süße würde ich auch gerne mit ihr sprechen, erzählte Julie doch erst vor Kurzem von ihrem Gedankenladen, einer Eisdiele, in der es genau sieben Eissorten geben soll. Weiterlesen…

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Knäckebrot | chestnutandsage.de

Ich habe mir aus Kopenhagen ein Souvenir mitgebracht – eine Knäckebrot-Obsession. Obsessiv bin ich dabei eigentlich eher selten. Außer beim Aufräumen. Aufräumen find ich gut. Wer aufgeräumt lebt ist meist auch ein aufgeräumter Mensch. Selbst wenn die innere Konformität durch äußere Anpassung erreicht wird. Oder anders herum. Das mag ich. Genau so wie dieses Knäckebrot, das hauchdünn und doch voll mit Kernen ist, das ordentlich knuspert und kracht. Römpömpömpöm. Weiterlesen…

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Bosch-Service Meat Packing District Copenhagen | chestnutandsage.de

Die Dänen sind angeblich das glücklichste Volk der Erde. Kein Wunder, bei der Hauptstadt, bei dem Essen, bei der Schönheit und Herzlichkeit die sie ausstrahlen und haben. Die Liebe sei es, was ihnen zum wahren Glück verhelfe, habe ich irgendwo gelesen. Und vielleicht ist damit ja nicht nur die große romantische Liebe gemeint, sondern vielmehr eine allgemeine Nächstenliebe, eine Liebe zum Detail und eine Liebe zum guten Leben. Möglich wäre es, denn mit ihrer wunderbaren Offenheit und Freundlichkeit hat mich Kopenhagen im Sturm erobert und das obwohl ich diese wunderbare Stadt nur ein langes Wochenende besucht habe. Weiterlesen…

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Buchweizen-Granola | chestnutandsage.de

Ab einem gewissen Punkt im Leben hat man einen Freundeskreis, einen in dem man gemocht wird obwohl man sich kennt. Eine komfortable Situation. Verlässt man diesen inneren Kreis kann es aber tatsächlich manchmal passieren, dass man neue Menschen kennenlernt und gar nicht mehr so richtig weiß, wie das geht. Die Regeln des Smalltalk rekapitulierend sitzt man in unvertrautem Kreise, wägt den nächsten dummen Spruch ab (von denen ich auf ein unendliches Repertoire zurückgreifen kann), versucht sich als Alternative in geistreicher Konversation und hofft im Geheimen doch einfach nur, dass diese Menschen, die man nicht kennt, niemals herausfinden, wie seltsam man doch in Wahrheit ist. «Because you yourself are wrong in some way, and you seek out partners who are wrong in some complementary way. But it takes a lot of living to grow fully into your own wrongness», sagte Andrew Boyd. Jeder ist in seiner ureigensten Weise komisch und seltsam – was vielleicht aber nur eine Frage der Perspektive ist. Glück hat also, wer genau die Menschen kennenlernt, deren Eigenarten und Spleens man ertragen kann, die man mag, bei denen man sagt «This is the problem I want to have». Weiterlesen…

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Schöpfkellen | Nudelmanufaktur | chestnutandsage.de
„Der Chef kommt gleich, er weiß Bescheid!“ Es ist frisch im Restaurant, die Türe steht an diesem frühen Samstag morgen offen, Frank Stormanns, der Besitzer von Stormanns Nudelmanufaktur, betritt mit zwei Stangen Lauch im Arm das Ladenlokal und schüttelt mir mit seinen eiskalten Pranken die Hand. „Das ist der Lauch, der so kalt ist. Den brauch ich für die Wachteln die ich gerade auseinander genommen hab, das war eine Arbeit!“ Es ist kurz nach halb zehn und es duftet herrlich in dem kleinen Raum, der sowohl Küche, Restaurant, als auch Verkaufsraum ist, es brodelt und brutzelt und ich bedaure ein kleines bisschen, kein Fleisch zu essen. „Daraus werden jetzt 10 Liter Wachtelragout“. Die 40 Wachteln habe er von Willi bekommen, der hat seinen Stand genau neben der Nudelmanufaktur. Man kennt sich hier auf dem Stadtmarkt, man greift sich unter die Arme, und wenn eben Mal Wachteln oder Tunfisch übrig sind, dann findet man dafür schon eine Verwendung. Weiterlesen…

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Imkern in der Stadt
© Johannes Weber

Ich sitze in einem überheitzen Raum im Jugendhaus München-Pasing. Um mich herum sitzen Menschen, die betreten auf den Boden schauen. Wer sich hier zuerst rührt scheint verloren zu haben. Ich tippe auf meinem Smartphone herum – die einzige vollwertig akzeptierte Art des asozialen Zeitüberbrückens. Hier soll also das Seminar „Imkern in der Stadt“ stattfinden? Ich hatte mit tätowierten Bärtigen und Nerdmädchen gerechnet – urban beekeeping soll doch so hip sein. Stattdessen sitze ich zwischen stummen Altachtungsechzigern und ernsten ÖDP-Wählern – als offenbar einzige der von mir eigentlich erwarteten Gattung, entsprechend skeptisch werde ich beäugt. „Nehmet Euch ebbes zum trinken, Kuchen isch auch da, mir fanget dann jetzt an!“, klingt es in weichem Schwäbisch durch den Raum. Rainer, der Seminarleiter, ist da und beginnt auch gleich mit seinem Vortrag, der mich an diesem trüben Samstagmittag in die Welt des Biens, dem Superorganismus in dem Bienen in ihrer Gemeinschaft leben, einführt. Und schon nach wenigen Worten kommt Bewegung in die müde Gruppe, werden die Zuhörer interessiert und die ersten Vorbehalte gegenüber den Unbekannten fallen ab – sitzen hier doch Gleichgesinnte, die mehr über Bienen und deren Haltung lernen wollen. Weiterlesen…

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